Japan – Gut zu Wissen – Wer ist Susanoo-no-Mikoto (須佐之男命)

Der Himmel bricht auf. Nicht mit einem einzelnen Blitz, sondern mit allem auf einmal: peitschendem Regen, dem Dröhnen des Donners, Wellen, die sich wie lebendige Berge auftürmen. Irgendwo in diesem Toben ist er: Susanoo-no-Mikoto (須佐之男命), der ungestüme Mann, Bruder der Sonne – und vielleicht die widersprüchlichste Gestalt der gesamten japanischen Mythologie. Kein anderer Kami, also keine andere Gottheit, vereint Zerstörung und Zärtlichkeit, Verbannung und Erlösung so eng in sich wie er. Japan – Gut zu Wissen – Wer ist Susanoo-no-Mikoto (須佐之男命) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Wer ist Tsukuyomi (月読命)

Stell dir vor, du stehst in einer mondlosen Herbstnacht irgendwo auf dem japanischen Land, weit genug von jeder Stadt, dass der Himmel sich schwer und dunkel über dir wölbt. Dann schiebt sich langsam die Scheibe des Mondes hinter einer Wolke hervor, und mit einem Mal hat die Welt eine andere Qualität – nicht erleuchtet, aber sichtbar gemacht. Das Dunkel hat sich nicht aufgelöst, es hat nur eine Form angenommen. So ungefähr lässt sich das Wesen der Gottheit beschreiben, die die Japaner Tsukuyomi-no-Mikoto nennen: nicht Licht, nicht Finsternis, sondern jene merkwürdige Zwischensphäre, in der das eine aufhört und das andere noch nicht begonnen hat. Japan – Gut zu Wissen – Wer ist Tsukuyomi (月読命) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Was ist Mono-no-ke (物の怪)

Es gibt Dinge, die sich nicht erklären lassen. Eine Krankheit, die kommt und nicht geht. Ein Unglück, das sich häuft. Eine Schwere, die sich auf einen Menschen legt, ohne dass jemand sagen könnte, woher sie stammt. Die Menschen in Japan haben diesem Unerklärlichen seit Jahrhunderten einen Namen gegeben: Mono-no-ke. Japan – Gut zu Wissen – Was ist Mono-no-ke (物の怪) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Was ist Shogyō mujō (諸行無常)

Wenn man von Shogyō mujō (諸行無常) hört, ist man sogleich auf dem Wege, dass Alles, was entsteht, vergeht. Deshalb ist dieses Thema sehr spannend und auch sehr umfangreich von seinen Bedeutungen. Japan – Gut zu Wissen – Was ist Shogyō mujō (諸行無常) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Myō-ō (明王) – Die Weisheitskönige

Die Myō-ō (明王), auf Japanisch Myōō, gehören zu den wichtigsten Gestalten des japanischen esoterischen Buddhismus. Der Name bedeutet „Weisheitskönige“ oder „Lichtkönige“. Das Schriftzeichen 明 (myō) steht für Licht, Weisheit und Erkenntnis, während 王 (ō) „König“ bedeutet. Der Ursprung des Begriffs liegt im Sanskritwort Vidyārāja, was ebenfalls „Weisheitskönig“ bedeutet. Japan – Gut zu Wissen – Myō-ō (明王) – Die Weisheitskönige weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Dreibeiniger Rabe Yatagarasu (八咫烏)

Yatagarasu (八咫烏), der dreibeinige Rabe der japanischen Überlieferung, erscheint in den frühesten schriftlichen Quellen Japans als eine Gestalt zwischen Mythos, religiöser Erfahrung und politischer Sinnstiftung. Überliefert ist er insbesondere im Kojiki („Aufzeichnung alter Begebenheiten“) und im Nihon Shoki („Chroniken Japans“), zwei der ältesten Geschichtswerke des Landes aus dem 8. Jahrhundert, die Mythen, Legenden und frühe historische Vorstellungen miteinander verbinden. In diesen Texten wird Yatagarasu nicht als gewöhnliches Tier beschrieben, sondern als ein göttlicher Bote der Kami. „Kami“ sind im Shintō, der traditionellen japanischen Religion, keine allmächtigen Schöpfergötter im westlichen Sinn, sondern geistige Wesenheiten oder heilige Kräfte, die in Naturerscheinungen, Orten, Ahnen oder besonderen Symbolfiguren gegenwärtig sein können. Japan – Gut zu Wissen – Dreibeiniger Rabe Yatagarasu (八咫烏) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Was ist Shitennō (四天王)

Die Shitennō (四天王) sind in der japanischen buddhistischen Tradition die „Vier Himmelskönige“. Sie gehören zu den bekanntesten Schutzgottheiten des ostasiatischen Buddhismus. Man findet ihre Figuren oft in Tempeln: groß, bewaffnet, furchteinflößend und mit wilden Gesichtsausdrücken. Obwohl sie bedrohlich aussehen, gelten sie nicht als böse Wesen, sondern als mächtige Beschützer des Buddhismus, der Menschen und der kosmischen Ordnung. Japan – Gut zu Wissen – Was ist Shitennō (四天王) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Was ist Tenbu (天部)

Im japanischen Buddhismus bezeichnet „Tenbu“ (天部) eine Gruppe von himmlischen Wesen, Schutzgottheiten und göttlichen Wächtern, die den Buddhismus beschützen und unterstützen. Das Wort setzt sich aus zwei japanischen Schriftzeichen zusammen: „Ten“ (天) bedeutet „Himmel“ oder „himmlisch“, während „Bu“ (部) „Gruppe“ oder „Abteilung“ heißt. Wörtlich könnte man Tenbu also als „die Gruppe der himmlischen Wesen“ übersetzen. Obwohl diese Wesen oft sehr mächtig dargestellt werden, gelten sie nicht als Buddhas. Ein Buddha ist im Buddhismus ein vollkommen erleuchtetes Wesen, das den Kreislauf von Leiden und Wiedergeburt überwunden hat. Die Tenbu dagegen sind eher Beschützer, Helfer und Wächter des buddhistischen Glaubens. Japan – Gut zu Wissen – Was ist Tenbu (天部) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Was sind Oni (鬼)

Oni sind in der japanischen Mythologie und Volksreligion dämonische Wesen, die seit Jahrhunderten in Legenden, religiösen Vorstellungen und der traditionellen Kunst Japans vorkommen. Historisch erscheinen sie bereits in frühen japanischen Chroniken und religiösen Texten, insbesondere in der Heian-Zeit (794–1185), als symbolische Verkörperungen von Chaos, Unglück und moralischem Fehlverhalten. Ihre Darstellung wurde stark durch Einflüsse aus dem Buddhism und der einheimischen Shinto-Tradition geprägt. Japan – Gut zu Wissen – Was sind Oni (鬼) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Kannon das erleuchtete Wesen (Mahayana-Buddhismus)

Kannon ist im japanischen Buddhismus keine Gottheit im klassischen Sinne, sondern ein sogenannter Bodhisattva – ein erleuchtetes Wesen, das bewusst auf den endgültigen Eintritt ins Nirvana verzichtet, um anderen Lebewesen zu helfen. Diese Vorstellung gehört zum Mahayana-Buddhismus, der in Japan weit verbreitet ist und Mitgefühl als eine der höchsten spirituellen Tugenden betrachtet. Kannon verkörpert genau dieses Mitgefühl in seiner reinsten Form: die Fähigkeit, das Leiden aller Wesen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Japan – Gut zu Wissen – Kannon das erleuchtete Wesen (Mahayana-Buddhismus) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Gott Takemikazuchi (建御雷神) Shintoismus

Takemikazuchi (建御雷神) ist eine wichtige Gottheit aus der japanischen Mythologie und gehört zur Religion des Shinto, der ursprünglichen Religion Japans. Er gilt vor allem als Gott des Donners, des Schwertes, des Krieges und der Kampfkünste. In den alten japanischen Mythen erscheint er als mächtiger und furchtloser Kriegergott, der sowohl göttliche Autorität als auch militärische Stärke verkörpert. Besonders verehrt wird er im Kashima-Schrein in der japanischen Präfektur Ibaraki, der eines der wichtigsten Heiligtümer für diese Gottheit ist. Japan – Gut zu Wissen – Gott Takemikazuchi (建御雷神) Shintoismus weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Zen-Buddhismus in Japan

Der Zen-Buddhismus in Japan ist eine besondere Ausprägung des Buddhismus, die Einfachheit, direkte Erfahrung und innere Klarheit in den Mittelpunkt stellt. Er entwickelte sich aus dem chinesischen Chan-Buddhismus, der im 12. Jahrhundert nach Japan kam, und wurde dort stark von der japanischen Kultur geprägt. Japan – Gut zu Wissen – Zen-Buddhismus in Japan weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Kami – die göttlichen Wesen Japans

In Japan begegnet man dem Begriff „Kami“ überall – in Tempeln, in Geschichten, in der Natur und sogar im Alltag. Wörtlich lässt sich Kami oft mit „Gott“ oder „Gottheit“ übersetzen, doch diese Übersetzung greift zu kurz. Kami sind keine allmächtigen Götter im westlichen Sinn, sondern spirituelle Wesen oder Kräfte, die in allem Außergewöhnlichen wohnen können: in der Natur, in Menschen, in Ahnen oder in besonderen Ereignissen. Japan – Gut zu Wissen – Kami – die göttlichen Wesen Japans weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Zwischen Kami und Erleuchtung – das heilige Pferd

Seit frühester Zeit gelten Pferde in Japan als außergewöhnlich reine und kraftvolle Wesen. Ihre Schnelligkeit, Stärke und Sensibilität ließen sie als Tiere erscheinen, die zwischen der Welt der Menschen und der Götter vermitteln können. Man glaubte, dass Pferde Gebete schneller zu den himmlischen Mächten tragen als jedes andere Lebewesen. Besonders weiße Pferde galten als Zeichen göttlicher Reinheit und wurden mit Regen, Fruchtbarkeit und Schutz in Verbindung gebracht. Dass dem Pferd in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zukommt, verstärkt diese alte Symbolik: Es ist ein Jahr, das mit Bewegung, Aufbruch, Energie und innerer Kraft verbunden wird – Eigenschaften, die dem Pferd seit Jahrhunderten zugeschrieben werden. Japan – Gut zu Wissen – Zwischen Kami und Erleuchtung – das heilige Pferd weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Traditionelle japanische Laterne die Tōrō (灯篭)

Ein Toro (灯篭) ist eine traditionelle japanische Laterne, die seit Jahrhunderten in Tempeln, Schreinen und Gärten verwendet wird. Ursprünglich kamen diese Laternen aus China nach Japan und verbreiteten sich dort gemeinsam mit dem Buddhismus. Anfangs dienten sie vor allem praktischen Zwecken: Sie beleuchteten Wege, Tempelvorhöfe und Eingänge und wurden gleichzeitig als Opferlichter genutzt. Das Licht galt dabei als Symbol der Erleuchtung und Weisheit, die die Dunkelheit des Unwissens vertreibt. Japan – Gut zu Wissen – Traditionelle japanische Laterne die Tōrō (灯篭) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Shimenawa Heilige Strohbänder (注連縄)

Shimenawa sind heilige Strohbänder, die man oft in Japan sieht, vor allem an Orten, die als besonders oder göttlich gelten. Das Wort „Shimenawa“ bedeutet wörtlich „abgesperrtes Seil“ und wird aus Reisstroh oder Hanf gefertigt. Es ist ein zentrales Symbol im Shintoismus, der traditionellen Religion Japans.
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