Japan – Sumiyoshi Taisha – Die Nacht, in der das Meer antwortete

Das Meer vor Osaka hatte viele Stimmen. Am Tage klang es wie ein geduldiger Atem, weit und offen. In der Nacht jedoch flüsterte es Dinge, die nur jene hörten, die bereit waren zuzuhören.

Hayato war nicht einer von ihnen. Japan – Sumiyoshi Taisha – Die Nacht, in der das Meer antwortete weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Kannon das erleuchtete Wesen (Mahayana-Buddhismus)

Kannon ist im japanischen Buddhismus keine Gottheit im klassischen Sinne, sondern ein sogenannter Bodhisattva – ein erleuchtetes Wesen, das bewusst auf den endgültigen Eintritt ins Nirvana verzichtet, um anderen Lebewesen zu helfen. Diese Vorstellung gehört zum Mahayana-Buddhismus, der in Japan weit verbreitet ist und Mitgefühl als eine der höchsten spirituellen Tugenden betrachtet. Kannon verkörpert genau dieses Mitgefühl in seiner reinsten Form: die Fähigkeit, das Leiden aller Wesen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Japan – Gut zu Wissen – Kannon das erleuchtete Wesen (Mahayana-Buddhismus) weiterlesen

Japan (2014) – Nara – Nigatsu-dō Tempel (東大寺 二月堂)

Der Tempel Nigatsu-dō, dessen Name wörtlich „Halle des zweiten Monats“ bedeutet, liegt am Hang des heiligen Berges Wakakusa in der alten Kaiserstadt Nara. Er gehört zum weitläufigen Tempelkomplex von Tōdai-ji, einem der bedeutendsten buddhistischen Zentren Japans, das im 8. Jahrhundert während der Nara-Zeit als Symbol staatlich geförderten Buddhismus gegründet wurde. Japan (2014) – Nara – Nigatsu-dō Tempel (東大寺 二月堂) weiterlesen

Japan – Beppu Hachiman Asami Schrein – Zwischen den Meoto‑sugi

Der Frühling hatte Beppu wie eine sanfte Decke überzogen. Die Kirschblüten hatten gerade begonnen, ihre zarten Blätter in der Sonne zu wiegen, und die heißen Quellen schickten feinen Dampf in die kühlen Morgenluft. Ayaka zog ihren Schal enger um den Hals, während sie die steilen Stufen hinaufstieg, die zum Hachiman‑Asami‑Schrein führten. Sie spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Heute war kein gewöhnlicher Tag. Heute würde sie Takeshi folgen, dem Jungen, der seit ihrer Kindheit an ihrer Seite gewesen war. Japan – Beppu Hachiman Asami Schrein – Zwischen den Meoto‑sugi weiterlesen

Japan – Der Kusunoki, der nicht nur ein Baum war

In einer Nacht, in der der Wind vom Meer heraufzog und selbst die Hunde im Dorf schwiegen, lief ein Junge namens Haru den steilen Weg zum Schrein hinauf. Er hätte nicht dort sein sollen. Seine Mutter hatte gesagt, nach Sonnenuntergang gehöre der Wald nicht mehr den Menschen. Japan – Der Kusunoki, der nicht nur ein Baum war weiterlesen

Japan – Shigi-san (信貴山) – Die Wiedervereinigung mit seiner Schwester

Vor vielen Jahren, noch bevor man auf dem Berg Shigi von Wundern sprach, lebte Myoren als jüngerer Bruder in einem kleinen Dorf in der Provinz Yamato. Seine Eltern waren früh gestorben, und es war seine ältere Schwester gewesen, die ihn aufzog. Sie arbeitete auf den Feldern, nähte Kleidung, kochte einfache Mahlzeiten – und achtete stets darauf, dass ihr Bruder genug aß, genug lernte und seinen ruhigen, nachdenklichen Gedanken nachgehen konnte. Japan – Shigi-san (信貴山) – Die Wiedervereinigung mit seiner Schwester weiterlesen

Japan – Shigi-san (信貴山) – Die reisende Reisschale vom Shigi-san

Vor langer Zeit lebte hoch oben auf dem Berg Shigi ein Mönch namens Myoren. Seine Hütte war klein, aus Holz gezimmert und vom Wind umtost. Im Winter kroch die Kälte durch die Ritzen der Wände, im Sommer flirrte die Hitze über den Steinen des schmalen Bergpfades. Doch Myoren beklagte sich nie. Er hatte der Welt entsagt, um in Stille zu beten und sein Herz zu läutern. Besitz bedeutete ihm nichts. Japan – Shigi-san (信貴山) – Die reisende Reisschale vom Shigi-san weiterlesen

Japan – Mystische Begegnungen auf Koya-san (高野山)

Lesung aller Kapitel

Auf dem heiligen Berg Koya-san führen Nebel, uralte Zedern und schweigende Tempel durch fünf geheimnisvolle Begegnungen: eine Nebelgestalt am Ichinohashi-Tor, flüsternde Wälder, ein wandernder Samurai, nächtliche Mönchsgesänge und leuchtende Geisterlichter. Jede Geschichte verbindet Stille, Ehrfurcht und das Unsichtbare zu einer atmosphärischen Reise zwischen Diesseits und Jenseits.

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Japan – Gut zu Wissen – Gott Takemikazuchi (建御雷神) Shintoismus

Takemikazuchi (建御雷神) ist eine wichtige Gottheit aus der japanischen Mythologie und gehört zur Religion des Shinto, der ursprünglichen Religion Japans. Er gilt vor allem als Gott des Donners, des Schwertes, des Krieges und der Kampfkünste. In den alten japanischen Mythen erscheint er als mächtiger und furchtloser Kriegergott, der sowohl göttliche Autorität als auch militärische Stärke verkörpert. Besonders verehrt wird er im Kashima-Schrein in der japanischen Präfektur Ibaraki, der eines der wichtigsten Heiligtümer für diese Gottheit ist. Japan – Gut zu Wissen – Gott Takemikazuchi (建御雷神) Shintoismus weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Zen-Buddhismus in Japan

Der Zen-Buddhismus in Japan ist eine besondere Ausprägung des Buddhismus, die Einfachheit, direkte Erfahrung und innere Klarheit in den Mittelpunkt stellt. Er entwickelte sich aus dem chinesischen Chan-Buddhismus, der im 12. Jahrhundert nach Japan kam, und wurde dort stark von der japanischen Kultur geprägt. Japan – Gut zu Wissen – Zen-Buddhismus in Japan weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Kami – die göttlichen Wesen Japans

In Japan begegnet man dem Begriff „Kami“ überall – in Tempeln, in Geschichten, in der Natur und sogar im Alltag. Wörtlich lässt sich Kami oft mit „Gott“ oder „Gottheit“ übersetzen, doch diese Übersetzung greift zu kurz. Kami sind keine allmächtigen Götter im westlichen Sinn, sondern spirituelle Wesen oder Kräfte, die in allem Außergewöhnlichen wohnen können: in der Natur, in Menschen, in Ahnen oder in besonderen Ereignissen. Japan – Gut zu Wissen – Kami – die göttlichen Wesen Japans weiterlesen

Japan (2010/22) – Kyoto – Kennin-ji Tempel (建仁寺)

Ich war im Jahr 2022 wieder im Kennin-ji Tempel. So herrlich der Besuch dort war, dauerte es bis 2026, bis ich realisierte, dass ich ihn schon im Jahr 2010 besucht hatte. Ursache war, dass ich einen anderen Abschnitt besucht und erkundet hatte als 12 Jahre vorher. Trotz allem war er herrlich und völlig Interessant zu besuchen.
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Japan – Herr des Donners, Hüter des Landes

Lange bevor Kyoto zur Kaiserstadt wurde, als die Ebenen noch still waren und die Berge als Wohnorte der Götter galten, lebte am klaren Wasser des Kamo-Flusses eine Frau von edler Herkunft: Tamayorihime-no-Mikoto. Sie war bekannt für ihre Reinheit, ihre spirituelle Kraft und ihre Nähe zu den Kami. Japan – Herr des Donners, Hüter des Landes weiterlesen

Japan – Zwei Drachen zwischen Himmel und Erde im Kennin-ji Tempel (建仁寺)

Man sagt, dass es Tage gibt, an denen Kyoto ganz still wird.
Nicht leer.
Nur aufmerksam. Japan – Zwei Drachen zwischen Himmel und Erde im Kennin-ji Tempel (建仁寺) weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Zwischen Kami und Erleuchtung – das heilige Pferd

Seit frühester Zeit gelten Pferde in Japan als außergewöhnlich reine und kraftvolle Wesen. Ihre Schnelligkeit, Stärke und Sensibilität ließen sie als Tiere erscheinen, die zwischen der Welt der Menschen und der Götter vermitteln können. Man glaubte, dass Pferde Gebete schneller zu den himmlischen Mächten tragen als jedes andere Lebewesen. Besonders weiße Pferde galten als Zeichen göttlicher Reinheit und wurden mit Regen, Fruchtbarkeit und Schutz in Verbindung gebracht. Dass dem Pferd in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zukommt, verstärkt diese alte Symbolik: Es ist ein Jahr, das mit Bewegung, Aufbruch, Energie und innerer Kraft verbunden wird – Eigenschaften, die dem Pferd seit Jahrhunderten zugeschrieben werden. Japan – Gut zu Wissen – Zwischen Kami und Erleuchtung – das heilige Pferd weiterlesen

Japan – Miyazaki – Das verlassene göttliche Kind

Die Höhle von Udo lag hoch über dem Meer, verborgen im Fels, dort, wo Land und Wasser sich berühren. Unter ihr schlugen die Wellen gegen den Stein, doch in der Grotte selbst herrschte eine eigentümliche Stille, als hielte die Welt den Atem an. Hier hatte Toyotama-hime, Tochter des Meeresgottes Watatsumi, ihr Kind geboren. Japan – Miyazaki – Das verlassene göttliche Kind weiterlesen

Japan – Gut zu Wissen – Traditionelle japanische Laterne die Tōrō (灯篭)

Ein Toro (灯篭) ist eine traditionelle japanische Laterne, die seit Jahrhunderten in Tempeln, Schreinen und Gärten verwendet wird. Ursprünglich kamen diese Laternen aus China nach Japan und verbreiteten sich dort gemeinsam mit dem Buddhismus. Anfangs dienten sie vor allem praktischen Zwecken: Sie beleuchteten Wege, Tempelvorhöfe und Eingänge und wurden gleichzeitig als Opferlichter genutzt. Das Licht galt dabei als Symbol der Erleuchtung und Weisheit, die die Dunkelheit des Unwissens vertreibt. Japan – Gut zu Wissen – Traditionelle japanische Laterne die Tōrō (灯篭) weiterlesen

Japan – In einer Küstengrotte

Der Wind roch nach Salz und füllte die Luft mit dem tiefen Murmeln des Meeres. Dort, wo die Brandung wie Atemzüge der Erde gegen die Felsen schlug, öffnete sich eine dunkle Höhle im Kliff — eine Grotte, die nur bei Ebbe ganz zugänglich war. Möwen kreisten über ihr, als hätten sie bereits geahnt, dass sich in dieser Stunde etwas Bedeutendes ereignen würde. In alten Berichten aus Izumo heißt es, dass solche Felsgrotten oft Orte der Begegnung zwischen Menschen und Göttern waren, Schwellenräume zwischen der Meereswelt und der Welt der Kami. Japan – In einer Küstengrotte weiterlesen