Jetzt ist es ja mein 3ter Aufenthalt in Japan und es hat mich schließlich auch erwischt. In der Nacht begann meine Unterkunft zu wanken und sich zu schütteln und mir mir war gleich klar – Wow .. ein Erdbeben.
Mein Gebäude schwankte jedoch nur und ich hatte das Gefühl, dass es die Bewegungen aus dem Untergrund abfederte, so dass ich mich in meinem Bett durchaus sicher fühlte. Auch hörte ich von draußen nichts außergewöhnliches und so gingen die etwa 20 Sekunden des Bebens angstfrei an mir vorüber.
Im Laufe des vergangenen Jahres waren mir allerlei Fotos aus Japan und Kyoto im speziellen untergekommen. Dabei war eines, welches mir besonders gefiel. Es zeigte einen Bambus Hain so herrlich und schön, dass für mich feststand, dass ich ihn auf jeden Fall auch besuchen wollte. Vor allem wollte ich einmal sehen in wie weit Foto und Realität übereinstimmten.
So saßen wir schon relativ früh im Zug und traten unsere Fahrt in Richtung Wäldchen und den ebenfalls dort zu findenden Sehenswürdigkeiten an und obwohl wir verhältnismäßig früh dran waren, teilten wir das Gefährt mit allerlei anderen Personen die das selbe Ziel zu haben schienen wie wir.
Als der Zug ankam und er nach der Weiterfahrt doch recht leer war, bestätigte sich meine Vermutung und wir bewegten uns mit dem Tross hinaus aus dem Bahnhofsgebäude.
Dort wurden wir von wir sogleich von Rikscha Fahrern in Empfang genommen. So ziemlich jeder wurde angesprochen, ob man nicht eine Fahrt unternehmen wolle. Jedoch nicht wenn ich bei ihnen vorbei kam, dann senkten sich die Augen etwas verschämt in Richtung Boden. Man wagte es nicht mich um eine Fahrt zu bitten. Ach, was musste ich grinsen.
Ich dachte noch immer über diese kleine Episode nach, als mir ein paar Meter weiter ein herrlicher Duft in die Nase Kroch und schon sah ich es, einen kleinen Laden der leckere Kleinigkeiten zum Verzehr anbot. Zumeist handelte es sich um Fisch, es gab aber auch etwas vom Huhn. Eri und ich konnten beim besten Willen nicht wiederstehen und erwarben ein bisschen Huhn. Oh, wie lecker das war. Die Begeisterung dafür begleitete uns noch den ganzen Tag.
Doch irgendwie drängte es mich den Bambus Hain zu erreichen. Also ging es weiter. Als wir schließlich in eine Nähe kamen, nahm die Anzahl der Besucher doch deutlich zu und es gab die ein oder andere sehr umfangreiche Menschentraube zu umschiffen.
Es bogen neben uns durchaus ein paar Leute in den Hain ab und alleine war man dort wirklich nicht, dennoch war es nett. Enttäuscht war ich nicht, doch war der Hain viel kleiner als erwartet und das Foto welches mich veranlasst hatte zu kommen, konnte ich nicht nachvollziehen und das lag nicht daran, dass im Foto keine Menschen zu sehen waren, dafür gab es schließlich Mittel und Wege. Ich schaffte es auch nicht herauszufinden wo das Bildchen geschossen worden war.
So konzentrierte ich mich alsbald wieder auf all die anderen hübschen Dinge, so wie einen kleinen Schrein, der bei Mädchen sehr beliebt war. Dort konnte man sich nämlich einen guten, hübschen Partner wünschen. Ich denke, das an der Ernsthaftigkeit, in der man an die Erfüllung glaubte, keine Zweifel gab.
Als wir den Hain wieder verließen, hatte ich wirklich großes Glück. In Kyoto ist es durchaus nicht unüblich, dass sich Gäste Kimonos ausliehen und so begleitet ihren Ausflug durch die Stadt starteten. Zwei so begleitete junge Damen bekam ich zu sehen und ich genoss es sie zu beobachten, wie sie bestaunt wurden und mit Genuss durch den Ort liefen.
Obwohl der Stadtbezirk (Ukyō) einiges an Menschen aufwies, entdeckte Eri eine kleine Ecke die mir wahrlich gut gefiel und ganz Menschenleer waren. Man nannte es wohl Kimono-Wald. Hier hatte man verschiedene Kimono-Stoffe in Glasröhren gepackt und diese aufgestellt. Mir gefiel es wirklich sehr gut und ich war froh, dass wir es aufgesucht hatten.
Auf dem weiteren Weg erreichten wir schließlich einen Fluß über den hinweg sich ein netter Blick auf die Umliegende Hügelkette ergab und bei dem schönen Sonnenschein lud es ein, sich niederzulassen und die Umgebung zu genießen. Lange währte der Stop nicht, denn es war durchaus frisch, trotz der wärmenden Sonnenstrahlen.
Den Abschluss unseres Aufenthaltes bildete der Besuch eines Buddhistischen Tempels (Tenryū-ji). Schon der Zugang zum Tempel erlaubte es uns andere Gärten und Gebäude zu betreten und zu sehen. Doch meist waren sie kurz hinter dem Tor abgesperrt, so dass sich nur ein kleiner Blick erhaschen ließ, doch selbst die waren es wert nicht ein einziges Gebäude auszulassen.
Wie sich herausstellte war der Tempel zu großen Teilen wegen Renovierung geschlossen. Da es jedoch einen Park geben sollten, bezahlten wir trotzdem und starteten unseren Rundgang durch die Anlage. Natürlich merkte man immer, dass der Herbst schon vorüber war und die Natur langsam in den Winterschlaf versank und dennoch, die gartenarchitektur war beeindruckend und es wurde der Phantasie überlassen wie üppig und herrlich die Anlage im Frühling aussehen.
Wir verbrachten schließlich mehr Zeit im Garten, als wir selber erwartet hatten, doch langsam begann sich wieder die Dunkelheit auf die Stadt zu legen und so traten wir unsere Fahrt in Richtung unserer Unterkunft an.
Während wir in der Bahnsaßen und darüber nachdachten, was wir denn zu Abend essen sollten, entdeckte Eri ein “Kuru Kuru Sushi” – also ein Sushi Restaurant bei dem die Tellerchen mit den Leckereien stetig auf einem Laufband vor der Nase vorbei fuhren, und dies ohne Unterlass.
Also verließen wir den Zug und nahmen als bald unseren Platz im Restaurant ein. Doch bevor wir zu Essen beginnen konnten, erlaubte ich mir noch einen kleinen Patzer. Natürlich war ich auch für dieses Restaurant und die Sitzgelegenheit etwas zu üppig dimensioniert. Ich hockte mich und dabei verrückte ich die gesamte Sitzbank inklusive des dort sitzenden älteren Herrn. Der, ob wohl ich die Bank rund 30 cm versetzt hatte, nichts davon mitbekommen hatte und sich etwas wunderte wofür ich mich entschuldigte.
Danach begann das futtern und wenn mal nichts leckeres auf dem Laufband vorüber kam, oder uns einfach nach etwas anderem als dem Angebotenen der Sinn stand, bestellten wir es und es wurde kurzer Hand produziert und wurde auf einem zweiten express Band angeliefert.
Der gesamte Genuss kostete auch nur 100 Yen – akt. 75 cent – pro Tellerchen, was den Verzehr noch angenehmer machte, ohne dass die Qualität irgendwie darunter gelitten hätte.
Vom Suhi Restaurant ging es noch kurz in ein 100 Yen Geschäft, dort wurde fürs Frühstück eingekauft. Bevor wir jedoch den Laden betraten, kamen wir an einer gewaltigen Batterie an “Kaugummi Automaten” vorüber, die jedoch keine Kaugummis beinhalteten, sondern allerlei Krimskrams und Figuren.
Diese Automaten fand man aller Orten, doch in solch einer geballten Form hatte ich persönlich sie noch nie gesehen.
Nach der Erledigung aller Einkäufe ging es weiter in Richtung Hotel und wir hatten diesbezüglich richtig Glück, denn am Bahnhof des Kuru Kuru Sushi, gab es eine U-Bahnstation die uns direkt, ohne Umsteigen bis zum Hotel brachte. Ok, einen Sitzplatz gab es nicht, denn selbst im normalen Verkehr war die Bahn relativ voll.
Eigentlich wollte ich in diesem Jahr keine Hinweisschilder mehr fotografieren und mir eine andere Serie suchen, doch Japan macht es mir wirklich schwer dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn überall stolpere ich über diese mich ansprechenden Aufforderungen etwas zu tun oder zu unterlassen.
Ich hoffe, dass auch diese neue Serie, die sich natürlich über die gesamte Reise erstrecken wird, auch den ein oder anderen Schmunzler oder Kopfschütteln hervorbringen wird.
Eigentlich muss ich den 100 Yen Shop als 1 Euro Geschäft übersetzten. Doch aus meiner Sicht tue ich damit dem 100 Yen Shop nicht recht. In diesem Laden gibt es wirklich alles, von Schreibwaren, über Küchen-Utensilien, in gewissen Maße Kleidung aber auch Lebensmittel und das alles für 100 Yen .. ok 105 Yen, denn es kommen noch 5 Yen Steuer oben drauf.
Sich in diesem Geschäft mit allem nötigen auszustatten macht wirklich Freude, besonders wenn man an die Kasse kommt und bezahlen muss. Zudem scheinen mir alle Gegenstände wirklich eine ordentliche Qualität zu haben. Besonders die Schreibutensilien haben es mir angetan.
100 Yen Geschäfte gibt es überall im Lande und sie haben durchaus unterschiedliche Größen – Vom an einen großen Markt erinnernd bis zu kleine Lädchen.
Auf jeden Fall sollte man sie bei einer Reise nach Japan einmal besucht haben oder sich dort vielleicht mit dem ein oder anderen Teil eindecken.
Nach einem 100%ingen total Ausfall am Vortag, den ich wirklich 24 Std. im Bett verbracht hatte – warum? Keine Ahnung, mir ging es einfach nur sau schlecht und es ging einfach nix – stand wieder ein Ausflug in die Sehenswürdigkeiten Kyotos an.
Doch auch hier hatten wir unsere Planung vollständig umgeworfen, denn die Wettervorhersage , kündigte für diesen Tag mehr als übles Wetter an. So sollte es besonders am Morgen Gewitter und heftigen Regen geben. Also hatten wir uns schon im Vorfeld für einen späteren Eintritt ins unsere Erkundung eingestellt. Nun war es wohl so, dass das Wetter nicht ganz so wurde wie angekündigt, oder das Gewitter brach schon in der Nacht los und somit wurde die Gesamtsituation doch deutlich besser als gedacht.
Es war jedoch ein wirklich stürmischer und kühler Tag und wir mussten uns ordentlich einpacken, damit wir nicht froren.
Unser erstes Ziel an diesem Tag war der Tōfuku-ji Tempel. Wie sich herausstellte war dieser Tempel nur einen Steinwurf, ok 4 Busstationen, von unserem Hotel entfernt.
Die Busfahrt zum Tempel brachte mir erneut einen kleinen Einblick wie Busfahren im Bereich Kyoto, Osaka, Kobe funktioniert (s. A. Japan – Wie fährt man Bus). Uns war nicht klar, welcher Bus für uns der richtige sei und so schlug ich vor den Busfahrer zu fragen. In Deutschland würde man zum Busfahrer gehen und ihn fragen, nicht so hier. Hier trat man an den Zugang zum Bus, der sich in der Mitte des Fahrzeugs befindet und betätigte die Gegensprechanlage. Nachdem sich der Fahrer meldete und einem, uns zumindest, geholfen wurde, konnte man einsteigen, oder halt nicht.
Wir gehörten zur zweiten Gruppe. Wir mussten die Straßenseite wechseln und sahen unseren Bus uns vor der Nase wegfahren. Doch warten brauchten wir nicht lange, bis der nächste Transport anstand.
Am Ziel angelangt, traten wir unseren Spaziergang zum Tempel an, der nicht mit Historischen Sehenswürdigkeiten begann, sondern mit ein paar wirklich putzigen Figuren, die den Eingang zu einem Kindergarten schmückten.
Danach trafen wir alle paar Meter auf herrliche Holz-Tore und deren Gärten und Gebäuden. So kamen wir nicht wirklich schnell vorwärts bei der Annäherung an den Tōfuku-ji Tempel, doch auch so erreichten wir ihn.
Gleich zu Beginn eröffnete sich ein herrlicher Blick von der Zugangsbrücke zu einem der Gebäude und es war das erste Mal, dass ich etwas traurig war, dass wir die Herbstfarben und Laub wirklich knapp verpasst hatten. Ich konnte mir vor meinem inneren Auge gut vorstellen, wie herrlich alles hier leuchtete, wenn die Blätter in rot getaucht von der Sonne beschienen wurden.
Da die Wettervorhersage nicht so gut gewesen war für diesen Tag, war die Anzahl der Besucher wirklich herrlich niedrig und der Spaziergang durch die Anlage mit seinen grandios erscheinenden Holzbauten, war wirklich ein Genuss.
Ein kleiner Höhepunkt des Aufenthaltes war ein kleiner Zen Garten. Dort ließ es sich wirklich trefflich hinsetzen, die Ruhe und die Gartenarchitektur genießen. Es war auch das erste Mal, wo wir uns wirklich hinsetzten konnten, denn Sitzgelegenheiten existierten sonst nicht. Ich wäre so manches Mal froh gewesen mich einmal Mehr niederlassen zu können und das zu sehende zu genießen.
Bevor wir die Anlage verließen streifte wir noch durch einen anderen Teil der Park ähnlichen Anlage und genoss die herrlich und auf mich harmonisch wirkenden Baumanpflanzungen.
Man mag es kaum glauben, doch zwischenzeitlich schlich sich der Wunsch nach etwas Essbaren ein. Also ging es wieder in Richtung Bus und wir fuhren vom eher am Stadtrand gelegenen Tempel in die Innenstadt. Dort angelangt, hatten wir das Problem, dass das Restaurant noch geschlossen hatte. Daher war es Praktisch, dass es beim Ankunftsort einen Schrein gab.
Es handelte sich um den Yasaka-Schrein. Ihn hatte ich zwar schon in einem meiner vorherigen Besuche aufgesucht, doch minderte es kein bisschen die Attraktivität für mich. Zudem waren auch hier deutlich weniger Besucher als bei meinem letzten Besuch. So erkundeten wir die Anlage und ich entdeckte sogar einiges an das ich mich kaum mehr erinnern konnte.
Die Zeit bis zum Essen war dadurch wahrlich kurzweilig, doch war er auch deutlich angewachsen. So war ich froh, als wir dann doch zum Essen aufbrachen und das Restaurant sogar schnell erreicht war.
Für heute hatte Eri ein Geschäft ausgesucht, welches Tempura anbot. Bei Tempura handelte es sich um die Kunst Lebensmittel Teigmantel zu frittieren. Mir persönlich fällt es etwas schwer diese Kunst mit dem Frittieren in Deutschland zu vergleichen, denn die Japanische Variante ist aus meiner Sicht deutlich bekömmlicher und leckerer. Ok, auch teuer, wenn man einen wirklich guten Laden aufsucht.
Alsbald konnten wir uns durch die Köstlichkeiten futtern und ich genoss dabei jedes Stückchen.
Einmal wurde Eri etwas unruhig und sie wollte mich nicht wirklich motivieren eines der angebotenen Stücke zu Essen. Woran das lag? Wie sich herausstellte hatte mein Menü eine Besonderheit aufzubieten, den mir wurde Fugu, also dieser tierisch giftige und 100% tödliche Fisch, sollte er nicht korrekt zubereitet sein.
Ich vertraute dem Koch und ließ es mir schmecken. Wie der geneigte Leser merkt, ich lebe noch. Was den Geschmack betraf, also der war nicht so, dass ich unbedingt nocheinmal diesen Fisch verzehren würde. Er hatte eigentlich keinen Geschmack. Ich war froh, dass mir dieser Eindruck von einem japanischen Freund später bestätigt wurde und ich nicht nur einfach keine Geschmacksknospen hatte.
Danach folgte nur noch unser Dessert und der kulinarische Ausflug in die Welt des Tempura war beendet und ich war froh es genossen haben zu dürfen.
Zurück zur Unterkunft ging es erfreulicherweise via U-Bahn und mir blieb der Bus mit seinem Gedränge – selbst wenn er nicht übermäßig voll war, erspart.
Es war wirklich erfreulich, dass auch dieser Tag mit herrlichem Sonnenschein aufwartete. So fiel es wirklich nicht schwer aus dem Bett zu hüpfen und alles für die Fahrt von Osaka nach Kyoto vorzubereiten. Hier ahnte ich noch nicht wie sehr sich mein Reisegepäck, welches sich doch immerhin auf rund 35 Kg belief, mir Schmerzen bereiten würde.
Das erste Teilstück vom Hotel bis zur U-Bahn brachte ich noch tapfer hinter mich, es waren auch nur 10 – 15 Min. Fußweg. In der U-Bahn, die natürlich gut mit Passagieren angefüllt war, ging es mir schon etwas schlechter, zumal bei der hohen Dichte an Personen nicht daran zu denken war, das Gepäck irgendwo abzustellen. Es musste alles schön weiterhin geschultert bleiben.
Über die Zugfahrt nach Kyoto gibt es zum Glück nichts zu berichten, außer, dass das Gepäck den Durchgang im Zug mächtig verstopfte, und sich die armen anderen Passagiere immer vorbei quetschen mussten.
In Kyoto ging es weiter mit der U-Bahn und anschließend wieder per pedes. Wie sich herausstellte, waren es nur 10 Min. Fußweg bis zur Herberge, doch das wusste ich zu Beginn des Marsches nicht und so schnitt sich das Gepäck mit jedem Schritt tiefer in meine Schultern. Hier sei vielleicht noch erwähnt, dass mein Gepäckstück, lediglich Schulterstücke besaß, jedoch keinen Hüftgurt. Also lag das gesamte Gewicht gnadenlos auf meinen Schultern. Ja, und das schmerzte.
So war ich einfach nur fertig und ausgepowert als wir unser Hotel erreichte. Es fiel mir Anfangs deswegen nicht leicht zu realisierten wie schick diese Unterkunft war. Was für eine herrliche Herberge wir hatten, lernte ich erst in den nächsten Tagen zu schätzen – Tolles Zimmer – Kosten loses Internet – kostenlose Waschmachine und Trockner und vieles mehr.
Nachdem ich wieder Lebenszeichen von mir gab, starteten wir unseren ersten Ausflug in die Stadt und den ersten Tempel. Also ging es wieder zur U-Bahn und von dort zum Hauptbahnhof.
Von dort wollten wir mit dem Bus zum Tempel (Nanzen-ji) (engl. Artikel wesentlich ausführlicher Nanzen-ji). Als wir schließlich den Bus bestiegen, wusste ich, was ich nicht vermisst hatte und das waren die wirklich engen und kleinen Busse hier in Kyoto.
Erst versuchten sich Eri und ich gemeinsam auf eine Sitzbank zu quetschen, doch das ging beim besten Willen nicht. Zum Glück konnten wir jetzt noch schnell auf dies große Sitzbank hinten im Bus wechseln und so konnte man die Fahrt einigermaßen überstehen.
Was die enge auf den Sitzbänken angeht, so war es selbst für 2 Japaner nebeneinander ein wirklich kuscheliger Zustand und das mag schon etwas heißen.
Die Fahrt durch die Stadt zog sich wirklich in die Länge, denn der Bus kam einfach nicht vorwärts. Als wir dann noch auf eine Gruppe von Demonstranten stießen, ging überhaupt nichts mehr. So nervend diese lange Fahrt zum einen war, so bot sie auf der anderen Seite die Gelegenheit etwas das Treiben in der Stadt zu beobachten. Trotzdem war ich froh, als wir schließlich den Nanzen-ji Tempel erreichten.
Trotz der relativ späten Stunde (15:30 Uhr) war die Anlage noch gut Besucht. Warum ich 15:30 Uhr als späte Stunde bezeichne hat einzig darin seine Begründung, da die Meisten Tempel und sonstige Anlagen etwa gegen 16:00 – 16:30 Uhr schlossen und es ohnedies gegen 16 Uhr langsam dunkel wurde und ab 17 Uhr die Nacht über die Stadt hereinbrach.
So blieb uns auch nicht all zu viel Zeit, um die Anlage zu genießen und da kam meine Angewohnheit zu versuchen, Fotos relativ Menschenfrei aufzunehmen, diesem Vorhaben nicht wirklich entgegen. Irgendwann gab ich es dann auch auf und versuchte den Aufenthalt einfach zu genießen.
Was neben den wirklich hübschen und herrlich verzierten Holzgebäude Gebäuden mir besonders ins Auge fiel, war ein steinernes Aquädukt. Es bereicherte die Anlage wirklich sehr, und war bei den Besuchern ein extrem beliebtes Objekt, um sich gegenseitig abzulichten.
Mehr als dieses Aquädukt erfreute mich die kleinen Gärten, die so anschaulich die Kunst eines japanischen Gartens vor Augenführte. Ich war sehr enttäuscht, dass all zu rasch die Dunkelheit über uns und die Anlage hereinbrach.
Sightseeing macht hungrig, und so unterbrachen wir unsere Fahrt zum Hotel kurz und suchten uns eine Möglichkeit zu Nahrung zu kommen. Der einzige Ort der uns etwas zum Essen anbot, war eine Bar. Laut Eri war das nichts schlimmes, sondern man konnte durchaus in diesen Läden zu einem brauchbaren Essen kommen. Dies war dann auch tatsächlich der Fall.
Das einzige was uns jedoch etwas auf den Magen schlug waren die 2 Euro Tischmiete, die wir zu entrichten hatten. Ich hatte zwar in der Zwischenzeit davon gehört und auch schon gelernt, dass dies durchaus auch in Europa vorkommen kann, trotzdem fand und finde ich es seltsam für einen Tisch miete zu entrichten, wenn man nun schon bereit war in einem Lokal zu essen.
Vor Reiseantritt hatte mein Fotoapparat seinen Geist aufgegeben und auch der Versuch einer Reparatur war nicht wirklich mit Erfolg gekrönt. Also musste ein neuer Fotoapparat her. So weit, So gut … Leider folgte dieser Beschaffung der Kauf neuer Speicherkarten und hieraus erfolgte mein urlaublicher Alptraum.
Zwar hatte ich zu Hause schon lustig fotografiert, Bilder auf meinen Rechner übertragen und bearbeitet, doch dies mit meinem Heimarbeitsplatz. Die Reise führte ich jedoch mit meinem Netbook durch und dies ist schon etwas betagter und war mit einem älteren Betriebssystem ausgestattet als der besagte Arbeitsplatz zu Hause.
Als ich nun in Osaka in meinem Zimmer saß, meinen Speicherkartenleser anschloss und die Speicherkarte darin versenkte, merkte ich sehr schnell, dass ich auf die Karte nicht zugreifen konnte. Es war nichts zu machen. Eine gewisse Panik stieg in mir auf.
Aus lauter Verzweiflung, schloss ich schließlich die Kamera selber an mein Rechner an, kam hier zwar an die die Daten, jedoch nur an meine im JPG Format aufgenommen Fotos. Dies war zwar eine kleine positive Aussicht, doch meine RAW Bilder (also die Bilder, die wesentlich mehr Informationen enthalten) verlieren zu müssen war nicht sonderlich verlockend.
Das Studium des deutschsprachigen Internets brachte hervor, dass es nur am Kartenleser liegen müsse. Ich hatte so meine Zweifel, denn der meinige war ebenfalls gerade erst beschafft. Dennoch besorge ich einen neuen Leser und dabei machten wir den Verkäufer durchaus etwas verrückt, denn wir bestanden darauf, dass es das absolut neuste Modell sein sollte 🙂
Natürlich brachte diese Beschaffung keine Verbesserung der Situation. Also nochmal ins Internet und auf den englischsprachigen Seiten gesucht. Dort wurde empfohlen ein Update des Betriebssystems durchzuführen.
Also Treiber besorgt und installiert. Tatsächlich brachte es den gewünschten Erfolg und ich konnte wie gewohnt auf meine Daten zugreifen. Welch ein Stein mir vom Herzen fiel, mag man sich wohl kaum vorstellen.
Als Ergebnis dieser kleinen Katastrophe, bedeutet es für mich, in Zukunft wirklich alles vor der Reise einer Prüfung zu unterziehen, um solche Überraschungen in Zukunft zu vermeiden.
Nun könnt Ihr und ich mich auf hoffentlich schöne Fotos von dieser Reise weiterhin freuen.
Die Frage nachdem was “Love Hotels” sind ist nicht so einfach zu beantworten wie es der Name es vermuten lässt. Doch ganz weit weg von der Namensgebung ist es auch nicht.
Auch wenn die Anmietung eines Hotelzimmers durchaus Stundenweise erfolgt, ist es kein Stundenhotel in dem Sinne wie ich es spontan verstehen würde.
Um das System der Love Hotels verstehen zu können, muss man sich die räumlichen Gegebenheiten in Japan vor Augen führen. Alles ist sehr eng, auch die Wohnverhältnisse. Auch ist es üblich, dass Frauen bis zur Heirat bei den Eltern wohnen und so gibt es nicht wirklich Möglichkeiten sich zu Treffen und seine Zweisamkeit zu genießen. So ist es nicht so ungewöhnlich, dass man solch ein Hotel aufsucht, um der häuslichen Enge entfliehen zu können.
Natürlich, wie überall, werden solche Häuser auch für außereheliche Treffen oder dem professionellen Gewerbe verwendet, doch es ist nicht das Hauptansinnen oder Zweck dieser Hotels.
Mein erster Tag in Japan begann spät, denn mein nicht schlafen während des Fluges von Deutschland nach Japan hatte seinen Tribut gezollt. Aber auf diese Weise erwachte ich durchaus munter im neuen Land und dem neuen Tag, zusätzlich erfreut, dass ich Sonne durch mein Hotelzimmer fluten sah. Ich merkte zwar, dass das Wetter durchaus wechselhaft zu sein schien, doch gegen ein paar Sonnenstrahlen für den ersten Tag hatte ich wahrlich nichts einzuwenden.
Das aufgesuchte Hotel hatte kein Frühstück zu bieten, also ging es als bald hinaus und sogleich ins erste Restaurant. Es war fast 12 Uhr Mittag, also wurde das Frühstück ausfallen gelassen und gleich mit dem Mittagessen begonnen. Ich bestellte mir, ok Eri bestellte, denn ich konnte nichts lesen oder gar bestellen, eine Schale Reis auf der allerlei leckere Meeresfrüchte angerichtet waren und eine Miso-Suppe. Es war wirklich lecker und verschaffte mir ein angenehmes Gefühl gesättigt zu sein.
Nachdem wir gestärkt waren, stellte sich die Frage wohin es uns verschlagen sollte. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung eines der acht höchsten Gebäude der Stadt aufzusuchen und von dort, ohne störende Fenster die Aussicht auf die Stadt zu genießen.
Bevor wir uns jedoch in schwindelnde Höhe des Umeda Sky Building wagen konnten, hieß es in den Untergrund der Stadt zu verschwinden und via U-Bahn unser Ziel zu erreichen.
Obwohl es für meinen Geschmack noch recht früh am Tage war, waren die U-Bahnen und die Zuwege schon gut gefüllt mit Menschen und ich hatte schon ein wenig das Gefühl etwas beengt reisen zu dürfen. So war ich wirklich froh, als wir schließlich das Ende der Fahrt erreichten.
Als wir wieder Tageslicht erblickten, wurde ich gleich mit etwas konfrontiert, was ich nur allzu gut kannte – Einem Weihnachtsmarkt :-). Er bestand nur aus ein paar Buden, aber dort gab es alles, was man auf jedem deutschen Markt auch finden würde. Es gab zwar augenscheinlich keinen Glühwein, aber dafür deutsches Bier.
Bevor es schließlich zum Umeda Sky Building ging, musste ich einen Ort aufsuchen, über den man in aller Regel kein Wort verliert. Ich musste auf die Toilette. Doch japanische Toiletten verzücken mich jedes Mal. Nicht nur, dass man zumeist und überall kostenfreie und vor allem saubere Toiletten findet, so kann man auch oft das Glück haben, auf super moderne japanische Toiletten zu stoßen. Diese machen einen Besuch wahrlich angenehm. Die Wohltaten beginnen mit einem beheizten Sitz, über eine angenehme Hinterteilspühlung bis hin zum automatischen Abspülen und Deckel schließen. Wer einmal solch einen Luxus genossen hat, mag kaum mehr darauf verzichten. Ich gebe ehrlich zu, mir geht es auf jeden Fall so.
So erreichten wir schließlich das Hochhaus, zu dessen Füße sich ebenfalls ein Weihnachtsmarkt ausbreitete, der auf jedem Fall einem deutschen Markt in nichts nach stand. Es gab alle möglichen Leckereien und Weihnachtsutensilien. Sogar einen Thüringer Bratwurststand entdeckte ich. Doch waren mir 6 Euro für eine Wurst etwas zu viel und ich versagte mir, trotz reichlichem Speichelfluss, den Einkauf. Stattdessen ging es ins Hochhaus und die Fahrt hinauf in den – so glaube ich zumindest – 41 Stock begann. Teilweise bot der Fahrstuhl freie Sicht auf die umliegende Stadt, die immer kleiner werdend unter unseren Füßen verschwand.
Auf dem Dach angelangt, empfing uns ein wirkliche kaltes Lüftchen, doch die grandiose Aussicht machte es alle Mal wett. Ich wusste nicht in welche Richtung ich meinen Blick als Erstes richten sollte. Zumal überforderte mich dieses Meer an Häusern und Straßen meine Sehgewohnheiten.
Es war erstaunlich zu erkennen, dass selbst große Gebäude von diesem rund 180 Meter hohen Koloss, wie Spielzeuge wirkten, von den Fahrzeugen oder gar Menschen ganz zu schweigen.
Erfreulicherweise riss die Wolkendecke während des Aufenthaltes etwas auf und so wurde es etwas wärmer und die Gebäudefluchten und Straßentäler wurden wesentlich plastischer. Jetzt wirkte alles noch tiefer und weiter als zuvor. Es fiel mir schwer mich von diesem Ausblick loszureißen. Doch der Hunger begann wieder zu bohren, es war schließlich auch schon Zeit zum Abendessen geworden.
Wir entschieden uns gegen den Besuch eines Restaurants, stattdessen besuchten wir einen “Convenience Shop” (Nachbarschaftsgeschäft) und erstanden dort ein paar Onigiri (Reisball) und andere Leckereien, auf die ich mich wirklich gefreut habe. Mit den Lebensmitteln hockten wir uns in eine Sitzecke und wir ließen es uns wirklich schmecken. Es war einfach, aber so lecker, dass ich mich jeder Zeit davon ernähren könnte.
Mittlerweile war es dunkel geworden und so genossen wir noch die nächtliche weihnachtliche Beleuchtung in der Stadt. Ich musste feststellen, dass mich das japanische Engagement für dieses Event, die deutschen Aktivitäten wirklich nicht vermissen ließ.
Ich war einigermaßen erschrocken, als ich erfuhr, dass genau dann ein Orkan über Nord-Deutschland einbrechen sollte, als meine Reise nach Japan beginnen sollte.
Je mehr ich von den Ausmaßen des Orkans (Orkan Xaver)hörte, um so mehr Sorgen machte ich mir. Es half auch nicht, beim Reisebüro anzurufen oder die Abflüge vom Berliner Flughafen zu beobachten. Im Grunde lief es darauf hinaus zum Flughafen zu fahren und abzuwarten was passieren würde. Ich fragte mich, warum mich solches Ungemach bei all meinen Reisen nach Japan verfolgte, denn erst war es ein Vulkanausbruch in Island, dann der Atomunfall in Japan und jetzt der Orkan. Ich überlegte, was diese Regelmäßigkeit an außergewöhnlichen Ereignissen zum Reisebeginn bedeuten soll. Ich entschied mich, dass es keine Bedeutung haben sollte, doch es blieb dabei dass es den Reisebeginn etwas unangenehm würzte.
Irgendwann machte ich mich schließlich auf zum Flughafen und das Wetter zeigte sich noch von seiner nicht so unangenehmen Seite. Nachdem ich mich jedoch am Flughafen eingecheckt und es mir gemütlich gemacht hatte, brach es draußen los. Es gab heftige Sturmböen und es schien auch zu Schneien begonnen zu haben
Als mir während des Wartens ein Weihnachtsmann und sein Engel begegneten, nahm ich dass als ein positives Zeichen und irgendwie sollte ich Recht behalten.
Bis mein Flug schließlich Berlin verlassen konnte, verging einiges an Zeit und mit etwa 50 minütiger Verspätung hob der Flieger vom Flughafen ab. Rechnete ich von jetzt an die Flugzeit hinzu und betrachtete den Zeitpunkt meines Einsteige-Zeitpunkt ich den Flieger nach Japan, stellte ich fest, dass sie gleich waren. Dies beruhigte mich wirklich. Auch das Schütteln des Fliegers ließ meine Zuversicht für einen reibungslosen Umstieg nicht wachsen.
Beeindruckt war ich jedoch von den Flugbegleitern, die trotz des sehr wilden ritt durch die Lüfte Essen und Getränke austeilten.
Istanbul erreichten wir etwas früher, als ich errechnet hatte. Doch auch so hatte ich nur 20 Minuten für meinen Umstieg. So nahm ich meine Beine in die Hand und stürmte los.
Das erste Mal wurde ich aufgehalten, als ich in die Nähe einer Personenkontrolle kam. Hier sollten die Passagiere die Flugkarten für den Weiterflug vorzeigen. Die Gruppe vor mir, verstanden nicht was man von ihnen wollte und so brach eine kleine Diskussion aus und ich wurde zunehmend Unruhiger. Als das Palaver kein Ende nahm. Ich rief schließlich, dass ich nur noch 10 Min. bis zum Boarding hätte und durfte überholen.
Relativ schnell brachte ich die Personenkontrolle hinter mich, nahm mir dann aber keine Zeit wieder meinen Gürtel in die Hose zu fädeln oder die Schuhe zu schnüren. Es ging nur darum so schnell wie möglich mein Gate zu erreichen.
Natürlich verlief ich mich kurz, da ich eine Abzweigung verpasste, doch das hielt mich nur kurz auf und ich mochte es kaum glauben, genau zum Boarding erreichte ich mein Gate.
So Glücklich ich war pünktlich angekommen zu sein, um so erschrockener war ich, als ich die Schlange beim Gate sah. Es waren etwa 150-180 japanische Schüler. Jetzt verstand ich auf einen Schlag, warum die Maschine so brechend voll erschien, als ich meinen Online Checkin (Platzreservierung) vornahm. Als Ergebnis dieser Massen stellte sich der Flieger wirklich bis auf den letzten Platz ausgebucht heraus, was für mich und meinen Sitzplatznachbarn wirklich nicht so angenehm war.
Irgendwie schaffte ich es mir es trotzdem dem Flug zu überstehen. Fotos vom Essen konnte ich aber nicht machen, denn die Nahrungsaufnahme war eine Herausforderung. denn wenn ich das Tablett herunterklappte, auf dem ich mein Essen abzustellen hatte, schaffte es dieses Tablett nie in die Waagrechte, sondern wurde es in einem 45 Grad Winkel auf meinem Bauch gehalten. Das Abstellen des Essens war wirklich nicht so spaßig. Doch kannte ich diesen Zustand und ich hatte ich schon meine Techniken entwickelt, trotzdem Essen zu können.
Irgendwie war ich froh, als die rund 12 Std. Flug vorüber waren. Hier erwies es sich als gut, dass so viele Japaner im Flieger waren, denn so war die Schlage am Einreiseschalter für Ausländer extrem kurz und ich brachte diesen Punkt erstaunlich schnell hinter mich.
Auf mein Gepäck musste ich lang warten. Ich wollte dieses Mal versuchen einer Gepäckkontrolle zu entgehen und stellte mich an jene Schlange, die nichts zum Verzollen hatte, doch da hatte ich die Rechnung ohne den japanischen Zoll gemacht. Höflich aber bestimmt wurde ich gebeten mein Gepäck zu öffnen und die Innereien meines Koffers zu offenbaren. Schnell sah der Zollbeamte aber ein, dass es die Mühe nicht wert war.
Damit war Japansicher Boden erreicht. Ich wurde von Eri in Empfang genommen und dann begannen wir unsere Fahrt nach Osaka, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen wollten.
Nach nun rund 2 Jahren geht es wieder auf Reisen und wie die Überschrift schon zeigt, wird mein Ziel erneut Japan sein.
Im Gegensatz zu meinen vorherigen Aufenthalten wird dieses Mal einiges an Reiseaktivitäten auf dem Programm stehen. Neben Tokyo wird die Insellandschaft der Ostküste erkundet, es geht aber auch in die japanischen Alpen. Also Abwechslung ist angesagt.
Zudem ist es das erste Mal für mich dass ich vielleicht den Herbst aber auf jeden Fall den japanischen Winter erleben werde. Ich hoffe, dass es mir nicht all zu kalt werden wird.
Auch entrinne ich dem Trubel des Silvester. Stattdessen werde ich den ruhigen und besinnlichen Beginn des neuen Jahresbeginns erleben dürfen.
Auch wenn die ersten 3 Wochen der Reise schon bis ins kleinste Detail geplant und gebucht sind, so ungeplant sind die Reisevorstellungen und –Vorbereitungen für die zweite Hälfte der Reise. Also es gibt alle mal viel zu erwarten und ich hoffe, dass meine Fotos und Berichte Euch in das Abenteuer Japan fesselnd einbeziehen.
Noch ein bisschen Geduld, doch in Kürze gibt es wieder Futter zum Lesen und hoffentlich genießen.
Heute war es so weit. Unser Ausflug nach Kopenhagen fand sein Ende, da unser Flieger jedoch erst am Abend die Stadt verlassen sollte, stand uns noch ein ganzer Urlaubstag zur freien Verfügung.
Für diesen Tag hatten wir trotz der vielen Zeit nur 2 Wünsche auf unserer Liste. Wir wollten den Freizeit- und Erholungspark Tivoli besuchen und etwas typisch dänisches essen.
Bevor wir uns all diesen Vergnügungen hingeben konnten, war noch der Prozess der Bezahlung für die Hotelübernachtungen durchzuführen. Für die Zimmer und das Essen zahlten wir gerne, denn prinzipiell gab es nicht viel was es auszusetzen gab. Schade war es nur, dass wir bei der Bezahlung mit der, am unhöflichsten Beschäftigten des Hotels, zu tun hatten und sie ihre schlechte Arbeitsweise – Abwickelung der Bezahlung – auf mich abwälzte und mir dadurch unnötige Kosten entstanden. Zudem gab es kein freundliches Wort oder uns in Zukunft erneut in diesem Hause begrüßen zu dürfen. Sie drehte sich einfach um und zeigte uns ihren Rücken.
So verließen wir doch etwas enttäuscht dieses Haus und kletterten in den nächsten Bus, der leider etwas voll war und so die Fahrt zum Bahnhof anstrengend machte, insbesondere mit unserem ganzen Gepäck.
Im Bahnhof lagerten wir das Gepäck ein und gingen direkt zum gegen über gelegenen Tivoli Park. Dort angekommen stellten wir allerdings fest, dass der Park erst um 11:00 Uhr öffnete und wir somit etwas zu früh dran waren. Zudem sollte unsere Kopenhagen-Card etwa um diese Uhrzeit ihre Gültigkeit verlieren.
Die Wartezeit verbrachten wir im Hard Rock Cafe, welches sich direkt neben dem Eingang zum Park befand. Dazu hockten wir uns auf die Veranda und staunten nur, welche Massen an Schulklassen auf den Park zu marschierten. Es waren so viele, dass sich der Eindruck entwickelte, dass der Park von der ersten Minute an überfüllt sei oder wir ewig anstehen müssten, um auf das Gelände zu kommen. Doch nichts von beidem trat ein.
So verschwanden wir kurz nach 11 Uhr im Park, sogar noch unter Einbeziehung unserer Kopenhagen-Card, was uns einen kostenfreien Zutritt verschaffte. Wir genossen den Besuch von der ersten Minute, jedoch verstanden wir unter Genießen nicht sich den div. Fahrgeschäften zu überlassen, sondern eher das bunte Treiben, das herrliche Grün und die vielfältigen Angebote zu ergründen und zu beobachten.
Wir stürmten wahrlich nicht im Schnellzug Tempo durch den Park, wie es die vielen Jugendlichen taten, sondern wir liefen nach und nach den gesamten Park ab, blieben stehen, legten Pausen ein und genossen es wirklich uns durch den Park treiben zu lassen. So staunten wir auch nicht schlecht, als sich schließlich unsere Zeit dem Ende näherte.
Doch bevor wir gingen, wollten wir uns noch ein typisches dänisches Essen gönnen und dafür hatte mein Reiseführer ein Restaurant im Park empfohlen. Also warum sollte unsere Reise nicht hier im Park seinen kulinarischen Abschluss finden.
Am liebsten würde ich hier nicht auf nser Essen eingehen wollen, denn der erneute Genuss der Landes typischen Spezialität wird für uns keine Wiederholung finden.
Was hatten wir nun gegessen. Als Empfehlung gab es Smørrebrød und etwas, dessen Namen ich nicht verstanden hatte. Auch beim Studium der Speisekarte durchdrang ich nicht ganz, was dieses zweite Angebot sein soll Ich meinte, es sei etwas mit Fisch und da es, laut Bedienung, wohl sehr beliebt sein sollte, bestellten wir es.
Als schließlich eine Schalte gefüllt mit einer grauen Masse und viel Petersilie oben drauf auf unseren Tisch gestellt wurde, kamen erste Zweifel auf, ob diese Wahl die Beste gewesen sei. Auch der erste Geschmackstest überzeugte nicht, auch wenn ich nicht sagen will, dass es schlecht war.
Nachdem wir etwa die Hälfte gegessen hatten, gaben wir auf und ich machte mich erneut über die Speisekarte her und identifizierte nun jenes Wort welches verriet was wir bestellt hatten. Es war Labskaus (leider sieht das Labskaus auf den Bildern von Wikipedia wesentlich schmackhafter aus, als unsere Variante). Dass das Mahl auch noch einen horrenden Preis kostete, machte es nicht wirklich besser.
So verließen wir schließlich den Park ein ganz klein wenig geknickt und machten uns auf zum Bahnhof und Flughafen. Für die Fahrt zum Flughafen mussten wir noch einen Fahrschein erwerben, was grundsätzlich kein Problem war, doch erwischte ich die Angestellte mit der übelsten Laune. Als ich sie fragte, wann denn der nächste Zug fahren würde meinte sie nur, dass ich gefälligst die Anzeige lesen soll. Hoppla, da blieb mir doch die Luft weg.
So schnappten wir uns nur noch unser Gepäck und suchten unseren Zug. Glücklicherweise fanden wir ihn schnell und sogar ein einigermaßen leeres Abteil. Warum es leer war, klärte sich bald, denn die Klimaanlage war defekt und es war wirklich brütend heiß in diesem Abteil. Alle anderen Bereiche des Zuges waren zum Bersten gefüllt und so mussten wir die kostenfreie Sauna Nutzung in Anspruch nehmen. Ich war nur froh, dass die Fahrt nur rund 15 Min. dauerte.
Am Flughafen angelangt, hieß es unser Terminal zu finden und den Check-in durchzuführen. Diesen mussten wir bei Norwegian am Automaten durchführen. Für mich war es das erste Mal und es dauerte etwas den ein oder anderen Punkt zu verstehen, doch letztlich war klar was zu tun war und wir bewältigten diese Aufgabe. Trotzdem bevorzuge ich weiterhin einen Check-in mit Menschen.
Nun waren wir zwar eingecheckt, doch wohin sollten wir mit unserem Gepäck. Witziger Weise mussten wir dann doch wieder einen Schalter von Norwegian anlaufen, um dort das Reisegut aufzugeben.
Dass man bzgl. Übergepäck bei dieser Gesellschaft und dem Selbst-Check-in keinen Spaß verstand, bekamen wir bei einem anderen Reisenden mit. Er hatte 3 Kg Übergepäck und obwohl er laut schimpfte, drohte und wie wild mit den Armen fuchtelte, blieb man hart und meinte nur, dass dies die Regeln der Gesellschaft seien und die würden nur durchgesetzt. Wie dieser Disput letztlich ausging weiß ich nicht. Ich war nur froh, dass wir uns deutlich unter der kritischen Marke des Gepäckgewichtes befanden.
Nun hockten wir uns noch etwas in den öffentlichen Bereich des Flughafens und warteten, bis wir die Sicherheitskontrolle angehen wollten. Dies schien auch überhaupt kein Problem zu sein, denn eine nette Anzeige signalisierte immer wie lange die Sicherheitsüberprüfung incl. Schlange stehen dauern sollte.
Als wir uns auf machten wurden 8 Min. angekündigt. Wenn es diese 8 Minuten dann auch mal gewesen wären, es wurden 40 Min. und somit wurde es etwas eng Zeitgerecht zum eigentlichen Flug-Gate zu kommen. Ok, wir schafften es und brauchten nun nicht einmal lange warten bis wir den Flieger besteigen konnten.
Ich war ja etwas skeptisch was bei einem Billigflieger das Platzangebot angeht, doch muss ich sagen, dass ich durchaus zufrieden war. Dass für mich es nie genügend Platz ist, ist ein anderes Problem .
Bzgl. Gepäck zeigte sich das System des selbst Eincheckens als durchaus trickreich, denn so mancher Passagier schleppte eindeutig deutlich mehr Gepäck als Handgepäck in den Flieger als zugelassen und verstopfte die Ablagen. Die Flugbegleiter meinten jedes Mal nur, das ist doch viel zu viel, und das nächste Mal solle man doch die Richtlinien einhalten. Ach wie putzig diese Welt doch ist.
Der Flug verlief ohne Probleme.
Wir landeten in Berlin Schönefeld auf dem alten Flughafen, denn der neue, ja das war in diesem Jahr noch nichts. Und so durften wir auch noch den langen Marsch zur S-Bahn unternehmen. Erfreulicher Weise stand diese schon bereit und mit nur 1x Umsteigen erreichten wir unsere zu Hause.
Heute sollte es in Kopenhagen einen Marathon Lauf geben. Dies bedeutete, dass es umfangreiche Sperrungen in der Stadt geben würde und sicherlich sehr viele Menschen in den Straßen unterwegs wären. Aus diesem Grunde, hatten wir uns entschieden, einen Tagesausflug nach Malmö in Schweden zu unternehmen, was, dank der schicken Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden, gerade mal eine Fahrzeit von ca. 45 Min. mit der Bahn bedeutete.
An einem der letzten Tage hatten wir die Touristeninformation aufgesucht und versucht herauszufinden, in wie weit ein Aufenthalt in Kopenhagen unsere Bewegungs- und Transportfreiheit einschränken würde. Man meinte, wenn man auf ein Auto verzichte, eigentlich überhaupt nicht. Dass das nicht so ganz stimmte, merkten wir gleich zu Beginn unserer Reise.
Wir wunderten gleich zu Beginn, warum die Straße vor unserem Hotel so leer war, da jedoch einige Leute, die in der Nähe liegenden Bushaltestelle belagerten, gesellten wir uns zu ihnen. Doch wie ich bald feststellte, kam kein Bus. So wandte ich mich an einen der anderen Wartenden und erkundigte mich über den Busverehr. Als ich in die Unterhaltung einfließen ließ, dass heute ja Marathon war, verzogen sie die Gesichter, man schauten verwirrt. Nun nahmen auch die Einheimischen an, dass diese Straße wohl gesperrt war. So brachen schließlich alle Wartenden von der Bushaltestelle zu Fuß in Richtung Innenstadt auf.
Auf diesem Weg stellte sich schnell heraus, dass die Straße tatsächlich gesperrt war und schon jetzt, relativ früh am Morgen, die ersten Zuschauer auf die Läufer warteten.
Ich musste nun zu Grübeln beginnen, wie wir am Besten zum Bahnhof kämen, da ich damit nicht wirklich zu einem schönen Ergebnis kam, erkundigte ich mich bei einem der Streckenposten und obwohl dieser meinte, er sei nicht aus der Stadt, konnte er mir einen guten Hinweis geben. Wir sollten einfach von der nächsten Station, die nur einen Steinwurf entfernt lag, mit dem Zug fahren. Dieser Vorschlang war gut und so setzten wir ihn gleich in die Tat um. Am Bahnhof angelangt brauchten wir auch nicht lange auf eine Bahn warten.
Als dieser einlief, wunderten wir uns über die etwas fremd wirkende Form, die doch stark an einen japanischen Reisball (Onigiri) erinnerte. So hatte dieser Zug für uns gleich seinen Spitznamen weg, nämlich “Onigiri-Zug”.
Nach nur wenigen Haltestellen war der Hauptbahnhof erreicht. In der Schalterhalle reihten wir uns in die Schar der Menschen ein, die einen Fahrschein erwerben wollten, denn die Nutzung der Fahrscheinautomaten erschloss sich zumindest mir nicht wirklich.
Erstaunlich schnell hatten wir unser Ticket und da noch etwas Zeit übrig war, erforschten wir, ob und wie wir hier an unserem Abreisetag unser Gepäck einlagern könnten. Die Gepäckaufbewahrung war schnell gefunden und neben Schließfächern gab es auch noch einen Gepäckraum, der von Personal bedient worden. Das fand ich wirklich praktisch und zudem erinnerte es mich an meine erste Reise via InterRail Ticket nach Norwegen, auf der ich in Kopenhagen einen Zwischenaufenthalt hatte und mein Gepäck genau hier hinterlegt hatte.
Von der Gepäckaufbewahrung ging es zum Bahnsteig, wo unser Zug, ebenfalls ein “Onigiri-Zug”, schon bereit stand.
Womit wir nicht gerechnet hatten war, dass der Zug ordentlich mit Fahrgästen gefüllt war und wir wahrlich froh sein konnten noch einen Sitzplatz zu ergattern. Nach dem wir glücklicher Weise einen gefunden hatten, brauchten wir nur noch die Fahrt hinüber nach Schweden genießen.
Natürlich war das Wetter an diesem Tage auch in Kopenhagen grandios gewesen, doch so richtig realisieren, was für ein herrlicher Sonnentag es geworden war, merkten wir erst, als wir in Malmö aus dem Bahnhof schritten.
Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Die Straßen waren um diese Uhrzeit noch herrlich leer und so startete unserer Spaziergang mehr als entspannt.
Ich war bei unserem Rundgang doch überrascht, wie viele schöne Gebäude es hier gab und wie gemütlich alles wirkte. Dieser Ausflug ließ sich wirklich genießen.
Die erste Unterbrechung unsere Spazierganges bildete der Besuch des “Form Design Center”. Dies nicht nur, weil der Zugang kostenfrei war, nein, wir wollten sehen auf was man hier in Schweden stolz ist.
Ich gebe zu, dass ich auch froh war aus der Hitze des frühen Tages zu entrinnen und die kühle der Museumsräume zu genießen.
Im Rahmen unseres Rundganges wurde schwedisches Design über verschiedene Schwerpunkte hinweg vorgestellt. Es war interessant und ich staunte über so manches Exponat, welches ich aus dem normalen Lebensalltag kannte.
Vom Museum ging es direkt zum nächsten Museum, dem “Malmö Museum” welches in einer Burganlage dem Malmöhus untergebracht war. Dabei interessierte uns weniger das Museum, als die Burganlage selber.
Über die kleinen Gassen, durch die wir zum Malmöhus liefen, gab es so viel an hübschen Häusern zu sehen, dass wir nicht wirklich schnell vorwärts kamen. Doch schließlich sahen wir die Burganlage mit ihrem Wassergraben und ich gebe zu, jetzt, wo dieses Bauwerk so Sonnendurchflutet vor uns lag, war es ein eindrucksvoller Anblick.
Um die Burg von innen zu betrachten, kamen wir nicht umhin eine Eintrittskarte für das Museum zu erwerben. Da wir nun schon mal bezahlt hatten, gönnten wir uns einen kurzen Streifzug durch die Ausstellung.
Bei ihr wurden, Bilder, Büsten, Einrichtung uvm. auf ansehnliche Art präsentiert. Besonders gefiel mir, dass man Epochen typisch Räume eingerichtet hatte und wir uns so gut vorstellen konnten wie man zu jener Zeit gelebt hatte.
Der weitere Weg durch die Burganlage mit seinen Ausstellungen war nicht weniger spannend. Wir wurden wie an einer Schnur geführt durch das Schloss gelotst und bekamen so auf diese Weise an den unterschiedlichsten Präsentationen und Ausstellungen vorüber. Dadurch war dieser lange Marsch durch die alten Mauern zu keinem Zeitpunkt langweilig. Den für uns spannenden Endpunkt, bildete die Ankunft in einem Burganbau, in welchem die Wehranlagen z.B. Kanonen untergebracht waren. Hier hatte man wirklich das Gefühl, sich in einer Burg und nicht einem Museum zu befinden.
Diesem Besuch ließen wir eine ausgiebige Mittagspause im Schatten folgen, denn es war zwischenzeitlich mehr als warm geworden und nach den vielen geistigen Eindrücken und dem langen Spaziergang durch die Burg, war solch eine Rast mehr als notwendig. Zudem waren wir wirklich hungrig.
Gestärkt und erholt ging es wieder zurück in die Innenstadt, wo wir die restlich verbleibende Zeit verbringen wollten. Dort taten wir es schließlich den Einheimischen gleich und zogen uns in eine der Gaststätten zurück. Dieser Beuch lehrte mich, andere Länder, andere Sitten.
Wir zogen es vor uns ins Lokal zu setzen und nicht draußen in der Sonne geschmort zu werden. Da wir die Ausnahme bildeten, gab es im Restaurant eine große Auswahl an Sitzmöglichkeiten und wir konnten wirklich aus dem Vollen schöpfen.
Nachdem wir uns hingesetzt hatten, kam sogleich die Bedienung und gab uns die Karte. Wir studierten diese und wunderten uns, dass wir keinerlei Getränke darin fanden. Ich rief die Bedienung und erkundigte mich, was denn mit den Getränken sei. Daraufhin erklärte mir die Angestellte in einem Ton, der mir zu verstehen gab, dass man das ja nun wissen müsse, dass nur für Speisen am Tisch ein Service erfolgt. Wolle man Getränke haben, egal ob warm oder kalt, müsse man sich zu Bar zu bemühen, um dort zu bestellen, zu bezahlen und auch den anschließenden Transport zum Tisch übernehmen.
Dass dies nun mal hier so war, war hinzunehmen und stellte, nachdem die Information angekommen und verarbeitet war kein Problem dar.
Also ging es zur Bar und ich bestellte die gewünschten Getränke. Da dies alles etwas dauerte, kam ich noch zu einem netten Plausch mit einem der anderen Wartenden, wodurch dieser Ausflug einen netten Nebeneffekt hatte.
Diesem Restaurantbesuch ließen wir nochmals einen längeren Spaziergang durch die Innenstadt folgen, in dessen Verlauf wir uns einem Straßenkünstler anvertrauten, um ein Portrait von uns zu erhalten. Dieses Experiment wurde zumindest eine interessante Erfahrung denn seine Art des Malens, würde ich als ungewöhnlich bezeichnen wollen. Er malte uns mit einem dicken Filzstift und das entstandene Ergebnis erinnerte mit Phantasie tatsächlich an uns. Spaß hatten wir, wenngleich dieses Bild eher in eine Gift-Schublade gehört. Deshalb hier Entschuldigung, dass dieses Portrait unter Verschluss gekommen ist.
Mit dieser Künstlerischen Erfahrung führte unser Weg zurück zum Bahnhof und die Rückfahrt nach Kopenhagen, wo wir direkt den Bus zum Hotel bestiegen und einen wirklich gelungenen Tag hinter uns ließen.
Für den heutigen Tag hatten wir den Besuch der alternativen Wohnsiedlung Christiania auf dem Programm. Aufmerksam wurde ich das erste Mal auf dieses Gebiet vor vielen Jahren, als ich einen Spielfilm über die Entstehung gesehen hatte. Mit dem Besuch Kopenhagens wollte ich mir nun einmal dieses Gebiet in Wirklichkeit ansehen.
Für den Transport nach Christiania, hatte ich als erste Wahl des Transportes die Metro ausgemacht, denn ich hatte über den Stadtplan herausgefunden, dass es in sehr angenehmer Entfernung eine Metro Station gab und es nur wenige Stationen zu fahren waren. Dank der Kopenhagen-Card brauchen wir uns auch keine Sorge bzgl. der Bezahlung machen und so stand diesem Ausflug nichts mehr im Wege.
Als die Metro Station erreicht war, wollte ich mir kurz einmal einen der Fahrkartenautomaten ansehen, um herauszufinden, ob ich ihn bedienen könne. Schließlich mussten wir irgendwann Fahrkarten erwerben, um zum Flughafen zu fahren.
Als ich vor dem Automaten stand, fiel mir als erstes auf, dass es einen Aufkleber gab, auf dem Touristen darauf aufmerksam gemacht wurden, sich im Internet zu informieren, wie der Automat zu bedienen sei. Dass dies grundsätzlich tatsächlich notwendig war, bestätigte sich bei der Bedienung, denn die Nutzung erfolgte nur auf Dänisch – zumindest an dem Automaten, den ich mir ausgesucht hatte. Trotzdem schaffte ich es, mich durch die Menüs zu arbeiten und die korrekte Fahrkarte auszuwählen.
Den letztlichen Kauf der Karte ignorierend, denn heute brauchten wir ja keine, ging es mit der Rolltreppe tief, ja wirklich tief hinunter unter die Stadt, wo wir nach nur wenigen Minuten die Metro besteigen konnten. Jetzt um diese relativ frühe Uhrzeit und auf Grund der Tatsache, dass heute Samstag war, war der Zug relativ leer und wir konnten unsere kurze Fahrt genießen.
Am Ziel angelangt, ging es wieder via Rolltreppe hinauf in Richtung Tageslicht. Was mich etwas wunderte war, dass zwar die meisten Höhenmeter via Rolltreppe überwunden werden konnten, doch für die letzten Meter, allem Anschein nach, immer nur ein Treppenaufgang zur Verfügung stand. Warum dies so war, erschloss sich mir nicht.
Endlich wieder an der Oberfläche stellte sich mir mein übliches Problem, meine Orientierung zu finden. So fragte ich mal wieder einen Passanten und obwohl dieser nur Dänisch sprach, gab er mir Auskunftsfreudig Hilfe. Die sprachlichen Barrieren waren dabei kein Problem. Dank Händen und Füßen war klar wohin wir zu Laufen hatten.
Auf unserem Weg nach Christiania kamen wir an einer Kirche vorüber (Erlöserkirche / Vor Frelsers Kirke), deren Turm ich schon an den Vortagen von der Innenstadt aus bewunderte. Seine Spitze umzog eine deutlich sichtbarer Anbau, der auf mich wie eine Wendeltreppe wirkte und mit seinen goldenen Verzierungen herrlich im Sonnenlicht funkelte. So stand es für mich schnell fest, dass wir diesen Kirchturm besteigen sollten.
Oh, man, hätte ich jedoch geahnt was auf mich hier zukam, hätte ich diesen Ausflug sicherlich nicht unternommen.
Der Zutritt, dank Kopenhagen-Card, war erfreulicher Weise kostenfrei und so konnte sogleich der Aufstieg beginnen. Dieser war von der ersten Minute einfach nur steil und schien überhaupt kein Ende zu nehmen. Anfangs war die Treppe noch breit genug, um hinauf und hinter laufenden Personen Platz zu bieten, doch das änderte sich bald. Diesem Umstand war es dann auch beim weiteren Aufstieg zu verdanken, dass es zu regelmäßigen “Zusammenstößen” zwischen den herabsteigenden und aufsteigenden Leuten kam. Was bei den beengten Verhältnissen je hörer man kam wirklich ein Problem war.
Leider erwiesen sich die meisten der Leute auch nicht als besonders vorausschauend, sondern eher wie eine Horde Vieh liefen. Sie versuchten sich, obwohl es eigentlich kaum möglich war, sich stets irgendwie vorbei zu quetschen. So entstanden richtig gehend Staus.
Je höher wir kamen, um so mehr liefen Bäche an Schweiß an mir herunter und ich musste immer längere Pausen einlegen. Doch wer nun glauben mag, dies sei meine größte Herausforderung gewesen sei, der sieht sich getäuscht.
Kurz vor dem Ende des Aufstiegs, bei dem es keinerlei Möglichkeiten mehr gab auszuweichen, meinte ein Mädel den Aufstieg endgültig zu verstopfen. Obwohl sie nur 2 Stufen hätte rückwärts klettern brauchten, um den Weg frei zu machen, verharrte sie und meinte, wir, die heraufkommenden (etwa 6 Leute), sollen ihr Platz machen. Wir hätten dazu etwa 40 Stufen nach unten klettern müssen.
Erst durch massives Einreden kapierte sie, dass sie die 2 Stufen rückwärts klettern musste, damit alle den Engpass überwinden konnte. So geschah es und alles schien in Ordnung.
Doch was nun passierte war nur zu komisch. Denn der Ausgang wurde nicht nur deutlich schmaler, sondern auch niedriger. Dies hatte zur Folge, dass ich wie ein Korken in der Flasche fest hing und nicht mehr vor, noch zurück kam. Erst durch intensives Einziehen meines Bauches und ordentlich pressen, schaffte ich es diese Engstelle zu überwinden.
Hui, was war ich froh oben zu sein und die Aussicht genießen zu können.
Doch obwohl ich glaubte das Maximum an Höhe erreicht zu haben, ging es tatsächlich noch weiter in Richtung Himmel, nämlich über eine Wendeltreppe, welche außen am Turm entlang führte.
Aus der Erfahrung mit den doch sehr stupide aufsteigenden Menschenmengen und der Beengtheit, verzichtete ich ohne Wehmut auf das weiter klettern, genoss die erklommene Aussicht und begab ich schließlich wieder an den Abstieg.
Die fürchterliche Anfangsengstelle, überwand ich ohne Probleme, da ich meinen Rucksack ausgezogen hatte, und gesondert transportierte. Auch der weitere Abstieg war kaum ein Problem, da ich es lenken konnte, wann ich ohne Probleme den Abstieg, ohne mit jemandem Zusammenzustoßen, fortsetzen wollte. Ganz reibungslos ging es zwar nicht, doch im Vergleich zum Aufstieg war es wirklich ein Klacks.
Bis nach Christiania war es von der “Vor Frelsers Kirke” nur ein Katzensprung. Doch war für die Kirchturmbesteigung einiges an Zeit vergangen, so dass nun dein Flut an Menschen auf die Freistadt Christania zu rollte.
Mich beschlich das Gefühl, dass es wohl nicht so ganz einfach werden würde bei diesen Massen den Geist, der dieser Freistadt sein Leben einhauchte, zu erhaschen. So war es dann auch. Dies lag jedoch nur teilweise an den anderen Touristen, doch wohl mehr an der Tatsache, dass man nur von “außen” auf das Gebiet schaute und nicht in die Tiefe eintauchen konnte. Doch so war es nun mal und ich begnügte mich mit dem Wissen wessen Geist das Gebiet beseelte und der Tatsache dass dies ein besonderer Ort ist.
Fotografieren war in Christiania prinzipiell verboten, zumindest in einer Art Zentrum, in dem wohl eifrig dem Handel diverser Güter nachgegangen wurde. Das Verbot wurde mit riesigen Verbots Graffitis kund getan, doch so manch ein Tourist versuchte es dennoch zu ignorieren. Doch glücklich wurde diese Person damit nicht, denn über das Verbot wurde mit geschultem Auge gewacht und es wurde durchaus martialisch (nachdrückliches Brüllen) dem Wunsche, die Kamera verschwinden zu lassen Nachdruck verliehen.
Diesen zentralen Platz durchstreiften wir nur kurz, liefen dann jedoch lieber durch die anderen Bereiche der Stadt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass alles in allem wirklich sehr nett aussah. Irgendwie wie eine große Gartenkolonie mit festen Gebäuden. Den Freigeist, der das Gebiet auszeichnen soll, meinte ich auch so zu erhaschen. Aber wie gesagt, sich weiter darauf einlassen, um das Gefühl Christiania zu erfassen, dies gelang mir nicht.
Nach unserem Aufenthalt stellte sich ganz langsam ein gewisses Hungergefühl ein und ich hatte die Idee, dass wir uns eines der dänischen Besonderheiten gönnen sollten, nämlich Smørrebrød. Dieses Art “Sandwich” mit seinen üppigen Belägen, sollten uns einen kleinen Einstieg in die dänische Küche geben. Dazu hatte ich mir über die Touristeninformationen Webseite eine besondere Empfehlung heraus gesucht und dieses Restaurant steuerten wir nun an.
Anfangs meinte ich auch noch, es solle kein Problem sein das Lokal zu finden und obwohl ich die Straße rasch fand, scheiterten wir schließlich bei der Auffindung des Lokals. Da wir weder die entsprechende Hausnummer, noch jenen Punkt der bei Google Mops eingezeichnet war, in Einklang mit dem Restaurant bringen konnten. So mussten wir schließlich hungrig aufgeben.
So hüpften wir in eine der vorüber kommenden Busse und ließen uns wieder tiefer in die Innenstadt kutschieren und verbrachten unsere Mittagspause samt Speisung in einem nicht so sehr überzeugenden Lokal. Es war wohl eines jener Lokale, die ihre Daseinsberechtigung einer großen Anzahl von ahnungslosen Touristen verdankt, als einer herausragenden Service- und Qualitätsleistung.
Nach dem die Mägen gefüllt waren, streiften wir durch die Fußgängerzone, genossen die Geschäfte und die hübschen Gebäude. Noch mehr Musen oder andere Sehenswürdigkeiten aufzusuchen war am heutigen Tage kaum mehr möglich, denn zumeist schlossen all diese um etwa 16 Uhr und diesen Zeitpunkt hatten wir schon fast erreicht.
Auf dem Weg zurück zum Hotel, kamen wir an einem Platz vorüber auf dem 2 Flachdach Hallen aufgestellt waren. Wir waren schon an den Tagen zuvor an ihnen vorüber und schon da konnte ich nicht wirklich ergründen, was es mit ihnen auf sich hat. Doch heute gab es einen Wochenmarkt bei den Hallen. Diesen besuchten wir sogleich uns stolperten mehr zufällig in eine der Hallen, und welch wunder in ihnen gab es noch mehr an Marktständen, die mit allerlei sehr gut aussehenden und lecker riechenden Köstlichkeiten aufwarteten.
Oh, es war wie im Himmel. Ok, die Preise ignorierten wir und dennoch erstanden wir ein herrliches Körbchen mit Erdbeeren, die nicht nur lecker aussahen, sondern auch noch wunderbar schmeckten. So ausgestattet ging es wieder zurück in Richtung Hotel und ein schöner Tag fand langsam sein Ende.
Das Wetter war uns an diesem Tag erneut wirklich hold und so stand einem erneuten Ausflug in die Innenstadt Kopenhagens nichts mehr im Wege. Zudem konnte unser Ausflug in die Stadt entspannter ablaufen als am Vortag, denn wir brauchten nicht die ganzen Strecken zu laufen, sondern konnten uns dem öffentlichen Nahverkehr überlassen. Möglich machte dies die – gegen ein stattliches Sümmchen – erworbene Kopenhagen-Card.
Ich gebe zu, dass er Erwerb der Karte einiges an Überwindung gekostet hatte. Doch im Anbetracht der Möglichkeit ohne nachzudenken alle öffentlichen Transportmittel nutzen zu können und bei einer wirklich großen Zahl an Museen usw. zum Teil kostenfrei oder vergünstigt Zutritt zu erlangen, stellte sich der Kauf fast als eine Notwendigkeit heraus. Selbst im Nachhinein muss ich sagen, dass die Kopenhagen-Card das Erleben der Stadt vereinfacht hatte.
Sich mit Bussen durch eine Stadt chauffieren zu lassen, stellt sich mir immer als kleiner Horror dar, da ich nie weiss wo fahren die Busse entlang, wo muss ich aussteigen, einsteigen oder gar umsteigen. Doch dieses ungute Gefühl stellte sich hier in Kopenhagen kaum ein. Denn der kleine schicke und vor allem kostenlose Stadtplan gab in angemessener Weise zum Busverkehr, aber auch S-Bahn und Metro übersichtlich Auskunft. Lediglich die wirklich vielen Großbaustellen erschwerten die Nutzung, da die Busse nicht immer so fuhren wie man es erwarten würde. Doch alles in allem, ließ sich der Transport durch die Stadt wirklich auf angenehme Weise genießen.
So landeten wir wirklich Stressfrei in der Innenstadt und sogar dort wo wir herauskommen wollten, beim Erholungs- und Freizeitpark Tivoli. Ziel war jedoch nicht der Park, den hatten wir für einen anderen Tag auf unserem Programm, sondern das in der nähe befindliche Dänischen Design Center (englischer Link). Hier wollten wir uns einen Überblick verschaffen was unter dänischem Design zu verstehen ist und was alles von dänischen Gehirnen so ersonnen wurde.
Ok, unser Hotel hatte auch mit dem Slogan beworben, dass die dänische Design Philosophie hier Anwendung gefunden hätte und ich muss gestehen, es war schlicht. Dieser Eindruck vertiefte sich bei unserem Museumsbesuch, doch was die Objekte im Center betraf, so zeichneten sie sich wirklich zwar durch ihre Schlichtheit aus, doch auf eine elegante und ansprechende Weise. Unser Hotelzimmer war eher als leer und extrem schlicht zu bezeichnen.
Mir gefielen die Objekte im Design Center und das machte sich daran bemerkbar, dass ich mir ein Brillen-Etui im eignen Laden des Centers erstand, um etwas praktisches zu besitzen und gleichzeitig eine hübsche Erinnerung an den Besuch der Stadt zu haben.
Dem Besuch des Dänischen Design Center (englischer Link), folgte ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt, bei dem sich wahrlich die Herausforderung stellte, möglichst schnell diverse Großbaustellen zu umgehen, um wieder in die wirklich ansehnlicheren Teile der Stadt zu gelangen. Auf diese Weise erreichten wir schließlich das herrliche Schloss Christiansborg, welches neben seiner eindrucksvollen Architektur, wohl auch weltweit das einzige öffentliche Gebäude sein soll, in dem alle drei Gewalten eines Staates unter einem Dach zusammen finden.
Dank Kopenhagen-Card stand es außer Frage, dass wir das Schloss besichtigen wollten, denn es war mit der Karte Kostenfrei. Der Aufenthalte war sehr eindrucksvoll und wir waren von so viel Prunk begeistert. Jedoch zu meinem Leidwesen, durfte nicht fotografiert werden und die herrlichen blauen Tüten, die es galt über die Schuhe zu stülpen, um den Boden zu schonen, trübten den Besuch ein ganz klein wenig ein. Doch missen würde ich den Besuch nicht wollen.
Mittlerweile war der Tag deutlich fortgeschritten und wir wollten uns als eines der besonderen Highlights des Tages eine Bootsfahrt durch die Kanäle der Stadt gönnen. So bestiegen wir eines der letzten Ausflugsboote des Tages, was den Vorteil hatte, dass es nicht mehr so voll mit Menschen war, wie jene zuvor und so konnten wir einen wirklich netten Platz ergattern, von dem sich die Fahrt mit einer guten Sicht genießen ließ.
Die Fahrt ging kreuz und quer über viele Kanäle und wir bekamen einen schönen Eindruck von der Stadt und wir bekamen Orte zu sehen, die wir so sicherlich nicht aufgesucht hätten. Diese fast 90minütige Fahrt würde ich wirklich jedem empfehlen wollen und ich selber würde sie jeder Zeit erneut unternehmen.
Vom Wasser aus hatten wir unter anderem die Dänische Königliche Bibliothek bewundern dürfen, welche eine der bedeutendsten Bibliotheken Skandinaviens darstellt. Mit seinem modernen Anbau, welcher ihr den Spitznamen “Black Diamond” (Schwarzer Diamant) (englischer Link) eingebracht hatte, war das Gebäude ein echter Hingucker.
Wer dieses Gebäude von außen bewundert kann die Bezeichnung Schwarzer Diamant schnell nachvollziehen, denn mit seinem herrlichen schwarzen Granit-Fassade und dessen Spiegelung im Wasser, wirkt das Gebäude in der Tat wie eines dieser schwarzen Schätze.
Auch von innen machte das Gebäude etwas her. Der moderne Teil der Bibliothek setzte moderne Gestaltungselemente ansprechend ein und knüpfte fließend an das historische Gebäude mit seinem Holz und rustikalen Gestaltungen an. Ich war beeindruckt und genoss dieses Spiel mit den Stielen und deren gekonnte Verknüpfung.
Mit diesem Besuch ließen wir den Tag langsam ausklingen und wir orientierten uns langsam wieder in Richtung Hotel. Natürlich wieder mit dem Bus, wenngleich ich mich dieses Mal wirklich herausgefordert fühlte eine und die korrekte Bushaltestelle für unsere Linie zu finden. Ich gebe zu, ein paar hilfreiche Kopenhagener standen mir zu Seite und so konnten wir durchaus erholsam die Fahrt zurück zum Hotel angehen.
Es ist gerade einmal 14 Tage her, als die Entscheidung fiel, dass eine Reise nach Kopenhagen stattfinden soll, und damit der Umstand den Flug und das Hotel schnell über das Internet zu buchen, über mich herein brach. All dies war neu für mich und ich bin noch immer erstaunt, dass alles ohne Probleme klappte. Ok, einer der Flüge überraschte bei der Überprüfung der Flugdaten, dass man standardmäßig nur Handgepäck mitführen durfte. Natürlich konnte dieser Mangel mittels einer Kreditkarte und der Entrichtung des entsprechenden Betrages behoben werden und so war die An- und Abreise gesichert.
Der Flug selber verlief erfreulich Ereignislos und auch der Transfer vom Flughafen in die Stadt und der anschließende Marsch von der Metro-Station zum Hotel stellte keine besonderen navigatorischen Herausforderungen.
Im Hotel wurden wir sehr freundlich begrüßt, doch in den kommenden Tagen konnte die Erfahrung gemacht werden, dass das Personal extrem unterschiedlich war und der Wohlfühlfaktor von –100 bis +100 reichte. Dies bezog sich sowohl auf die Rezeption als auch auf die Reinigungsleistung der Zimmer.
Unsere Anreise nach Kopenhagen war so gelegt, dass am Reisetag noch fast der gesamte Tag zur Erkundung der Stadt Verfügung stand. Das Wetter mehr als gut zu bezeichnen und ob wohl es bewölkt war, blitzte ab und zu die Sonne hervor. So konnte uns nichts lange im Zimmer halten.
Um den Tag gut überstehen zu können, starteten wir unseren Ausflug mit einem Besuch eines Supermarktes. Wir hatten das Glück dass sich ein Geschäft einer Billig-Supermarkt-Kette direkt neben dem Hotel befand. Auf diese Weise erhielten wir etwas zum Essen für den Ausflug und gleich einen Einblick in die Kaufgewohnheiten der Dänen. Wirklich praktisch und interessant.
Was die Kaufgewohnheiten anging, so war schnell zu sehen, dass durchaus andere Artikel gegen über Deutschland bevorzugt wurden oder es Dinge gab, die es so nicht gab. Am augenfälligsten waren natürlich die feuerroten Würstchen (Rød pølse), die unter anderem für den dänischen Hotdog verwendet wird.
Umfangreich ausgestattet verließen ging es vom Supermarkt in Richtung Innenstadt, die nach etwa 5 minütigem Fußweg erreicht war. Dort ging es ziel- und planlos durch die verschieden Straßen und Gassen, so dass ich kaum zu Sagen vermag an welchen Sehenswürdigkeiten wir vorüber kamen.
Ich war auf jeden Fall begeistert von der Architektur, den Farben und der Ruhe in den Straßen, denn es war in Dänemark Feiertag.
Voll wurde es dann schließlich doch, als wir wohl auf eine der Hauptstraßen in der Umfangreichen Fußgängerzone Kopenhagens gelangten. Ich fand es wirklich voll, doch lernte ich in den nächsten Tagen, dass hier noch wesentlich mehr los sein konnte.
Mittlerweile waren schon einiges an Wegstrecke zurückgelegt und da kam es gerade recht, dass das Cafe “The Royal Cafe” seine Pforten geöffnet hatte und zu einem schönen Stopp einlud. Dass dies ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen war, war mir nicht klar und trotz dieses Umstandes gab es einen freien Platz in dem man das schmucke Ambiente und ein Getränk genießen konnte.
Dem Caféhaus Aufenthalt war es auch zu verdanken, dass der einsetzende Regen uns als Ziel verfehlte.
Nach diesem Besuch war zwar der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen, doch mich quälte ein Hungergefühl und so kam es mir recht, dass ich genau gegenüber vom Café einen Hotdog Stand entdeckte. Diesen steuerte ich sogleich an und orderte eines dieser Teile. Meine Erinnerungen an deren Geschmack, war etwas verwaschen, dass es waren rund 20 Jahre vergangen, seit ich den letzten verzehrt hatte. Doch als ich hinein biss, erinnerte ich mich wieder wie lecker diese Teile waren.
Während genussvoll der Hotdog verzehrt wurde, kam erneut ein heftiger Regenschauer nieder und ich machte mich etwas Sorge um den Fortgang der Stadterkundung. Doch mit diesem Schauer verabschiedete sich das etwas wechselhafte Wetter und es wurde ein grandioser Spätnachmittag.
In der warmen, weichen Sonne strahlten die Gebäude noch schöner und es ließ sich mit mehr wohlwollend über die extrem vielen Baustellen hinwegsehen.
Auch wenn ich bislang wirklich begeistert war vom Ausflug in die Stadt, konnte mein Hochgefühl noch gesteigert werden, als wir Nyhavn (neuer Hafen). Oh wie bunt, schön und skandinavisch sah es hier aus. An diesem Ort fühle ich mich wirklich in Skandinavien angekommen und ich genoss die Farben, die Sonne und sogar das touristische Getümmel.
Im gemütlichen Schlendergang ging es vom Nyhavn weiter am Wasser entlang, bis schließlich Schloss Amalienborg erreicht wurde. Und welch ein Glück verband sich mit der Ankunft, denn es fand gerade die Wachablösung statt. So etwas hatten wir noch nicht gesehen und so genossen wir die ganze Zeremonie.
Mittlerweile war die Skulptur der “Kleinen Meerjungfrau”, welche wahrlich eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt darstellt, nicht mehr weit entfernt und so setzten wir deren Besuch auch noch auf unsere Liste.
Warum diese Skulptur solch einen Anziehungspunkt bildet war uns nicht ganz klar, dennoch war es nett “Kleinen Meerjungfrau” einmal in Wirklichkeit gesehen zu haben. Zudem boten die anderen Touristen ein nettes Schauspiel im Wettstreit um das beste Foto, welches schließlich nur noch durch eine eintreffende Reisegruppe, die wohl nur 10 Min. für ihren Besuch hatten, gekrönt wurde.
Mittlerweile steckten uns 5 Std. Fußweg in den Knochen und so zog es uns nur noch zurück zum Hotel. Da sich auf diesem Wege noch das Schloss Rosenborg und dessen Park befand, wurde dieses Gelände auch noch etwas erkundigt und ich muss gestehen, dass es mir wirklich gut gefiel.
Trotzdem waren wir froh, als wir schließlich, nach solch einem erlebnisreichen Tag, die Tür des Hotelzimmers schließen konnten.
Okonomiyaki, dieser Pfannkuchen aus Kohl, Mehl, Ei und einer fast unbegrenzten Möglichkeit der Variation, ist eines der Gerichte, die mir wirklich sehr gut munden und ich immer gerne esse.
Ich war in der glücklichen Lage, dass meine Reisen nach Japan mich immer in die Kansai-Region führten, wo Okonomiyaki zu den regionalen Spezialitäten zählt.
Ich kann nur empfehlen, wer einmal ein anderes japanisches Geschmackserlebnis erfahren möchte, als nur Sushi, sich diesem Gericht anzunehmen.
Okonomiyaki
Japans herzhafter Pfannkuchen mit unendlichen Möglichkeiten
Wer durch die Straßen von Osaka oder Hiroshima schlendert, dem steigt früher oder später ein verführerischer Duft in die Nase: der von frisch gebratenem Okonomiyaki. Dieses herzhafte Gericht, oft als „japanischer Pfannkuchen“ oder „japanische Pizza“ bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Streetfood-Klassikern des Landes – und steht gleichzeitig für Kreativität und regionale Vielfalt.
Der Name Okonomiyaki setzt sich aus den Worten okonomi („nach Belieben“) und yaki („gebraten“) zusammen – und genau das ist das Prinzip dieses Gerichts: Man nimmt, was einem schmeckt, mischt es zusammen, und brät es auf einer heißen Platte goldbraun aus. Die Grundzutaten bestehen meist aus einem einfachen Teig aus Mehl, Ei, Dashi-Brühe und fein geschnittenem Kohl. Hinzu kommen je nach Vorlieben und Region Zutaten wie Schweinebauch, Meeresfrüchte, Käse oder Mochi. Nach dem Braten wird der Pfannkuchen großzügig mit einer würzigen, leicht süßlichen Okonomiyaki-Soße bestrichen, mit Mayonnaise verziert und mit getrockneten Bonitoflocken (Katsuobushi) sowie Algenpulver (Aonori) bestreut.
Die Ursprünge des Okonomiyaki lassen sich bis in die Edo-Zeit (17.–19. Jahrhundert) zurückverfolgen. Damals existierten einfache, teigbasierte Gerichte wie funoyaki oder moji-yaki, die man auf heißen Eisenplatten buk. In seiner heutigen Form entwickelte sich Okonomiyaki jedoch erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Reis knapp war und günstige, sättigende Alternativen gefragt waren. Aus Mehl, Wasser und Kohl wurde ein einfaches Gericht, das schnell zum Alltagsessen avancierte – besonders in Westjapan.
Heute gibt es zwei Hauptvarianten: die Osaka-Variante, bei der alle Zutaten miteinander vermischt werden, und die Hiroshima-Variante, bei der die Zutaten schichtweise auf den Teig gelegt werden – oft ergänzt durch gebratene Nudeln und ein Spiegelei. Beide Versionen haben ihre treuen Fans und sind Ausdruck regionaler Identität.
In vielen Restaurants kann man Okonomiyaki selbst zubereiten – direkt auf der in den Tisch eingelassenen heißen Platte (teppan). Es ist nicht nur ein Essen, sondern ein Erlebnis: brutzeln, wenden, garnieren, genießen.
So steht Okonomiyaki für weit mehr als nur ein schnelles Gericht. Es ist Symbol für Geselligkeit, Kreativität und den Reiz der japanischen Alltagsküche – herzhaft, bodenständig und herrlich wandelbar.
“Wer eine Reise tut, der kann was erzählen” – Wie wahr dieser Satz ist, bewies mein kleiner Ausflug nach Dresden.
Es begann mit der Bahnfahrt.
Ich hatte mich auf dem Bahnsteig an jener Stelle platziert, an dem der Zug für meinen Zustieg zum Halten kommen sollte. Doch anstatt zu stoppen, fuhr der Zug gemütlich an mir vorüber und kam etwa eine Wagonlänge von mir entfernt zum Stehen. Da der Zug Verspätung hatte und Haltezeiten nicht unbedingt lang sind, legte ich einen kleinen Sprint ein, um die Tür des Zuges zu erreichen.
Was im übrigen den Sprint angeht, mit rund 20 Kg auf dem Rücken, war es ehrlich betrachtet mit dem Sprinten nicht so weit her. Doch ich gab schon etwas Gas und prustete, als ich schließlich im Zug war.
Meinen Sitzplatz fand ich schnell und ich richtete mich auch gleich gemütlich ein.
Ich saß gerade, als ich begann mir die anderen Fahrgäste im Abteil anzusehen. Ich meinte zu erkennen, dass etliche der Fahrgäste sich wohl im Abteil getäuscht hatten, denn dies war die erste Klasse. Woran ich es ausmachte? Ich weiß es nicht, doch als sich schließlich der Schaffner die Tickets zeigen ließen, waren es genau jene die aufgefordert wurden das Abteil zu wechseln, die ich ausgemacht hatte.
Zu ihnen gehörte auch eine Gruppe von wohl Spanischen Mädchen. Nun machte die Zugbegleiterin ihren Job, es den Mädels verständlich zu vermitteln, dass sie den Wagon wechseln mussten nicht wirklich gut. So erklärte ich es ihnen, doch konnte ich die Informationen gleich um eine Zusatzinfo erweitern, denn zwischenzeitlich begannen sich die Ereignisse etwas zu überschlagen.
Es begannen nämlich immer mehr Leute aus dem Bereich der zweiten Klasse in die Erste zu strömen und sie wollten es sich hier alle gemütlich machen. Das überforderte die Zugbegleiterin wirklich. Besser wurde es nicht, als sie erfuhr, das im Zug, der aus technischen Gründen ohnedies schon um einen ganzen Wagon verkürzt worden war, die Klimaanlage kaputt gegangen sei und ein anderer Zugbegleiter die Fahrgäste deshalb gebeten hatte, die erste Klasse in Anspruch zu nehmen.
Nun stürmte die Schaffnerin von dannen, kam aber kurze Zeit später wieder und alle Hitzeopfer durften tatsächlich im Wagon bleiben und auch die Spanierinnen. Jedoch nur bis Dresden. Doch selbst diese Info war die Schaffnerin nicht in der Lage den ausländischen Fahrtgästen zu vermitteln. So übernahm ich es.
Auf diese Weise kam ich zu einem, bis auf den letzten Platz gefüllten Wagon und einer Klimaanlage, die den Menschenmengen nicht bewältigen konnte. So schwitze mich erste Klasse nach Dresden.
In Dresden angelangt schaffte ich es ohne Probleme bis zu meiner Unterkunft zu gelangen, auch wenn das wohl nur Glück war, denn wie ich später lernte, hatte ich den Straßenbahn Plan nicht richtig gelesen 🙂
Ich gebe zu, ich war einigermaßen müde und es war ohnehin schon spät und so verschwand ich als bald im Bett.
Auch wenn die Nacht gut verlief, so war der Morgen eher als Schreckhaft zu bezeichnen, denn einzelne Lattenroste meines Bettes, lösten sich unter einem gewaltigem Knall aus ihrer Halterung. Erst eins, dann zwei und schließlich hing ich in einem Loch zwischen Bett und Boden und hatte arg zu kämpfen heraus zu klettern.
Ich untersuche meine Schlafstätte und stelle fest, dass das Bett zumindest heil war und sich die Roste lediglich unter mir aus den Halterungen befreit hatten.
Ich gebe zu, ich fühlte mich schon etwas Schuldbewusst und so unternahm ich erst einmal wegen des Vorfalles nichts, außer, dass ich das Bett wieder in Ordnung brachte.
Am Abend ging ich dann doch zur Rezeption und schilderte mein Erlebnis und war erstaunt, dass man mir half und ich nun ein wirklich schickes und riesiges Zimmer bekam. Auch das Bett hier prinzipiell mir stand.
In den folgenden Tagen ging es auch in die Stadt und ich schaute mich etwas um.
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Auch wenn mir natürlich vieles Vertraut war, so hatte ich die Frauenkirche als noch im Bau in Erinnerung. Seit etlichen Jahren waren diese Baumaßnahmen jedoch abgeschlossen und so genoss ich es die Kirche und den Platz um sie herum herrlich hergerichtet zu genießen.
Neben meinem Aufenthalt in der Altstadt, verschlug es mich auch an die Elbe. Von dort wollte ich ein schickes Panorama-Foto von der Altstadt Terrasse machen, denn das herrliche Wetter bot sich förmlich dazu an.
Hochauflösendes Panorama – Viel Spaß beim Erkunden & Nicht vergessen hinein zoomen und hin und her bewegen
Tatsächlich schaffte ich es, wenngleich ich mich wunderte warum mehr und mehr Leute auftauchten, es sich auf den Wiesen am Flussufer und am Wasser selber gemütlich machten und das Vorhaben Panoramafoto gefährdeten 🙂
Während ich vor mich in geknipst hatte schallte ein gewaltiger Lärm über den Fluss zu. Neugierig war ich schon was die Ursache war, doch dauerte es etwas bis ich schließlich heraus was die Ursache des Lärms war. An diesem Abend fand ein Tretbootrennen auf der Elbe statt.
Es hörte sich spannend an und so gesellte ich mich zu den Schaulustigen.
Es dauerte letztlich eine ganze weile, bis das Rennen begann und es war deutlich kürzer als die Wartezeit die ich verbracht hatte. Dennoch war es ganz putzig zu sehen, wie ein Plastik-Käfer Boot, ein Schwan Boot und andere darum kämpften Sieger des Rennens zu sein.
Auch wenn es ein überschaubares Erlebnis war, so war ich froh, es mir angesehen zu haben.
Auf dem Weg zurück zur Unterkunft kam ich an einem Informationsstand der Verkehrsbetriebe Dresdens vorüber. Hier löste sich ein Mysterium der Straßenbahn Streckenführung.
Bislang hatte ich mir den Plan des Straßenbahnnetzes nur schnell angeschaut und mich dann dem entsprechenden Verkehrsmittel anvertraut. Was dazu führte, dass ich einmal eine völlig falsche Fahrtrichtung einschlug. Ich nahm nun an, ich sei einfach nur zu schusselig gewesen, doch wie sich herausstellte war es auf gewisse Weise ein Designfehler in der Karte. Denn zwei Straßenbahn- Linien, die sich zudem trafen und gemeinsam abknickten waren von der Farbe so ähnlich, dass man die Karte falsch lesen konnte und ich war dafür das beste Beispiel. Es tröstete mich, dass man mir am Info Stand versicherte, ich befände mich mit diesem Irrtum in einer großen Schaar von Leuten 🙂 und man hätte dieses Problem sogar schon selber mehrfach bemängelt 🙂
So schaffte ich es nun auch ohne erneut falsch zu Fahren zurück zur Unterkunft.
Dresden verließ ich, wie ich gekommen war, mit der Bahn. Erfreulicher Weise war die Fahrt dieses Mal weniger Spektakulär, wenngleich der Wagon nicht weniger leer war. Es war Pfingstwochenende und so machten sich Heerscharen an Menschen in ein freies Wochenende auf. Dass diese Menschen zu einem recht erstaunlich großem Anteil unentspannt waren, störte mich nicht wirklich. Ich war nur froh reibungslos nach Hause zu kommen.
Diese japanische kulinarische Besonderheit, möchte ich dem geneigten Leser wahrlich nicht vorenthalten.
Nun gebe ich zu, dass selbst bei den Japanern das Land sich in zwei Fraktionen teilt. Es gibt die, die Natto „hassen“ und die, die es „lieben“.
Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile zu jenen gehöre, die Natto mögen.
Einschränkend muss ich aber gestehen, dass es etwas von der erworbenen Marke abhängig ist und zudem benötige ich immer einen Spritzer Senf und Sojasauce, der zumeist dem Produkt beiliegt :-). Was neben dem Geschmack, den Verzehr etwas als wagemutig erscheinen lassen mag, ist die schleimige Substanz, die die Bohnen nach dem Zubereiten umgibt. Führt man schließlich die Bohnen zum Mund, so ziehen sie lange etwas klebrige Fäden hinter sich her her und all zu leicht hat man mit diesen Fäden seinen persönlichen Kampf.
Wie schon gesagt ich mag es und schätze es zum Frühstück, aber auch zu anderen Mahlzeiten.
Als Snack gibt es das ganze auch noch und das ist wirklich lecker. Man schüttet die völlig trockenen Bohnen in den Mund und wenn man nun genüsslich auf ihnen herum kaut, nehmen sie die zuvor beschriebene Konsistenz an.
Ich empfehle auf jeden Fall sich einmal dem Genuss noch Natto hinzugeben.
In Japan beginnt der Tag für viele Menschen mit einem Gericht, das für westliche Gaumen zunächst ungewohnt erscheinen mag: Natto. Die fermentierten Sojabohnen sind besonders für ihren intensiven Geruch, ihren schleimigen Überzug und ihren leicht nussigen, herben Geschmack bekannt. Doch hinter dieser ungewöhnlichen Spezialität verbirgt sich eine jahrhundertealte Tradition und ein echtes Kraftpaket an Nährstoffen.
Die Geschichte von Natto reicht weit zurück – man vermutet, dass die Herstellung bereits im 10. Jahrhundert begann. Einer Legende nach soll ein Krieger während eines Feldzugs gekochte Sojabohnen in einem Strohsack transportiert haben, wo sie durch die natürliche Wärme und Feuchtigkeit zu fermentieren begannen. Als er sie später wieder öffnete, waren die Bohnen zwar verändert, aber dennoch genießbar – und sogar schmackhaft. Diese zufällige Entdeckung wurde weiterentwickelt, und bald war Natto ein fester Bestandteil der japanischen Küche.
Die Zubereitung ist heute deutlich kontrollierter als damals, folgt aber im Kern dem gleichen Prinzip. Zunächst werden Sojabohnen gekocht oder gedämpft, bis sie weich sind. Anschließend fügt man die Bakterienkultur Bacillus subtilis natto hinzu – diese ist übrigens natürlicherweise in Reisstroh enthalten, weshalb man früher die Bohnen einfach in Stroh fermentieren ließ. Danach ruht die Mischung bei etwa 40 Grad Celsius für einen Tag, bevor sie gekühlt wird, um die Fermentation zu verlangsamen und den typischen Geschmack zu stabilisieren.
In der modernen japanischen Küche wird Natto meist kalt serviert – klassisch mit Sojasoße, scharfem Senf und fein geschnittenem Frühlingslauch. Besonders beliebt ist die Kombination mit einer Schüssel heißem Reis, oft ergänzt durch ein rohes Ei. Die schleimige Konsistenz entsteht durch die beim Fermentieren gebildeten Fäden, die sich beim Umrühren besonders stark zeigen – ein Anzeichen für gute Qualität.
Obwohl Natto in Japan sehr verbreitet ist, scheiden sich an ihm dennoch die Geister. Manche lieben ihn, andere können sich mit Geschmack und Textur nicht anfreunden. Dennoch wird Natto für seine gesundheitlichen Vorteile geschätzt: Es ist reich an Eiweiß, Vitamin K2 und probiotischen Bakterien, die die Darmflora unterstützen.
So steht Natto sinnbildlich für die japanische Wertschätzung traditioneller, gesunder Lebensmittel – ein Gericht, das sich treu geblieben ist und dennoch seinen Platz im modernen Alltag gefunden hat.
4 Wochen Urlaub sind nicht viel, besonders wenn die Zeit angefüllt ist mit Vorbereitungen für die eigene Hochzeit. Trotzdem war es eine schöne Zeit und es schwingt ordentlich Wehmut mit, dass ich wieder zurück nach Deutschland muss.
Mittlerweile habe ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen und reflektiere die 18 Std. im Flieger und ich muss sagen, dass ich froh bin, dass es vorüber ist..
Um zu einem guten Platz zu kommen, hatte ich rechtzeitig das Online Check in durchgeführt und mir Plätze ausgesucht die mir hoffentlich eine gemütliche Heimreise bescherten. Deshalb wunderte ich mich, als ich in Osaka bei meinem Gate saß und die Flugbegleiter dauernd zu mir herüber schauten. Als sich schließlich eine von ihnen auf machte und geradewegs auf mich zu lief, war ich doch etwas verdutzt. Man bat mich um meine Board Karte, studierte sie und verschwand ohne jeden Kommentar.
Merkwürdig … Ein paar Sekunden später kam wieder jemand zu mir. Dieses Mal hatte man sich aber entschlossen mit mir zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass man mir einen Platz zukommen lassen wollte, der für mich bequemer war, denn der Flieger war wohl sehr voll und aktuell hätte ich direkte Sitznachbarn gehabt.
Man bot mir an, mir einem Platz zu geben an dem der Sitz neben mir frei war. Das fand ich sehr nett und Vorausschauend und ich nahm es natürlich sehr gerne an. So kam ich zu einem weitestgehend angenehmen Platz, denn in diesem Flugzeug blieb noch immer das Problem, dass man die Lehnen nicht hoch klappen konnte. Ich also den extra Raum nicht wirklich nutzen konnte und ich zudem den Kopfhörersteker nicht in die entsprechenden Löcher (sie zeigten in den Sitzbereich) stecken konnte.
Ich gebe zu, dass ich von den 12 Std. Flug ohnehin nicht wirklich viel mitbekam. Das erste Essen nahm ich noch mit, doch dann verschwand ich in tiefem Schlaf.
Oh, was das Essen angeht, so hatte ich mich beim Herflug erneut für das japanische Menü entschieden, was letztlich durchaus lecker war. Das westliche hingegen, sah nicht wirklich toll aus. Beim Frühstück gab es auch Auswahl, doch welches man nahm, schien egal zu sein, denn sie boten beide keinen überzeugenden Anblick.
In Doha gelandet, wurden wir erneut via Bus zum Terminal geschunkelt. Das nervte, denn es dauerte etwa 15 Min. – Im Terminal angekommen ging es gleich zur Sicherheitsüberprüfung und da gab es eine gewaltig lange Schlange. Doch das Personal arbeitete es wirklich sehr zügig ab. Ob das zu Lasten der Qualität der Prüfung ging, oder die Leute nur gut waren, lasse ich mal offen. Ich hatte so meine eigene Meinung, wenn ich sah mit welcher Begeisterung gearbeitet wurde.
Das Terminal war wieder angefüllt mit Menschenmassen – ist voll das richtige Wort … hmmm – Es war wirklich voll :-)))
Der Weiterflug nach Berlin, erneut 6 Std., war ebenfalls ok. Wenngleich ich wirklich im Luxus badete.
Auch dieser Flieger war voll und die Reihen waren zum bersten gefüllt. Nur ich hatte eine ganze Reihe für mich allein. Na, wenn das nicht Luxus ist. So wurde ich von den anderen Fluggästen neidisch, oder wie auch immer beäugt, während sie Schlangen vor den Toiletten bildeten.
Nebenbei sei erwähnt, ich habe noch nie einen Flug erlebt, bei dem so intensiv Schlangen vor den Toiletten gebildet wurden, wie hier. Fast den gesamten Flug über, also 6 Std. gab es diese Schlangen. Spaßig wurde das ganze nur noch, wenn es darum ging die Service Wagen irgendwie durch diese Schlangen oder den stetig zur Toilette strebenden Menschen zu lotsen.
Das Thema essen muss man für diesen Kurz Flug nicht vertiefen, doch alles in allem, sah man von dem Lehnen Problem, dem Essen und dem Bustransfer Terror ab, konnte man wirklich mit Qatar Airlines fliegen.
Oh, eines fand ich noch ganz witzig. In der Reihe vor mir saß eine Inderin und sie trug ein Tuch was übersät war mit Pajetten. Wenn diese von der Sonne beschienen wurden, meinte ich mich in eine Disko versetzt. Auf allen Wänden, dem Sitz vor ihr … ach überall … leuchteten und tanzten bunte Punkte. Ja, ich hatte Freude daran.
In Berlin drängten die Fluggäste, wie üblich mit aller Gewalt aus dem Flugzeug. Ich ließ mir Zeit und war dann auch der letzte der durch die Passkontrolle kam. Nun traf ich alle Leute wieder, die nervös vor dem Gepäckband warteten. Das Drängeln und sich Beeilen hatte sich “wirklich ausgezahlt”
Mein Gepäck kam erstaunlich früh und nachdem in Japan mein Busticket für die Fahrt nach Hause in der Waschmaschine vernichtet hatte – das war die Strafe, wenn man sein Kleidung nicht ordentlich durchsucht und den ganzen Geldbeutel in die Waschmaschine verfrachtet – gönnte ich mir ein Taxi Heim.
Hier hatte ich Glück und ich bekam einen Kleinbus – ja, für mich alleine 🙂
Der Fahrer war nett, wir plauderten ausgiebig. Als er erfuhr, dass ich aus Japan kam, machte er sich etwas Sorge, dass ich radioaktiv verseucht sein könnte. 🙂
So kam ich dann sehr entspannt in meiner Wohnung an. Lediglich der Fahrstuhl in meinem Wohnhaus war nervig, denn nachdem ich meinen Etagenknopf gedrückt hatte, dauerte es etwa 3 Min. bis sich die Tür schloss und die Fahrt in meine Etage begann. Ok. letztlich war ich froh, dass er überhaupt fuhr und ich mein Gepäck nicht in meine Etage buckeln musste.
Ich hoffe alle Leser hatten Freude an meiner Reise und den Erzählungen. Ich hatte Spaß und eine gute Zeit und werde sicherlich lange und gerne auf diese Reise zurückblicken.