Japan – Essen – Umeboshi

Eine Herausforderung an den unbedarften Gaumen stellt in der japanischen Küche Umeboshi dar.

Diese Frucht, zumeist als Pflaume bezeichnet, ist nach ihrer Zubereitung ein sauer, salziger Genuss. Ich gebe zu, dieser Geschmack überforderte mich im ersten Moment etwas, wenngleich ich sowohl salziges als auch saures sehr schätze. Doch in der Zwischenzeit mag ich diese Frucht außerordentlich.

Die verschiedenen Darreichungsformen von traditionell bis zu einem leckeren Snack aus der Tüte haben alle ihren Reiz. Besonders an warmen Tagen sind diese Früchte bekömmlich.

Wer in Japan ein Bentō oder Onigiri ersteht, hat eine gute Chance auch Umeboshi dargereicht zu bekommen. Gerade in einem Onigiri, mit seinem Reis, entwickelt sich der besondere Geschmack durchaus mild und sehr angenehm.

Japan - food - Umeboshi hard tried
Japan – food – Umeboshi hard tried

Japan – Essen – Shiokara

Shiokara lernte ich erst jüngst kennen und man meinte, ich könnte Natto genießen, also warum nicht auch Shiokara.

Ohne etwas Genaueres zu wissen, näherte ich mich dem Verzehr dieses Nahrungsmittels. Zum Glück hatte man mir mitgeteilt, dass es zumeist mit gekochtem puren Reis konsumiert wird und so tat ich es auch.

Diesem Umstand war es zu verdanken, dass mein Salzschock nicht gar so umfangreich ausfiel. Doch selbst, nachdem ich den Geschmack zumindest als extrem ungewöhnlich eingestuft hatte, fand ich eigentlich gleich einigermaßen Gefallen an diesem Lebensmittel. Doch meinte ich auch jeden zu verstehen, der sich mit grauen abwendet.

Nach dem Studium zu Shiokara, erfuhr ich, dass es sehr salzig eingelegte Meeresfrüchte waren (von Zubereitung zu Zubereitung konnten es durchaus andere Meerestiere sein) und es zumeist gerne nach dem Genuss von Alkohol konsumiert wurde. Was ich mir gut vorstellen konnte, denn nach Alkohol lechzt der Körper durchaus etwas nach Ausgleich seines Salzhaushaltes. Zudem lernte ich, dass es selbst für Japaner ein gewisses Maß an Gewohnheit bedarf, bis man Shiokara zu schätzen weiß.

Den geschmacklichen Durchbruch und der Zeitpunkt, seit dem ich Shiokara mehr als liebe, hatte ich nach einem Besuch eines wunderbaren Wochenmarktes in Wajima. Dort erstand ich an einem Stand von einer älteren Dame eine hausgemachte Version dieses Essens. Diese Version war nicht so salzig wie üblich und war zudem außergewöhnlich geschmackvoll und lecker. Seit jener Zeit war ich ein wirklicher Fan von Shiokara und vermisse diese Version, die ich wohl nie wieder essen werden kann.

Neuseeland – … und trotzdem war es schön – Stewart Island

Geschichte vorlesen lassen …

IMG0010Stewart Island, diese Perle im Süden Neuseelands, ja was war sie für mich, die Hölle, ein bizarres Abenteuer oder der größte Spaß den ich bisher erlebt habe. Dieser Zwiespalt sitzt so tief, dass ich selbst jetzt, wo die Strapazen der Tour schon lange ein Ende haben, noch mein Bewusstsein spaltet.

Als ich die Wanderung vorbereitete, war ich Feuer und Flamme. Ich malte mir in glühenden Farben aus, wie ich mich durch den Schlamm, den Regen und den Busch von Hütte zu Hütte oder zum nächsten Biwakplatz kämpfte. Jedoch schon die Überfahrt von Bluff nach Oban (der einzige Ort auf Stewart Island) ließ meinen Enthusiasmus stark sinken. Die See war zwar ruhig und dennoch wurde mir zusehends schlechter und schlechter. Nur die Tatsache, dass ich mich in den Schlaf rettete ließ es nicht zum äußersten kommen.

Als ich wieder erwachte, fühlte ich mich sehr elend. Jedoch nach einem Blick aus dem Fenster hielt mich nichts mehr, denn nun sah ich diese wilde, wunderschöne Insel.

Ich war sehr froh, als ich endlich festen Boden unter den Füßen spürte, denn nun stand meinem Abenteuer nur noch eine Nacht, die ich in Oban bleiben musste im Wege.

image Die Suche nach einer Unterkunft stellte mich vor ein paar Probleme, denn mein Vorrat an Geld war fast gegen Null geschrumpft.

Eigentlich hatte ich die Reise an diesem Morgen mit genügend Geld begonnen, doch ungewöhnliche Ausgaben, sorgten dafür, dass ich wahrlich Haus halten musste mit meinen Geldmitteln.

Was war passiert…

Meine Überfahrt auf die Insel fiel genau auf die Osterzeit. Dies hatte zur Folge, dass meine geplante Anreise von Invercargill nach Stewart Island an dem Umstand scheiterte, dass keine Fähre an meinem Wunschtermin zur Verfügung stand. So hatte ich mich auf ein anderes Datum vertrösten lassen und auch mein hartnäckiges Nachfragen, ob ich ohne Probleme hätte von Invercargill bis nach Bluff, dem Startpunkt meiner Fährfahrt gelangen würde, wurde mir mit Nachdruck versichert.

Nun saß ich am Morgen meiner Fahrt nach Bluff an der örtlichen Bushaltestelle und wartete auf meinen Transport. Die Tatsache, dass an diesem Tag die Straßen von Invercargill mehr als Menschen leer waren, wunderte mich schon etwas, doch maß ich diesem Umstand aktuell keine weitere Bedeutung bei. Dies änderte sich, als die Zeitpunkt der Abfahrt des Busses deutlich überschritten war. Selbst geduldiges Warten änderte nichts. Es kam kein Bus. Lediglich ein Taxi fuhr ab und zu an meiner Nase vorbei und so stoppte ich es schließlich und ließ mich nach Bluff bringen. Der Taxifahrer erklärte mir, dass der heutige Tag ein Feiertag sei und an diesem Tag führen keine Busse. Zudem teilte er mir mit, dass ich einen Feiertagszuschlag für die Fahrt entrichten müsse und so blätterte ich meine paar Kröten vor ihn hin und musste arg rechnen, ob meine Finanz- Ressourcen nun noch ausreichten. Ich kam zu dem Schluss, dass ich die Rückfahrt der Fähre noch bezahlen könne,  doch blieben mir lediglich 10 Euro zur sonstigen Verfügung übrig.

Kurz nach meiner Ankunft hatte mich eine Bewohnerin angesprochen und sie unterhielt sich mit mir und ich erzählte ihr von meinem aktuellen Problem. Dies nahm sie zum Anlass mir im jedem Fall Helfen zu wollen. So wurde ich in ihr Haus eingeladen und sie begann zu telefonieren. Sie fand ein paar Möglichkeiten zur Übernachtung, doch jedes Mal kam sie zu dem Entschluss, dass es zu teuer für mich sei, da mein ganzes Geld drauf ginge. Schließlich fand sie eine Unterkunft und diese sollte lediglich 5 Euro kosten.

Allerdings merkte sie bei dieser Unterkunft gleich an, dass es dort nichts zum Essen gäbe. Deshalb ging sie zu ihrem Kühlschrank, öffnete ihn, und bot mir an mich aus ihm zu bedienen. Ich war so überrascht, dass ganz verdattert dieses freundliche Angebot ablehnte, in dem ich ihr versicherte, dass ich genügend Nahrungsmittel mitführen würde.

Ich machte mich schließlich auf dem Weg zu meiner Unterkunft und hatte das Grundstück der Frau fast verlassen, als sie mich rief und aufforderte zu warten. Ich tat wie mir geheißen. Daraufhin verschwand sie um kurze Zeit später mit zwei riesigen Äpfeln aufzutauchen die sie mir in die Hand drückte.

Mit den Äpfeln in meinen Händen  und dem guten Gefühl neuseeländische Herzlichkeit kennengelernt zu haben, ging es nun endgültig zu meiner Schlafstätte.

Meine Nacht verbrachte ich im Haus eines Fischers. Die Schlafstätte war wirklich spartanisch, dennoch fühlte ich mich sehr wohl und da es noch einen anderen Gast gab, wurde lange geplaudert und der  Abend verging wie im Fluge.

Obwohl ich ein notorischer Langschläfer bin, erwachte ich bei den ersten Sonnenstrahlen. Das war aber, ehrlich gesagt, nicht ganz so schwer wie es sich anhört, denn hier war es schon spät im Jahr und so war es immerhin schon 8 Uhr.

Die Vorbereitungen für meine heutige Tagesetappe dauerte nicht lange, und voller Tatendrang stürmte ich los.

Die ersten 5 km hieß es einer geteerten Straße zu folgen. Da es aber stetig steil auf beziehungsweise  ab ging, kostete es bei meinem rund 35 kg schweren Rucksack schon etwas Anstrengung. Etwa nach einer ½ Std. Fußweg, stellte ich zu “meiner Freude” fest, dass ich am Morgen wohl etwas zu flink beim Packen gewesen war und meine Wasserflasche vergessen hatte. Ohne sie wollte ich nicht laufen, daher landete mein Gepäck im Busch und ich rannte zurück um sie zu holen.

image Nach rund 45 Minuten war ich zurück, schulterte meinen Rucksack und war froh wieder im Besitz meiner Wasserflasche zu sein.

Schließlich erreichte ich den eigentlichen Beginn des Wanderweges. Ich sah wie der Weg alsbald im dichten Bush verschwand  und ich malte mir aus was mich hier erwarten würde. Doch lange währte dieses Verharren nicht, sondern ich setzte mich in Bewegung und befand mich gleich in der exotischen, wilden Natur der Insel.

Obwohl die Sonne von einem fast Wolken freien Himmel ein herrliches Licht verbreitete, merkte man davon im Busch nichts mehr. Das dichte Farnwerk hielt das Licht sehr gewissenhaft ab. Wollte ich fotografieren, blieb mir nichts anderes übrig, als den Blitz zu verwenden.

Zu Beginn war der Wanderweg außerordentlich gut präpariert. Er bestand aus einem Holzsteg, der zudem mit einem Drahtgeflecht überzogen war. Dadurch kam ich sehr schnell vorwärts.

Schon nach 20 Min. bekam ich das erste Mal das zu Gesicht, was den besonderen Reiz dieses Weges ausmachte. Der Wanderweg verließ den Busch und ich stand an einem kleinen aber sehr hübschen Strand. Über diesen Anblick war ich so entzückt, dass ich gleich ein paar Minuten stehen blieb und die Szenerie auf mich wirken ließ.

Solche herrliche Aussichten wurden mir an diesem Tag noch ein paar Mal geboten und ich genoss es jedes Mal von neuem, wenn ich durch den Busch das Meer erspähte oder sogar an einem Strand laufen konnte.

Eigentlich dachte ich, dass meine Begeisterung nicht mehr gesteigert werden könnte. Doch da täuschte ich mich gewaltig. Denn plötzlich sah ich mich einer neuen, sehr verlockenden Herausforderung gegenüber.

NewZealand-CD03-IMG0008Es war eine Hängebrücke. Sie war zwar nicht besonders hoch, doch eine der Kürzesten war sie auch nicht. Da meine Erfahrungen in der Benutzung dieser Art von Brücken äußerst spärlich waren, tastete ich mich vorsichtig vorwärts. Doch nach und nach überwand ich meine Hemmungen, und ich gewöhnte mich an das Geschaukel, so dass ich schließlich richtig zügig über sie hinweg lief. Als die Brücke überquert war, schaute ich voller Bedauern zurück und wünschte mir, dass sie ruhig noch etwas länger hätte sein können.

Obwohl ich das Laufen genoss, freute es mich, als ich endlich mein Tagesziel die ‚Port William Hütte‚  zu Gesicht bekam.

Als ich die Hütte selber erreichte, ließ meine Begeisterung doch etwas nach. Dies lag weniger an der Hütte oder ihrer Lage, sondern mehr an der Tatsache, dass die Hütte gerammelt voll war. Ich konnte noch eines der letzten Schlafstätten ergattern. Da im Verlaufe des Tages jedoch immer mehr Leute eintrafen, war alsbald nicht ein Bett mehr frei und so wurden nach und nach immer mehr Zelte um die Hütte herum errichtet.

Den Nachmittag nutzte ich, um mich zu entspannen und um in der Sonne zu liegen. Das war jedoch kein reines Vergnügen, denn die Sandfliegen, diese kleinen Quälgeister, die einem schrecklich juckende Stiche verpassten, stürzten sich in wahren Scharen auf mich. Nur das Schutzmittel, welches ich vor Beginn dieser Tour erworben hatte, gab mir für einen begrenzten Zeitraum eine angenehme Ruhe.

IMG0009Diese, meine zweite Nacht auf Stewart Island, wurde für mich zu einer kleinen Katastrophe. Die Leute, mit denen ich das Zimmer teilte schnarchten allesamt wirklich extrem. Als es mir zu bunt wurde, schnappte ich meinen Schlafsack und verzog mich vor die Hütte. Hier war ich zwar von den Schnarchern befreit, doch nun stürzten sich Stechmücken auf mich. An Schlaf war also kaum zu denken. Ich war sehr froh, als endlich der Morgen anbrach und die ersten Aktivitäten in der Hütte zeigten, dass auch ich aktiv werden konnte.

Heute, mein 3. Wandertag, sollte der Tag werden, an welchem ich den ersten Kontakt mit dem Schlamm haben würde. Der Anfang des Wanderweges war jedoch so gut ausgebaut, dass ich dachte, dass sich der Schlammkontakt um einen weiteren Tag verschieben würde. Diese Annahme war jedoch grundlegend falsch. Ohne Ankündigung endete nämlich plötzlich der gute Weg und das Gehüpfe von einer Seite es Weges auf die andere begann. Lief man in der Mitte, steckte ich sofort bis zu den Knöcheln im Morast.

Zu dieser Schlammschlacht kamen noch die Unwegsamkeiten, die einem der Busch auferlegte. Es ging nämlich stetig hinauf und hinunter und die Wurzeln, die sich stellenweise in einem dichten Geflecht über den Weg legten, erleichterten die Sache nicht gerade. Oftmals ging es so steil abwärts, dass ich froh war, dass es die Wurzeln gab, denn sie dienten als hervorragende Tritte und Griffe.

Nach einer schier endlos scheinenden Schinderei, erreichte ich den ‚Bungaree Beach‘. Als ich ihn betrat, war ich kurz davor einen riesigen Freudenschrei loszulassen so begeisterte mich dieser wunderschöne, mit weißem Sand gepuderte Strand. Zudem  entdeckte ich am Ende des Strandes die Hütte welche meine Heimstadt für die nächste Nacht sein sollte.

IMG0012Als ich die Hütte erreichte, befreite ich mich als erstes von meinen Klamotten die so voll Dreck und Schlamm waren, dass ich meinte, dass sie von alleine stehen könnten.

Aus dem Hüttenbuch, in dem man nicht nur seinen Namen und etliche andere Daten eintrug, erfuhr ich, dass man von der Toilette einen wunderbaren Blick auf den Strand haben sollte. Etwas skeptisch und belustigt über solch‘ eine Eintragung, ging ich mich überzeugen. Durch ein Loch in der Toilettentüren hatte man, ich gebe es voller Überzeugung zu, einen wirklich sagenhaften Blick auf diesen Strand.

Im Gegensatz zur letzten Hütte, waren wir in dieser Nacht nur zwei Personen und so kam ich zu einem ruhigen und wohl auch wohl verdienten Schlaf.

In den vergangenen Tagen hatte ich mit dem Wetter mehr als Glück gehabt, doch dies schien sich heute zu ändern, denn als ich am Morgen aufbrach, war der Himmel von dicken, sehr nach Regen aussehenden Wolken bedeckt.

Mein heutiger Weg verhielt sich auch nicht nett, er war noch schlammiger als am Vortag. Aber nachdem ich einmal so richtig eingesaut war, war mir alles egal, also lief ich meistens einfach mitten durch den Dreck.

Heute überraschte mich der Weg mit extrem steilen An- und Abstiegen. Mir blieb dadurch meist nichts anderes übrig, als die Abstiege auf dem Hosenboden und die Anstiege auf den Knien zu bewältigen.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichte ich den ‚Murray Beach‘. Der Abstieg zu ihm war zwar hart, aber es lohnte sich, denn als ich ihn betrat, sah ich wie herrlich er war. Er schien fast unendlich lang zu sein, so dass ich sein Ende kaum ausmachen konnte. In seiner Mitte zog sich ein Priel welcher der Schönheit dieses  Strandes das gewisse etwas verlieh.

Ich genoss es im Sand zu laufen, auch wenn mich mein Rucksack oft tief in den Sand drückte und dadurch das gehen sehr erschwert wurde.

Schließlich verschwand der Weg wieder im Busch. Das nun zu bewältigende Stück war zwar flach, aber dennoch hatte ich Mühe vorwärts zu kommen.

Witziger weise entstanden diese Probleme nicht durch die Natur, sondern waren von Menschenhand geschaffen, denn um dem Wanderer das Laufen zu erleichtern, hatte man einen Holzsteg errichtet, doch waren die Holzstücke nicht flach, sondern halb rund. Außerdem fehlte meist das Drahtgeflecht und so lief ich wie auf Eiern und rutschte das ein und das andere Mal weg.

IMG0013 Als es schließlich tatsächlich zu regnen begann, wurde dieser Steg glitschig wie mit Seife eingeschmiert und so fand mich regelmäßig auf dem Boden liegend.

Ziemlich gegen Ende dieses Steges hatte ein Witzbold auf ein Stück Holz geschrieben: „Achtung vor entgegenkommenden Zügen!“ und erst jetzt fiel mir auf, dass dieser Steg wirklich viel Ähnlichkeit mit einem Bahndamm hatte!

Ich war heilfroh, als es wieder durch den Dreck ging. Der restliche Weg bis zur Hütte war dann erstaunlich einfach und dennoch war ich mehr als froh, als ich schließlich meine Unterkunft für die Nacht erreichte, denn der Regen begann an Intensität deutlich zuzunehmen..

Die erreichte Hütte war mit Abstand nicht nur die Neueste und Beste, sondern sie hatte auch noch einen hübschen Namen. Sie hieß ‚Christmas Village Hut‚.

In dieser Nacht teilte ich mit etlichen Leuten die Hütte und das brachte viel Spaß und Abwechslung. Lediglich meine nicht wirklich guten Englischkenntnisse bereiteten mir Probleme, um allen Unterhaltungen gebührend folgen zu können.

image Mein Aufenthalt in dieser Hütte sollte 2 Nächte dauern. Den dadurch entstandenen Tag wollte ich nicht zum Müßiggang nutzen: Ich wollte den Berg Anglem, mit 980 Metern, der höchste Berg auf dieser Insel, besteigen.

Diese Besteigung (eigentlich mehr eine Erwanderung), führte ich nicht allein, sondern zusammen mit einem dänischen Jungen durch.

In der vergangenen Nacht hatte es ohne Unterlass geregnet und auch jetzt als wir uns den Berg hinaufarbeiteten, hörte es nicht auf. Dieser Regen hatte zur Folge, dass unser Weg mehr einem Bach mit 10 Zentimeter Wassertiefe glich. Anfangs versuchten wir noch irgend wie trockenen Fußes vorwärts zu kommen, in dem wir von einer Bachseite auf die andere hüpften. Doch alsbald gaben wir es auf, und liefen einfach gegen den Strom von Wasser an, was auch irgendwie einen gewissen Reiz hatte.

Trotz des vielen Wassers kamen wir gut vorwärts und bald erreichten wir die Baumgrenze. Da es hier noch manns hohe Sträucher gab, bemerkten wir den Wind der hier kräftig blies, noch nicht. Erst später, als die Sträucher kleiner wurden, bemerkten wir mit welcher Gewalt der Wind uns hin und her schüttelte.

IMG0018Als ob wir durch den Regen, unseren Bachwanderweg und den Schweiß nicht schon genug Wasserkontakt hatten, erhielten wir noch eine extra Portion, denn aus heiterem Himmel glich unser Weg nicht mehr länger einem Bach, sondern einem See.

Wir überlegten, ob man ihn umgehen könnte, doch das war auf Grund des sehr dichten Buschwerkes unmöglich.

Ohne groß nachzudenken, wagte ich den ersten Schritt in das Wasser und versank sofort bis zum Bauchnabel darin. Tapfer wateten wir hindurch, waren aber mehr als froh, als wir schließlich wieder herausklettern durften.

Je höher wir kamen, um so stärker wurde der Wind und bald war es uns fast nicht mehr möglich vorwärts zu kommen. Irgendwann mussten wir einsehen, dass die Elemente sich gegen uns verschworen hatten und ein geordneter Rückzug sicherlich das cleverste war. Vor allem war kaum abzusehen wie wild das Wetter auf dem Gipfel sein würde.

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Auf unserem Weg nach unten verwandelte sich der Regen schließlich in dicke Hagelkörner, die durch den stürmischen Wind wie Geschosse auf uns nieder gingen und trotz meiner dicken Regenjacke spürte ich den Aufprall jedes einzelnen Korns schmerzhaft.

Völlig durchnässt, verfroren und etwas enttäuscht, dass wir unser Ziel nicht erreicht hatten, erreichten wir die Hütte und freuten uns über ein schönes warmes Feuer.

Während ein herrliches Feuer langsam meine Glieder auftaute und ich beim Blick aus dem Fenster feststellte, dass das Wetter eher schlechter als besser zu werden schien, reifte in mir die Entscheidung, lieber den Weg zurück zu laufen, als weiter in wohl noch aufgeweichtere Regionen des Weges vorzudringen. Etwas Wehmut machte sich bei dieser Entscheidung schon breit, denn irgendwie hatte ich an der Wildheit dieses Wanderns auf Stewart Island wirklich Freude gefunden. Aber die Entscheidung war gefasst und so wollte ich am nächsten Tag den Rückmarsch antreten.

Der Tag meines Rückmarsches, sollte ein wahrer ‚Glückstag‘ werden, doch davon hatte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich keine Ahnung.

Die ganze Nacht hatte es geregnet und entsprechend aufgeweicht und glitschig war der Weg.

IMG0021Eine besondere Herausforderung war für mich, dass die Bäche durch den Regen zu kleinen reißenden Flüssen geworden waren und zusätzlich mehr als reichlich neue Bäche hinzugekommen waren.

Oft blieb mir nichts anderes übrig, als Hüft-Tief durch sie hindurch zu laufen. Auch der Schlamm war nicht weniger geworden. Nicht selten versank ich bis zu den Knien in ihn und hatte einige Mühe mich vorwärts zu arbeiten.

Nach dem üblichen auf und ab, erreichte ich schließlich den “gehassten” Holzsteg, der mich zum ‚Murray Beach‘ bringen sollte.

Schon beim ersten Schritt auf den Steg, rutschte ich weg und landete mit voller Wucht auf meinem Teleskopstock. Dieser quittierte mit einem deutlichen 90  Grad Winkel. Damit war er, der mir in dieser Schlammhölle eine große Hilfe gewesen war, nutzlos geworden. Dies erschwerte das Laufen auf diesem Steg zusätzlich.

Als ich schließlich “Murray Beach” erreichte, begann es zu hageln. Ich hatte bis heute schon etliche Wetterwechsel erlebt, jedoch solch ein Extrem wie heute, war mir noch nie untergekommen.

Wie gesagt, es hagelte gerade, als ich den Strand betrat; doch nur höchstens 2 Min. später war weit und breit fast keine Wolke mehr zu sehen und die Sonne schien so wunderschön warm, dass man sich in die Südsee versetzt fühlen konnte.

Dieses herrliche Wetter nutzte ich, um ein kleines Päuschen einzulegen. In dieser Zeit schloss der Däne, der etwa eine ½ Stunde nach mir aufgebrochen war, zu mir auf. Wir plauderten kurz und kamen dabei überein den Weg gemeinsam fortzusetzen, wenngleich er der Ansicht war, ich wäre viel zu langsam. Womit er sicherlich auch recht hatte.

Als wir aufbrachen hatte sich das Wetter gerade wieder zum schlechteren gewendet und da war es ein Trost, dass bis zum heutigen Tagesziel nur noch eineinhalb Stunden Fußweg waren.

Auch wenn der Weg durch das viele Wasser eher schlechter geworden war, kamen wir gut vorwärts. Was leider dazu führte, dass wir auch etwas unaufmerksamer wurden und an irgend einer Kreuzung falsch abbogen. Doch bemerkten wir diese Falsche Entscheidung rasch und konnten unbeschadet und ohne großen Zeitverlust wieder auf den eigentlichen Weg zurückkehren.

Nach wirklich viel Schlamm, Wasser, Regen, Hagel und Wind erreichten wir die Hütte. Etwas missmutig schaute ich an mir hinunter uns stellte fest, dass ich ein Maß an Dreck an mir erreicht hatte was alles bislang dagewesene in den Schatten stellte. Selbst ich hätte mich nicht mehr umarmen wollen. Auch der Neuseeländer, der aus der entgegengesetzten Richtung kommend hier eingetroffen war, schaute uns etwas merkwürdig an und spätestens da war klar, dass wir ein erbärmliches Bild abgaben.

Im Verlaufe dieses Nachmittags versuchte er mich der Neuseeländer in das Geheimnis des angelns einzuweihen, jedoch war uns das Glück nicht gerade hold und uns blieb ein leckerer Fisch zum Abendessen vergönnt. Stattdessen mussten wir uns über unser Trockenfutter her machen, was zwar zum satt werden reichte, aber nicht wirklich ein Gaumengenuss war.

Am Abend zog ich ein Resümee über diesen Tag und all die Sachen, die ich im Laufe dieses Tages verloren oder zerstört hatte. Das Ergebnis, so fand ich jedenfalls, war erschreckend.

Ich hatte meine Uhr und Feuerzeug verloren. Darüber hinaus meinen Teleskopstock ruiniert und die Riemen an meinen Gamaschen waren ebenfalls kaputt gegangen. Dies war wirklich ein überdurchschnittliches Maß an Vernichtung von notwendigem Material.

Als ich am Morgen erwachte und einen Blick aus dem Fenster auf den Bungaree Beach warf, war ich wirklich begeistert, obwohl es draußen wie wild stürmte. Das Wasser wurde durch den Wind weit auf den Strand hinauf gespült und ab und zu richtig aufgewirbelt. Das ergab wirklich ein beeindruckendes Bild und Schauspiel. IMG0011Auch wie die Wolken über den Himmel gepeitscht wurden, suchte ihres gleichen. So änderte sich das Bild und Aussehen vom Strand fast sekündlich und ich genoss es nach draußen zu blicken und diesem Naturschauspiel zu folgen.

An diesem Tag brach ich sehr spät auf. Gemeinsam mit dem Neuseeländer stellte ich mich den heutigen Herausforderungen.

Die heutige Etappe war angenehm kurz und wir wanderten  gemütlich. So blieb viel Zeit den Busch näher zu betrachten oder Vögel zu beobachten. Dies war ein wirklich unterhaltsames Vergnügen.

Neben den Beobachtungen, versuchte ich trotzdem mich nicht so voll zu sauen wie in den Tagen zu vor und wich dem Schlamm so gut es eben ging aus. Doch irgendwie hatte er eine magische Anziehungskraft auf mich und eh ich mich versah war ich wieder von oben bis unten dreckig, als war ich über den feuchten Untergrund gerobbt.

Im weiteren Verlauf dieses Tages, wollte ich zumindest ein Mal ein Foto von einer Bachdurchquerung haben und obwohl ich dieses Gewässer hätte mit Hilfe von Baumstämmen trocken Fußes überqueren können, stürzte ich mich ins kalte Nass und ließ das Foto schießen. Auf diese Weise war ich war völlig nass, meine Kleidung hingegen wurde wieder sauber.

An unserem Tagesziel angelangt, erwartete uns eine sehr unangenehme Überraschung, denn wir mussten alsbald feststellen, dass fast das gesamte Holz aufgebraucht und das, welches uns noch zur Verfügung stand, wirklich feucht war. Zum Glück beherrschte der Neuseeländer die Kunst auch solch ein Holz zum Brennen zu bringen. Es dauerte zwar lange, doch als bald konnten wir uns an den züngelnden Flammen aufwärmen.

Als es Zeit war mir das Abendessen zuzubereiten, zelebrierte ich eine mir lieb gewordene Gewohnheit. Das große Reste-Essen. Ich staunte nicht schlecht welche Mengen ich dabei produzierte. So wurde dies ein Abend, an dem ich wirklich einmal völlig satt wurde und mich rund und voll fühlte.

Als ich am Morgen erwachte, war es noch dunkel und es regnete in Strömen. Am liebsten wäre ich liegen geblieben, doch wollte ich mein Boot rechtzeitig erreichen, welches mich zurück zum Festland bringen sollte, deshalb musste ich wohl oder übel aufstehen.

Schließlich befand ich mich auf dem Weg nach Oban. Ich versuchte mich beim Laufen durch den Regen etwas aufzumuntern, Als sich der Wanderweg schließlich wieder in einen Bach verwandelte, halfen auch die besten Versuche mich aufzumuntern nichts mehr.

IMG0022Trotz der widrigen Umstände, erreichte ich erstaunlich schnell den Maori Beach. Als ich dessen Ende erreichte, staunte ich nicht schlecht, denn dort hatte sich durch den Regen ein etwa 10 – 15 Meter breiter Fluss gebildet. Die Strömung war auch der Gestalt, dass ich mir etwas Sorge machte sicher durch ihn hindurch warten zu können. Als ich vor ein paar Tagen an selber Stelle vorüber gekommen war, gab es diesen Fluss zwar auch schon, doch unter schieden sie sich deutlich in hier Mächtigkeit und Wildheit. An vergangenen Tage zu denken, half mir jetzt jedoch nicht weiter und so suchte ich mir einen Stock und wagte mich an die Durchquerung.

Die Wasseroberfläche machge den Anschein, als hätte ich ein gleichmäßig fließendes Gewässer vor mir, doch dies täuschte. Denn während ich durch das Wasser watete, wurde verschiedene Regionen meiner Beine in die unterschiedlichsten Richtungen gedrückt. So wollte die  Wasseroberfläche in Richtung Meer fließen und schon etwas tiefer schien das Wasser den Wunsch zu haben in Richtung Land zu strömen. Es war wirklich nicht einfach nicht aus dem tritt zu kommen und unbeschadet die andere Uferseite zu erreichen. So war ich wirklich froh, als ich wieder festen Boden unter mir spürte und nur noch auf das Hindernis zurück blicken brauchte.

Von nun an gab es keinerlei Probleme mehr und nach einem angenehmen Weg über die Zufahrtsstraße zum Wanderweg, erreichte ich Oban.

Als erstes erstand ich eine Fahrkarte für das Boot, um nicht unversehens noch eine Nacht hier bleiben zu müssen, weil das Bpot voll war. Nachdem ich das Ticket in Händen hielt, konnte ich mich entspannt anderen Aktivitäten wittmen. Gleich zu Beginn entschied ich mich von meinen durch und durch nassen und dreckigen Kleidungsstücken zu trennen. Ich gebe zu, ich fühlte mich bedeutend besser, als dies vollzogen war.

Die restliche Zeit verbrachte ich in der Nähe des Hafens und des örtlichen Supermarktes, wo ich mich mit ein paar Dingen versorgte, die ich etwas in den vergangen Tagen vermisste. Denn so eine Wander-Essens-Versorgung ist nicht zwangsläufig ein kulinarischer Hochgenuss.

Je näher die Abfahrt des Bootes rückte,  um so mehr Leute tauchten aus dem Bush auf und schlossen sich mir beim Warten an. So kam ich in den Besitz an Informationen über den Wanderweg, der  mich damit besänftigte die Tour abgebrochen zu haben, denn es schien mir, als seien sie noch tiefer im Wasser und Dreck versunken als ich.

Besonders die Erzählung eines Paares beeindruckte mich, denn sie hatten sich gleich mehrere Stunden am heutigen Tag mehr als knietief durch Wassermengen arbeiten müssen und sie fühlten sich mehr als Fisch als Wanderer.

Die Überfahrt  aufs Festland war wesentlich stürmischer als die Herfahrt und so dauerte es noch weniger Zeit, bis sich in mir ein intensives Gefühl einer einsetzenden Seekrankheit meldete. Auch heute rettete ich mich in den Schlaf und überstand auf diese Weise die Überfahrt einigermaßen glimpflich.

Tja, das war sie nun, meine Wanderung auf Stewart Island. Sie war erheblich kürzer ausgefallen als geplant und ich lernte, was es hieß, morgens in nasse, stinkende Klamotten zu steigen. Doch wenn sich es nicht verlockend anhört, ich hatte Spaß an der Tour gehabt und sie brannte sich als ein besonders schönes und abenteuerliches Erlebnis in meine Erinnerung. Weder die widrigen Wetterverhältnisse, noch meine Unfähigkeit die Wanderung wie geplant zu beenden konnten mir dieses Erlebnis zerstören.

Eines ist für mich jedenfalls klar, sollte ich irgendwann einmal wieder Neuseeland besuchen, so steht Stewart Island wieder ganz oben auf meiner Liste und ich werde wesentlich mehr Zeit für dieses Juwel investieren.

Norwegen – … und ich staunte noch immer – Royales Frühstück

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image Es war mein letzter Urlaub in Norwegen und das letzte Mal, dass ich mit einem Interrail Fahrschein fahren durfte, denn mein 27. Geburtstag stand in diesem Jahr an.

Aus diesem Grunde hatte ich mich dazu entschlossen nicht auf direktem Wege nach Norwegen zu fahren, sondern die Möglichkeiten des Interrail Fahrscheins ordentlich auszunutzen und die anderen skandinavischen Länder in meine Reise einzubeziehen.

So ging ich zu Beginn mit dem Zug von Deutschland nach Stockholm. Dort gab es einen mehrstündigen Aufenthalt, den ich für eine kleine Stadterkundung nutzte. Danach ging es weiter in Richtung Norden, bis die Grenze nach Finnland erreicht war. Hier ging es mit einer Bummelbahn über die Grenze und schließlich wieder weiter in Richtung Norden. nach etwa 70 Stunden Fahrt gönnte ich mir eine Unterbrechung der Fahrt und startete eine Wanderung in den finnischen Wäldern. Nach diesem Ausflug in die Natur ging es rasch weiter nach Norden, hinein nach Schweden bis ich schließlich Kirkenes an der Norwegisch-Russischen Grenze erreichte.

Um nach dieser langen Anreise wieder zu Kräften zu kommen und mich auf meine Hauptwanderung in Norwegen vorzubereiten, wollte ich mir eine gemütliche Fahrt mit dem Postschiff gönnen, welche den Süden Norwegens mit dem Norden verband. Erfreulicherweise erreichte jeden Tag eines der 12 Schiffe der Hurtigruten Flotte die  Häfen auf der gesamten Strecke. So war es kein Problem eines der Schiffe zu erreichen und die Fahrt antreten zu können.

Leider stellte sich heraus, dass das bestiegene Schiff zur neueren Generation der Schiffe gehörte und diese waren mir zu nah an einem Kreuzfahrtschiff. Ich wollte lieber noch eines der alten Baureihe verwenden.

Nach kurzer Recherche erfuhr ich, dass das nächste Schiff nach diesem genau meine Wünsche erfüllte. So blieb ich gerade einmal bis zum nächsten Anlege Hafen an Bord, um dann auf mein Wunschschiff zu warten.

imageSo konnte ich mich zwar auf die weitere Fahrt freuen, doch stellte die Unterbringung für die kommende Nacht ein Problem dar. Ich hatte nicht die Absicht in einem Hotel oder ähnlichem zu nächtigen, doch auch der örtliche Zeltplatz war für mich zu Fuß nicht wirklich erreichbar. So suchte ich mir einfach eine Stelle in der Nähe des Ortes, an der ich mich traute mein Zelt aufzubauen.

Sicherlich hätte ich, wenn ich gefragt hätte ganz offiziell irgendwo zelten können, doch war ich etwas scheu zu fragen und so baute ich mein Zelt so in einer Mulde auf, dass es von nirgends gesehen werden konnte.

Nach meinem 24stündigen Aufenthalt ging die Fahrt weiter  und ich genoss sie, denn ich konnte sie mit genau dem Schiff fortsetzen, welches ich mir gewünscht hatte. Nun, ich gebe zu, einen kleinen Nachteil hatte das ganze. Das Wetter wurde zusehends schlechter und rauer und so wurde dieses Schiff ordentlich von den Elementen  hin und her geschüttelt, denn einen ausgefeilten Wellenstabilisator gab es halt nicht. Also hieß es Tabletten schlucken und das schlechte Wetter genießen.

Nach drei Tagen Fahrt, verließ ich das Schiff in Bodø, eine Stadt weit oberhalb des Polarkreises und Ausgangspunkt meiner Wanderung im Saltfjellet.

imageDie Zeit in Bodø war damit angefüllt, die  mehrtägige Tour durch das Hochland, vorzubereiten. So holte ich mir den Schlüssel für Hütten, bezahlte meine Mitgliedschaft (obligatorisch) im norwegischen Wanderverein (DNT) und ging zur Post um mein Verpflegungspaket abzuholen.

Ich hatte mir aus Deutschland postlagernd ein Paket mit Energieriegeln, Mineraldrinks und anderen notwendigen Lebensmitteln zugesendet, um genau das zur Verfügung zu haben, was mir für meine Tour an Nahrung vorschwebte. Zudem ließ sich dadurch einiges an Geld sparen.

Leider musste ich feststellen, dass sich der Zoll an meinem Paket vergangen hatte, was grundsätzlich wirklich in Ordnung war, denn was konnten meine Getränkepulver denn auch noch alles andere sein, als etwas zum Trinken. Doch hatte man sich beim Verschließen der Verpackungen nicht wirklich viel Mühe gegeben, und so herrschte eine herrliche Sauerei im Paket. Dennoch blieb noch genügend zum Verzehr übrig, was mich etwas versöhnte.

Zum Wanderweg ging es via Bus. Auf dieser Fahrt lernte ich Peter kennen. Einen Schweizer der hier in Norwegen arbeitete. Er wollte die selbe Strecke laufen wie ich und so fragte er, als wir schließlich die Endhaltestelle erreicht hatten, ob wir nicht zusammen wandern sollten.

Ich erklärte ihm, dass ich wahrlich nicht der schnellste Geher sei und er sich meinem Tempo anpassen müsse. Dies war für ihn aber kein Problem und so begann ich den Ausflug ins Fjell mit ihm.

Der Bus hatte uns nicht wirklich in der Nähe des Wanderweges in die Landschaft entlassen, sondern es stand uns noch ein ordentliches Stück Weg auf einer Zufahrtsstraße bevor. Dies war nicht so verlockend und so war ich um so glücklicher, als es Peter gelang eine Mitfahrgelegenheit für die nächsten Kilometer zu ergattern.

imageAuf diese Weise näherten wir uns wirklich zügig dem Beginn des Wanderweges und jener Hütte, in der wir die folgende Nacht verbringen wollten. Wir mussten bis zur Hütte zwar noch ein klein wenig Laufen, doch dies war ein angenehmes Stück Weg durch die unberührte Natur Norwegens.

Bei der Hütte angelangt, freuten wir uns schon auf eine schöne Unterkunft, ein schickes Bett und leckeres Essen. Doch bevor wir dies in Anspruch nehmen konnten, hieß es die Hütten Tür aufzuschließen. Dies erwies sich aber als schwierig, denn weder der Hüttenschlüssel von Peter noch der meinige passte auf das Schloss und so standen wir etwas verdutzt vor der verschlossenen Hütte und begannen zu grübeln wie wir die Nacht verleben wollten.

Ich hatte eine Folie mitgenommen, um zur Not in der Natur ein Notbiwak errichten zu können, dass ich diese aber schon so früh zu Beginn meiner Tour benötigen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Sie war aber unsere einzige Möglichkeit, um mit einem Dach über dem Kopf die Nacht verleben zu können.

Wir hatten gerade unsere Notunterkunft bezogen und dachten über unser Mahl nach, als andere Wanderer bei der Hütte eintrafen. Ihr Schlüssel passte und so bekamen auch wir Zutritt in die Hütte. Nun stellte sich auch heraus, dass diese Hütte zu einem anderen Wandergebiet gehörte und somit ein anderer Schlüssel zu verwenden war. Dass man uns darauf nicht aufmerksam gemacht hatte, als wir unsere Schlüssel in Empfang genommen hatten, war schon ein wenig ärgerlich, doch nun waren wir eigentlich nur froh, dass wir für diese Nacht eine schöne Unterkunft zur Verfügung hatten. IMG_1019Der erste richtige Wandertag verlief wirklich gut. Wir hatten schönes Wetter und Peter fand den Wanderweg, trotz mangelhafter Markierung fast wie im Schlaf und so konnte ich mich ganz auf die grandiose Landschaft konzentrieren und brauchte ihm nur hinterher zu trotten.

Es war gerade die Zeit der Moltebeere und so konnten wir ab und zu die Wanderung unterbrechen und genossen diese besondere Leckerei.

Als wir am Abend unsere Hütte erreichten war ich so fertig, dass ich kaum mehr laufen konnte. Peter hingegen war durch diese kurze 8stündige Tagesetappe überhaupt nicht ausgelastet und wusste fast nicht wohin mit der verbliebenen Energie. Ich selber schielte nur auf das Bett und die Möglichkeit schnellst möglich nach dem Abendessen im Schlafsack zu verschwinden.

Bevor wir am nächsten Tag unsere Tour fortsetzten wurde die Hütte ordentlich geputzt und sie blitzte wie neu als wir schließlich aufbrachen. Doch so hatten wir die Unterkunft auch vorgefunden und so war es selbstverständlich dem nächsten Wanderer ein sauberes Heim für die Nacht und genügend trockenes Holz zu hinterlassen.  Dieses Selbstverständnis bei der Nutzung dieser Hütten gefiel mir ausgesprochen gut.

Am dritten Abend erreichten wir eine der schönsten Hütten, die ich bislang in Norwegen aufgesucht hatte. Sie war außerordentlich luxuriös und ansprechend eingerichtet. In der Küche entdeckten wir zudem einen Karton mit, in Norwegen, teuren Lebensmitteln. Peter meinte daraufhin, dass hier etwas nicht stimmen würde. Aus Spaß meinte er noch, dass wir in der falschen Hütte seien. Dies stimmte zwar nicht, doch war dieser Karton schon sehr mysteriös.

So mysteriös diese Box auch war, auf unseren Aufenthalt hatte keine Auswirkung, denn wir mussten mit dem Essen auskommen, welches wir mit uns führten. So hockten wir schließlich in der Küche und philosophierten was wir uns an diesem Abend zubereiten wollten.

Während es hin und her ging, sah ich eine Gruppe von Menschen am Hüttenfenster vorüber kommen und es war klar, wir würden in dieser Nacht die Unterkunft teilen müssen, dennoch war aktuell unser Verpflegungsproblem vorrangig.

IMG_1018Schließlich betrat ein älterer Mann die Hütte. Er kam auf direktem Wege zu uns und meinte nur: „Benehmen sie sich bitte ganz normal, denn jetzt kommt der norwegische König und Königin.“

Wir schauten uns etwas ungläubig an, doch schon etwas später betraten tatsächlich der König und die Königin die Hütte. Ich gebe zu, wir waren über dieses Zusammentreffen mehr als verdutzt, wussten nun aber warum der Karton mit den leckeren Lebensmitteln in der Hütte deponiert worden war.

Kurze Zeit später, nachdem wir wirklich realisiert hatten, mit wem wir in dieser Nacht die Hütte teilen würden, kamen wir überein, die Gruppe in Ruhe zu lassen, denn wir waren der Ansicht, dass sie bestimmt froh währen, wenn wir uns nicht auf sie Stürzen und irgendwelche Erinnerungsphotos oder ähnliches einzufordern. Öffentlichkeit hatten sie bestimmt genügend und so hätten sie hier ihre Ruhe.

Etwas später kam der ältere Mann erneut und bat uns, ob wir nicht in einen Raum außerhalb der Hütte ziehen würden. Peter und mir war es egal und so packten wir unsere Sachen. Als der König dies sah, fragte er, was wir da machen. Wir erklärten ihm, dass wir gebeten worden waren umzuziehen. Er meinte daraufhin jedoch nur, dass dies wegen ihm nicht nötig sei, denn wir würden uns schließlich diese Hütte teilen.

imageTrotzdem zogen wir um.

Am nächsten Morgen schliefen wir länger, denn wir wollten die Küche nicht mit den anderen teilen und unserem Vorsatz sie in Ruhe zu lassen treu bleiben.

Wir lagen also noch in unseren Schlafsäcken, als es an der Tür zu unserem Raum klopfte. Peter stand, nur mit Unterhose begleitet auf und öffnete die Tür und er staunte nicht schlecht als nun der König vor ihm stand.

Ob es einem der Beiden peinlich war konnte ich nicht feststellen, zumindest erkundigte sich der König, ob wir schon gefrühstückt hätten. Wir verneinten und erklärten, dass wir nur noch unsere Reste verzehren würden, um dann außerhalb des Wandergebietes Nachschub zu besorgen.

Der König meinte nur, wir sollten uns keine Sorgen wegen des Essens machen und einfach in die Hütte kommen.

Wir warteten noch, bis die Gruppe die Hütte verlassen hatte, um dann in Ruhe in der Küche zu gehen. Dort wollten wir unsere  Nahrungsreste zu einem einigermaßen ordentlichen Frühstück kombinieren.

Damit beschäftigt, was wir zusammenstellen würden, betraten wir die Hütte und staunten wirklich nicht schlecht, als wir den Esstisch sahen. Dieser war wie in einem Hotel gedeckt und allerlei Leckereien waren auf ihm drapiert. Sogar die Tomaten waren geschnitten. Wir brauchten uns nur hin zu setzen und konnten uns ein mehr als reichhaltiges Mahl schmecken lassen.

Natürlich waren die Lebensmittel nur vom feinsten  und schmeckten hervorragent. Doch selbst wenn nicht, solch ein royales Essen angeboten zu bekommen, machte es zu einem besonderen Erlebnis.

Das Thema Essen spielte im weiteren Verlauf dieses Tages erneut eine Rolle, denn unsere Vorräte gingen zur Neige und es war dringend angesagt dies zu ändern. Glücklicherweise hatten wir die Möglichkeit, an einem Zeltplatz mit angeschlossenem Supermarkt vorbei zu kommen, der nur eine kurze Strecke Weges von unserer Hütte entfernt lag. So konnte dieses Problem relativ schnell behoben werden. Es bedeutete lediglich, dass ich schon von früh am Tag das mehr an Gewicht durch die Gegend zu tragen hatte.

Als wir den Zeltplatz verließen, schloss sich uns ein Hund an. Wir versuchten ihn  zwar davon zu überzeugen, dass er uns nicht weiter folgen sollte, doch machte er keinerlei Anstalten dies zu tun. Als wir immer weiter in die Berge vor stießen, meinte Peter schließlich, er würde den Hund ins Tal zurück bringen. Ich passte derweil auf unser Gepäck auf und kam zu einer angenehmen Pause.

Im weiteren Verlauf unserer heutigen Tour, erreichten wir ein wahrlich großes Geröllfeld und ich musste mich schon arg konzentrieren, um nicht einen Unfall zu produzieren. Doch mit zunehmender Strecke, stieg das Selbstvertrauen in meinen jonglier Künsten.

Diese wurden jedoch schlagartig wieder weggewischt, als wir einen Bach zu überqueren hatten.

IMG_1025Peter hüpfte fröhlich von Stein zu Stein und war rasch auf der anderen Seite des Gewässers angekommen. Ich schaffte etwa die Hälfte des Weges und saß dann unversehens im kalten Bergwasser. Als ich nicht gleich wieder versuchte aus dem Bach zu klettern, meinte Peter, ich solle mein Bad doch auf später verschieben. Dies und die Tatsache, dass das Wasser wirklich kalt war, veranlasste mich zitternd aus dem Bach zu klettern.

Erfreulicherweise war es bis zu unserem Tagesziel nicht mehr all zu weit und so hatte ich die Hoffnung, mich alsbald wieder aufwärmen zu können. Doch als wir die Hütte erreichten, stellten wir fest, dass dort schon 2 Wandere Unterschlupf gefunden hatten. Nun sollte man meinen, dass bei 2 Personen noch genügend Platz vorhanden sein sollte, doch bei dieser Menge war das wohl fühl Kontingent schon erreicht. So schlug Peter vor zur nächsten Hütte zu laufen, die nicht wirklich weit entfernt sein sollte. Es waren dann zwar nur 2 Stunden Weg. Doch als ich am Abend meinen Rucksack auf den Boden der anderen Hütte plumpsen lies, hatte ich rund 13 Stunden Fußmarsch in den Knochen und so beschränkten sich meine Aktivitäten an diesem Abend nur noch auf die Nahrungsaufnahme und das Umsiedeln in meinen Schlafsack.

Selbst am kommenden Tag steckte mir die Anstrengung noch in den Knochen und so entschieden wir uns, es etwas ruhiger angehen zu lassen und lediglich eine kurze Etappe zu laufen. So liefen wir heute gerade mal die 2 Stunden den Weg zurück bis zur am Vortag “verschämten” 2 Personen Hütte.

IMG_1027Ich fand es wirklich schick einmal nicht den gesamten Tag zu laufen, sondern einfach nur die Landschaft zu genießen und dies bei wirklich angenehmen Wetterbedingungen. So ließen sich die Energie Ressourcen auf angenehme Weise wieder auftanken.

Für den folgenden Tag hieß es erneut die Berge zu verlassen und in die Zivilisation zurück zu kehren. Natürlich nutzten wir diese Gelegenheit, um uns erneut mit Lebensmitteln auszustatten. Dieses Mal erstanden wir die wirklich guten Sachen, so dass uns für den Abend ein wahres Schlemmer Mahl ins Haus stand.

Zurück in die Berge kamen wir auf bequeme Art und Weise. Es gab nämlich eine Straße, die das Wandergebiet durchschnitt und so brauchten wir uns nur mit einem Transportmittel mitnehmen zu lassen. Tatsächlich hielt relativ schnell jemand und bot uns an uns mitzunehmen. Es handelte sich um einen Holztransporter. Erst sah es so aus, als müssten wir uns den Platz mit dem  Holz teilen, doch zum Glück sollten wir nur unsere Rucksäcke zwischen den Holzstämmen unterbringen. Wir selber durften im Fahrerhaus Platz nehmen.

Als sich der Truck die Serpentinen vom Tal hinauf ins Fjell arbeitet, war ich froh, dass ich das nicht zu laufen brauchte.

In den Bergen angelangt, kletterten wir vom Truck, packten unsere Rucksäcke und die Plastiktüten voller Lebensmitteln und machten uns auf in Richtung Hütte. Von der Straße war es nur rund 1 Kilometer Fußweg und so konnte ich mich schon auf ein frühes leckeres Mahl freuen.

Peter stürmte etwas voraus und ich gebe zu, es sah befremdlich aus jemanden mit Plastiktüten durch die Norwegische Natur stiefeln zu sehen. Doch mehr als über diese Tatsache wunderte ich mich, als er plötzlich stehen blieb, sich umschaute und mir zurief “Nicht schon wieder”.

Ich konnte nicht wirklich etwas mit dieser Aussage anfangen, doch als ich ihn erreichte, sah auch ich was gemeint war. Wir trafen die Royale Wandergruppe erneut und auch diese hatten  uns schon entdeckt und winkten uns freudig zu.

Als wir die Hütte schließlich erreichten wurden wir nett begrüßt und eine Frau dieser Gruppe, zog uns gleich zu den Schränken in der Küche, um uns all die Lebensmittel zu übereignen, die sie nicht mehr benötigten, denn sie waren im Begriff diese Unterkunft zu verlassen.IMG_1028

Mehr als über das Essen war ich erfreut, dass wir solch einen positiven Eindruck hinterlassen hatten, und man sich ehrlich freute uns wieder zu treffen. Über andere Wanderer die man in den letzten Tagen getroffen hatte, stöhnte man ein wenig.

Nachdem die Gruppe die Hütte verlassen hatte, bereiteten wir uns in der Hütte aus und wollten einen gemütlichen Nachmittag beginnen. Doch es war Wochenende und diese Hütte lag nah an einer Straße. So kam es, das mehr und mehr Leute auftauchten und sich die Hütte zusehends füllte. Peter wurde es alsbald zu viel und so fragte er mich, ob wir nicht zu einer anderen Hütte gehen sollten. Sie wäre gerade mal den Berg hinunter ins andere Tal. Ich meinte warum nicht und so packten wir und begannen die Wanderung ins Tal.

Da wir für diese Strecke an der Straße entlang liefen, kamen wir wirklich schnell und ohne Probleme vorwärts.

Als wir die andere Hütte erreichten, kamen schnell Zweifel auf, ob unser Vorgehen gut gewesen war. Denn die Hütte war verschlossen und schaute man durch die Fenster, war sie zu sehr als Wohnung eingerichtet anstatt als Wanderhütte. Wir fanden nicht wirklich eine Erklärung dafür und so ging Peter zu einem ganz in der Nähe gelegenen Bauernhof.

Irgendwann rief er mich nach und nun erfuhr auch ich, dass diese Hütte schon vor vielen Jahren verkauft worden war und nicht mehr als Wanderer Hütte zur Verfügung stand. Nun war guter Rat teuer, denn es war mittlerweile schon spät und eine andere Hütte gab es weit und breit nicht. Nur jene oben in den Bergen und für einen Aufstieg war es zu spät.

So blieb uns nichts anderes übrig, als über die Hauptstraße in Richtung Bahnhof zu laufen, was wohl eine Wegstrecke von 60 Kilometer waren. Zu allem Überfluss begann es nun dunkel zu werden und ein leichter Regen setzte auch ein.

IMG_1030Während wir etwas lustlos über die Straße trotteten, begannen über ein Biwak nachzudenken, doch das Gebiet neben der Straße lud auf Grund des dichten Bewuchs und seiner Feuchte nicht wirklich zu einer Nächtigung ein.

Irgendwann gegen Mitternacht kamen Lichter eines Fahrzeugs näher und diese hielten dann auch noch direkt bei  uns. Es war eine Bekannte des Bauern, bei dem wir die Information zur Wanderhütte erhalten hatten. Sie hatten mit dem Norwegischen Wanderverein telefoniert und mit ihnen abgesprochen, dass wir im örtlichen Vereinshaus nächtigen dürften und wir das Geld für diese Übernachtung vom Wanderverein zurück bekämen.

So kamen wir auch in dieser Nacht zu einer netten Schlafstätte und konnten wirklich sagen, dass dies ein ereignisreicher Tag gewesen war. Zudem genoss ich die freundliche Unterstützung die uns die Leute hier hatten angedeihen lassen.

Am nächsten Tag beendeten wir unsere Wanderung. Doch hieß es noch immer irgendwie bis zum Bahnhof zu kommen. Wir versuchten es als Tramper, was sich als wirklich schwierig herausstellte. Doch nach rund 6 Std. nahm uns jemand mit und wir erreichten noch bei Tageslicht unser angestrebtes Ziel.

In der Nähe des Bahnhofes gab es eine Wanderhütte und diese Nutzen wir zur Nächtigung, bis wir am kommenden Tag den Zug besteigen wollten. Die Nacht in der Hütte war dann nicht so angenehm. Eine große Gruppe von Schweden hatte sich eingenistet und diese hatten die Schlafräume in Männer und Frauen Unterkünfte aufgeteilt, was dumm war, denn es gab nur eine Frau und die Männer sollten sich in einem Raum stapeln.

Auch wenn ich mich diesem Ansinnen beugte, Peter tat es nicht, denn es gab keine Frauen- oder Männerschlafräume. So musste er sich am kommenden Tag zwar komische Blicke gefallen lassen, doch ihn ließ es kalt.

Ich selber hatte meine Nacht zwar im Schlafraum für Männer begonnen, doch bei 6 Leuten in einem wirklich kleinen Raum und ohne geöffnete Fenster wurde es so warm, dass ich es alsbald nicht mehr aushielt. Ich packte meinen Schlafsack und noch mich auf die Veranda der Hütte zurück und dort schlief ich dann wirklich ausgesprochen angenehm.

Bevor wir den Zug für unsere Fahrt nach Bodø bestiegen, blieb uns noch reichlich Zeit. Diese nutzten wir, um uns in einem, in der Nähe gelegenen Hotel, eine ordentliche Dusche zu gönnen. Diese war zwar zu bezahlen, doch es war es wert, mal wieder warmes Wasser auf der Haut spüren zu dürfen. In diesem Moment stellte sich wirklich ein Glücksgefühl über die Segnungen eines modernen Lebens ein.

Die Zugfahrt zurück nach Bodø war angenehm und mit ihr endete dieser Ausflug in die norwegische Wildnis und auch die Wege von Peter und mir trennten sich. Ich war wirklich etwas wehmütig, denn diese Tour war wirklich schön gewesen. Doch verschwand bald diese Wehmut, denn die schönen positiven Eindrücke dieser Tour  schwangen noch lange in mir nach.

Australien – … und wie schusselig kann ich nur sein?

Geschichte vorlesen lassen …

20070508_110600 Bevor ich nach Australien aufbrach erzählte ich einem Kollegen, dass ich mit dem Indian-Pacific, dem Zug, der Sydney mit Perth verbindet, fahren würde und ich beabsichtige ein paar Tage in Perth zu bleiben.
Er fragte mich, wann ich in Perth ankommen würde und da ich die Fahrt schon gebucht hatte, konnte ich ihm den Termin sogar geben. Ich wusste zwar, dass er einen Bruder in Perth hatte, doch irgendwie hatte ich dieser Tatsache keine sonderliche Bedeutung beimessen.

Als ich nach einer rund 70stündigen Fahrt in Perth ankam und am Gleis stand und mich mit einem anderen Deutschen unterhielt, denn wir mussten wie im Flughafen auf unser Gepäck warten, wurden wir von einem Mann angesprochen, der uns fragte, ob wir einen Herrn …. kennen würden. Ich gebe zu, richtig verstanden hatte ich den Namen nicht und trotzdem meinte ich „Nein, kenne ich nicht“. Doch irgendwie war mir der Name bekannt vorgekommen und so lief ich dem Mann  hinterher und fragte erneut wen er suchte. Wen wundert es, es stellte sich heraus, dass er mich gesucht hatte. Wie ich nun  erfuhr, war es der Bruder meines Kollegen. Er holte mich hier ab und lud mich und den anderen Deutschen, den ich bis zu meiner Unterhaltung am Bahnsteig nicht kannte, zu sich ein. Ich war wahrlich überrascht und zugleich sehr erfreut.

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes machte man sich die Mühe und stellte uns etwas Perth und seine Umgebung vor. Auf solch eine angenehme Art und Weise diese Region kennenzulernen hatte ich wirklich nicht gerechnet und so genoss ich es aus vollen Zügen.

20070509_044801Am Tag darauf starteten wir unsere eigene Erkundung der Stadt und ich stellte fest, dass sie mir gefiel. Auch wenn die Innenstadt durch Hochhäuser dominiert war, fühlte ich mich nicht so erschlagen und obwohl es die größte Stadt der australischen Westküste war, kam mir Perth  trotzdem nicht wie ein Tiegel aus Stress und Geschäftigkeit vor. Alles schien ruhiger und entspannter abzulaufen.

Das grandiose Wetter nutzten wir auch, um einen Ausflug nach Frementle zu unternehmen. Dabei lockte uns die Aussicht eines der kulturellen Zentren Perth zu erkunden und frische Seeluft schnuppern zu können. Dass es dort auch eine sehr ansprechende Architektur und Sehenswürdigkeiten gab, lernten wir erst vor Ort. Auf jeden Fall wurde es ein Tag den wir voll und ganz genossen.

Völlig entspannt und beeindruckt von den Sehenswürdigkeiten, nahmen wir irgendwann die Rückfahrt in Angriff. Wir wollten noch bei Tageslicht den Kings Park erreichen, den von dort hatte man einen grandiosen Blick auf Perth.

Wir hatten gerade die Innenstadt erreicht und waren ein paar Minuten gelaufen, als sich bei mir ein Gefühl etwas zu vermissen einstellte. Ich konnte es aber nicht wirklich mit Fakten untermauern. Also grübelte und grübelte ich, bis es mir plötzlich aufging was ich vermisste. Es war meine Fototasche. Diese Erkenntnis zuckte wie ein Blitz durch meine Gedanken mit der Erkenntnis, dass ich keinerlei Erinnerung daran hatte, wo ich sie hatte stehen lassen. Es konnte irgendwo in Frementle gewesen sein, aber auch in der Bahn. Ich hatte keine Ahnung.

20070508_030149 Schließlich nahm ich einfach einmal an, dass ich die Tasche in der Bahn vergessen hatte, denn dies war erst einmal die einfachste Möglichkeit mit der Suche zu beginnen. Dazu ging es zurück zum Bahnhof und auf direktem Wege zur “Bahnpolizei”

Dort erzählte ich von meinem Ungemach und man nahm sich auch gleich meinem Problem an. Es vergingen quälend lange 3 Stunden, bis erste Nachrichten eintrudelten. Es stellte sich heraus, dass jemand etwas gefunden hatte. Ob, es meine Tasche war, vermochte man nicht zu sagen. Der Finder hatte die Tasche nämlich nicht der “Polizei” aushändigen wollen. Man traute ihr nicht. Er hatte sie stattdessen nach Hause mitgenommen.

Ich stellte mir nun die Frage, ob und wie wir zu diesem Finder gelangen konnten, um zu prüfen, ob es denn meine Tasche sei und auch hier war die “Polizei” hilfreich. Man brachte uns mit einem Dienstfahrzeug zum Haus des Finders. Welch eine großzügige Geste.

Es stellte sich heraus, dass eine Frau tatsächlich meine Tasche gefunden hatte und mir viel mehr als nur ein Stein vom Herzen, denn nun  bemerkte ich auch, dass ich an diesem Tag sogar meinen Geldbeutel und all meine Dokumente in dieser Tasche verstaut hatte. Was für ein Glück ich hatte wurde mir erst jetzt vollends bewusst und ich war all den Helfern mehr als dankbar. Die Finderin wollte lediglich ein Wort des Dankes akzeptieren, was ich ihr aus vollem Herzen auch gab.

Etwas leid tat mir die Frau, denn sie hatte wegen meiner Tasche etwas Ärger bekommen. Denn ihr Vater arbeitete für die Bahngesellschaft und er hatte kein Verständnis dafür gehabt, dass sie der “Polizei” (eine private Sicherheitsfirma) nicht getraut hatte und lieber selber meine Tasche in Verwahrung genommen hatte.

Als wäre ich heute nicht schon von Glücksmomenten überhäuft worden, wurden wir sogar noch zu unseren Gastgebern zurück gefahren.

IMG_1012 Am kommenden Tag ging es nach „Rottnest Island„. Eine kleine Insel vor der Küste Perths, welche für Tagesausflügler sehr beliebt ist. Das reiche Angebot an Tieren und viel Natur schenkten einen sehr genussvollen Aufenthalt.

Da dort Kraftfahrzeuge verboten waren war man auf seine Beine oder die angebotenen Fahrräder angewiesen. Wir entschieden uns Fahrräder zu mieten und die Insel auf diesem Wege zu erkunden. So entdeckten wir hübsche Strände, herrliche Dünen, felsige Küstenabschnitte aber auch seine tierischen Bewohner die Quokkas, eine besonders kleine Art von Kängurus.

IMG_1016 Alles in allem ließ sich der Tag wirklich genießen. Wir hatten uns bis an das  Ende der Insel vorgearbeitet, als es hieß die Rückfahrt anzutreten, denn die Fähre wartete nicht auf uns, um wieder zum Festland zurückzugelangen.

Wir waren gerade losgefahren, als mir eine der Pedalen am Rad abbrach.  Ich schaute ziemlich dumm aus der Wäsche, denn wie sollte ich mit nur einer Pedale am Rad fahren und zudem rechtzeitig die Fähre erreichen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mit nur einer Pedale Fahrrad zu fahren. Es ging erstaunlich gut und wir überholten sogar andere Radfahrer.

Beim Radverleih angelangt, zeigte ich die Pedale und das Rad und schon meinte man, ich würde meine Radmiete zurückerstattet bekommen. Da war ich aber platt. Kein Diskutieren, ein Argumentieren, einfach so wurde mir das Geld erstattet. Ich fand es nett und großzügig.

IMG_1009 So hatte dieser Ausflug, trotz des Ungemach ein positives Ende gefunden.

Der folgende Tag stand im Zeiten meiner Abreise aus Perth. Es sollte zurück nach Melbourne gehen, von wo ich meine Heimreise antreten würde.

Zum Flughafen wurde ich von meinen Gastgebern gebracht was ich wirklich als eine sehr nette Geste empfand. Am Flughafen angelangt wurde ich aus dem Fahrzeug entlassen und man fragte mich „Andre, hast du auch alles“. Ich schaute mich im Fahrzeug um und meinte „Ja, ich habe alles“.

So ging ich in den Flughafen und meine Gastgeber fuhren zurück in die Stadt.

Ohne mich lange aufzuhalten, ging ich an den Schalter meiner Fluggesellschaft, um alle Formalitäten zu erledigen. Schon auf dem Weg dort hin, fühlte ich mich etwas Unwohl und es beschlich mich das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Als ich schließlich am Schalter angelangt war, wusste ich was es war. Ich hatte meine  Fototasche irgendwo vergessen. Ich war mir sicher, dass sie im Fahrzeug war. Doch diese Erkenntnis nutzte mir nun nichts, denn ich konnte meine Gastgeber nicht mehr erreichen. So blieb mir nichts anderes übrig, als zu einem späteren Zeitpunkt Kontakt mit ihnen aufzunehmen und zu versuchen die Tasche wieder zu erhalten.

Da ich in Melbourne aber noch fotografieren wollte, kaufte ich mir im zollfreien Bereich einen Ersatzapparat, was mir aber nicht wirklich leicht viel, denn auch dieser kostete noch ein Sümmchen. Doch ich tröstete mich, dass ich auch noch meinen restlichen Urlaub mit ein paar Aufnahmen festhalten konnte.

me010 In Melbourne hatte ich mich in eine Jugendherberge eingemietet von der aus ich einfach meine  Ausflüge in die Stadt koordinieren und durchführen konnte.

Während einer dieser Ausflüge verschlug es mich einmal in eine Post, denn es galt noch ein paar Postkarten zu versenden. Nach diesem Vorhaben erkundete ich einen Supermarkt, der sich im selben Gebäude wie die Post befand. Während ich nun zwischen den Lebensmittelregalen umherstreifte, stellte sich erneut das Gefühl des Verlustes ein.

Ich musste nicht lange nachdenken oder Grübeln was die Ursache war. Mein Fotoapparat war weg.

me040 Mir war gleich klar, dass ich ihn wohl in der Post hatte liegen lassen. Also ging es auf direktem Wege zurück. Ich hoffte wirklich inständig, dass ich ihn finden würde, denn noch einen Verlust wollte ich nicht wirklich hinnehmen wollen.

Doch auch dieses Mal war mir das Glück hold. Der Apparat lag noch genau an jener Stelle, an der ich ihn zurückgelassen hatte. Ich schwor mir nun wirklich besser auf meine Sachen aufzupassen und zuzusehen, dass mir so etwas nicht nochmal passierte. Diese extreme Häufung von Missgeschicken in so wenigen Tagen, ließ mich wirklich an mir und meiner Gedächtnisleistung  zweifeln.

Ich war froh, dass ich es ab diesem Moment wirklich schaffte ohne jeden Weiteren Verlust bis nach Hause zu gelangen, wenngleich dies nicht wirklich eine Leistung war, denn ich hatte gerade einmal 2 Tage zu überstehen.

Norwegen – … und ich lebe noch – Gefahr von oben

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i0080 Dieses Erlebnis hat sich erneut in Norwegen zugetragen.

Es sollte nur ein kurzer Urlaub in Mittel-Norwegen sein. Ich wollte den Snöhetta besteigen und den Herbst in den Bergen erleben, denn diese Zeit in den norwegischen Bergen ist einfach nur wunder schön. Die Bäume und vor allem die Moose leuchten in herrlichen Farben, so dass einem der  Atem stockt.

Ich hatte wahrlich eine schöne Zeit im Nationalpark. Meistens war ich alleine und konnte somit die herrliche Natur und Ruhe in vollen Zügen genießen. Auch die Besteigung des Snöhetta war ein schöner Erfolg. Es war zwar sehr windig und kalt auf dem Gipfel gewesen, doch die Aussicht und der herrliche Blick über die Landschaft ließ mich diese Widrigkeiten vergessen.

An meinem letzten Abend im Nationalpark lernte ich sogar noch einen Jäger kennen. Er jagte Elche.

So eine Jagt hat es in sich und man muss sich alles hart erarbeiten, denn man konnte nicht mit einem Fahrzeug einfach an das gejagte Tier heranfahren und es abtransportieren. Der Jäger musste alles via Rucksack durch den Park bis zu seinem Fahrzeug tragen. Unter Umständen durfte er den Weg mehr als einmal zurücklegen. In Falle dieser Jagt, brauchte er einen ganzen Tag, um bis an den Rand des Parks zu gelangen, wo sich sein Auto befand.

Ich erzählte dem Jäger, dass ich am nächsten Tag den Nationalpark verließ um zurück zu meinem Ausgangspunkt zu gelangen und dazu zeigte ich ihm meine geplante Wanderroute. Er meinte daraufhin, dass ich zwar den richtigen Weg nähme (es war der offizielle Wanderweg), doch teilte er mir mit, dass ich den Weg abkürzen könnte.
Die Abkürzung, die er mir zeigte, sollte mir etwa einen halben Tag Zeitersparnis einbringen. i0076Das einzige Problem war, dass diese Alternative, mich durch ein Manövergebiet der norwegischen Armee führen sollte.

Ich sagte dem Jäger, dass der Weg durch ein Manövergebiet sich etwas gefährlich anhört. Er erklärte daraufhin, dass jeder durch dieses Gebiet läuft, um den Weg abzukürzen. So entschloss auch ich mich, diese Abkürzung zu verwenden.

Als ich am Morgen loslief war es nicht so ruhig wie sonst. Eigentlich war ich nur gewöhnt Wind und Wasser zu hören, doch an diesem Tag mischte sich leicht Geräusche von Maschinen  dazwischen. Woher diese Geräusche kamen, konnte ich nicht ermitteln und so ignorierte ich es.

Ich erreichte alsbald das Manöver Gebiet. Dort laß ich die Warnschilder, doch ich vertraute noch der Aussage des Jägers, dass es kein Problem sei und betrat das Gebiet.

Ich kam trotz Morastigem Untergrund, der mich regelmäßig bis zu den Knöcheln einsinken lies wirklich gut vorwärts und ich freute mich über den Zeitgewinn.

Doch plötzlich flog mit großem Lärm und ganz niedrig ein Düsenjet fast über mich hinweg. Ich erschrak ganz schön. Doch so schnell der Flieger aufgetaucht war, war er auch schon wieder verschwunden.
Doch eh ich mich versah kam er wieder und dieses Mal noch niedriger als zuvor. Ich beobachtete ihn und staunte nicht schlecht, als er plötzlich etwas zu verlieren schien. Schnell merkte ich, dass er nichts verlor, sondern abwarf. Es waren wohl Bomben, denn als diese den Boden erreichten, gab es heftige Detonationen und die Erde unter mir schien zu beben.

Ich brauchte nun wirklich nicht lange, um zu erkennen, dass ein Weiterlaufen in das Gebiet hinein mehr als sträflich wäre. So drehte ich mich nur um, und versuchte schnellst Möglich das Gebiet hinter mich zu bringen.

Während ich verzweifelt versuchte, durch den Morast vorwärts zu stapfen, kamen immer wieder Jets eingeflogen und hinterließen ihre Fracht. Mir wurde mit jedem Abwurf flauer in der Magengegend.

Schließlich hatte ich es geschafft. Ich war raus aus dem Manöver-Gebiet und wohl auch nicht zu spät, denn nun warf man wohl die dickeren Dinger ab, denn, obwohl ich mich zwischenzeitlich hinter einem Hügel befand, der mich vom Gebiet trennte, erwischte mich solch eine Schockwelle, dass ich mir nicht vorstellen mochte, wie es mir ergangen wäre, wenn ich näher gewesen wäre.

 

Ich musste mich nun erst einmal hinsetzten und das Erlebte verdauen, denn obwohl ich keine Angst gehabt hatte, fühlte ich mich in meiner Haut wahrlich nicht wohl. Es dauerte auch eine ganze Zeit, bis ich meinen Weg fortsetzte.

Auf dem weiteren Fußmarsch schien es mir, als wolle sich jemand für den erlittenen Schock entschuldigen, denn die Sonne blitzte zwischen den Wolken hervor und bestrich die ganze Landschaft mit ihrem herrlichen Licht, dass all die Moose, Gräser und Bäume in ihren herrlichen herbstlichen Farben zu leuchten begannen. Ich muss gestehen, dass mich dieser Anblick das Erlebte für einen Moment vergessen ließ.

Norwegen – … und ich lebe noch – Die Strömung

Die Geschichte vorlesen lassen …

i0064 Während dieses Urlaubs fuhr ich in den Norden Norwegens. Dort gibt es die Inselgruppe der „Lofoten„. Sie sind auch heute noch ein kleiner Geheimtipp für Norwegenbesucher. Es gibt nicht viele solch landschaftlich reizvolle Gegenden in dieser Welt. Es gibt herrliche Strände und steile wild in den Himmel aus dem Meer ragende Berge. Die Menschen sind nett und die Häuser bunt. In so einem schönen Sommer, wie auf dieser Reise, kann ich mir fast keinen schöneren Platz vorstellen, an dem ich meine Zeit verbringen mag.

Um auf die Lofoten zu gelangen, war ich auf eine Fähre angewiesen, das so genannte Postschiff. Diese Schiffslinie verbindet den Süden Norwegen mit dem Norden. Neben seinem historischen Zwecke dem Transport von Post, Gütern und Lebensmitteln, sind die Hurtigruten heute für den Tourismus sehr bedeutend und auf jeden Fall eine Reise wert. Auch als Transportmittel, um die Küste abzuklappern und die verschiedenen Regionen zu erkunden, bietet sich diese Linie bestens an. Für mich war sie nur das Transportmittel, um von Bodø auf die Lofoten zu gelangen.

Die Überfahrt war erfreulich ruhig und so konnte ich die Reise ohne Seekrankheit überstehen und das kleine Fischerdorf, welches wir erreicht hatten von der ersten Minute an genießen.

Auf dem Weg zur Jugendherberge, vielen mir neben den vielen hübschen Häusern gleich die Gestelle ins Auge die es über all zu sehen gab. Dank verschiedener Fernsehdokumentationen konnte ich sie relativ leicht identifizieren. Auf diesen Gestellen wurden Fische zum Trocknen auf gehangen und entwickelten sich dabei zu einem beliebten Lebensmittel, dem Stockfisch.

Bis zur Jugendherberge war es nur ein kurzer Spaziergang. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass sich um eine der verschiedenen Fischerhütten handelte und dadurch mehr als freundlich und urtümlich auf mich wirkte. Ich freute mich gleich darauf mich hier einzuquartieren.

i0054Es war die Zeit der Mitternachtssonne. Dies bedeutete, dass es nie wirklich dunkel wurde. 24 Stunden am Tag gab es genügend Licht. Aus diesem Grunde schliefen die Besucher der Herberge zu sehr seltsamen Zeiten.
Meist standen sie erst gegen Mittag auf, dafür waren sie jedoch bis zum frühen Morgen mit verschiedensten Dingen beschäftigt. Für die Frischlinge in der Herberge, so wie mich, war dies etwas verwunderlich.

Eine der Beschäftigungen bestand darin, im Hafen Fische zu fangen, um sie dann in der Herberge zum Verzehr vorzubereiten.

Auch ich schloss mich einmal solch einem Angelausflug an, wenngleich dies mein aller erster Versuch zu Angeln in meinem Leben war. Um so erstaunter war ich, dass ich sogar etwas fing und dies sogar, obwohl ich lediglich den Haken ohne jeden Köder ins Wasser hielt. So kam ich zu einem kostenfreien und sehr leckeren Mahl.

Es gefiel mir in der Herberge zwar, doch wollte ich die Inselgruppe der Lofoten noch etwas näher kennenlernen. Aus diesem Grunde fuhr ich mit einem Bus zu einem Ort mehr am Ende der Inselgruppe.

Als ich den Ort erreichte, stellte sich heraus, dass das Hotel und der Zeltplatz von einem Feuer zerstört worden war. Doch erlaubte mir der Besitzer, sein Grundstück dennoch zu nutzen und ich konnte mein Zelt aufstellen wo immer ich wollte.

i0075Ich entschied mich für die Strand nähe, obwohl ich mir wegen des sehr stürmischen Windes dort ein klein wenig Sorge bezüglich meines Zeltes machte. Ich vertraute darauf ein ordentliches Zelt erworben zu haben, versank die Heringe tief im sandigen Untergrund und wartete ab, was passieren würde. Tatsächlich erwies sich mein Zelt als Sturm tauglich.

Während meiner Zeit auf diesem Zeltplatz, hatte ich großes Glück mit dem Wetter. Es schien zumeist die  Sonne und auch Wolken verzogen sich stets am frühen Morgen. Auf diese Weise zeigte sich das Gebiet  von der nur schönsten Seite. Als besonderes Highlight freute ich mich auf das Erleben der Mitternachtssonne, denn von meinem Zelt konnte ich über das Meer genau auf jenen Punkt blicken an dem die Sonne ihren niedrigsten Stand über dem Horizont erreichen sollte, bevor sie wieder begann den neuen Tag einzuleiten.

In einer Nacht stand ich deshalb gegen Mitternacht auf, um mir den „Sonnenuntergang“ anzusehen. Die Sonne sank zusehends, doch als sie den Horizont fast erreicht hatte, begann sie sogleich wieder mit ihrem Aufstieg. Es war wirklich beeindruckend und wunder schön. Leider blies ein unerbittlich kalter und starker Wind, so dass ich alsbald lieber wieder in meinem Zelt verschwand.

Ich erkundete in den folgenden Tagen noch die nähere Umgebung und wurde ein immer größerer Fan von den landschaftlichen Schönheiten. So schmerzte es schon etwas, als ich dazu entschied zu meinem Ausgangsort auf den Lofoten und der dortigen Jugendherberge zurückzukehren.

Wenn die Reise hierher via Bus wirklich komfortabel war, so wurde meine Rückreise durchaus etwas beschwerlich, denn es gab an diesen Tagen keinen Bus mit dem ich die Rückreise hätte bewerkstelligen können. Mir blieb nichts weiter übrig, als die Strecke zu Fuß zurückzulegen.

So packte ich alles zusammen, schulterte meinen Rucksack und begann den Marsch. Der mir schon frühzeitig eine Überraschung bereitete. Ich erreichte nämlich eine Bucht, an der sich das Meer tief in die Inseln gegraben hatte. Blickte ich über die Bucht hinweg, so sah ich jene Straße auf der mein Weg weiter führen sollte. Auch wenn diese Bucht nur etwa 100 Meter breit war, verhinderte sie den direkten Weg. Ich musste wie alle der Straße folgen, die sich um die Bucht herum schlängelte. Dies verlängerte meine Weg wirklich deutlich und ich verstand warum ich an diesem Tage 30 Kilometer Weg zurück legen musste, um mein Ziel zu erreichen.

Als ich schließlich die Herberge erreichte, befanden sich viele neue Gäste in ihr und sie schienen auch erst in den letzten Tagen angekommen zu sein, denn alle hielten sich noch an den normalen Tag- / Nachtrhythmus. Auch schien es nicht bekannt zu sein, wie herrlich man Fische im Hafenbecken angeln konnte.

i0103Dies begeisterte ein Mädchen aus Südafrika so sehr, dass sie es gleich mal ausprobieren wollte. So hockten wir uns in eines der Boote, ruderten in den Hafen, hielten unsere Angelschnüre ins Wasser und fingen natürlich überhaupt keinen einzigen Fisch. Ich gebe  zu, es war mehr als frustrierent.

In die Herberge zurückgekehrt erzählten wir von unserem Pech. Diese Schilderung nahm ein junger Belgier zum Anlass, uns auf die Möglichkeit hinzuweisen, eine richtig lange Angelschnur zu mieten und bei Flut hinaus aufs offene Meer zu rudern, um dort unser Angelglück zu versuchen.

Ich fragte das Mädchen, ob sie mitkommen wolle und da sie diesem Unternehmen zustimmte verabredeten wir uns für den späten Abend.

Als die Flut gegen Mitternacht ihren höchsten Stand erreicht hatte, machten wir uns auf, unser Angelglück zu versuchen. Doch bevor wir dieses Glück einforderten, mussten wir ein anderes Problem lösen, denn das Wasser war so hoch gestiegen, dass der Steg, an dem das Boot lag, ganz von Wasser überspült war. Es wurde so wahrlich ein verhältnismäßig schwieriger Akt, trocken in das Boot zu klettern und den Angelausflug zu beginnen.

Innerhalb des Hafens klappte alles noch wunderbar. Wir ruderten und kamen gut vorwärts. Schließlich erreichten wir die Hafenausfahrt und schon hier merkten wir, das es etwas unruhiger wurde. Ok, eigentlich mussten wir uns ordentlich festhalten, damit wir im Boot blieben und rudern konnten..

Wir ruderten bis etwa 50 Meter vor den Hafen. Dort versuchte das Mädchen zu Angeln und ich ruderte, damit wir nicht all zu weit abgetrieben würden. Sie war so sehr in das Angeln und ich in das Rudern vertieft, dass wir nicht bemerkten, dass wir trotz meiner ruder Versuche nach und nach abgetrieben wurden.

Als wir es schließlich bemerkten, erschraken wir schon etwas und stellten sofort das Angeln ein und schauten erst einmal, ob wir irgendwo noch den Hafen sehen konnten, was nicht wirklich der Fall war. Uns wurde klar, dass wir uns in einer echt üblen Situation befanden und es wohl viel Arbeit kosten würde zurück ans Land zu gelangen. Zum Hafen zurück zu kommen, daran wollten wir schon jetzt kaum glauben.

Da ich alleine nicht gegen die Gewalten ankam, hockte sich das Mädel neben mich, jeder packte ein Ruder und nun versuchten wir gemeinsam dem Land und der Rettung näher zu kommen. Doch anstatt, dass sich die Situation besserte, verschlimmerte sie sich, denn wir wurden mehr und mehr abgetrieben und das Land wurde zusehends kleiner.

Ich nahm die Bedrohlichkeit der Situation natürlich auch wahr, doch versuchte ich sie nichts davon merken zu lassen, denn in ihren Augen und ihrer Stimme manifestierte sich ein gehöriges Maß an Panik. Mit ruhigen Worten versuchte ich sie zu beruhigen, doch wirken tat es nicht wirklich.

Während wir gegen die Wellenberge anruderten, grübelte ich unter Hochdruck was wir nur machen könnten, um aus dieser verzwickten Situation heraus zu kommen. Als einzige Lösung sah ich, irgend wie zu versuchen wieder in Richtung Land zu rudern, doch viel Hoffnung hatte ich wirklich nicht und so musste ich eingestehen, dass wir wirklich in der Klemme saßen.

Während ich die Situation weiter durchdachte, entdeckte ich in einiger Entfernung das Licht eines  Fischerbootes. Zu meinem Erstaunen kam es sogar immer näher an uns heran und schließlich war es sogar in Rufnähe. Schnell stellte sicher heraus, dass man zu unserer Rettung gekommen war und dass es sich um den Herbergsvater handelte, der solch eine Situation schon  hatte kommen sehen.

In der ganzen Zeit, in der wir uns draußen auf dem Meer abmühten, hatte man uns beobachtet und dabei recht früh festgestellt, dass wir uns unaufhörlich in eine schwierige Situation brachten und so hatte man gleich das Fischerboot bestiegen, um die Opfer von Wind und Wellen einzufangen.

i0078Auch wenn man uns nun wohlwollend in Schlepp nahm, wollte man uns doch noch zeigen worauf wir uns eingelassen hatten. Denn man setzte den Kurs so, dass wir in der rauhen See ordentlich durchgeschüttelt wurden. Ich kam mir vor, als würde ich auf einem wild bockenden Pferd sitzen, was mich unbedingt loswerden möchte. Es störte mich aber in keinster Weise, denn die Erleichterung über die glückliche Wendung dieses Abenteuers überwog all das.

Als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, hatte ich kurz die Überlegung, ob ich auf die Knie sinken soll und den Boden küssen. Doch so schnell die Idee aufkeimte, war sie auch schon wieder verschwunden.

Ich war mehr als erleichtert, als wir schließlich wieder im Hafen und bei der Herberge waren.

An diesem Abend und dem nächsten Tag mussten wir uns einiges an spitzen Bemerkungen anhören. Keine der Bemerkungen war bösartig und so nahm ich es wie es gemeint war, als Amüsement für alle

Noch heute denke ich ab und zu darüber nach, wo wir wohl gelandet wären, wenn man uns nicht eingefangen hätte. Vielleicht in Grönland?

Norwegen – … und ich lebe noch – Mein Absturz

Geschichte vorlesen lassen …

i0104 Mein erster Urlaub allein führte mich nach Norwegen.

Ich hatte mir ein kleines Tal ausgesucht, welches mich zum größten Fjord Norwegens führen sollte. Es war der Sognefjord und dieser erstreckt sich etwa 200 Kilometer vom Meer ins Landesinnere.

Ich war ohne Halt von Deutschland bis nach Mittel-Norwegen gefahren und obwohl mir die Anreise wirklich in den Knochen steckte, verließ ich voller Tatendrang den Zug, um meine Wanderung zu beginnen.

Die Haltestelle lag oben auf dem Fjell (Hochebene) und somit stand mir ein steiler Abstieg hinunter ins Tal bevor, gefolgt von einer etwa 30 Kilometer langen Wanderung, bis zu meinem Ziel, einem Zeltplatz im Orte Flåm‎ am Aurlandsfjord (Seitenarm des Sognefjord). Doch die Begeisterung endlich in die norwegische Natur einzutauchen war einfach zu verlockend.

Ich gebe aber zu, dass ich nicht all zu weit kam bei meiner Wanderung, denn all zu bald merkte ich, dass ich einfach nur zu müde war und ich die Landschaft nicht gebührend genießen konnte. Ich verließ daher den Weg und suchte mir eine nette Stelle in Mitten eines kleinen Hain, in dem ich mich sicher und geschützt fühlte.

Nachdem mein Zelt errichtet war, legte ich mich in die Sonne und genoss diesen herrlichen warmen Tag. Etwas unglücklich war ich lediglich über die vielen Mücken. So sah ich als bald aus wie ein Streuselkuchen.

Eine der Mücken erwischte mich an den Zehen und eh ich mich versah, wurde dieser dick und rot. Es sah nicht wirklich toll aus. Es schien, als hätte mich eine kleine Entzündung ereilt. Während der Nacht wurde mein Zeh immer dicker und schmerzte mehr und mehr. Auch kam ich nicht mehr wirklich in meine Wanderschuhe, was mein weiteres Fortkommen etwas erschwerte.

Ich versuchte unverrichteter Dinge meine Wanderung fortzusetzen, doch die Schmerzen waren einfach zu unangenehm und so entschied ich mich, meine Reise mit der Eisenbahn fortzusetzen, denn zu meinem Glück gab es in diesem Tal die Flåmsbahn. Ein Kleinod norwegischer Eisenbahn Bau Kunst und sehr beliebt bei Touristen.

So schleppte ich mich nur noch bis zur nächsten Haltestelle und legte die Strecke bis zum Fjord und dem dortigen Zeltplatz wirklich bequem zurück.

Auch wenn ich nicht durch diese herrliche Landschaft laufen konnte, so bot mir die Fahrt einen angemessenen Ausblick auf die Natur und die Umgebung. Hinzu kamen die abenteuerlichen Tunnel die mit viel Schweiß in den Fels gehauen worden waren. Ich muss gestehen, ich genoss die Fahrt in vollen Zügen.

i0062In Flåm‎ angelangt, ging es direkt zum Zeltplatz. Dort wollt ich abwarten, ob sich die Entzündung zurückbildet.
Medikamente hatte ich keine mit und so hoffte ich auf eine natürliche Heilung. Leider wurde der Zeh immer bunter und er schmerzte immer mehr. So blieb mir schließlich nichts anderes übrig, als einen Arzt aufzusuchen. Doch wie macht man das, wenn man kein norwegisch spricht und kein Wörterbuch dabei hat.

Ganz mutig fragte ich ein paar Passanten nach einem Arzt und zu meinem Glück ist das norwegische Wort für Arzt fast identisch mit dem deutschen und so verstand man, was ich meinte.

Schließlich erreichte ich ein großes Gebäude, welches meiner Meinung nach so etwas wie ein Krankenhaus sein konnte. Ich ging also hinein. Es gab etliche Hinweisschilder, doch lesen konnte ich diese nicht. So dauerte es einige Zeit bis sich mein Irrtum herausstellte. Es war kein Krankenhaus, sondern eine Seniorenresidenz. Auch wenn der Irrtum vielleicht verständlich sein konnte, so war ich froh, dass mich niemand bemerkt hatte und ich mich ungesehen wieder zurückziehen konnte.

Doch wie ich nun herausfand, war ich nicht weit von der Arztpraxis entfernt. Ich hätte die Straße lediglich ein paar Meter weiter laufen müssen.

Die Untersuchung verlief ohne Probleme, denn der Arzt sprach, welch geniale Überraschung Deutsch und dies wollte mir auch beweisen. Ich war wirklich dankbar für diesen Umstand. So verstand ich auch ohne Probleme, dass mein Zeh kein ernsthaftes Problem hatte. Ich sollte ihn trocken halten und schonen und dann würde sich schon alles wieder regeln. Ich bekam auch noch ein Rezept und nachdem ich meinen Besuch bezahlt hatte, konnte ich meinen Urlaub entspannter fortsetzen.

Ich besorgte mir die Medikamente und nachdem ich mich noch zwei weitere Tage auskurierte ging es mir sichtlich besser und ich hatte auch wieder Lust wandern zu gehen. Aus diesem Grunde erkundigte ich mich bei der Zeltplatz Besitzerin welche Wanderung sie mir empfehlen könne.

Sie konnte mir auch gleich einen Tipp geben und zeigte mir einen Ausflug vom Tal hinauf ins Fjell. Mit ihrer Wanderwegempfehlung, gab sie mir auch noch den Hinweis, dass es kein ausgewiesener Wanderweg war und somit die Markierungen eher spärlich seien. Ich müsse mir den Weg selber suchen und erarbeiten. Dies galt besonders für jenen Teil des Ausfluges der mich wieder vom Fjell hinunter ins Tal bringen sollte, was zudem auch der schwierigere Teil der Wanderung sein sollte. Über diesen Umstand freute ich mich am meisten, denn das war genau das, wie ich mir mein Wandererlebnis hier in Norwegen vorstellte.

Am Abend bereitete ich alles für den Ausflug vor und machte mich relativ früh am kommenden Morgen auf den Weg. Der Anstieg in die Berge war wirklich sehr steil. Aber es machte mir trotzdem sehr viel Spaß und ich genoss die Aussicht. Besonders begeistert war ich, als ich schließlich das Hochplateau, das Fjell erreichte.

Bis dahin hatte ich keine Probleme gehabt dem Pfad zu folgen und ich war sehr zuversichtlich, dass dies so weitergehen würde.

Weit oben im Fjell erreichte ich schließlich den Punkt von dem ich auf anderem Wege mich wieder in Richtung Tal orientierte. Ab diesem Punkt musste ich das Hochland ohne jeden Weg queren und ich muss gestehen, es machte viel Spaß. Ein paar Landmarken, wie ein hübscher kleiner See, welcher sich in eine Senke schmiegte, wiesen mir den richtigen Weg. Auf diese Weise kam ich wirklich gut und schnell vorwärts.

i0105Lustig wurde es, als ich einer kleinen Horde Schafe begegnete und sich eines der Tiere mir an meine Versen heftete. Das Tier trottete so beharrlich hinter mir her, dass ich fürchtete es würde mich für immer verfolgen. Leider reagierte das Tier auch nicht auf meine Versuche, es los zu werden und so hoffte ich nur, dass sich das Thema im weiteren Verlaufe erübrigen würde. So kam es dann auch und ich konnte mich wieder mehr auf den Weg konzentrieren, was jedoch immer schwieriger wurde, denn nach und nach verlor sich dieser zwischen den Gräsern. Alsbald stand ich an einem Hang und weit und breit kein Weg mehr. Ich hatte nun wirklich keine Idee wohin ich mich wenden sollte.

Ich entschloss mich meine Landkarte zu studieren, doch auch das brachte keine große Erleuchtung. So entschied ich mich einem etwas zu folgen was wie ein Pfad auszusehen erschien. Allerdings verlief sich dieser Hauch eines Pfades schließlich und zu meinem Verdruss, wurde das Gelände immer steiler und schwere zu begehen.

Schließlich meinte ich weiter unten auf der gegenüberliegenden Hang Seite einen gut definierten Pfad zu entdecken. Ein Abgleich mit der Karte bestätigte denn Eindruck. Deshalb begann ich vorsichtig den Hang  hinunter zu laufen (ok, klettern oder rutschen).

Schließlich erreichte ich aber einen Punkt, an dem es nicht mehr weiterging. Ich befand mich nun oberhalb einer Felsklippe. Ich schaute etwas verzweifelt an ihr hinunter und sah nicht wirklich eine Möglichkeit dieses Stück Fels zu überwinden. Auch der Hang den ich zuvor herunter gekommen war, lockte nicht mit einem Aufstieg. So versuchte ich der Klippe zu folgen und hoffte, dass sich eine Möglichkeit des Abstieges ergeben würde.

Schließlich hatte diese Klippe noch eine Höhe von rund 5 bis 7 Metern und da ich keine andere Wahl sah nach unten zu gelangen, entschied ich mich einen Versuch zu starten und durch klettern dieses Hindernis zu überwinden.

Zur Absicherung hielt ich mich an einem Ast fest, als ich kurze Zeit später abrutschte und nur noch an diesem Ast hing.

In Filmen hatte ich gesehen, wie Menschen ewig lang an Klippen usw. hingen, doch bei mir dauerte es wirklich nicht lange, bis der Ast durch meine Hände zu gleiten begann und ich ahnte, dass das nicht gut gehen würde. Bei einem Blick nach unten entdeckte ich ein Geröllfeld mit ausgewachsenen Felsen und meine Zuversicht dies heil überstehen zu können sank zusehends.

Als ich mich schließlich im freien Fall befand, war nichts mehr von jeglicher Zuversicht übrig. Beim Aufschlagen auf die Felsen war ich nur froh, dass ich nichts knacken oder knirschen hörte. So meinte ich, dass wohl doch ein super schneller Schutzengel sich meiner angenommen hatte.

So war es dann auch. Ohne bedeutende Pläsuren konnte ich aufstehen und die Felsenwand hinauf schauen, die ich nur wenige Sekunden zuvor im freien Fall habe an mir vorüber gleiten sehen. Meine Erleichterung und Glücksgefühle, machte sehr wackeligen Beinen Platz und ich musste mich erst einmal hin hocken um das Erlebte zu verdauen.

Es dauerte schon eine Weile bis der Schock verdaut war und ewig konnte ich hier auch nicht hocken, denn ich wollte auf jeden Fall noch bei Tageslicht ins Tal zurück kehren. Also stand ich auf und lief auf jene Stelle im Tal zu, wo ich den Wanderweg vermutete und tatsächlich fand ich ihn.

Er war zwar noch immer sehr verwirrend, da er sich dauernd gabelte und auch ab und an ins leere verlief, doch im Großen und Ganzen hielt ich die Richtung und blieb auf dem Hauptweg. Da störte es auch kaum dass ich so manches Mal eine Bachdurchquerung durchführen musste und dabei meine Wanderschuhe nach und nach mehr durchweichten.

Mulmig wurde mir wieder, als der eigentliche  Abstieg ins Tal anstand, denn hier war es nun so steil, dass ohne den Weg keine Aussicht  bestand ins Tal zurückzugelangen. Zusehends wurde ich verunsichert, als ich den Weg nochmal gänzlich aus den Augen verlor, doch da ich nun etwas vorsichtiger geworden war, lief ich etwas zurück und suchte so lange, bis ich den wirklichen Pfad wiedergefunden hatte.

Von nun an ging es ohne weiteren Zwischenfall hinunter ins Tal. Und als ich es schließlich erreicht hatte merkte ich wie die ganze Anspannung der vergangenen Stunden von mir abfiel und meine Knie wirklich zu zittern begannen.

Da ich für diesen Moment wirklich genug vom Laufen und Abenteuer hatte, nutzte ich erneut die Eisenbahn um zurück nach  Flåm‎ zu gelangen.

Eigentlich hatte ich ursprünglich beabsichtigt noch etwas länger hier im Tal zu verweilen, doch in der Nacht quälten mich die Erinnerungen und ich fasst den Entschluss meine Reise fortzusetzen und an anderer Stelle neue Abenteuer und Herausforderungen zu suchen, ohne gleich um mein Leben bangen zu müssen.

Dänemark (2012) – Kopenhagen – Tivoli & Kulinarische Spezialitäten

20120518_115345-IMG_6902 Heute war es so weit. Unser Ausflug nach Kopenhagen fand sein Ende, da unser Flieger jedoch erst am Abend die Stadt verlassen sollte, stand uns noch ein ganzer Urlaubstag zur freien Verfügung.

Für diesen Tag hatten wir trotz der vielen Zeit nur 2 Wünsche auf unserer Liste. Wir wollten den Freizeit- und Erholungspark Tivoli besuchen und etwas typisch dänisches essen.

Bevor wir uns all diesen Vergnügungen hingeben konnten, war noch der Prozess der Bezahlung für die Hotelübernachtungen durchzuführen. Für die Zimmer und das Essen zahlten wir gerne, denn prinzipiell gab es nicht viel was es auszusetzen gab. Schade war es nur, dass wir bei der Bezahlung mit der, am unhöflichsten Beschäftigten des Hotels, zu tun hatten und sie ihre schlechte Arbeitsweise – Abwickelung der Bezahlung – auf mich abwälzte und mir dadurch unnötige Kosten entstanden. Zudem gab es kein freundliches Wort oder uns in Zukunft erneut in diesem Hause begrüßen zu dürfen. Sie drehte sich einfach um und zeigte uns ihren Rücken.

So verließen wir doch etwas enttäuscht dieses Haus und kletterten in den nächsten Bus, der leider etwas voll war und so die Fahrt zum Bahnhof anstrengend machte, insbesondere mit unserem ganzen Gepäck.

Im Bahnhof lagerten wir das Gepäck ein und gingen direkt zum gegen über gelegenen Tivoli Park. Dort angekommen stellten wir allerdings fest, dass der Park erst um 11:00 Uhr öffnete und wir somit etwas zu früh dran waren. Zudem sollte unsere Kopenhagen-Card etwa um diese Uhrzeit ihre Gültigkeit verlieren.

20120521_112228-IMG_8132_ji Die Wartezeit verbrachten wir im Hard Rock Cafe, welches sich direkt neben dem Eingang zum Park befand. Dazu hockten wir uns auf die Veranda und staunten nur, welche Massen an Schulklassen auf den Park zu marschierten. Es waren so viele, dass sich der Eindruck entwickelte, dass der Park von der ersten Minute an überfüllt sei oder wir ewig anstehen müssten, um auf das Gelände zu kommen. Doch nichts von beidem trat ein.

So verschwanden wir kurz nach 11 Uhr im Park, sogar noch unter Einbeziehung unserer Kopenhagen-Card, was uns einen kostenfreien Zutritt verschaffte. Wir genossen den Besuch von der ersten Minute, jedoch verstanden wir unter Genießen nicht sich den div. Fahrgeschäften zu überlassen, sondern eher das bunte Treiben, das herrliche Grün und die vielfältigen Angebote zu ergründen und zu beobachten.

Wir stürmten wahrlich nicht im Schnellzug Tempo durch den Park, wie es die vielen Jugendlichen taten, sondern wir liefen nach und nach den gesamten Park ab, blieben stehen, legten Pausen ein und genossen es wirklich uns durch den Park treiben zu lassen. So staunten wir auch nicht schlecht, als sich schließlich unsere Zeit dem Ende näherte.

20120521_113720-IMG_8188 Doch bevor wir gingen, wollten wir uns noch ein typisches dänisches Essen gönnen und dafür hatte mein Reiseführer ein Restaurant im Park empfohlen. Also warum sollte unsere Reise nicht hier im Park seinen kulinarischen Abschluss finden.

Am liebsten würde ich hier nicht auf nser Essen eingehen wollen, denn der erneute Genuss der  Landes typischen Spezialität wird für uns keine Wiederholung finden.

Was hatten wir nun gegessen. Als Empfehlung gab es Smørrebrød und etwas, dessen Namen ich nicht verstanden hatte. Auch beim Studium der Speisekarte durchdrang ich nicht ganz, was dieses zweite Angebot sein soll Ich meinte, es sei etwas mit Fisch und da es, laut Bedienung, wohl sehr beliebt sein sollte, bestellten wir es.

Als schließlich eine Schalte gefüllt mit einer grauen Masse und viel Petersilie oben drauf auf unseren Tisch gestellt wurde, kamen erste Zweifel auf, ob diese Wahl die Beste gewesen sei. Auch der erste Geschmackstest überzeugte nicht, auch wenn ich  nicht sagen will, dass es schlecht war.

20120521_125948-IMG_8383_ji Nachdem wir etwa die Hälfte gegessen hatten, gaben wir auf und ich machte mich erneut über die Speisekarte her und identifizierte nun jenes Wort welches verriet was wir bestellt hatten. Es war Labskaus (leider sieht das Labskaus auf den Bildern von Wikipedia wesentlich schmackhafter aus, als unsere Variante). Dass das Mahl auch noch einen horrenden Preis kostete, machte es nicht wirklich besser.

So verließen wir schließlich den Park ein ganz klein wenig geknickt und machten uns auf zum Bahnhof und Flughafen. Für die Fahrt zum Flughafen mussten wir noch einen Fahrschein erwerben, was grundsätzlich kein Problem war, doch erwischte ich die Angestellte mit der übelsten Laune. Als ich sie fragte, wann denn der nächste Zug fahren würde meinte sie nur, dass ich gefälligst die Anzeige lesen soll. Hoppla, da blieb mir doch die Luft weg.

So schnappten wir uns nur noch unser Gepäck und suchten unseren Zug. Glücklicherweise fanden wir ihn schnell und sogar ein einigermaßen leeres Abteil. Warum es leer war, klärte sich bald, denn die Klimaanlage war defekt und es war wirklich brütend heiß in diesem Abteil. Alle anderen Bereiche des Zuges waren zum Bersten gefüllt und so mussten wir die kostenfreie Sauna Nutzung in Anspruch nehmen. Ich war nur froh, dass die Fahrt nur rund 15 Min. dauerte.

20120521_112239-IMG_8136 Am Flughafen angelangt, hieß es unser Terminal zu finden und den Check-in durchzuführen. Diesen mussten wir bei Norwegian am Automaten durchführen. Für mich war es das erste Mal und es dauerte etwas den ein oder anderen Punkt zu verstehen, doch letztlich war klar was zu tun war und wir bewältigten diese Aufgabe. Trotzdem bevorzuge ich weiterhin einen Check-in mit Menschen.

Nun waren wir zwar eingecheckt, doch  wohin sollten wir mit unserem Gepäck. Witziger Weise mussten wir dann doch wieder einen Schalter von Norwegian anlaufen, um dort das Reisegut aufzugeben.

Dass man bzgl. Übergepäck bei dieser Gesellschaft und dem Selbst-Check-in keinen Spaß verstand, bekamen wir bei einem anderen Reisenden mit. Er hatte 3 Kg Übergepäck und obwohl er laut schimpfte, drohte und wie wild mit den Armen fuchtelte, blieb man hart und meinte nur, dass dies die Regeln der Gesellschaft seien  und die würden nur durchgesetzt. Wie dieser Disput letztlich ausging weiß ich nicht. Ich war nur froh, dass wir uns deutlich unter der kritischen Marke des Gepäckgewichtes befanden.

Nun hockten wir uns noch etwas in den öffentlichen Bereich des Flughafens und warteten, bis wir die Sicherheitskontrolle angehen wollten. Dies schien auch überhaupt kein Problem zu sein, denn eine nette Anzeige signalisierte immer wie lange die Sicherheitsüberprüfung incl. Schlange stehen dauern sollte.

Als wir uns auf machten wurden 8 Min. angekündigt. Wenn es diese 8 Minuten dann auch mal gewesen wären, es wurden 40 Min. und somit wurde es etwas eng Zeitgerecht zum eigentlichen Flug-Gate zu kommen. Ok, wir schafften es und brauchten nun nicht einmal lange warten bis wir den Flieger besteigen konnten.

Ich war ja etwas skeptisch was bei einem Billigflieger das Platzangebot angeht, doch muss ich sagen, dass ich durchaus zufrieden war. Dass für mich es nie genügend Platz ist, ist ein anderes Problem .

20120521_165252-IMG_8575_ji Bzgl. Gepäck zeigte sich das System des selbst Eincheckens als durchaus trickreich, denn so mancher Passagier schleppte eindeutig deutlich mehr Gepäck als Handgepäck in den Flieger als zugelassen und verstopfte die Ablagen. Die Flugbegleiter meinten jedes Mal nur, das ist doch viel zu viel, und das nächste Mal solle man doch die Richtlinien einhalten. Ach wie putzig diese Welt doch ist.

Der Flug verlief ohne Probleme.

Wir landeten in Berlin Schönefeld auf dem alten Flughafen, denn der neue, ja das war in diesem Jahr noch nichts. Und so durften wir auch noch den langen Marsch zur S-Bahn unternehmen. Erfreulicher Weise stand diese schon bereit und mit nur 1x Umsteigen erreichten wir unsere zu Hause.

 

05 Filmsteifen 21-05-2012

Schweden (2012) – Malmö – Ein Tagesausflug

20120520_130230-IMG_7819_20_21_tonemapped--rdy Heute sollte es in Kopenhagen einen Marathon Lauf geben. Dies bedeutete, dass es umfangreiche Sperrungen in der Stadt geben würde und sicherlich sehr viele Menschen in den Straßen unterwegs wären. Aus diesem Grunde, hatten wir uns entschieden, einen Tagesausflug nach Malmö in Schweden zu unternehmen, was, dank der schicken Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden, gerade mal eine Fahrzeit von ca. 45 Min. mit der Bahn bedeutete.

An einem der letzten Tage hatten wir die Touristeninformation aufgesucht und versucht herauszufinden, in wie weit ein Aufenthalt in Kopenhagen unsere Bewegungs- und Transportfreiheit einschränken würde. Man meinte, wenn man auf ein Auto verzichte, eigentlich überhaupt nicht. Dass das nicht so ganz stimmte, merkten wir gleich zu Beginn unserer Reise.

Wir wunderten gleich zu Beginn, warum die Straße vor unserem Hotel so leer war, da jedoch einige Leute, die in der Nähe liegenden Bushaltestelle belagerten, gesellten wir uns zu ihnen. Doch wie ich bald feststellte, kam kein Bus. So wandte ich mich an einen der anderen Wartenden und erkundigte mich über den Busverehr. Als ich in die Unterhaltung einfließen ließ, dass heute ja Marathon war, verzogen sie die Gesichter, man schauten verwirrt. Nun nahmen auch die Einheimischen an, dass diese Straße wohl gesperrt war. So brachen schließlich alle Wartenden von der Bushaltestelle zu Fuß in Richtung Innenstadt auf.

Auf diesem Weg stellte sich schnell heraus, dass die Straße tatsächlich gesperrt war und schon jetzt, relativ früh am Morgen, die ersten Zuschauer auf die Läufer warteten.

Ich musste nun zu Grübeln beginnen, wie wir am Besten zum Bahnhof kämen, da ich damit nicht wirklich zu einem schönen Ergebnis kam, erkundigte ich mich bei einem der Streckenposten und obwohl dieser meinte, er sei nicht aus der Stadt, konnte er mir einen guten Hinweis geben. Wir sollten einfach von der nächsten Station, die nur einen Steinwurf entfernt lag, mit dem Zug fahren. Dieser Vorschlang war gut und so setzten wir ihn gleich in die Tat um. Am Bahnhof angelangt brauchten wir auch nicht lange auf eine Bahn warten.

Als dieser einlief, wunderten wir uns über die etwas fremd wirkende Form, die doch stark an einen japanischen Reisball (Onigiri) erinnerte. So hatte dieser Zug für uns gleich seinen Spitznamen weg, nämlich “Onigiri-Zug”.

20120520_113108-IMG_7740 Nach nur wenigen Haltestellen war der Hauptbahnhof erreicht. In der  Schalterhalle reihten wir uns in die Schar der Menschen ein, die einen Fahrschein erwerben wollten, denn die Nutzung der Fahrscheinautomaten erschloss sich zumindest mir nicht wirklich.

Erstaunlich schnell hatten wir unser Ticket und da noch etwas Zeit übrig war, erforschten wir, ob und wie wir  hier an unserem Abreisetag unser Gepäck einlagern könnten. Die Gepäckaufbewahrung war schnell gefunden und neben Schließfächern gab es auch noch einen Gepäckraum, der von Personal bedient worden. Das fand ich wirklich praktisch und zudem erinnerte es mich an meine erste Reise via InterRail Ticket nach Norwegen, auf der ich in Kopenhagen einen Zwischenaufenthalt hatte und mein Gepäck genau hier hinterlegt hatte.

Von der Gepäckaufbewahrung ging es zum Bahnsteig, wo unser Zug, ebenfalls ein “Onigiri-Zug”, schon bereit stand.

Womit wir nicht gerechnet hatten war, dass der Zug ordentlich mit Fahrgästen gefüllt war und wir wahrlich froh sein konnten noch einen Sitzplatz zu ergattern. Nach dem wir glücklicher Weise einen gefunden hatten, brauchten wir nur noch die Fahrt hinüber nach Schweden genießen.

20120520_114607-IMG_7749 Natürlich war das Wetter an diesem Tage auch in Kopenhagen grandios gewesen, doch so richtig realisieren, was für ein herrlicher Sonnentag es geworden war, merkten wir erst, als wir in Malmö aus dem Bahnhof schritten.

Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Die Straßen waren um diese Uhrzeit noch herrlich leer und so startete unserer Spaziergang mehr als entspannt.

Ich war bei unserem Rundgang doch überrascht, wie viele schöne Gebäude es hier gab und wie gemütlich alles wirkte. Dieser Ausflug ließ sich wirklich genießen.

Die erste Unterbrechung unsere Spazierganges bildete der Besuch des “Form Design Center”. Dies nicht nur, weil der Zugang kostenfrei war, nein, wir wollten sehen auf was man hier in Schweden stolz ist.

Ich gebe zu, dass ich auch froh war aus der Hitze des frühen Tages zu entrinnen und die kühle der Museumsräume zu genießen.

Im Rahmen unseres Rundganges wurde schwedisches Design über verschiedene Schwerpunkte hinweg vorgestellt. Es war interessant und ich staunte über so manches Exponat, welches ich aus dem normalen Lebensalltag kannte.

20120520_115452-IMG_7764 Vom Museum ging es direkt zum nächsten Museum, dem “Malmö Museum” welches in einer Burganlage dem Malmöhus untergebracht war. Dabei interessierte uns weniger das Museum, als die Burganlage selber.

Über die kleinen Gassen, durch die wir zum Malmöhus liefen, gab es so viel an hübschen Häusern zu sehen, dass wir nicht wirklich schnell vorwärts kamen. Doch schließlich sahen wir die Burganlage mit ihrem Wassergraben und ich gebe zu, jetzt, wo dieses Bauwerk so Sonnendurchflutet vor uns lag, war es ein eindrucksvoller Anblick.

Um die Burg von innen zu betrachten, kamen wir nicht umhin eine Eintrittskarte für das Museum zu erwerben. Da wir nun schon mal bezahlt hatten, gönnten wir uns einen kurzen Streifzug durch die Ausstellung.

Bei ihr wurden, Bilder, Büsten, Einrichtung uvm. auf ansehnliche Art präsentiert. Besonders gefiel mir, dass man Epochen typisch Räume eingerichtet hatte und wir uns so gut vorstellen konnten wie man zu jener Zeit gelebt hatte.

20120520_134630-IMG_7938 Der weitere Weg durch die Burganlage mit seinen Ausstellungen war nicht weniger spannend. Wir wurden wie an einer Schnur geführt durch das Schloss gelotst und bekamen so auf diese Weise an den unterschiedlichsten Präsentationen und Ausstellungen vorüber. Dadurch war dieser lange Marsch durch die alten Mauern zu keinem Zeitpunkt langweilig. Den für uns spannenden Endpunkt, bildete die Ankunft in einem Burganbau, in welchem die Wehranlagen z.B. Kanonen untergebracht waren. Hier hatte man wirklich das Gefühl, sich in einer Burg und nicht einem Museum zu befinden.

Diesem Besuch ließen wir eine ausgiebige Mittagspause im Schatten folgen, denn es war zwischenzeitlich mehr als warm geworden und nach den vielen geistigen Eindrücken und dem langen Spaziergang durch die Burg, war solch eine Rast mehr als notwendig. Zudem waren wir wirklich hungrig.

Gestärkt und erholt ging es wieder zurück in die Innenstadt, wo wir die restlich verbleibende Zeit verbringen wollten. Dort taten wir es schließlich den Einheimischen gleich und zogen uns in eine der Gaststätten zurück. Dieser Beuch lehrte mich, andere Länder, andere Sitten.

Wir zogen es vor uns ins Lokal zu setzen und nicht draußen in der Sonne geschmort zu werden. Da wir die Ausnahme bildeten, gab es im Restaurant eine große Auswahl an Sitzmöglichkeiten und wir konnten wirklich aus dem Vollen schöpfen.

20120520_125133-IMG_7804 Nachdem wir uns hingesetzt hatten, kam sogleich die Bedienung und gab uns die Karte. Wir studierten diese und wunderten uns, dass wir keinerlei Getränke darin fanden. Ich rief die Bedienung und erkundigte mich, was denn mit den Getränken sei. Daraufhin erklärte mir die Angestellte in einem Ton, der mir zu verstehen gab, dass man das ja nun wissen müsse, dass nur für Speisen am Tisch ein Service erfolgt. Wolle man Getränke haben, egal ob warm oder kalt, müsse man sich zu Bar zu bemühen, um dort zu bestellen, zu bezahlen und auch den anschließenden Transport zum Tisch übernehmen.

Dass dies nun mal hier so war, war hinzunehmen und stellte, nachdem die Information angekommen und verarbeitet war kein Problem dar.

Also ging es zur Bar und ich bestellte die gewünschten Getränke. Da dies alles etwas dauerte, kam ich noch zu einem netten Plausch mit einem der anderen Wartenden, wodurch dieser Ausflug einen netten Nebeneffekt hatte.

20120520_181004-IMG_8047 Diesem Restaurantbesuch ließen wir nochmals einen längeren Spaziergang durch die Innenstadt folgen, in dessen Verlauf wir uns einem Straßenkünstler anvertrauten, um ein Portrait von uns zu erhalten. Dieses Experiment wurde zumindest eine interessante Erfahrung denn seine Art des Malens, würde ich als ungewöhnlich bezeichnen wollen. Er malte uns mit einem dicken Filzstift und das entstandene Ergebnis erinnerte mit Phantasie tatsächlich an uns. Spaß hatten wir, wenngleich dieses Bild eher in eine Gift-Schublade gehört. Deshalb hier Entschuldigung, dass dieses Portrait unter Verschluss gekommen ist.

Mit dieser Künstlerischen Erfahrung führte unser Weg zurück zum Bahnhof und die Rückfahrt nach Kopenhagen, wo wir direkt den Bus zum Hotel bestiegen und einen wirklich gelungenen Tag hinter uns ließen.

 

04 Filmsteifen 20-05-2012

 

Dänemark (2012) – Kopenhagen – Freistadt Christiania

20120519_114351-P5190575 Für den heutigen Tag hatten wir den Besuch der alternativen Wohnsiedlung Christiania auf dem Programm. Aufmerksam wurde ich das erste Mal auf dieses Gebiet vor vielen Jahren, als ich einen Spielfilm über die Entstehung gesehen hatte. Mit dem Besuch Kopenhagens wollte ich mir nun einmal dieses Gebiet in Wirklichkeit ansehen.

Für den Transport nach Christiania, hatte ich als erste Wahl des Transportes die Metro ausgemacht, denn ich hatte über den Stadtplan herausgefunden, dass es in sehr angenehmer Entfernung eine Metro Station gab und es nur wenige Stationen zu fahren waren. Dank der Kopenhagen-Card brauchen wir uns auch keine Sorge bzgl. der Bezahlung machen und so stand diesem Ausflug nichts mehr im Wege.

Als die Metro Station erreicht war, wollte ich mir kurz einmal einen der Fahrkartenautomaten ansehen, um herauszufinden, ob ich ihn bedienen könne. Schließlich mussten wir irgendwann Fahrkarten erwerben, um zum Flughafen zu fahren.

Als ich vor dem Automaten stand, fiel mir als erstes auf, dass es einen Aufkleber gab, auf dem Touristen darauf aufmerksam gemacht wurden, sich im Internet zu informieren, wie der Automat zu bedienen sei. Dass dies grundsätzlich tatsächlich notwendig war, bestätigte sich bei der Bedienung, denn die Nutzung erfolgte nur auf Dänisch – zumindest an dem Automaten, den ich mir ausgesucht hatte. Trotzdem schaffte ich es, mich durch die Menüs zu arbeiten und die korrekte Fahrkarte auszuwählen.

20120519_103842-IMG_7457 Den letztlichen Kauf der Karte ignorierend, denn heute brauchten wir ja keine, ging es mit der Rolltreppe tief, ja wirklich tief hinunter unter die Stadt, wo wir nach nur wenigen Minuten die Metro besteigen konnten. Jetzt um diese relativ frühe Uhrzeit und auf Grund der Tatsache, dass heute Samstag war, war der Zug relativ leer und wir konnten unsere kurze Fahrt genießen.

Am Ziel angelangt, ging es wieder via Rolltreppe hinauf in Richtung Tageslicht. Was mich etwas wunderte war, dass zwar die meisten Höhenmeter via Rolltreppe überwunden werden konnten, doch für die letzten Meter, allem Anschein nach, immer nur ein Treppenaufgang zur Verfügung stand. Warum dies so war, erschloss sich mir nicht.

Endlich wieder an der Oberfläche stellte sich mir mein übliches Problem, meine Orientierung zu finden. So fragte ich mal wieder einen Passanten und obwohl dieser nur Dänisch sprach, gab er mir Auskunftsfreudig Hilfe. Die sprachlichen Barrieren waren dabei kein Problem. Dank Händen und Füßen war klar wohin wir zu Laufen hatten.

20120519_124349-P5190590 Auf unserem Weg nach Christiania kamen wir an einer Kirche vorüber (Erlöserkirche / Vor Frelsers Kirke), deren Turm ich schon an den Vortagen von der Innenstadt  aus bewunderte. Seine Spitze umzog eine deutlich sichtbarer Anbau, der auf mich wie eine Wendeltreppe wirkte und mit seinen goldenen Verzierungen herrlich im Sonnenlicht funkelte. So stand es für mich schnell fest, dass wir diesen Kirchturm besteigen sollten.

Oh, man, hätte ich jedoch geahnt was auf mich hier zukam, hätte ich diesen Ausflug sicherlich nicht unternommen.

Der Zutritt, dank Kopenhagen-Card, war erfreulicher Weise kostenfrei und so konnte sogleich der Aufstieg beginnen. Dieser war von der ersten Minute einfach nur steil und schien überhaupt kein Ende zu nehmen. Anfangs war die Treppe noch breit genug, um hinauf und hinter laufenden Personen Platz zu bieten, doch das änderte sich bald. Diesem Umstand war es dann auch beim weiteren Aufstieg zu verdanken, dass es zu regelmäßigen “Zusammenstößen” zwischen den herabsteigenden und aufsteigenden Leuten kam. Was bei den beengten Verhältnissen je hörer man kam wirklich ein Problem war.

Leider erwiesen sich die meisten der Leute auch nicht als besonders vorausschauend, sondern eher wie eine Horde Vieh liefen. Sie versuchten sich, obwohl es eigentlich kaum möglich war, sich stets irgendwie vorbei zu quetschen. So entstanden richtig gehend Staus.

Je höher wir kamen, um so mehr liefen Bäche an Schweiß an mir herunter und ich musste immer längere Pausen einlegen. Doch wer nun glauben mag, dies sei meine größte Herausforderung gewesen sei, der sieht sich getäuscht.

20120519_112437-IMG_7471 Kurz vor dem Ende des Aufstiegs, bei dem es keinerlei Möglichkeiten mehr gab auszuweichen, meinte ein Mädel den Aufstieg endgültig zu verstopfen. Obwohl sie nur 2 Stufen hätte rückwärts klettern brauchten, um den Weg frei zu machen, verharrte sie und meinte, wir, die heraufkommenden (etwa 6 Leute), sollen ihr Platz machen. Wir hätten dazu etwa 40  Stufen nach unten klettern müssen.

Erst durch massives Einreden kapierte sie, dass sie die 2 Stufen rückwärts klettern musste, damit alle  den Engpass überwinden konnte. So geschah es und alles schien in Ordnung.

Doch was nun passierte war nur zu komisch. Denn der Ausgang wurde nicht nur deutlich schmaler, sondern auch niedriger. Dies hatte zur Folge, dass ich wie ein Korken in der Flasche fest hing und nicht mehr vor, noch zurück kam. Erst durch intensives Einziehen meines Bauches und ordentlich pressen, schaffte ich es diese Engstelle zu überwinden.

Hui, was war ich froh oben zu sein und die Aussicht genießen zu können.

Doch obwohl ich glaubte das Maximum an Höhe erreicht zu haben, ging es tatsächlich noch weiter in Richtung Himmel, nämlich über eine Wendeltreppe, welche außen am Turm entlang führte.

Aus der Erfahrung mit den doch sehr stupide aufsteigenden Menschenmengen und der Beengtheit, verzichtete ich ohne Wehmut auf das weiter klettern, genoss die erklommene Aussicht und begab ich schließlich wieder an den Abstieg.

20120519_112848-IMG_7486 Die fürchterliche Anfangsengstelle, überwand ich ohne Probleme, da ich meinen Rucksack ausgezogen hatte, und gesondert transportierte. Auch der weitere Abstieg war kaum ein Problem, da ich es lenken konnte, wann ich ohne Probleme den Abstieg, ohne mit jemandem Zusammenzustoßen, fortsetzen wollte. Ganz reibungslos ging es zwar nicht, doch im Vergleich zum Aufstieg war es wirklich ein Klacks.

Bis nach Christiania war es von der “Vor Frelsers Kirke” nur ein Katzensprung. Doch war für die Kirchturmbesteigung einiges an Zeit vergangen, so dass nun dein Flut an Menschen auf die Freistadt Christania zu rollte.

Mich beschlich das Gefühl, dass es wohl nicht so ganz einfach werden würde bei diesen Massen den Geist, der dieser Freistadt sein Leben einhauchte, zu erhaschen. So war es dann auch. Dies lag jedoch nur teilweise an den anderen Touristen, doch wohl mehr an der Tatsache, dass man nur von “außen” auf das Gebiet schaute und nicht in die Tiefe eintauchen konnte. Doch so war es nun mal und ich begnügte mich mit dem Wissen wessen Geist das Gebiet beseelte und der Tatsache dass dies ein besonderer Ort ist.

Fotografieren war in Christiania prinzipiell verboten, zumindest in einer Art Zentrum, in dem wohl eifrig dem Handel diverser Güter nachgegangen wurde. Das Verbot wurde mit riesigen Verbots Graffitis kund getan, doch so manch ein Tourist versuchte es dennoch zu ignorieren. Doch glücklich wurde diese Person damit nicht, denn über das Verbot wurde mit geschultem Auge gewacht und es wurde durchaus martialisch (nachdrückliches Brüllen) dem Wunsche, die Kamera verschwinden zu lassen Nachdruck verliehen.

Diesen zentralen Platz durchstreiften wir nur kurz, liefen dann jedoch lieber durch die anderen Bereiche der Stadt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass alles in allem wirklich sehr nett aussah. Irgendwie wie eine große Gartenkolonie mit festen Gebäuden. Den Freigeist, der das Gebiet auszeichnen soll, meinte ich auch so zu erhaschen. Aber wie gesagt, sich weiter darauf einlassen, um das Gefühl Christiania zu erfassen, dies gelang mir nicht.

20120519_131738-IMG_7493 Nach unserem Aufenthalt stellte sich ganz langsam ein gewisses Hungergefühl ein und ich hatte die Idee, dass wir uns eines der dänischen Besonderheiten gönnen sollten, nämlich Smørrebrød. Dieses Art “Sandwich” mit seinen üppigen Belägen, sollten uns einen kleinen Einstieg in die dänische Küche geben. Dazu hatte ich mir über die Touristeninformationen Webseite eine besondere Empfehlung heraus gesucht und dieses Restaurant steuerten wir nun an.

Anfangs meinte ich auch noch, es solle kein Problem sein das Lokal zu finden und obwohl ich die Straße rasch fand, scheiterten wir schließlich bei der Auffindung des Lokals. Da wir weder die entsprechende Hausnummer, noch jenen Punkt der bei Google Mops eingezeichnet war, in Einklang mit dem Restaurant bringen konnten. So mussten wir schließlich hungrig aufgeben.

So hüpften wir in eine der vorüber kommenden Busse und ließen uns wieder tiefer in die Innenstadt kutschieren und verbrachten unsere Mittagspause samt Speisung in einem nicht so sehr überzeugenden Lokal. Es war wohl eines jener Lokale, die ihre Daseinsberechtigung einer großen Anzahl von ahnungslosen Touristen verdankt, als einer herausragenden Service- und Qualitätsleistung.

Nach dem die Mägen gefüllt waren, streiften wir durch die Fußgängerzone, genossen die Geschäfte und die hübschen Gebäude. Noch mehr Musen oder andere Sehenswürdigkeiten aufzusuchen war am heutigen Tage kaum mehr möglich, denn zumeist schlossen all diese um etwa 16 Uhr und diesen Zeitpunkt hatten wir schon fast erreicht.

20120519_171948-IMG_7702 Auf dem Weg zurück zum Hotel, kamen wir an einem Platz vorüber auf dem 2 Flachdach Hallen aufgestellt waren. Wir waren schon an den Tagen zuvor an ihnen vorüber und schon da konnte ich nicht wirklich ergründen, was es mit ihnen auf sich hat. Doch heute gab es einen Wochenmarkt bei den Hallen. Diesen besuchten wir sogleich uns stolperten mehr zufällig in eine der Hallen, und welch wunder in ihnen gab es noch mehr an Marktständen, die mit allerlei sehr gut aussehenden und lecker riechenden Köstlichkeiten aufwarteten.

Oh, es war wie im Himmel. Ok, die Preise ignorierten wir und dennoch erstanden wir ein herrliches Körbchen mit Erdbeeren, die nicht nur lecker aussahen, sondern auch noch wunderbar schmeckten. So ausgestattet ging es wieder zurück in Richtung Hotel und ein schöner Tag fand langsam sein Ende.

 

 

03 Filmsteifen 19-05-2012

Dänemark (2012) – Kopenhagen – Zu Wasser & per pedes

20120518_153217-IMG_7051_ShiftN Das Wetter war uns an diesem Tag erneut wirklich hold und so stand einem erneuten Ausflug in die Innenstadt Kopenhagens nichts mehr im Wege. Zudem konnte unser Ausflug in die Stadt entspannter ablaufen als am Vortag, denn wir brauchten nicht die ganzen Strecken zu laufen, sondern konnten uns dem öffentlichen Nahverkehr überlassen. Möglich machte dies die – gegen ein stattliches Sümmchen – erworbene Kopenhagen-Card.

Ich gebe zu, dass er Erwerb der Karte einiges an Überwindung gekostet hatte. Doch im Anbetracht der Möglichkeit ohne nachzudenken alle öffentlichen Transportmittel nutzen zu können und bei einer wirklich großen Zahl an Museen usw. zum Teil kostenfrei oder vergünstigt Zutritt zu erlangen, stellte sich der Kauf fast als eine Notwendigkeit heraus. Selbst im Nachhinein muss ich sagen, dass die Kopenhagen-Card das Erleben der Stadt vereinfacht hatte.

20120518_133216-IMG_6979 Sich mit Bussen durch eine Stadt chauffieren zu lassen, stellt sich mir immer als kleiner Horror dar, da ich nie weiss wo fahren die Busse entlang, wo muss ich aussteigen, einsteigen oder gar umsteigen. Doch dieses ungute Gefühl stellte sich hier in Kopenhagen kaum ein. Denn der kleine schicke und vor allem kostenlose Stadtplan gab in angemessener Weise zum Busverkehr, aber auch S-Bahn und Metro übersichtlich Auskunft. Lediglich die wirklich vielen Großbaustellen erschwerten die Nutzung, da die Busse nicht immer so fuhren wie man es erwarten würde. Doch alles in allem, ließ sich der Transport durch die Stadt wirklich auf angenehme Weise genießen.

So landeten wir wirklich Stressfrei in der Innenstadt und sogar dort wo wir  herauskommen wollten, beim Erholungs- und Freizeitpark Tivoli. Ziel war jedoch nicht der Park, den hatten wir für einen anderen Tag auf unserem Programm, sondern das in der nähe befindliche Dänischen Design Center (englischer Link). Hier wollten wir uns einen Überblick verschaffen was unter dänischem Design zu verstehen ist und was alles von dänischen Gehirnen so ersonnen wurde.

20120518_125159-IMG_6945Ok, unser Hotel hatte auch mit dem Slogan beworben, dass die dänische Design Philosophie hier Anwendung gefunden hätte und ich muss gestehen, es war schlicht. Dieser Eindruck vertiefte sich bei unserem Museumsbesuch, doch was die Objekte im Center betraf, so zeichneten sie sich wirklich zwar durch ihre Schlichtheit aus, doch auf eine elegante und ansprechende Weise. Unser Hotelzimmer war eher als leer und extrem schlicht zu bezeichnen.

Mir gefielen die Objekte im Design Center und das machte sich daran bemerkbar, dass ich mir ein Brillen-Etui im eignen Laden des Centers erstand, um etwas praktisches zu besitzen und gleichzeitig eine hübsche Erinnerung an den Besuch der Stadt zu haben.

20120518_141544-IMG_7000_ShiftN Dem Besuch des Dänischen Design Center (englischer Link), folgte ein kleiner Spaziergang durch die Innenstadt, bei dem sich wahrlich die Herausforderung stellte, möglichst schnell diverse Großbaustellen zu umgehen, um wieder in die wirklich ansehnlicheren Teile der Stadt zu gelangen. Auf diese Weise erreichten wir schließlich das herrliche Schloss Christiansborg, welches neben seiner eindrucksvollen Architektur, wohl auch weltweit das einzige öffentliche Gebäude sein soll, in dem alle drei Gewalten eines Staates unter einem Dach zusammen finden.

Dank Kopenhagen-Card stand es außer Frage, dass wir das Schloss besichtigen wollten, denn es war mit der Karte Kostenfrei. Der Aufenthalte war sehr eindrucksvoll und wir waren von so viel Prunk begeistert. Jedoch zu meinem Leidwesen, durfte nicht fotografiert werden und die herrlichen blauen Tüten, die es galt über die Schuhe zu stülpen, um den Boden zu schonen, trübten den Besuch ein ganz klein wenig ein. Doch missen würde ich  den Besuch nicht wollen.

20120518_172103-IMG_7284 Mittlerweile war der Tag deutlich fortgeschritten und wir wollten uns als eines der besonderen Highlights des Tages eine Bootsfahrt durch die Kanäle der Stadt gönnen. So bestiegen wir eines der letzten Ausflugsboote des Tages, was den Vorteil hatte, dass es nicht mehr so voll mit Menschen war, wie jene zuvor und so konnten wir einen wirklich netten Platz ergattern, von dem sich die Fahrt mit einer guten Sicht genießen ließ.

Die Fahrt ging kreuz und quer über viele Kanäle und wir bekamen einen schönen Eindruck von der Stadt und wir bekamen Orte zu sehen, die wir so sicherlich nicht aufgesucht hätten. Diese fast 90minütige Fahrt würde ich wirklich jedem empfehlen wollen und ich selber würde sie jeder Zeit erneut unternehmen.

20120518_183852-IMG_7431 Vom Wasser aus hatten wir unter anderem die Dänische Königliche Bibliothek bewundern dürfen, welche eine der bedeutendsten Bibliotheken Skandinaviens darstellt. Mit seinem modernen Anbau, welcher ihr den Spitznamen “Black Diamond” (Schwarzer Diamant) (englischer Link) eingebracht hatte, war das Gebäude ein echter Hingucker.

Wer dieses Gebäude von außen bewundert kann die Bezeichnung Schwarzer Diamant schnell nachvollziehen, denn mit seinem herrlichen schwarzen Granit-Fassade und dessen Spiegelung im Wasser, wirkt das Gebäude in der Tat wie eines dieser schwarzen Schätze.

20120518_141442-IMG_6997 Auch von innen machte das Gebäude etwas her. Der moderne Teil der Bibliothek setzte moderne Gestaltungselemente ansprechend ein und knüpfte fließend an das historische Gebäude mit seinem Holz und rustikalen Gestaltungen an. Ich war beeindruckt und genoss dieses Spiel mit den Stielen und deren gekonnte Verknüpfung.

Mit diesem Besuch ließen wir den Tag langsam ausklingen und wir orientierten uns langsam wieder in Richtung Hotel. Natürlich wieder mit dem Bus, wenngleich ich mich dieses Mal wirklich herausgefordert fühlte eine und die korrekte Bushaltestelle für unsere Linie zu finden. Ich gebe zu, ein paar hilfreiche Kopenhagener standen mir zu Seite und so konnten wir durchaus erholsam die Fahrt zurück zum Hotel angehen.

02 Filmsteifen 18-05-2012

Dänemark (2012) – Kopenhagen – Viel gelaufen

6684 Es ist gerade einmal 14 Tage her, als die Entscheidung fiel, dass eine Reise nach Kopenhagen stattfinden soll, und damit der Umstand den Flug und das Hotel schnell über das Internet zu buchen, über mich herein brach. All dies war neu für mich und ich bin noch immer erstaunt, dass alles ohne Probleme klappte. Ok, einer der Flüge überraschte bei der Überprüfung der Flugdaten, dass man standardmäßig nur Handgepäck mitführen durfte. Natürlich konnte dieser Mangel mittels einer Kreditkarte und der Entrichtung des entsprechenden Betrages behoben werden und so war die An- und Abreise gesichert.

Der Flug selber verlief erfreulich Ereignislos und auch der Transfer vom Flughafen in die Stadt und der anschließende Marsch von der Metro-Station zum Hotel stellte keine besonderen navigatorischen Herausforderungen.

Im Hotel wurden wir sehr freundlich begrüßt, doch in den kommenden Tagen konnte die Erfahrung gemacht werden, dass das Personal extrem unterschiedlich war und der Wohlfühlfaktor von –100 bis +100 reichte. Dies bezog sich sowohl auf die Rezeption als auch auf die Reinigungsleistung der Zimmer.

6111 Unsere Anreise nach Kopenhagen war so gelegt, dass am Reisetag noch fast der gesamte Tag zur Erkundung der Stadt Verfügung stand. Das Wetter mehr als gut zu bezeichnen und ob wohl es bewölkt war, blitzte ab und zu die Sonne hervor. So konnte uns nichts lange im Zimmer halten.

Um den Tag gut überstehen zu können, starteten wir unseren Ausflug mit einem Besuch eines Supermarktes.  Wir hatten das Glück dass sich ein Geschäft einer Billig-Supermarkt-Kette direkt neben dem Hotel befand. Auf diese Weise erhielten wir etwas zum Essen für den Ausflug und gleich einen Einblick in die Kaufgewohnheiten der Dänen. Wirklich praktisch und interessant.

Was die Kaufgewohnheiten anging, so war schnell zu sehen, dass durchaus andere Artikel gegen über Deutschland bevorzugt wurden oder es Dinge gab, die es so nicht gab. Am augenfälligsten waren natürlich die feuerroten Würstchen (Rød pølse), die unter anderem für den dänischen Hotdog verwendet wird.

Umfangreich ausgestattet verließen ging es vom Supermarkt in Richtung Innenstadt, die nach etwa 5 minütigem Fußweg erreicht war. Dort ging es ziel- und planlos durch die verschieden Straßen und Gassen, so dass ich kaum zu Sagen vermag an welchen Sehenswürdigkeiten wir vorüber kamen.

6149 Ich war auf jeden Fall begeistert von der Architektur, den Farben und der Ruhe in den Straßen, denn es war in Dänemark Feiertag.

Voll wurde es dann schließlich doch, als wir wohl auf eine der Hauptstraßen in der Umfangreichen Fußgängerzone Kopenhagens gelangten. Ich fand es wirklich voll, doch lernte ich in den nächsten Tagen, dass hier noch wesentlich mehr los sein konnte.

Mittlerweile waren schon einiges an Wegstrecke zurückgelegt und da kam es gerade recht, dass das Cafe “The Royal Cafe” seine Pforten geöffnet hatte und zu einem schönen Stopp einlud. Dass dies ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen war, war mir nicht klar und trotz dieses Umstandes gab es einen freien Platz in dem man das schmucke Ambiente und ein Getränk genießen konnte.

Dem Caféhaus Aufenthalt war es auch zu verdanken, dass der einsetzende Regen uns als Ziel verfehlte.

6250 Nach diesem Besuch war zwar der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen, doch mich quälte ein Hungergefühl und so kam es mir recht, dass ich genau gegenüber vom Café einen Hotdog Stand entdeckte. Diesen steuerte ich sogleich an und orderte eines dieser Teile.  Meine Erinnerungen an deren Geschmack, war etwas verwaschen, dass es waren rund 20 Jahre vergangen, seit ich den letzten verzehrt hatte. Doch als ich hinein biss, erinnerte ich mich wieder wie lecker diese Teile waren.

Während genussvoll der Hotdog verzehrt wurde, kam erneut ein heftiger Regenschauer nieder und ich machte mich etwas Sorge um den Fortgang der Stadterkundung. Doch mit diesem Schauer verabschiedete sich das etwas wechselhafte Wetter und es wurde ein grandioser Spätnachmittag.

In der warmen, weichen Sonne strahlten die Gebäude noch schöner und es ließ sich mit mehr wohlwollend über die extrem vielen Baustellen hinwegsehen.

6316 Auch wenn ich bislang wirklich begeistert war vom Ausflug in die Stadt, konnte mein Hochgefühl noch gesteigert werden, als wir Nyhavn (neuer Hafen). Oh wie bunt, schön und skandinavisch sah es hier aus. An diesem Ort fühle ich mich wirklich in Skandinavien angekommen  und ich genoss die Farben, die Sonne und sogar das touristische Getümmel.

Im gemütlichen Schlendergang ging es vom Nyhavn weiter am Wasser entlang, bis schließlich Schloss Amalienborg erreicht wurde. Und welch ein Glück verband sich mit der Ankunft, denn es fand gerade die Wachablösung statt. So etwas hatten wir noch nicht gesehen und so genossen wir die ganze Zeremonie.

Mittlerweile war die Skulptur der “Kleinen Meerjungfrau”, welche wahrlich eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt darstellt, nicht mehr weit entfernt und so setzten wir deren Besuch auch noch auf unsere Liste.

6854 Warum diese Skulptur solch einen Anziehungspunkt bildet war uns nicht ganz klar, dennoch war es nett “Kleinen Meerjungfrau” einmal in Wirklichkeit gesehen zu haben. Zudem boten die anderen Touristen ein nettes Schauspiel im Wettstreit um das beste Foto, welches schließlich nur noch durch eine eintreffende Reisegruppe, die wohl nur 10 Min. für ihren Besuch hatten, gekrönt wurde.

Mittlerweile steckten uns 5 Std. Fußweg in den Knochen und so zog es uns nur noch zurück zum Hotel. Da sich auf diesem Wege noch das Schloss Rosenborg und dessen Park befand, wurde dieses Gelände auch noch etwas erkundigt und ich muss gestehen, dass es mir wirklich gut gefiel.

Trotzdem waren wir froh, als wir schließlich, nach solch einem erlebnisreichen Tag, die Tür des Hotelzimmers schließen konnten.

 

 

01 Filmsteifen 17-05-2012

Japan – Essen – Okonomiyaki

Okonomiyaki, dieser Pfannkuchen aus Kohl, Mehl, Ei und einer fast unbegrenzten Möglichkeit der Variation, ist eines der Gerichte, die mir wirklich sehr gut munden und ich immer gerne esse.

Ich war in der glücklichen Lage, dass meine Reisen nach Japan mich immer in die Kansai-Region führten, wo Okonomiyaki zu den regionalen Spezialitäten zählt.

Klick hier um das Video für die Zubereitung zu sehen

 

Ich kann nur empfehlen, wer einmal ein anderes japanisches Geschmackserlebnis erfahren möchte, als nur Sushi, sich diesem Gericht anzunehmen.

 

Okonomiyaki
Japans herzhafter Pfannkuchen mit unendlichen Möglichkeiten

Wer durch die Straßen von Osaka oder Hiroshima schlendert, dem steigt früher oder später ein verführerischer Duft in die Nase: der von frisch gebratenem Okonomiyaki. Dieses herzhafte Gericht, oft als „japanischer Pfannkuchen“ oder „japanische Pizza“ bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Streetfood-Klassikern des Landes – und steht gleichzeitig für Kreativität und regionale Vielfalt.

Der Name Okonomiyaki setzt sich aus den Worten okonomi („nach Belieben“) und yaki („gebraten“) zusammen – und genau das ist das Prinzip dieses Gerichts: Man nimmt, was einem schmeckt, mischt es zusammen, und brät es auf einer heißen Platte goldbraun aus. Die Grundzutaten bestehen meist aus einem einfachen Teig aus Mehl, Ei, Dashi-Brühe und fein geschnittenem Kohl. Hinzu kommen je nach Vorlieben und Region Zutaten wie Schweinebauch, Meeresfrüchte, Käse oder Mochi. Nach dem Braten wird der Pfannkuchen großzügig mit einer würzigen, leicht süßlichen Okonomiyaki-Soße bestrichen, mit Mayonnaise verziert und mit getrockneten Bonitoflocken (Katsuobushi) sowie Algenpulver (Aonori) bestreut.

Die Ursprünge des Okonomiyaki lassen sich bis in die Edo-Zeit (17.–19. Jahrhundert) zurückverfolgen. Damals existierten einfache, teigbasierte Gerichte wie funoyaki oder moji-yaki, die man auf heißen Eisenplatten buk. In seiner heutigen Form entwickelte sich Okonomiyaki jedoch erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Reis knapp war und günstige, sättigende Alternativen gefragt waren. Aus Mehl, Wasser und Kohl wurde ein einfaches Gericht, das schnell zum Alltagsessen avancierte – besonders in Westjapan.

Heute gibt es zwei Hauptvarianten: die Osaka-Variante, bei der alle Zutaten miteinander vermischt werden, und die Hiroshima-Variante, bei der die Zutaten schichtweise auf den Teig gelegt werden – oft ergänzt durch gebratene Nudeln und ein Spiegelei. Beide Versionen haben ihre treuen Fans und sind Ausdruck regionaler Identität.

In vielen Restaurants kann man Okonomiyaki selbst zubereiten – direkt auf der in den Tisch eingelassenen heißen Platte (teppan). Es ist nicht nur ein Essen, sondern ein Erlebnis: brutzeln, wenden, garnieren, genießen.

So steht Okonomiyaki für weit mehr als nur ein schnelles Gericht. Es ist Symbol für Geselligkeit, Kreativität und den Reiz der japanischen Alltagsküche – herzhaft, bodenständig und herrlich wandelbar.

Deutschland (2011) – Dresden – Stippvisite

20110607_185850-IMG_8229 “Wer eine Reise tut, der kann was erzählen” – Wie wahr dieser Satz ist, bewies mein kleiner Ausflug nach Dresden.

Es begann mit der Bahnfahrt.

Ich hatte mich auf dem Bahnsteig an jener Stelle platziert, an dem der Zug für meinen Zustieg zum Halten kommen sollte. Doch anstatt zu stoppen, fuhr der Zug gemütlich an mir vorüber und kam etwa eine Wagonlänge von mir entfernt zum Stehen. Da der Zug Verspätung hatte und Haltezeiten nicht unbedingt lang sind, legte ich einen kleinen Sprint ein, um die Tür des Zuges zu erreichen.

Was im übrigen den Sprint angeht, mit rund 20 Kg auf dem Rücken, war es ehrlich betrachtet mit dem Sprinten nicht so weit her. Doch ich gab schon etwas Gas und prustete, als ich schließlich im Zug war.

Meinen Sitzplatz fand ich schnell und ich richtete mich auch gleich gemütlich ein.

Ich saß gerade, als ich begann mir die anderen Fahrgäste im Abteil anzusehen. Ich meinte zu erkennen, dass etliche der Fahrgäste sich wohl im Abteil getäuscht hatten, denn dies war die erste Klasse. Woran ich es ausmachte? Ich weiß es nicht, doch als sich schließlich der  Schaffner die Tickets zeigen ließen, waren es genau jene die aufgefordert wurden das Abteil zu wechseln, die ich ausgemacht hatte.

20110607_173521-IMG_8172 Zu ihnen gehörte auch eine Gruppe von wohl Spanischen Mädchen. Nun machte die Zugbegleiterin  ihren Job, es den Mädels verständlich zu vermitteln, dass sie den Wagon wechseln mussten nicht wirklich gut. So erklärte ich es ihnen, doch konnte ich die Informationen gleich um eine Zusatzinfo erweitern, denn zwischenzeitlich begannen sich die Ereignisse etwas zu überschlagen.

Es begannen nämlich immer mehr Leute aus dem Bereich der zweiten Klasse in die Erste zu strömen und sie wollten es sich hier alle gemütlich machen. Das überforderte die Zugbegleiterin wirklich. Besser wurde es nicht, als sie erfuhr, das im Zug, der aus technischen Gründen ohnedies schon um einen ganzen Wagon verkürzt worden war, die Klimaanlage kaputt gegangen sei und ein anderer Zugbegleiter die Fahrgäste deshalb gebeten hatte, die erste Klasse in Anspruch zu nehmen.

Nun stürmte die Schaffnerin von dannen, kam aber kurze Zeit später wieder und alle Hitzeopfer durften tatsächlich im Wagon bleiben und auch die Spanierinnen. Jedoch nur bis Dresden. Doch selbst diese Info war die Schaffnerin nicht in der Lage den ausländischen Fahrtgästen zu vermitteln. So übernahm ich es.

20110607_192022-IMG_8269 Auf diese Weise kam ich zu einem, bis auf den letzten Platz gefüllten Wagon und einer Klimaanlage, die den Menschenmengen nicht bewältigen konnte. So schwitze mich erste Klasse nach Dresden.

In Dresden angelangt schaffte ich es ohne Probleme bis zu meiner Unterkunft zu gelangen, auch wenn das wohl nur Glück war, denn wie ich später lernte, hatte ich den Straßenbahn Plan nicht richtig gelesen 🙂

Ich gebe zu, ich war einigermaßen müde und es war ohnehin schon spät und so verschwand ich als bald im Bett.

Auch wenn die Nacht gut verlief, so war der Morgen eher als Schreckhaft zu bezeichnen, denn einzelne Lattenroste meines Bettes, lösten sich unter einem gewaltigem Knall aus ihrer Halterung. Erst eins, dann zwei und schließlich hing ich in einem Loch zwischen Bett und Boden und hatte arg zu kämpfen heraus zu klettern.

20110609_182234-IMG_9121 Ich untersuche meine Schlafstätte und stelle fest, dass das Bett zumindest heil war und sich die Roste lediglich unter mir aus den Halterungen befreit hatten.

Ich gebe zu, ich fühlte mich schon etwas Schuldbewusst und so unternahm ich erst einmal wegen des Vorfalles nichts, außer, dass ich das Bett wieder in Ordnung brachte.

Am Abend ging ich dann doch zur Rezeption und schilderte mein Erlebnis und war erstaunt, dass man mir half und ich nun ein wirklich schickes und riesiges Zimmer bekam. Auch das Bett hier  prinzipiell mir stand.

In den folgenden Tagen ging es auch in die Stadt und ich schaute mich etwas um.

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Auch wenn mir natürlich vieles Vertraut war, so hatte ich die Frauenkirche als noch im Bau in Erinnerung. Seit etlichen Jahren waren diese Baumaßnahmen jedoch abgeschlossen und so genoss ich es die Kirche und den Platz um sie herum herrlich hergerichtet zu genießen.

Neben meinem Aufenthalt  in der Altstadt, verschlug es mich auch an die Elbe. Von dort wollte ich ein schickes Panorama-Foto von der Altstadt Terrasse machen, denn das herrliche Wetter bot sich förmlich dazu an.

Hochauflösendes Panorama – Viel Spaß beim Erkunden &  Nicht vergessen hinein zoomen und hin und her bewegen

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Tatsächlich schaffte ich es, wenngleich ich mich wunderte warum mehr und mehr Leute auftauchten, es sich auf den Wiesen am Flussufer und am Wasser selber gemütlich machten und das Vorhaben Panoramafoto gefährdeten 🙂

20110609_172250-IMG_8397 Während ich vor mich in geknipst hatte schallte ein gewaltiger Lärm über den Fluss zu. Neugierig war ich schon was die Ursache war, doch dauerte es etwas bis ich schließlich heraus was die Ursache des Lärms war. An diesem Abend fand ein Tretbootrennen auf der Elbe statt.

Es hörte sich spannend an und so gesellte ich mich zu den Schaulustigen.

Es dauerte letztlich eine ganze weile, bis das Rennen begann und es war deutlich kürzer als die Wartezeit die ich verbracht hatte. Dennoch war es ganz putzig zu sehen, wie ein Plastik-Käfer Boot, ein Schwan Boot und andere darum kämpften Sieger des Rennens zu sein.

Auch wenn es ein überschaubares Erlebnis war, so war ich froh, es mir angesehen zu haben.

Auf dem Weg zurück zur Unterkunft kam ich an einem Informationsstand der Verkehrsbetriebe Dresdens vorüber. Hier löste sich ein Mysterium der Straßenbahn Streckenführung.

20110609_192414-IMG_9309 Bislang hatte ich mir den Plan des Straßenbahnnetzes nur schnell angeschaut und mich dann dem entsprechenden Verkehrsmittel anvertraut. Was dazu führte, dass ich einmal eine völlig falsche Fahrtrichtung einschlug. Ich nahm nun an, ich sei einfach nur zu schusselig gewesen, doch wie sich herausstellte war es auf gewisse Weise ein Designfehler in der Karte. Denn zwei Straßenbahn- Linien, die sich zudem trafen und gemeinsam abknickten waren von  der Farbe so ähnlich, dass man die Karte falsch lesen konnte und ich war dafür das beste Beispiel. Es tröstete mich, dass man mir am Info Stand versicherte, ich befände mich mit diesem Irrtum in einer großen  Schaar von Leuten 🙂 und man hätte dieses Problem sogar schon selber mehrfach bemängelt 🙂

20110607_192022-IMG_8269 So schaffte ich es nun auch ohne erneut falsch zu Fahren zurück zur Unterkunft.

Dresden verließ ich, wie ich gekommen war, mit der Bahn. Erfreulicher Weise war die Fahrt dieses Mal weniger Spektakulär, wenngleich der Wagon nicht weniger leer war. Es war Pfingstwochenende und so machten sich Heerscharen an Menschen in ein freies Wochenende auf. Dass diese Menschen zu einem recht erstaunlich großem Anteil unentspannt waren, störte mich nicht wirklich. Ich war nur froh reibungslos nach Hause zu kommen.

Bildergallerie2011

2012  „Kunsthof – Striezelmarkt“

2012  „Kunsthof – Striezelmarkt“

2011

2004
Bildergallerie2004Hier klicken um zur Galerie zu gelangen

 

Japan (2011) – Alles hat ein Ende & Zurück nach Deutschland

20110324_180306-P3240454_ji Kopie1 [1] 4 Wochen Urlaub sind nicht viel, besonders wenn die Zeit angefüllt ist mit Vorbereitungen für die eigene Hochzeit. Trotzdem war es eine schöne Zeit und es schwingt ordentlich Wehmut mit, dass ich wieder zurück nach Deutschland muss.

Mittlerweile habe ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen und reflektiere die 18 Std. im Flieger und ich muss sagen, dass ich froh bin, dass es vorüber ist..

Um zu einem guten Platz zu kommen, hatte ich rechtzeitig das Online Check in durchgeführt und mir Plätze ausgesucht die mir hoffentlich eine gemütliche Heimreise bescherten. Deshalb wunderte ich mich, als ich in Osaka bei meinem Gate saß und die Flugbegleiter dauernd zu mir herüber schauten. Als sich schließlich eine von ihnen auf machte und geradewegs auf mich zu lief, war ich doch etwas verdutzt. Man bat mich um meine Board Karte, studierte sie und verschwand ohne jeden Kommentar.

Merkwürdig … Ein paar Sekunden später kam wieder jemand zu mir. Dieses Mal hatte man sich aber entschlossen mit mir zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass man mir einen Platz zukommen lassen wollte, der für mich bequemer war, denn der Flieger war wohl sehr voll und aktuell hätte ich direkte Sitznachbarn gehabt.

Man bot mir an, mir einem Platz zu geben an dem der Sitz neben mir frei war. Das fand ich sehr nett und Vorausschauend und ich nahm es natürlich sehr gerne an. So kam ich zu einem weitestgehend angenehmen Platz, denn in diesem Flugzeug blieb noch immer das Problem, dass man die Lehnen nicht hoch klappen konnte. Ich also den extra Raum nicht wirklich nutzen konnte und ich zudem den Kopfhörersteker nicht in die entsprechenden Löcher (sie zeigten in den Sitzbereich) stecken konnte.

P4230446_ji Ich gebe zu, dass ich von den 12 Std. Flug ohnehin nicht wirklich viel mitbekam. Das erste Essen nahm ich noch mit, doch dann verschwand ich in tiefem Schlaf.

Oh, was das Essen angeht, so hatte ich mich beim Herflug erneut für das japanische Menü entschieden, was letztlich durchaus lecker war. Das westliche hingegen, sah nicht wirklich toll aus. Beim Frühstück gab es auch Auswahl, doch welches man nahm, schien egal zu sein, denn sie boten beide keinen überzeugenden Anblick.

In Doha gelandet, wurden wir erneut via Bus zum Terminal geschunkelt. Das nervte, denn es dauerte etwa 15 Min. – Im Terminal angekommen ging es gleich zur Sicherheitsüberprüfung und da gab es eine gewaltig lange Schlange. Doch das Personal arbeitete es wirklich sehr zügig ab. Ob das zu Lasten der Qualität der Prüfung ging, oder die Leute nur gut waren, lasse ich mal offen. Ich hatte so meine eigene Meinung, wenn ich sah mit welcher Begeisterung gearbeitet wurde.

P4230447_ji Das Terminal war wieder angefüllt mit Menschenmassen – ist voll das richtige Wort … hmmm – Es war wirklich voll :-)))

Der Weiterflug nach Berlin, erneut 6 Std., war ebenfalls ok. Wenngleich ich wirklich im Luxus badete.

Auch dieser Flieger war voll und die Reihen waren zum bersten gefüllt. Nur ich hatte eine ganze Reihe für mich allein. Na, wenn das nicht Luxus ist. So wurde ich von den anderen Fluggästen neidisch, oder wie auch immer beäugt, während sie Schlangen vor den Toiletten bildeten.

Nebenbei sei erwähnt, ich habe noch nie einen Flug erlebt, bei dem so intensiv Schlangen vor den Toiletten gebildet wurden, wie hier. Fast den gesamten Flug über, also 6 Std. gab es diese Schlangen. Spaßig wurde das ganze nur noch, wenn es darum ging die Service Wagen irgendwie durch diese Schlangen oder den stetig zur Toilette strebenden Menschen zu lotsen.

Das Thema essen muss man für diesen Kurz Flug nicht vertiefen, doch alles in allem, sah man von dem Lehnen Problem, dem Essen und dem Bustransfer Terror ab, konnte man wirklich mit Qatar Airlines fliegen.

Oh, eines fand ich noch ganz witzig. In der Reihe vor mir saß eine Inderin und sie trug ein Tuch was übersät war mit Pajetten. Wenn diese von der Sonne beschienen wurden, meinte ich mich in eine Disko versetzt. Auf allen Wänden, dem Sitz vor ihr … ach überall … leuchteten und tanzten bunte Punkte. Ja, ich hatte Freude daran.

In Berlin drängten die Fluggäste, wie üblich mit aller Gewalt aus dem Flugzeug. Ich ließ mir Zeit und war dann auch der letzte der durch die Passkontrolle kam. Nun traf ich alle Leute wieder, die nervös vor dem Gepäckband warteten. Das Drängeln und sich Beeilen hatte sich “wirklich ausgezahlt”

Mein Gepäck kam erstaunlich früh und nachdem in Japan mein Busticket für die Fahrt nach Hause in der Waschmaschine vernichtet hatte – das war die Strafe, wenn man sein Kleidung nicht ordentlich durchsucht und den ganzen Geldbeutel in die Waschmaschine verfrachtet – gönnte ich mir ein Taxi Heim.

Hier hatte ich Glück und ich bekam einen Kleinbus – ja, für mich alleine 🙂

Der Fahrer war nett, wir plauderten ausgiebig. Als er erfuhr, dass ich aus Japan kam, machte er sich etwas Sorge, dass ich radioaktiv verseucht sein könnte. 🙂

So kam ich dann sehr entspannt in meiner Wohnung an. Lediglich der Fahrstuhl in meinem Wohnhaus war nervig, denn nachdem ich meinen Etagenknopf gedrückt hatte, dauerte es etwa 3 Min. bis sich die Tür schloss und die Fahrt in meine Etage begann. Ok. letztlich war ich froh, dass er überhaupt fuhr und ich mein Gepäck nicht in meine Etage buckeln musste.

 

Ich hoffe alle Leser hatten Freude an meiner Reise und den Erzählungen. Ich hatte Spaß und eine gute Zeit und werde sicherlich lange und gerne auf diese Reise zurückblicken.

Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 6 von 6 – Stadt ohne Sehenswürdigkeiten?

20110420_071815-IMG_7410_ji Es ist wirklich witzig, beschäftigt man sich mit der Stadt Okayama, so gibt das Internet als auch unser Reiseführer wirklich nicht sehr viel her, was hier spannend sein soll. Doch zum Glück gibt es einen Park, den Kōraku-en und das angrenzende Schloss. So hatten wir unser Highlight, welches wir auf unsere Besuchsliste für den heutigen Tag setzten.

Wir waren bezüglich des Parks sehr gespannt, denn er sollte zu den schönsten Japans gehören.

Bevor wir jedoch den Park genießen konnten war erst wieder Zug fahren angesagt, was bedeutete eingequetscht von einem Ort zum nächsten geschaukelt zu werden. Also umfallen konnte ich hier wirklich nicht.

20110420_052301-IMG_7167_jiIn Okayama angelangt, verstauten wir unser Gepäck und ich hatte etwas Gelegenheit mich ein wenig umzusehen.

Die Stadt machte auf dem Vorplatz des Bahnhofes einfach den Eindruck einer normalen Stadt, ohne besonders einladend oder abschreckend zu sein.

Erfreulicher Weise schaffte ich es hier aber endlich einmal ein Foto zu schießen, welches sehr anschaulich dokumentiert, wie sich japanische junge Frauen auf Brezeln und durch die Stadt laufen. Doch selbst dieses Beispiel ist noch fast als Normal zu bezeichnen. Deshalb hier ein Link auf eine Seite die anschaulich dokumentiert was als sexy und heiß in bei Japans Jugend angesagt ist.

20110420_060430-IMG_7226_ji Die Busfahrt zum Park war durchaus  angenehm, denn die Anzahl an Fahrtgästen war mehr als überschaubar. Ich war der letzte, der etwas dagegen einzuwenden hatte. Denn mein Verhältnis zum Bus fahren hatte sich hier in Japan doch deutlich verschlechtert.

Der Park selber erwies sich aus meiner Sicht als zumindest nett. Auch wenn ich den Aufenthalt genoss, wirklich überschwängliche Begeisterung kam bei mir nicht auf. Ich nahm einfach erst einmal an, das wir nicht unbedingt die beste Jahreszeit erwischt hatten, um ihn in seiner ganzen Pracht zu erleben.

Als wir den Park durchstreift hatten, stellte sich die Frage was wir noch machen könnten, doch wie schon erwähnt, war der Reiseführer eher der Ansicht es gäbe nichts weiter zu sehen. Zudem hatte ich mir zum Xten Mal einen ordentlichen Sonnenstich eingefangen und es ging mir ehrlich gesagt nicht wirklich gut.

So entschieden wir uns in die Innenstadt zurückzukehren. Dort hockten wir uns in ein Cafe. Da es mir, selbst nach geraumer Zeit ,nicht wirklich besser ging, blieb ich einfach hocken, während Eri in die nähere Geschäftewelt aufbrach.

20110420_111614-IMG_7544_ji Für die Rückfahrt nach Kobe hatte Eri den Shinkansen gewählt. Eigentlich wird die Strecke zwischen diesen beiden Städten in rund 30 Min. zurückgelegt (ca. 120 km). Doch hatte das einen gewaltigen Nachteil. Diese Zeit war zu kurz, um sich ein Ekiben zu gönnen. So wählten wir die Bummelbahn unter den Shinkansen. Das bedeutete wir würden 60 Min. für die Strecke brauchen und so könnte ich zu meinem Ekiben kommen.

Gesagt, getan. Eri erwarb zwei wirklich schöne Ekiben und nachdem wir es uns im Zug gemütlich gemacht und die Fahrt begonnen hatte, ließen wir uns die div. Leckereien schmecken. Das war wahrlich der Abschluss, den ich mir für diese wirklich tolle Hochzeitsreise gewünscht hatte.

 

Kōraku-en – ein Garten voller Geschichte und stiller Schönheit

Der Kōraku-en-Park in der Stadt Okayama gehört zu den drei berühmtesten Landschaftsgärten Japans. Er ist nicht nur ein Ort der Schönheit, sondern auch ein Ort, an dem man die Geschichte und das Herz der japanischen Kultur spüren kann. Der Garten liegt ruhig am Ufer des Asahigawa-Flusses, gegenüber der stolzen Burg Okayama. Schon beim ersten Schritt in den Park merkt man: Dies ist ein besonderer Ort.

Seine Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert. Damals war Tsunamasa Ikeda der Fürst des Okayama-Klans. Er wünschte sich einen Ort der Ruhe – ein Garten, in dem er sich entspannen und die Natur genießen konnte. Er beauftragte seinen treuen Beamten Tsuda Nagatada, diesen Garten zu gestalten. Die Arbeiten begannen im Jahr 1687. Vier Jahre später war der Garten so weit fertig, dass der Fürst dort Feste mit seinen Gefolgsleuten feiern konnte. Der Garten wurde weiter gepflegt, ausgebaut und immer wieder verändert – je nach Geschmack und Zeit.

Zuerst hieß der Garten „Gosai-en“ oder „Gogoen“, was so viel bedeutet wie „Fürstlicher Gemüsegarten“. Denn es wurden auch Felder und Reisflächen angelegt – typisch für den Stil der japanischen Landschaftsgärten jener Zeit. Erst später bekam er seinen heutigen Namen „Kōraku-en“. Dieser stammt von einem alten chinesischen Sprichwort: „Zuerst die Sorgen des Volkes, dann das Vergnügen des Fürsten.“ Das zeigt, wie wichtig Verantwortung und Bescheidenheit damals waren.

Der Kōraku-en wurde streng bewacht und gepflegt. Lange Zeit durften nur die Fürsten und ihre Familien ihn betreten. Doch gegen Ende der Edo-Zeit – als das Shogunat schwächer wurde – fanden hier auch Empfänge für Gäste statt. Auch das Volk durfte an bestimmten Tagen den Garten besuchen und seine Schönheit bewundern.

Mit der Meiji-Restauration 1868 änderte sich vieles in Japan. Der Garten wurde zunächst vom Staat übernommen, später wieder kurzzeitig vom Ikeda-Clan bewohnt. Schließlich übergab die Familie ihn 1884 offiziell an die Präfektur Okayama. Der Garten wurde nun für alle Menschen geöffnet.

Wer den Kōraku-en besucht, spürt die Ruhe, die Liebe zur Natur und den Respekt vor der Geschichte. Hier blüht die Kirschblüte im Frühling, schimmert das Moos im Sommer, färbt sich das Laub im Herbst rotgolden und ruht der Garten friedlich im Winter.

 

013 Hochzeitsreise Koraku-enGalerie

Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 5 von 6 – Altstadt von Kurashiki „Bikan“

20110419_101709-IMG_6896_ji Nicht nur, dass wir ein herrliches Hotel hatten, es befand sich auch noch direkt neben der Altstadt (englischsprachiger Link) von Kurashiki, die, wie ich schon bei unserer Ankunft bemerkte, besonders ansehnliche Bauten zu bieten hat.

Wir erfuhren zwar auf unserem Spaziergang von Einheimischen, dass dieses Gebiet durch die Kommerzialisierung und Restaurierungen an Charme verloren hätte, doch da ich es nicht vergleichen konnte, musste ich für mich feststellen, dass es eine hübsche Ecke ist, in der man sich gut aufhalten kann.

Nach Einbruch der Dunkelheit, verschlug es in ein kleines Lokal in dem traditionelle japanische Kost angeboten wurde. Es war zwar etwas teuer, doch lecker war es alle mal.

Als wir das Lokal verließen leuchtete die “blaue Stunde” wunderbar und tauchte die Altstadt in ein anderes, wunderschönes Licht.

Kurashiki Bikan – ein Ort wie aus einer anderen Zeit

Kurashiki Bikan ist ein wunderschönes, altes Viertel in der Stadt Kurashiki, in der Region Okayama in Japan. Wenn man durch die kleinen Straßen läuft, fühlt es sich an, als würde man in eine andere Zeit reisen – in eine Zeit voller Ruhe, Geschichte und besonderer Schönheit.

Früher war Kurashiki ein wichtiger Ort für den Handel. Entlang des kleinen Kanals wurden Reis, Baumwolle und andere Waren auf Booten transportiert. Noch heute fließt dieser Kanal durch das Viertel. Am Ufer stehen alte Häuser mit weißen Wänden und dunklen Dächern. Diese Gebäude waren früher Lagerhäuser. Heute sind darin Cafés, Museen, Läden und Kunstwerkstätten. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail erhalten.

Die ganze Gegend wirkt friedlich und harmonisch. Über den Kanal hängen grüne Weidenbäume, und kleine Brücken verbinden die Ufer. Besonders schön ist es bei Sonnenuntergang oder wenn die Lichter am Abend leuchten. Viele Menschen machen hier gern Fotos oder fahren mit kleinen Booten über das Wasser.

In den kleinen Geschäften gibt es handgemachte Souvenirs, hübsche Postkarten und leckere Snacks. Manche Besucher lassen sich sogar mit einer Rikscha durch das Viertel fahren – das ist ein zweirädriger Wagen, den ein Mensch zieht. So kann man das ganze Viertel ganz gemütlich entdecken.

Kurashiki Bikan Chiku ist ein Ort, der das Herz berührt. Man spürt hier die Geschichte, aber auch das Leben der Menschen von heute. Es ist ein Ort zum Staunen, zum Träumen und zum Wohlfühlen.

 

012 Hochzeitsreise AltstadtGalerie

Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 4 von 6 – Zurück zum Festland

20110419_035309-P4190438_ji Es ist Fahr-Tag. Es geht von Shikoku zurück zum “Festland”. Dafür wahr wieder etwas schippern mit einer Fähre angesagt und auch Zug fahren stand ganz oben auf dem Programm.

Die Fahrt mit der Fähre dauerte nur 60 Min. und ich muss sagen, dass die Sicht hinaus auf die Inseln und das Meer wirklich toll waren. Lediglich die etwas raue Dünung und der heftig wehende Wind machte es etwas schwierig nicht umgeworfen zu werden. Trotzdem die Sonne, das Meer, es war einfach toll.

Wir legten in einem Örtchen an, wessen Namen mich sehr an ein bekanntes Spiel erinnerte. Der Ort nannte sich “Uno”. Von hier wollten wir eigentlich mit dem Bus weiter fahren, doch diese Verbindung war aufgegeben worden. Zum Glück gab es aber einen Bahnhof und den galt es anzusteuern.

20110419_055634-IMG_6677_ji Auch wenn Uno auf den ersten Blick einfach nur ein kleiner, nicht besonders hübscher Ort war, so konnte ich auch hier viele nette Details entdecken. So hatte man am Bahnhof Tier Skulpturen, eine Meerjungfrau und ähnliches aufgestellt, was dem Vorplatz eine gewisse Attraktivität verlieh.

Im Bahnhof erfuhren wir, dass wir nur 30 min. warten brauchten, bis ein Zug den Ort verließ. Das war die gute Nachricht. Die schlechte war, dass wir 2 Mal den Zug wechseln mussten, bis zu unserem Ziel Kurashiki. Wir hofften nun inständig, dass wir nicht die ganze Zeit in Zügen herumstehen brauchten.

20110419_071933-IMG_6730_ji Unser Wunsch wurde erfüllt. Lediglich auf der letzten Fahrtstrecke nach Kurashiki, die nur 15 Min. dauerte, war stehen angesagt. Im übrigen Umfallen konnten wir in diesem Zug auch dann nicht, denn er war nämlich voll gestopft mit Menschen.

Dieses letzte Teilstück der Fahrt beinhaltete neben den beengten Verhältnissen noch ein anderes Erlebnis.

Das Zusteigen in den Zug hatte dieses Mal nicht viel mit der japanischen Ordnung und Zurückhaltung zu tun. Obwohl Fahrgäste noch versuchten auszusteigen, drängte die Masse an Menschen gleich von Beginn vom Bahnsteig in den Zug. Ob dies Ursache für das folgende Vorkommnis war, kann ich nicht ganz ausschließen.

20110419_063651-IMG_6720_ji Die Türen des Zuges schlossen sich gerade und der Zug machte Anstalten die Fahrt zu beginnen, als ich sah, dass ein Mann seinen Regenschirm zwischen die Türen rammte. Er wollte damit das Schließen der Türen verhindern, doch die Türen taten alles, nur nicht sich nicht schließen. So steckte der Schirm eingeklemmt in der Tür und der Fahrgast und andere Menschen versuchten den Regenschirm herauszuziehen. Mittlerweile hatte sich der Zug langsam in Bewegung gesetzt, doch als der Regenschirm aus der Tür befreit war, gab es einen Ruck und der Zug stand. Durch die Maßnahme war eine Notbremsung ausgelöst worden.

Die Tür ging auf und der Fahrgast stürmte, ohne links oder rechts zu schauen einfach aus dem Zug. Auch die heraneilenden Bahnangestellten ignorierte er und zog von dannen.

20110419_084948-IMG_6775_ji In Kurashiki angelangt, liefen wir sogleich unser Hotel an. Für diese Nacht hatte Eri ein besonders gutes Hotel ausgesucht, welches auch ein sehr ansprechendes Ambiente haben sollte und dazu ein grandioses Frühstücksbüfett.

Als wir das Gebäude erreichten, waren wir schon etwas schockiert, denn von außen machte das Gebäude keinen Überzeugenden Eindruck. Doch von innen, sah das ganz anders aus. User Zimmer stellte sich schließlich als wirklich tolle Suite mit moderner, hübscher Einrichtung heraus. Wir waren beide begeistert.

 

011 Hochzeitsreise Zurueck zum FestlandGalerie

Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 3 von 6 – Kotohira-gū

20110418_082829-IMG_6409_ji 60% Regenwahrscheinlichkeit. Was für eine unerfreuliche Neuigkeit für diesen Tag. Besonders freute ich mich darüber, denn zusätzlich erfuhr ich, dass es bis zum Kotohira-gū Schrein, den wir heute als Ziel ausgewählt hatten, 786 Treppenstufen zu überwinden galt. Oh, und das dann noch im Regen.

So schlecht war das Wetter morgens dann doch nicht, doch das war ohnehin egal, denn wir fuhren Bahn bis in die Stadt Kotohira der Präfektur Kagawa, in der sich der Schrein befand.

In Kotohira angekommen, fing es natürlich pünktlich an zu regnen.

20110418_050622-IMG_6052_ji Schon die Straße die vom Bahnhof weg führte vermittelte mir, durch die dort stehenden Figuren, dass dies ein besonderer und wohl auch schöner Tag werden könnte. Den Regen, der immer stärker wurde, versuchte ich zu ignorieren

Als wir dem Anstieg zum Schrein  beängstigend nahe waren, kamen wir an einem Udon Restaurant vorüber und das nutzten wir, um ein frühes Mittagsmahl einzunehmen und zu Versuchen den Regen auszuhocken.

20110418_055448-IMG_6080_ji Das Essen war wirklich lecker und machte der Tatsache, dass diese Präfektur für ihr Udon berühmt war, alle Ehre. Das mit dem Regen aushocken, klappte nur bedingt. Als wir vor das Restaurant traten, war es zwar trocken, doch all zu lange hielt das nicht an.

Bis die ersten Treppenstufen auftauchten, dauerte es nicht lange und ich gebe zu, ganz so brutal sah es nicht aus. Es gab immer ein paar Stufen zu überwinden gefolgt einem mehr oder weniger langer Absatz. Links und rechts gab es viele Geschäfte, in denen der Tourist  glücklich gemacht werden sollten.

Unter anderem wurden Bambusstöcke angeboten, die als Wanderstöcke dienen sollten. Kurz dachte ich über den Erwerb nach, verwarf den Gedanken jedoch, was ich später doch etwas bereute.

20110418_061315-IMG_6130_ji Alsbald erreichten wir ein Schreintor (Torii) und hier wurde ich dann doch etwa blass, als ich sah, in welchem Winkel sich die Stufen nun gnadenlos den Berg hinauf zogen. Ich war froh, dass Eri in einen Laden verschwand und ich den Schock in Ruhe verarbeiten konnte.

Beim Umsehen stellte ich fest, dass an dieser Stelle Männer einen besonderen Service anboten. Man konnte sich von ihnen den Berg hinauf tragen lassen. Wie das genau aussah, konnte ich nicht ergründen, denn niemand nahm das Angebot wahr. Es gab wohl einfach zu wenige Touristen an diesem Tag. Als ich mir das Angebot etwas genauer anschaute, meinte ich eine gewisse Angst in den Augen der Männer zu erblicken. Ich fragte mich, woher das wohl kommen mochte 🙂

20110418_062455-IMG_6161_ji Schließlich wagten wir uns an diesen ersten, für mich anstrengenden Anstieg. Viele Pausen und natürlich die Möglichkeit des Fotografierens, halfen mir diese Kletterei zu überstehen. Natürlich wurden wir von allerlei Volk überholt.

Etwas peinlich war es für mich, nicht die Tatsache, dass mich 90jährige überholten, nö, das war mir egal, eher junge voll durch gestylte Japanerinnen. Nicht nur dass sie sich mit Hochhackigen die Treppen hinauf arbeiteten, nein, man musste auch einen Minirock tragen, der diese Bezeichnung schon fast nicht mehr verdient hatte, so kurz war er.

Wir warteten, bis diese Mädels verschwunden waren, denn man konnte nicht nach oben schauen, ohne, dass es peinlich wurde.

20110418_063646-IMG_6206_ji Nach etwa 400-500 Stufen erreichten wir erneut ein Torii. Mit seiner Durchquerung erreichten wir die eigentliche Tempelanlage. Hier wurde kurzfristig etwas flacher und es gab keine Geschäfte mehr. So war es hier wesentlich besinnlicher und schöner.

Der Weg zog sich nicht grade den Berg hinauf, sondern es gab immer wieder Richtungsänderungen. Diesen Teil des Weges konnte man nicht einsehen und so stöhnte ich jedes Mal, wenn ich um die Ecke kam, und sah, dass es wieder neue Stufen zu überwinden galt.

Schließlich kamen wir um eine Ecke und die Anzahl der Stufen war mir einfach zu monströs. Ich brach innerlich zusammen. Glücklicherweise gab es hier ein Restaurant und es brauchte nicht viel Überredungskunst von Eri, mich hinein zu locken. Wir gönnten uns dort eine Kleinigkeit zu Essen und Tee.

20110418_064009-IMG_6220_ji Während wir versuchten wieder etwas trocken zu werde, nahm draußen der Regen fast Wolkenbruch artige Ausmaße an.

Von einer Bedienung erfuhren wir, dass es nur noch rund 250 Stufen bis zum Haupt Shintō-Schrein seien. Da wollte ich nicht aufgeben und wir nahmen in heftigstem Regen diese letzten Stufen in Angriff.

Trotzdem stöhnte ich jedes Mal, wenn immer mehr Stufen auftauchten und es einfach kein Ende zu geben schien. Es tröstete mich etwas, dass es anderen Menschen ebenso erging. Regelmäßig hörte man Bekundungen der Enttäuschung, wenn die Leute feststellten, dass das Ende einfach nicht in Sicht kam.

20110418_083823-IMG_6465_ji Ich mochte es kaum glauben, als ich schließlich am Haupt Schrein eintraf. Allerdings dämpfte das Wetter etwas die Begeisterung.

Am Aussichtspunkt, von dem man eigentlich einen grandiosen Ausblick haben sollte, schauten wir nur in den Nebel oder in eine Wolke. Ob es das eine oder das andere war, dürfte egal sein. Es gab nichts zu sehen.

Das Wetter war auch Schuld, dass der Aufenthalt etwas kurz ausfiel, obwohl es wirklich viel zu entdecken gab.

Auf den Abstieg freute ich mich wirklich nicht, denn die Stufen waren steil, nass und es gab keine Geländer. Das war der Moment, in dem es mich reute, keinen Stock als Unterstützung für den Abstieg erworben zu haben.

20110418_081408-IMG_6363_ji Ich arbeitete mich schließlich zwar unsicher die Stufen den Berg nach unten und meine Knie meldeten mir langsam, dass sie keine Lust mehr hatten Stufen zu laufen. Doch als es fast nicht mehr ging, hatte ich die letzten Stufen überwunden – dachte ich 🙂 … Am Bahnhof nämlich musste wir von einem Gleis zum anderen wechseln, welches nur über eine Brücke möglich war. Diese Stufen waren dann auch der Moment, an dem ich diese Teile zu Hassen begann. Um so glücklicher war ich, dass wir im Zug einen Sitzplatz bekamen und die Rückfahrt durchaus gemütlich war und dies trotz ländlicher Rush-Hour 🙂

 

Kotohira-gū – Hauptheiligtum des Meeresgottes

Der Kotohira-gū, besser bekannt unter dem volkstümlichen Namen Konpira-san, ist einer der bekanntesten und meistbesuchten Shintō-Schreine Japans. Er befindet sich auf dem Berg Zōzu (象頭山) in der Stadt Kotohira in der Präfektur Kagawa auf der Insel Shikoku. Der Schrein gilt als Hauptheiligtum für mehr als 600 Konpira-Schreine im ganzen Land und ist tief mit der Geschichte der japanischen Religionskultur verwoben. Ursprünglich war der Ort ein Zentrum des Shinbutsu-Shūgō, einer religiösen Verschmelzung von Shintō und Buddhismus, bei der die Gottheit Konpira Daigongen verehrt wurde. Die Anlage war Teil des buddhistischen Tempels Matsuo-dera, der der esoterischen Shingon-Schule angehörte. Der Standort auf dem Berg Zōzu, dessen Name sich auf den Elefantenkopf bezieht, spielt symbolisch auf den heiligen Geierberg (Gṛdhrakūṭa) in Indien an, was der Region spirituelle Tiefe verlieh.

Mit der Meiji-Restauration im späten 19. Jahrhundert und der staatlich verordneten Trennung von Buddhismus und Shintō (Shinbutsu Bunri) wandelte sich die Anlage grundlegend: Der buddhistische Kult wurde abgeschafft, die Tempelgebäude teilweise zerstört oder umgewidmet, und der Schrein erhielt seine heutige shintōistische Ausrichtung. Seitdem wird Ōmononushi no Kami, eine alte Gottheit des Meeres, des Schutzes und der Nation, als Hauptkami verehrt. Hinzu kommt die Verehrung des vergöttlichten Kaisers Sutoku, der im 12. Jahrhundert ins Exil verbannt worden war und posthum als spirituelle Kraft Anerkennung fand. Besonders ab dem 19. Jahrhundert gewann der Schrein zunehmende Bedeutung als Schutzstätte für Seeleute und Fischer. Er wurde zur geistigen Heimstatt für Menschen, die auf das Meer angewiesen sind – von einfachen Bootsleuten bis hin zu Mitgliedern der kaiserlichen Marine. Noch heute zeugen zahlreiche Votivtafeln, sogenannte Ema, von Dankgebeten für sichere Überfahrten und erfolgreichen Fischfang.

Ein wesentliches Element der Pilgerreise zum Kotohira-gū ist der lange und anstrengende Aufstieg über 1.368 Steinstufen zum innersten Heiligtum (Okusha). Die Pilgerroute ist gesäumt von Laternen, alten Schreingebäuden und imposanten Toren und gilt als eine Mischung aus spiritueller Reinigung und physischer Herausforderung. Der jährliche „Ishidan-Marathon“, ein sportlich-religiöses Ereignis, bei dem Teilnehmer die Stufen in möglichst kurzer Zeit bewältigen, verleiht dem traditionellen Pilgerweg eine moderne Note. Die Architektur des Schreins vereint verschiedene Stilepochen, wobei viele Bauwerke aus der Edo-Zeit erhalten sind. Besonders hervorzuheben sind das große Eingangstor (Daimon), das Hauptheiligtum (Honden) und der ehemalige buddhistische Konpon-dō, der heute als Asahi-sha umgewidmet ist. Die Unterstützung durch die Fürstenfamilie Matsudaira von Takamatsu trug über Jahrhunderte hinweg wesentlich zur baulichen und kulturellen Entfaltung des Schreins bei.

In der Geschichte des Schreins spielten bedeutende Persönlichkeiten wie die buddhistischen Mönche Yūga, Yūkō und Yūjō eine zentrale Rolle. Besonders in der Übergangszeit zur Meiji-Restauration führte der damalige Oberpriester Kotonaka Yūjō die Neuausrichtung zum Shintō-Heiligtum entschlossen durch. Trotz des Verlusts vieler buddhistischer Elemente wurden zahlreiche Kulturgüter erhalten und befinden sich heute entweder im Schrein oder in angrenzenden Tempeln. Schon in der Edo-Zeit war der Schrein ein beliebtes Reiseziel. Der sogenannte Konpira-Pilgerweg wurde oft literarisch verarbeitet, unter anderem in dem satirischen Reiseroman „Tōkaidōchū Hizakurige“. Auch das berühmte Volkslied „Konpira Fune Fune“, das bis heute gesungen wird, zeugt von der tiefen Verankerung des Schreins in der japanischen Alltagskultur.

So steht der Kotohira-gū heute nicht nur für spirituelle Kontinuität, sondern auch für die komplexe religiöse Geschichte Japans. Er ist ein Ort des kulturellen Wandels, ein Symbol für die Verbindung von Mensch und Meer sowie ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Tradition und Moderne in einem einzigen Ort harmonisch zusammenwirken können.

 

010 Hochzeitsreise Kotohira-guGalerie