Japan (2013/14) – Osaka – In schwindelnder Höhe

IMG_0466_jiw Mein erster Tag in Japan begann spät, denn mein nicht schlafen während des Fluges von Deutschland nach Japan hatte seinen Tribut gezollt. Aber auf diese Weise erwachte ich durchaus munter im neuen Land und dem neuen Tag, zusätzlich erfreut, dass ich Sonne durch mein Hotelzimmer fluten sah. Ich merkte zwar, dass das Wetter durchaus wechselhaft zu sein schien, doch gegen ein paar Sonnenstrahlen für den ersten Tag hatte ich wahrlich nichts einzuwenden.

Das aufgesuchte Hotel hatte kein Frühstück zu bieten, also ging es als bald hinaus und sogleich ins erste Restaurant. Es war fast 12 Uhr Mittag, also wurde das Frühstück ausfallen gelassen und gleich mit dem Mittagessen begonnen. Ich bestellte mir, ok Eri bestellte, denn ich konnte nichts lesen oder gar bestellen, eine Schale Reis auf der allerlei leckere Meeresfrüchte angerichtet waren und eine Miso-Suppe. Es war wirklich lecker und verschaffte mir ein angenehmes Gefühl gesättigt zu sein.

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Nachdem wir gestärkt waren, stellte sich die Frage wohin es uns verschlagen sollte. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung eines der acht höchsten Gebäude der Stadt aufzusuchen und von dort, ohne störende Fenster die Aussicht auf die Stadt zu genießen.

Bevor wir uns jedoch in schwindelnde Höhe des Umeda Sky Building wagen konnten, hieß es in den Untergrund der Stadt zu verschwinden und via U-Bahn unser Ziel zu erreichen.

Obwohl es für meinen Geschmack noch recht früh am Tage war, waren die U-Bahnen und die Zuwege schon gut gefüllt mit Menschen und ich hatte schon ein wenig das Gefühl etwas beengt reisen zu dürfen. So war ich wirklich froh, als wir schließlich das Ende der Fahrt erreichten.

Als wir wieder Tageslicht erblickten, wurde ich gleich mit etwas konfrontiert, was ich nur allzu gut kannte – Einem Weihnachtsmarkt :-). Er bestand nur aus ein paar Buden, aber dort gab es alles, was man auf jedem deutschen Markt auch finden würde. Es gab zwar augenscheinlich keinen Glühwein, aber dafür deutsches Bier.

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Bevor es schließlich zum Umeda Sky Building ging, musste ich einen Ort aufsuchen, über den man in aller Regel kein Wort verliert. Ich musste auf die Toilette. Doch japanische Toiletten verzücken mich jedes Mal. Nicht nur, dass man zumeist und überall kostenfreie und vor allem saubere Toiletten findet, so kann man auch oft das Glück haben, auf super moderne japanische Toiletten zu stoßen. Diese machen einen Besuch wahrlich angenehm. Die Wohltaten beginnen mit einem beheizten Sitz, über eine angenehme Hinterteilspühlung bis hin zum automatischen Abspülen und Deckel schließen. Wer einmal solch einen Luxus genossen hat, mag kaum mehr darauf verzichten. Ich gebe ehrlich zu, mir geht es auf jeden Fall so.

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So erreichten wir schließlich das Hochhaus, zu dessen Füße sich ebenfalls ein Weihnachtsmarkt ausbreitete, der auf jedem Fall einem deutschen Markt in nichts nach stand. Es gab alle möglichen Leckereien und Weihnachtsutensilien. Sogar einen Thüringer Bratwurststand entdeckte ich. Doch waren mir 6 Euro für eine Wurst etwas zu viel und ich versagte mir, trotz reichlichem Speichelfluss, den Einkauf. Stattdessen ging es ins Hochhaus und die Fahrt hinauf in den – so glaube ich zumindest – 41 Stock begann. Teilweise bot der Fahrstuhl freie Sicht auf die umliegende Stadt, die immer kleiner werdend unter unseren Füßen verschwand.

IMG_0343_ji Auf dem Dach angelangt, empfing uns ein wirkliche kaltes Lüftchen, doch die grandiose Aussicht machte es alle Mal wett. Ich wusste nicht in welche Richtung ich meinen Blick als Erstes richten sollte. Zumal überforderte mich dieses Meer an Häusern und Straßen meine Sehgewohnheiten.

Es war erstaunlich zu erkennen, dass selbst große Gebäude von diesem rund 180 Meter hohen Koloss, wie Spielzeuge wirkten, von den Fahrzeugen oder gar Menschen ganz zu schweigen.

Erfreulicherweise riss die Wolkendecke während des Aufenthaltes etwas auf und so wurde es etwas wärmer und die Gebäudefluchten und Straßentäler wurden wesentlich plastischer. Jetzt wirkte alles noch tiefer und weiter als zuvor. Es fiel mir schwer mich von diesem Ausblick loszureißen. Doch der Hunger begann wieder zu bohren, es war schließlich auch schon Zeit zum Abendessen geworden.

IMG_0324_ji Wir entschieden uns gegen den Besuch eines Restaurants, stattdessen besuchten wir einen “Convenience Shop” (Nachbarschaftsgeschäft) und erstanden dort ein paar Onigiri (Reisball) und andere Leckereien, auf die ich mich wirklich gefreut habe. Mit den Lebensmitteln hockten wir uns in eine Sitzecke und wir ließen es uns wirklich schmecken. Es war einfach, aber so lecker, dass ich mich jeder Zeit davon ernähren könnte.

Mittlerweile war es dunkel geworden und so genossen wir noch die nächtliche weihnachtliche Beleuchtung in der Stadt. Ich musste feststellen, dass mich das japanische Engagement für dieses Event, die deutschen Aktivitäten wirklich nicht vermissen ließ.

Japan (2013/14) – Die Anreise – Xaver was machst du mit mir

PC061026_jiw Ich war einigermaßen erschrocken, als ich erfuhr, dass genau dann ein Orkan über Nord-Deutschland einbrechen sollte, als meine Reise nach Japan beginnen sollte.

Je mehr ich von den Ausmaßen des Orkans (Orkan Xaver)hörte, um so mehr Sorgen machte ich mir. Es half auch nicht, beim Reisebüro anzurufen oder die Abflüge vom Berliner Flughafen zu beobachten. Im Grunde lief es darauf hinaus zum Flughafen zu fahren und abzuwarten was passieren würde. Ich fragte mich, warum mich solches Ungemach bei all meinen Reisen nach Japan verfolgte, denn erst war es ein Vulkanausbruch in Island, dann der Atomunfall in Japan und jetzt der Orkan. Ich überlegte, was diese Regelmäßigkeit an außergewöhnlichen Ereignissen zum Reisebeginn bedeuten soll. Ich entschied mich, dass es keine Bedeutung haben sollte, doch es blieb dabei dass es den Reisebeginn etwas unangenehm würzte.

Irgendwann machte ich mich schließlich auf zum Flughafen und das Wetter zeigte sich noch von seiner nicht so unangenehmen Seite. Nachdem ich mich jedoch am Flughafen eingecheckt und es mir gemütlich gemacht hatte, brach es draußen los. Es gab heftige Sturmböen und es schien auch zu Schneien begonnen zu haben

Als mir während des Wartens ein Weihnachtsmann und sein Engel begegneten, nahm ich dass als ein positives Zeichen und irgendwie sollte ich Recht behalten.

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Bis mein Flug schließlich Berlin verlassen konnte, verging einiges an Zeit und mit etwa 50 minütiger Verspätung hob der Flieger vom Flughafen ab. Rechnete ich von jetzt an die Flugzeit hinzu und betrachtete den Zeitpunkt meines Einsteige-Zeitpunkt ich den Flieger nach Japan, stellte ich fest, dass sie gleich waren. Dies beruhigte mich wirklich. Auch das Schütteln des Fliegers ließ meine Zuversicht für einen reibungslosen Umstieg nicht wachsen.

Beeindruckt war ich jedoch von den Flugbegleitern, die trotz des sehr wilden ritt durch die Lüfte Essen und Getränke austeilten.

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Istanbul erreichten wir etwas früher, als ich errechnet hatte. Doch auch so hatte ich nur 20 Minuten für meinen Umstieg. So nahm ich meine Beine in die Hand und stürmte los.

Das erste Mal wurde ich aufgehalten, als ich in die Nähe einer Personenkontrolle kam. Hier sollten die Passagiere die Flugkarten für den Weiterflug vorzeigen. Die Gruppe vor mir, verstanden nicht was man von ihnen wollte und so brach eine kleine Diskussion aus und ich wurde zunehmend Unruhiger. Als das Palaver kein Ende nahm. Ich rief schließlich, dass ich nur noch 10 Min. bis zum Boarding hätte und durfte überholen.

Relativ schnell brachte ich die Personenkontrolle hinter mich, nahm mir dann aber keine Zeit wieder meinen Gürtel in die Hose zu fädeln oder die Schuhe zu schnüren. Es ging nur darum so schnell wie möglich mein Gate zu erreichen.

Natürlich verlief ich mich kurz, da ich eine Abzweigung verpasste, doch das hielt mich nur kurz auf und ich mochte es kaum glauben, genau zum Boarding erreichte ich mein Gate.

So Glücklich ich war pünktlich angekommen zu sein, um so erschrockener war ich, als ich die Schlange beim Gate sah. Es waren etwa 150-180 japanische Schüler. Jetzt verstand ich auf einen Schlag, warum die Maschine so brechend voll erschien, als ich meinen Online Checkin (Platzreservierung) vornahm. Als Ergebnis dieser Massen stellte sich der Flieger wirklich bis auf den letzten Platz ausgebucht heraus, was für mich und meinen Sitzplatznachbarn wirklich nicht so angenehm war.

PC061028_jiw Irgendwie schaffte ich es mir es trotzdem dem Flug zu überstehen. Fotos vom Essen konnte ich aber nicht machen, denn die Nahrungsaufnahme war eine Herausforderung. denn wenn ich das Tablett herunterklappte, auf dem ich mein Essen abzustellen hatte, schaffte es dieses Tablett nie in die Waagrechte, sondern wurde es in einem 45 Grad Winkel auf meinem Bauch gehalten. Das Abstellen des Essens war wirklich nicht so spaßig. Doch kannte ich diesen Zustand und ich hatte ich schon meine Techniken entwickelt, trotzdem Essen zu können.

Irgendwie war ich froh, als die rund 12 Std. Flug vorüber waren. Hier erwies es sich als gut, dass so viele Japaner im Flieger waren, denn so war die Schlage am Einreiseschalter für Ausländer extrem kurz und ich brachte diesen Punkt erstaunlich schnell hinter mich.

Auf mein Gepäck musste ich lang warten. Ich wollte dieses Mal  versuchen einer Gepäckkontrolle zu entgehen und stellte mich an jene Schlange, die nichts zum Verzollen hatte, doch da hatte ich die Rechnung ohne den japanischen Zoll gemacht. Höflich aber bestimmt wurde ich gebeten mein Gepäck zu öffnen und die Innereien meines Koffers zu offenbaren. Schnell sah der Zollbeamte aber ein, dass es die Mühe nicht wert war.

Damit war Japansicher Boden erreicht. Ich wurde von Eri in Empfang genommen und dann begannen wir unsere Fahrt nach Osaka, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen wollten.

Japan – 2 Monate im Land der aufgehenden Sonne

Japan KyotoNach nun rund 2 Jahren geht es wieder auf Reisen und wie die Überschrift schon zeigt, wird mein Ziel erneut Japan sein.

Im Gegensatz zu meinen vorherigen Aufenthalten wird dieses Mal einiges an Reiseaktivitäten auf dem Programm stehen. Neben Tokyo wird die Insellandschaft der Ostküste erkundet, es geht aber auch in die japanischen Alpen. Also Abwechslung ist angesagt.

Zudem ist es das erste Mal für mich dass ich vielleicht den Herbst aber auf jeden Fall den japanischen Winter erleben werde. Ich hoffe, dass es mir nicht all zu kalt werden wird.

Auch entrinne ich dem Trubel des Silvester. Stattdessen werde ich den ruhigen und besinnlichen Beginn des neuen Jahresbeginns erleben dürfen.

Auch wenn die ersten 3 Wochen der Reise schon bis ins kleinste Detail geplant und gebucht sind, so ungeplant sind die Reisevorstellungen und –Vorbereitungen für die zweite Hälfte der Reise. Also es gibt alle mal viel zu erwarten und ich hoffe, dass meine Fotos und Berichte Euch in das Abenteuer Japan fesselnd einbeziehen.

Noch ein bisschen Geduld, doch in Kürze gibt es wieder Futter zum Lesen und hoffentlich genießen.

Japan – Hinweisschilder III

Japan ist wirklich eine unerschöpfliche Quelle an lustigen Hinweisschildern. Ich kann mich überhaupt nicht satt sehen und genieße es, wenn wieder ein neues entdeckt wird.

Es geht direkt los mit einem neuen Bildchen, bei dem mir, trotz englischsprachigem Hinweis (Face Cover -> Gesicht Schutz) nicht klar war auf was hingewiesen werden soll, oder wo es gar Anwendung hat.

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Ich gebe die Auflösung irgendwann später im Kommentar-Bereich. So lange darf jeder einmal raten was es mit diesem Hinweis auf sich hat. … Viel Spaß.

 

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Japan – Essen – Gyōza

Eines meiner Favoriten der japanischen Küche sind Gyōza. Diese gefüllten Teigtaschen, stammen ursprünglich aus China,  gehören jedoch heute zu den typischen japanischen  Speisen und sind landesweit sehr beliebt.

Als Reisender kann man aller Orte in den Genuss dieser kleinen Köstlichkeiten, die zumeist mit Fleisch oder Gemüse gefüllt sind, gelangen. Natürlich kann man sie auch tief gefroren im Supermarkt erwerben, doch die Hand gemachten lassen einem einmal mehr das Wasser im Munde zusammen laufen.

Zubereitet werden können die Gyōza im Wasserdampf oder auch frittiert, doch die Kombination aus beidem Zubereitungsarten ist allerdings der wahre Hochgenuss.

Verzehrt mit einer leichten Sauce aus Sojasauce, Reisweinessig, Sesamöl und Zucker ist der Gaumengenuss ein ganz besonderer.

Nachtrag 2018

Die für mich besten Gyōza habe ich bislang in Kobe bei einem Besuch von China Town verspeist. Der Laden ist kein Geheimtipp mehr und so ist die Schlage vor dem Geschäft oft lang. Doch das Warten lohnt sich.

Gyoza

Japan – Essen – Umeboshi

Eine Herausforderung an den unbedarften Gaumen stellt in der japanischen Küche Umeboshi dar.

Diese Frucht, zumeist als Pflaume bezeichnet, ist nach ihrer Zubereitung ein sauer, salziger Genuss. Ich gebe zu, dieser Geschmack überforderte mich im ersten Moment etwas, wenngleich ich sowohl salziges als auch saures sehr schätze. Doch in der Zwischenzeit mag ich diese Frucht außerordentlich.

Die verschiedenen Darreichungsformen von traditionell bis zu einem leckeren Snack aus der Tüte haben alle ihren Reiz. Besonders an warmen Tagen sind diese Früchte bekömmlich.

Wer in Japan ein Bentō oder Onigiri ersteht, hat eine gute Chance auch Umeboshi dargereicht zu bekommen. Gerade in einem Onigiri, mit seinem Reis, entwickelt sich der besondere Geschmack durchaus mild und sehr angenehm.

Japan - food - Umeboshi hard tried
Japan – food – Umeboshi hard tried

Japan – Essen – Shiokara

Shiokara lernte ich erst jüngst kennen und man meinte, ich könnte Natto genießen, also warum nicht auch Shiokara.

Ohne etwas Genaueres zu wissen, näherte ich mich dem Verzehr dieses Nahrungsmittels. Zum Glück hatte man mir mitgeteilt, dass es zumeist mit gekochtem puren Reis konsumiert wird und so tat ich es auch.

Diesem Umstand war es zu verdanken, dass mein Salzschock nicht gar so umfangreich ausfiel. Doch selbst, nachdem ich den Geschmack zumindest als extrem ungewöhnlich eingestuft hatte, fand ich eigentlich gleich einigermaßen Gefallen an diesem Lebensmittel. Doch meinte ich auch jeden zu verstehen, der sich mit grauen abwendet.

Nach dem Studium zu Shiokara, erfuhr ich, dass es sehr salzig eingelegte Meeresfrüchte waren (von Zubereitung zu Zubereitung konnten es durchaus andere Meerestiere sein) und es zumeist gerne nach dem Genuss von Alkohol konsumiert wurde. Was ich mir gut vorstellen konnte, denn nach Alkohol lechzt der Körper durchaus etwas nach Ausgleich seines Salzhaushaltes. Zudem lernte ich, dass es selbst für Japaner ein gewisses Maß an Gewohnheit bedarf, bis man Shiokara zu schätzen weiß.

Den geschmacklichen Durchbruch und der Zeitpunkt, seit dem ich Shiokara mehr als liebe, hatte ich nach einem Besuch eines wunderbaren Wochenmarktes in Wajima. Dort erstand ich an einem Stand von einer älteren Dame eine hausgemachte Version dieses Essens. Diese Version war nicht so salzig wie üblich und war zudem außergewöhnlich geschmackvoll und lecker. Seit jener Zeit war ich ein wirklicher Fan von Shiokara und vermisse diese Version, die ich wohl nie wieder essen werden kann.

Japan – Essen – Okonomiyaki

Okonomiyaki, dieser Pfannkuchen aus Kohl, Mehl, Ei und einer fast unbegrenzten Möglichkeit der Variation, ist eines der Gerichte, die mir wirklich sehr gut munden und ich immer gerne esse.

Ich war in der glücklichen Lage, dass meine Reisen nach Japan mich immer in die Kansai-Region führten, wo Okonomiyaki zu den regionalen Spezialitäten zählt.

Klick hier um das Video für die Zubereitung zu sehen

 

Ich kann nur empfehlen, wer einmal ein anderes japanisches Geschmackserlebnis erfahren möchte, als nur Sushi, sich diesem Gericht anzunehmen.

 

Okonomiyaki
Japans herzhafter Pfannkuchen mit unendlichen Möglichkeiten

Wer durch die Straßen von Osaka oder Hiroshima schlendert, dem steigt früher oder später ein verführerischer Duft in die Nase: der von frisch gebratenem Okonomiyaki. Dieses herzhafte Gericht, oft als „japanischer Pfannkuchen“ oder „japanische Pizza“ bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Streetfood-Klassikern des Landes – und steht gleichzeitig für Kreativität und regionale Vielfalt.

Der Name Okonomiyaki setzt sich aus den Worten okonomi („nach Belieben“) und yaki („gebraten“) zusammen – und genau das ist das Prinzip dieses Gerichts: Man nimmt, was einem schmeckt, mischt es zusammen, und brät es auf einer heißen Platte goldbraun aus. Die Grundzutaten bestehen meist aus einem einfachen Teig aus Mehl, Ei, Dashi-Brühe und fein geschnittenem Kohl. Hinzu kommen je nach Vorlieben und Region Zutaten wie Schweinebauch, Meeresfrüchte, Käse oder Mochi. Nach dem Braten wird der Pfannkuchen großzügig mit einer würzigen, leicht süßlichen Okonomiyaki-Soße bestrichen, mit Mayonnaise verziert und mit getrockneten Bonitoflocken (Katsuobushi) sowie Algenpulver (Aonori) bestreut.

Die Ursprünge des Okonomiyaki lassen sich bis in die Edo-Zeit (17.–19. Jahrhundert) zurückverfolgen. Damals existierten einfache, teigbasierte Gerichte wie funoyaki oder moji-yaki, die man auf heißen Eisenplatten buk. In seiner heutigen Form entwickelte sich Okonomiyaki jedoch erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Reis knapp war und günstige, sättigende Alternativen gefragt waren. Aus Mehl, Wasser und Kohl wurde ein einfaches Gericht, das schnell zum Alltagsessen avancierte – besonders in Westjapan.

Heute gibt es zwei Hauptvarianten: die Osaka-Variante, bei der alle Zutaten miteinander vermischt werden, und die Hiroshima-Variante, bei der die Zutaten schichtweise auf den Teig gelegt werden – oft ergänzt durch gebratene Nudeln und ein Spiegelei. Beide Versionen haben ihre treuen Fans und sind Ausdruck regionaler Identität.

In vielen Restaurants kann man Okonomiyaki selbst zubereiten – direkt auf der in den Tisch eingelassenen heißen Platte (teppan). Es ist nicht nur ein Essen, sondern ein Erlebnis: brutzeln, wenden, garnieren, genießen.

So steht Okonomiyaki für weit mehr als nur ein schnelles Gericht. Es ist Symbol für Geselligkeit, Kreativität und den Reiz der japanischen Alltagsküche – herzhaft, bodenständig und herrlich wandelbar.

Japan (2011) – Alles hat ein Ende & Zurück nach Deutschland

20110324_180306-P3240454_ji Kopie1 [1] 4 Wochen Urlaub sind nicht viel, besonders wenn die Zeit angefüllt ist mit Vorbereitungen für die eigene Hochzeit. Trotzdem war es eine schöne Zeit und es schwingt ordentlich Wehmut mit, dass ich wieder zurück nach Deutschland muss.

Mittlerweile habe ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen und reflektiere die 18 Std. im Flieger und ich muss sagen, dass ich froh bin, dass es vorüber ist..

Um zu einem guten Platz zu kommen, hatte ich rechtzeitig das Online Check in durchgeführt und mir Plätze ausgesucht die mir hoffentlich eine gemütliche Heimreise bescherten. Deshalb wunderte ich mich, als ich in Osaka bei meinem Gate saß und die Flugbegleiter dauernd zu mir herüber schauten. Als sich schließlich eine von ihnen auf machte und geradewegs auf mich zu lief, war ich doch etwas verdutzt. Man bat mich um meine Board Karte, studierte sie und verschwand ohne jeden Kommentar.

Merkwürdig … Ein paar Sekunden später kam wieder jemand zu mir. Dieses Mal hatte man sich aber entschlossen mit mir zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass man mir einen Platz zukommen lassen wollte, der für mich bequemer war, denn der Flieger war wohl sehr voll und aktuell hätte ich direkte Sitznachbarn gehabt.

Man bot mir an, mir einem Platz zu geben an dem der Sitz neben mir frei war. Das fand ich sehr nett und Vorausschauend und ich nahm es natürlich sehr gerne an. So kam ich zu einem weitestgehend angenehmen Platz, denn in diesem Flugzeug blieb noch immer das Problem, dass man die Lehnen nicht hoch klappen konnte. Ich also den extra Raum nicht wirklich nutzen konnte und ich zudem den Kopfhörersteker nicht in die entsprechenden Löcher (sie zeigten in den Sitzbereich) stecken konnte.

P4230446_ji Ich gebe zu, dass ich von den 12 Std. Flug ohnehin nicht wirklich viel mitbekam. Das erste Essen nahm ich noch mit, doch dann verschwand ich in tiefem Schlaf.

Oh, was das Essen angeht, so hatte ich mich beim Herflug erneut für das japanische Menü entschieden, was letztlich durchaus lecker war. Das westliche hingegen, sah nicht wirklich toll aus. Beim Frühstück gab es auch Auswahl, doch welches man nahm, schien egal zu sein, denn sie boten beide keinen überzeugenden Anblick.

In Doha gelandet, wurden wir erneut via Bus zum Terminal geschunkelt. Das nervte, denn es dauerte etwa 15 Min. – Im Terminal angekommen ging es gleich zur Sicherheitsüberprüfung und da gab es eine gewaltig lange Schlange. Doch das Personal arbeitete es wirklich sehr zügig ab. Ob das zu Lasten der Qualität der Prüfung ging, oder die Leute nur gut waren, lasse ich mal offen. Ich hatte so meine eigene Meinung, wenn ich sah mit welcher Begeisterung gearbeitet wurde.

P4230447_ji Das Terminal war wieder angefüllt mit Menschenmassen – ist voll das richtige Wort … hmmm – Es war wirklich voll :-)))

Der Weiterflug nach Berlin, erneut 6 Std., war ebenfalls ok. Wenngleich ich wirklich im Luxus badete.

Auch dieser Flieger war voll und die Reihen waren zum bersten gefüllt. Nur ich hatte eine ganze Reihe für mich allein. Na, wenn das nicht Luxus ist. So wurde ich von den anderen Fluggästen neidisch, oder wie auch immer beäugt, während sie Schlangen vor den Toiletten bildeten.

Nebenbei sei erwähnt, ich habe noch nie einen Flug erlebt, bei dem so intensiv Schlangen vor den Toiletten gebildet wurden, wie hier. Fast den gesamten Flug über, also 6 Std. gab es diese Schlangen. Spaßig wurde das ganze nur noch, wenn es darum ging die Service Wagen irgendwie durch diese Schlangen oder den stetig zur Toilette strebenden Menschen zu lotsen.

Das Thema essen muss man für diesen Kurz Flug nicht vertiefen, doch alles in allem, sah man von dem Lehnen Problem, dem Essen und dem Bustransfer Terror ab, konnte man wirklich mit Qatar Airlines fliegen.

Oh, eines fand ich noch ganz witzig. In der Reihe vor mir saß eine Inderin und sie trug ein Tuch was übersät war mit Pajetten. Wenn diese von der Sonne beschienen wurden, meinte ich mich in eine Disko versetzt. Auf allen Wänden, dem Sitz vor ihr … ach überall … leuchteten und tanzten bunte Punkte. Ja, ich hatte Freude daran.

In Berlin drängten die Fluggäste, wie üblich mit aller Gewalt aus dem Flugzeug. Ich ließ mir Zeit und war dann auch der letzte der durch die Passkontrolle kam. Nun traf ich alle Leute wieder, die nervös vor dem Gepäckband warteten. Das Drängeln und sich Beeilen hatte sich “wirklich ausgezahlt”

Mein Gepäck kam erstaunlich früh und nachdem in Japan mein Busticket für die Fahrt nach Hause in der Waschmaschine vernichtet hatte – das war die Strafe, wenn man sein Kleidung nicht ordentlich durchsucht und den ganzen Geldbeutel in die Waschmaschine verfrachtet – gönnte ich mir ein Taxi Heim.

Hier hatte ich Glück und ich bekam einen Kleinbus – ja, für mich alleine 🙂

Der Fahrer war nett, wir plauderten ausgiebig. Als er erfuhr, dass ich aus Japan kam, machte er sich etwas Sorge, dass ich radioaktiv verseucht sein könnte. 🙂

So kam ich dann sehr entspannt in meiner Wohnung an. Lediglich der Fahrstuhl in meinem Wohnhaus war nervig, denn nachdem ich meinen Etagenknopf gedrückt hatte, dauerte es etwa 3 Min. bis sich die Tür schloss und die Fahrt in meine Etage begann. Ok. letztlich war ich froh, dass er überhaupt fuhr und ich mein Gepäck nicht in meine Etage buckeln musste.

 

Ich hoffe alle Leser hatten Freude an meiner Reise und den Erzählungen. Ich hatte Spaß und eine gute Zeit und werde sicherlich lange und gerne auf diese Reise zurückblicken.

Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 6 von 6 – Stadt ohne Sehenswürdigkeiten?

20110420_071815-IMG_7410_ji Es ist wirklich witzig, beschäftigt man sich mit der Stadt Okayama, so gibt das Internet als auch unser Reiseführer wirklich nicht sehr viel her, was hier spannend sein soll. Doch zum Glück gibt es einen Park, den Kōraku-en und das angrenzende Schloss. So hatten wir unser Highlight, welches wir auf unsere Besuchsliste für den heutigen Tag setzten.

Wir waren bezüglich des Parks sehr gespannt, denn er sollte zu den schönsten Japans gehören.

Bevor wir jedoch den Park genießen konnten war erst wieder Zug fahren angesagt, was bedeutete eingequetscht von einem Ort zum nächsten geschaukelt zu werden. Also umfallen konnte ich hier wirklich nicht.

20110420_052301-IMG_7167_jiIn Okayama angelangt, verstauten wir unser Gepäck und ich hatte etwas Gelegenheit mich ein wenig umzusehen.

Die Stadt machte auf dem Vorplatz des Bahnhofes einfach den Eindruck einer normalen Stadt, ohne besonders einladend oder abschreckend zu sein.

Erfreulicher Weise schaffte ich es hier aber endlich einmal ein Foto zu schießen, welches sehr anschaulich dokumentiert, wie sich japanische junge Frauen auf Brezeln und durch die Stadt laufen. Doch selbst dieses Beispiel ist noch fast als Normal zu bezeichnen. Deshalb hier ein Link auf eine Seite die anschaulich dokumentiert was als sexy und heiß in bei Japans Jugend angesagt ist.

20110420_060430-IMG_7226_ji Die Busfahrt zum Park war durchaus  angenehm, denn die Anzahl an Fahrtgästen war mehr als überschaubar. Ich war der letzte, der etwas dagegen einzuwenden hatte. Denn mein Verhältnis zum Bus fahren hatte sich hier in Japan doch deutlich verschlechtert.

Der Park selber erwies sich aus meiner Sicht als zumindest nett. Auch wenn ich den Aufenthalt genoss, wirklich überschwängliche Begeisterung kam bei mir nicht auf. Ich nahm einfach erst einmal an, das wir nicht unbedingt die beste Jahreszeit erwischt hatten, um ihn in seiner ganzen Pracht zu erleben.

Als wir den Park durchstreift hatten, stellte sich die Frage was wir noch machen könnten, doch wie schon erwähnt, war der Reiseführer eher der Ansicht es gäbe nichts weiter zu sehen. Zudem hatte ich mir zum Xten Mal einen ordentlichen Sonnenstich eingefangen und es ging mir ehrlich gesagt nicht wirklich gut.

So entschieden wir uns in die Innenstadt zurückzukehren. Dort hockten wir uns in ein Cafe. Da es mir, selbst nach geraumer Zeit ,nicht wirklich besser ging, blieb ich einfach hocken, während Eri in die nähere Geschäftewelt aufbrach.

20110420_111614-IMG_7544_ji Für die Rückfahrt nach Kobe hatte Eri den Shinkansen gewählt. Eigentlich wird die Strecke zwischen diesen beiden Städten in rund 30 Min. zurückgelegt (ca. 120 km). Doch hatte das einen gewaltigen Nachteil. Diese Zeit war zu kurz, um sich ein Ekiben zu gönnen. So wählten wir die Bummelbahn unter den Shinkansen. Das bedeutete wir würden 60 Min. für die Strecke brauchen und so könnte ich zu meinem Ekiben kommen.

Gesagt, getan. Eri erwarb zwei wirklich schöne Ekiben und nachdem wir es uns im Zug gemütlich gemacht und die Fahrt begonnen hatte, ließen wir uns die div. Leckereien schmecken. Das war wahrlich der Abschluss, den ich mir für diese wirklich tolle Hochzeitsreise gewünscht hatte.

 

Kōraku-en – ein Garten voller Geschichte und stiller Schönheit

Der Kōraku-en-Park in der Stadt Okayama gehört zu den drei berühmtesten Landschaftsgärten Japans. Er ist nicht nur ein Ort der Schönheit, sondern auch ein Ort, an dem man die Geschichte und das Herz der japanischen Kultur spüren kann. Der Garten liegt ruhig am Ufer des Asahigawa-Flusses, gegenüber der stolzen Burg Okayama. Schon beim ersten Schritt in den Park merkt man: Dies ist ein besonderer Ort.

Seine Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert. Damals war Tsunamasa Ikeda der Fürst des Okayama-Klans. Er wünschte sich einen Ort der Ruhe – ein Garten, in dem er sich entspannen und die Natur genießen konnte. Er beauftragte seinen treuen Beamten Tsuda Nagatada, diesen Garten zu gestalten. Die Arbeiten begannen im Jahr 1687. Vier Jahre später war der Garten so weit fertig, dass der Fürst dort Feste mit seinen Gefolgsleuten feiern konnte. Der Garten wurde weiter gepflegt, ausgebaut und immer wieder verändert – je nach Geschmack und Zeit.

Zuerst hieß der Garten „Gosai-en“ oder „Gogoen“, was so viel bedeutet wie „Fürstlicher Gemüsegarten“. Denn es wurden auch Felder und Reisflächen angelegt – typisch für den Stil der japanischen Landschaftsgärten jener Zeit. Erst später bekam er seinen heutigen Namen „Kōraku-en“. Dieser stammt von einem alten chinesischen Sprichwort: „Zuerst die Sorgen des Volkes, dann das Vergnügen des Fürsten.“ Das zeigt, wie wichtig Verantwortung und Bescheidenheit damals waren.

Der Kōraku-en wurde streng bewacht und gepflegt. Lange Zeit durften nur die Fürsten und ihre Familien ihn betreten. Doch gegen Ende der Edo-Zeit – als das Shogunat schwächer wurde – fanden hier auch Empfänge für Gäste statt. Auch das Volk durfte an bestimmten Tagen den Garten besuchen und seine Schönheit bewundern.

Mit der Meiji-Restauration 1868 änderte sich vieles in Japan. Der Garten wurde zunächst vom Staat übernommen, später wieder kurzzeitig vom Ikeda-Clan bewohnt. Schließlich übergab die Familie ihn 1884 offiziell an die Präfektur Okayama. Der Garten wurde nun für alle Menschen geöffnet.

Wer den Kōraku-en besucht, spürt die Ruhe, die Liebe zur Natur und den Respekt vor der Geschichte. Hier blüht die Kirschblüte im Frühling, schimmert das Moos im Sommer, färbt sich das Laub im Herbst rotgolden und ruht der Garten friedlich im Winter.

 

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Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 5 von 6 – Altstadt von Kurashiki „Bikan“

20110419_101709-IMG_6896_ji Nicht nur, dass wir ein herrliches Hotel hatten, es befand sich auch noch direkt neben der Altstadt (englischsprachiger Link) von Kurashiki, die, wie ich schon bei unserer Ankunft bemerkte, besonders ansehnliche Bauten zu bieten hat.

Wir erfuhren zwar auf unserem Spaziergang von Einheimischen, dass dieses Gebiet durch die Kommerzialisierung und Restaurierungen an Charme verloren hätte, doch da ich es nicht vergleichen konnte, musste ich für mich feststellen, dass es eine hübsche Ecke ist, in der man sich gut aufhalten kann.

Nach Einbruch der Dunkelheit, verschlug es in ein kleines Lokal in dem traditionelle japanische Kost angeboten wurde. Es war zwar etwas teuer, doch lecker war es alle mal.

Als wir das Lokal verließen leuchtete die “blaue Stunde” wunderbar und tauchte die Altstadt in ein anderes, wunderschönes Licht.

Kurashiki Bikan – ein Ort wie aus einer anderen Zeit

Kurashiki Bikan ist ein wunderschönes, altes Viertel in der Stadt Kurashiki, in der Region Okayama in Japan. Wenn man durch die kleinen Straßen läuft, fühlt es sich an, als würde man in eine andere Zeit reisen – in eine Zeit voller Ruhe, Geschichte und besonderer Schönheit.

Früher war Kurashiki ein wichtiger Ort für den Handel. Entlang des kleinen Kanals wurden Reis, Baumwolle und andere Waren auf Booten transportiert. Noch heute fließt dieser Kanal durch das Viertel. Am Ufer stehen alte Häuser mit weißen Wänden und dunklen Dächern. Diese Gebäude waren früher Lagerhäuser. Heute sind darin Cafés, Museen, Läden und Kunstwerkstätten. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail erhalten.

Die ganze Gegend wirkt friedlich und harmonisch. Über den Kanal hängen grüne Weidenbäume, und kleine Brücken verbinden die Ufer. Besonders schön ist es bei Sonnenuntergang oder wenn die Lichter am Abend leuchten. Viele Menschen machen hier gern Fotos oder fahren mit kleinen Booten über das Wasser.

In den kleinen Geschäften gibt es handgemachte Souvenirs, hübsche Postkarten und leckere Snacks. Manche Besucher lassen sich sogar mit einer Rikscha durch das Viertel fahren – das ist ein zweirädriger Wagen, den ein Mensch zieht. So kann man das ganze Viertel ganz gemütlich entdecken.

Kurashiki Bikan Chiku ist ein Ort, der das Herz berührt. Man spürt hier die Geschichte, aber auch das Leben der Menschen von heute. Es ist ein Ort zum Staunen, zum Träumen und zum Wohlfühlen.

 

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Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 4 von 6 – Zurück zum Festland

20110419_035309-P4190438_ji Es ist Fahr-Tag. Es geht von Shikoku zurück zum “Festland”. Dafür wahr wieder etwas schippern mit einer Fähre angesagt und auch Zug fahren stand ganz oben auf dem Programm.

Die Fahrt mit der Fähre dauerte nur 60 Min. und ich muss sagen, dass die Sicht hinaus auf die Inseln und das Meer wirklich toll waren. Lediglich die etwas raue Dünung und der heftig wehende Wind machte es etwas schwierig nicht umgeworfen zu werden. Trotzdem die Sonne, das Meer, es war einfach toll.

Wir legten in einem Örtchen an, wessen Namen mich sehr an ein bekanntes Spiel erinnerte. Der Ort nannte sich “Uno”. Von hier wollten wir eigentlich mit dem Bus weiter fahren, doch diese Verbindung war aufgegeben worden. Zum Glück gab es aber einen Bahnhof und den galt es anzusteuern.

20110419_055634-IMG_6677_ji Auch wenn Uno auf den ersten Blick einfach nur ein kleiner, nicht besonders hübscher Ort war, so konnte ich auch hier viele nette Details entdecken. So hatte man am Bahnhof Tier Skulpturen, eine Meerjungfrau und ähnliches aufgestellt, was dem Vorplatz eine gewisse Attraktivität verlieh.

Im Bahnhof erfuhren wir, dass wir nur 30 min. warten brauchten, bis ein Zug den Ort verließ. Das war die gute Nachricht. Die schlechte war, dass wir 2 Mal den Zug wechseln mussten, bis zu unserem Ziel Kurashiki. Wir hofften nun inständig, dass wir nicht die ganze Zeit in Zügen herumstehen brauchten.

20110419_071933-IMG_6730_ji Unser Wunsch wurde erfüllt. Lediglich auf der letzten Fahrtstrecke nach Kurashiki, die nur 15 Min. dauerte, war stehen angesagt. Im übrigen Umfallen konnten wir in diesem Zug auch dann nicht, denn er war nämlich voll gestopft mit Menschen.

Dieses letzte Teilstück der Fahrt beinhaltete neben den beengten Verhältnissen noch ein anderes Erlebnis.

Das Zusteigen in den Zug hatte dieses Mal nicht viel mit der japanischen Ordnung und Zurückhaltung zu tun. Obwohl Fahrgäste noch versuchten auszusteigen, drängte die Masse an Menschen gleich von Beginn vom Bahnsteig in den Zug. Ob dies Ursache für das folgende Vorkommnis war, kann ich nicht ganz ausschließen.

20110419_063651-IMG_6720_ji Die Türen des Zuges schlossen sich gerade und der Zug machte Anstalten die Fahrt zu beginnen, als ich sah, dass ein Mann seinen Regenschirm zwischen die Türen rammte. Er wollte damit das Schließen der Türen verhindern, doch die Türen taten alles, nur nicht sich nicht schließen. So steckte der Schirm eingeklemmt in der Tür und der Fahrgast und andere Menschen versuchten den Regenschirm herauszuziehen. Mittlerweile hatte sich der Zug langsam in Bewegung gesetzt, doch als der Regenschirm aus der Tür befreit war, gab es einen Ruck und der Zug stand. Durch die Maßnahme war eine Notbremsung ausgelöst worden.

Die Tür ging auf und der Fahrgast stürmte, ohne links oder rechts zu schauen einfach aus dem Zug. Auch die heraneilenden Bahnangestellten ignorierte er und zog von dannen.

20110419_084948-IMG_6775_ji In Kurashiki angelangt, liefen wir sogleich unser Hotel an. Für diese Nacht hatte Eri ein besonders gutes Hotel ausgesucht, welches auch ein sehr ansprechendes Ambiente haben sollte und dazu ein grandioses Frühstücksbüfett.

Als wir das Gebäude erreichten, waren wir schon etwas schockiert, denn von außen machte das Gebäude keinen Überzeugenden Eindruck. Doch von innen, sah das ganz anders aus. User Zimmer stellte sich schließlich als wirklich tolle Suite mit moderner, hübscher Einrichtung heraus. Wir waren beide begeistert.

 

011 Hochzeitsreise Zurueck zum FestlandGalerie

Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 3 von 6 – Kotohira-gū

20110418_082829-IMG_6409_ji 60% Regenwahrscheinlichkeit. Was für eine unerfreuliche Neuigkeit für diesen Tag. Besonders freute ich mich darüber, denn zusätzlich erfuhr ich, dass es bis zum Kotohira-gū Schrein, den wir heute als Ziel ausgewählt hatten, 786 Treppenstufen zu überwinden galt. Oh, und das dann noch im Regen.

So schlecht war das Wetter morgens dann doch nicht, doch das war ohnehin egal, denn wir fuhren Bahn bis in die Stadt Kotohira der Präfektur Kagawa, in der sich der Schrein befand.

In Kotohira angekommen, fing es natürlich pünktlich an zu regnen.

20110418_050622-IMG_6052_ji Schon die Straße die vom Bahnhof weg führte vermittelte mir, durch die dort stehenden Figuren, dass dies ein besonderer und wohl auch schöner Tag werden könnte. Den Regen, der immer stärker wurde, versuchte ich zu ignorieren

Als wir dem Anstieg zum Schrein  beängstigend nahe waren, kamen wir an einem Udon Restaurant vorüber und das nutzten wir, um ein frühes Mittagsmahl einzunehmen und zu Versuchen den Regen auszuhocken.

20110418_055448-IMG_6080_ji Das Essen war wirklich lecker und machte der Tatsache, dass diese Präfektur für ihr Udon berühmt war, alle Ehre. Das mit dem Regen aushocken, klappte nur bedingt. Als wir vor das Restaurant traten, war es zwar trocken, doch all zu lange hielt das nicht an.

Bis die ersten Treppenstufen auftauchten, dauerte es nicht lange und ich gebe zu, ganz so brutal sah es nicht aus. Es gab immer ein paar Stufen zu überwinden gefolgt einem mehr oder weniger langer Absatz. Links und rechts gab es viele Geschäfte, in denen der Tourist  glücklich gemacht werden sollten.

Unter anderem wurden Bambusstöcke angeboten, die als Wanderstöcke dienen sollten. Kurz dachte ich über den Erwerb nach, verwarf den Gedanken jedoch, was ich später doch etwas bereute.

20110418_061315-IMG_6130_ji Alsbald erreichten wir ein Schreintor (Torii) und hier wurde ich dann doch etwa blass, als ich sah, in welchem Winkel sich die Stufen nun gnadenlos den Berg hinauf zogen. Ich war froh, dass Eri in einen Laden verschwand und ich den Schock in Ruhe verarbeiten konnte.

Beim Umsehen stellte ich fest, dass an dieser Stelle Männer einen besonderen Service anboten. Man konnte sich von ihnen den Berg hinauf tragen lassen. Wie das genau aussah, konnte ich nicht ergründen, denn niemand nahm das Angebot wahr. Es gab wohl einfach zu wenige Touristen an diesem Tag. Als ich mir das Angebot etwas genauer anschaute, meinte ich eine gewisse Angst in den Augen der Männer zu erblicken. Ich fragte mich, woher das wohl kommen mochte 🙂

20110418_062455-IMG_6161_ji Schließlich wagten wir uns an diesen ersten, für mich anstrengenden Anstieg. Viele Pausen und natürlich die Möglichkeit des Fotografierens, halfen mir diese Kletterei zu überstehen. Natürlich wurden wir von allerlei Volk überholt.

Etwas peinlich war es für mich, nicht die Tatsache, dass mich 90jährige überholten, nö, das war mir egal, eher junge voll durch gestylte Japanerinnen. Nicht nur dass sie sich mit Hochhackigen die Treppen hinauf arbeiteten, nein, man musste auch einen Minirock tragen, der diese Bezeichnung schon fast nicht mehr verdient hatte, so kurz war er.

Wir warteten, bis diese Mädels verschwunden waren, denn man konnte nicht nach oben schauen, ohne, dass es peinlich wurde.

20110418_063646-IMG_6206_ji Nach etwa 400-500 Stufen erreichten wir erneut ein Torii. Mit seiner Durchquerung erreichten wir die eigentliche Tempelanlage. Hier wurde kurzfristig etwas flacher und es gab keine Geschäfte mehr. So war es hier wesentlich besinnlicher und schöner.

Der Weg zog sich nicht grade den Berg hinauf, sondern es gab immer wieder Richtungsänderungen. Diesen Teil des Weges konnte man nicht einsehen und so stöhnte ich jedes Mal, wenn ich um die Ecke kam, und sah, dass es wieder neue Stufen zu überwinden galt.

Schließlich kamen wir um eine Ecke und die Anzahl der Stufen war mir einfach zu monströs. Ich brach innerlich zusammen. Glücklicherweise gab es hier ein Restaurant und es brauchte nicht viel Überredungskunst von Eri, mich hinein zu locken. Wir gönnten uns dort eine Kleinigkeit zu Essen und Tee.

20110418_064009-IMG_6220_ji Während wir versuchten wieder etwas trocken zu werde, nahm draußen der Regen fast Wolkenbruch artige Ausmaße an.

Von einer Bedienung erfuhren wir, dass es nur noch rund 250 Stufen bis zum Haupt Shintō-Schrein seien. Da wollte ich nicht aufgeben und wir nahmen in heftigstem Regen diese letzten Stufen in Angriff.

Trotzdem stöhnte ich jedes Mal, wenn immer mehr Stufen auftauchten und es einfach kein Ende zu geben schien. Es tröstete mich etwas, dass es anderen Menschen ebenso erging. Regelmäßig hörte man Bekundungen der Enttäuschung, wenn die Leute feststellten, dass das Ende einfach nicht in Sicht kam.

20110418_083823-IMG_6465_ji Ich mochte es kaum glauben, als ich schließlich am Haupt Schrein eintraf. Allerdings dämpfte das Wetter etwas die Begeisterung.

Am Aussichtspunkt, von dem man eigentlich einen grandiosen Ausblick haben sollte, schauten wir nur in den Nebel oder in eine Wolke. Ob es das eine oder das andere war, dürfte egal sein. Es gab nichts zu sehen.

Das Wetter war auch Schuld, dass der Aufenthalt etwas kurz ausfiel, obwohl es wirklich viel zu entdecken gab.

Auf den Abstieg freute ich mich wirklich nicht, denn die Stufen waren steil, nass und es gab keine Geländer. Das war der Moment, in dem es mich reute, keinen Stock als Unterstützung für den Abstieg erworben zu haben.

20110418_081408-IMG_6363_ji Ich arbeitete mich schließlich zwar unsicher die Stufen den Berg nach unten und meine Knie meldeten mir langsam, dass sie keine Lust mehr hatten Stufen zu laufen. Doch als es fast nicht mehr ging, hatte ich die letzten Stufen überwunden – dachte ich 🙂 … Am Bahnhof nämlich musste wir von einem Gleis zum anderen wechseln, welches nur über eine Brücke möglich war. Diese Stufen waren dann auch der Moment, an dem ich diese Teile zu Hassen begann. Um so glücklicher war ich, dass wir im Zug einen Sitzplatz bekamen und die Rückfahrt durchaus gemütlich war und dies trotz ländlicher Rush-Hour 🙂

 

Kotohira-gū – Hauptheiligtum des Meeresgottes

Der Kotohira-gū, besser bekannt unter dem volkstümlichen Namen Konpira-san, ist einer der bekanntesten und meistbesuchten Shintō-Schreine Japans. Er befindet sich auf dem Berg Zōzu (象頭山) in der Stadt Kotohira in der Präfektur Kagawa auf der Insel Shikoku. Der Schrein gilt als Hauptheiligtum für mehr als 600 Konpira-Schreine im ganzen Land und ist tief mit der Geschichte der japanischen Religionskultur verwoben. Ursprünglich war der Ort ein Zentrum des Shinbutsu-Shūgō, einer religiösen Verschmelzung von Shintō und Buddhismus, bei der die Gottheit Konpira Daigongen verehrt wurde. Die Anlage war Teil des buddhistischen Tempels Matsuo-dera, der der esoterischen Shingon-Schule angehörte. Der Standort auf dem Berg Zōzu, dessen Name sich auf den Elefantenkopf bezieht, spielt symbolisch auf den heiligen Geierberg (Gṛdhrakūṭa) in Indien an, was der Region spirituelle Tiefe verlieh.

Mit der Meiji-Restauration im späten 19. Jahrhundert und der staatlich verordneten Trennung von Buddhismus und Shintō (Shinbutsu Bunri) wandelte sich die Anlage grundlegend: Der buddhistische Kult wurde abgeschafft, die Tempelgebäude teilweise zerstört oder umgewidmet, und der Schrein erhielt seine heutige shintōistische Ausrichtung. Seitdem wird Ōmononushi no Kami, eine alte Gottheit des Meeres, des Schutzes und der Nation, als Hauptkami verehrt. Hinzu kommt die Verehrung des vergöttlichten Kaisers Sutoku, der im 12. Jahrhundert ins Exil verbannt worden war und posthum als spirituelle Kraft Anerkennung fand. Besonders ab dem 19. Jahrhundert gewann der Schrein zunehmende Bedeutung als Schutzstätte für Seeleute und Fischer. Er wurde zur geistigen Heimstatt für Menschen, die auf das Meer angewiesen sind – von einfachen Bootsleuten bis hin zu Mitgliedern der kaiserlichen Marine. Noch heute zeugen zahlreiche Votivtafeln, sogenannte Ema, von Dankgebeten für sichere Überfahrten und erfolgreichen Fischfang.

Ein wesentliches Element der Pilgerreise zum Kotohira-gū ist der lange und anstrengende Aufstieg über 1.368 Steinstufen zum innersten Heiligtum (Okusha). Die Pilgerroute ist gesäumt von Laternen, alten Schreingebäuden und imposanten Toren und gilt als eine Mischung aus spiritueller Reinigung und physischer Herausforderung. Der jährliche „Ishidan-Marathon“, ein sportlich-religiöses Ereignis, bei dem Teilnehmer die Stufen in möglichst kurzer Zeit bewältigen, verleiht dem traditionellen Pilgerweg eine moderne Note. Die Architektur des Schreins vereint verschiedene Stilepochen, wobei viele Bauwerke aus der Edo-Zeit erhalten sind. Besonders hervorzuheben sind das große Eingangstor (Daimon), das Hauptheiligtum (Honden) und der ehemalige buddhistische Konpon-dō, der heute als Asahi-sha umgewidmet ist. Die Unterstützung durch die Fürstenfamilie Matsudaira von Takamatsu trug über Jahrhunderte hinweg wesentlich zur baulichen und kulturellen Entfaltung des Schreins bei.

In der Geschichte des Schreins spielten bedeutende Persönlichkeiten wie die buddhistischen Mönche Yūga, Yūkō und Yūjō eine zentrale Rolle. Besonders in der Übergangszeit zur Meiji-Restauration führte der damalige Oberpriester Kotonaka Yūjō die Neuausrichtung zum Shintō-Heiligtum entschlossen durch. Trotz des Verlusts vieler buddhistischer Elemente wurden zahlreiche Kulturgüter erhalten und befinden sich heute entweder im Schrein oder in angrenzenden Tempeln. Schon in der Edo-Zeit war der Schrein ein beliebtes Reiseziel. Der sogenannte Konpira-Pilgerweg wurde oft literarisch verarbeitet, unter anderem in dem satirischen Reiseroman „Tōkaidōchū Hizakurige“. Auch das berühmte Volkslied „Konpira Fune Fune“, das bis heute gesungen wird, zeugt von der tiefen Verankerung des Schreins in der japanischen Alltagskultur.

So steht der Kotohira-gū heute nicht nur für spirituelle Kontinuität, sondern auch für die komplexe religiöse Geschichte Japans. Er ist ein Ort des kulturellen Wandels, ein Symbol für die Verbindung von Mensch und Meer sowie ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Tradition und Moderne in einem einzigen Ort harmonisch zusammenwirken können.

 

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Japan (2011) – Die Hochzeitsreise Tag 2 von 6 – Ritsurin Park

20110417_055048-IMG_5786_ji Als es darum ging den Ritsurin Park (Link 1 “Ritsurin Park” / Link 2 “Ritsurin Park” beides sind englisch sprachige Seiten) in Takamatsu zu besuchen, erklärte mir Eri, dass es eines der schönsten Parkanlagen Japans sein solle und die Errichtung rund 100 Jahre in Anspruch nahm.

Ich gebe zu, ich konnte mir kaum vorstellen warum es 100 Jahre dauert einen Park zu bauen. Jetzt weis ich es!

Sehr viele der Bäume in diesem Park wurden auf Bonsai Art veredelt und schon das dürfte ohne Probleme die 100 Jahre Zeit für die Gestaltung des Gartens rechtfertigen. Zudem wurde die Anlage mit viel Bedacht und ästhetischem Gefühl errichtet.

Für einen Besuch las ich oft  2 Stunden einzuplanen. Ich würde jedoch sagen, wer den Park besucht, sollte mehr Zeit mitbringen, um die Bäume, die Brücken, die Seen in Ruhe genießen zu können.

 

Info Ritsurin-Park
Ein Meisterwerk japanischer Gartenkunst

Der Ritsurin-Park befindet sich am östlichen Fuß des Berges Shiun in der Stadt Takamatsu, Präfektur Kagawa, und gilt als einer der bedeutendsten historischen Gärten Japans. Mit einer Fläche von rund 75 Hektar ist er der größte Garten unter den offiziell als Kulturgut anerkannten Gartenanlagen des Landes.

Der ursprünglich als „Ritsurinsō“ bekannte Garten wurde über einen Zeitraum von fast 400 Jahren als Residenzgarten der Fürstenfamilie Matsudaira, der Herrscher des ehemaligen Takamatsu-Han, gestaltet und genutzt. Die Anlage besteht aus sechs Teichen und dreizehn künstlich aufgeschütteten Hügeln, die sich harmonisch in die natürliche Umgebung mit dem Berg Shiun im Hintergrund einfügen. Die sorgfältige Anordnung von Wasserflächen, Hügeln, Wegen, Steinen und Pflanzen schafft eine landschaftliche Komposition von außergewöhnlicher Schönheit und Eleganz.

Der Garten ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: den südlichen Garten, der die klassische Form eines Edo-Zeit-Daimyō-Gartens (Fürstengarten) bewahrt, und den nördlichen Garten, der in der Taishō-Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts unter Einfluss moderner Gartengestaltung umgestaltet wurde. Historisch gesehen diente die Anlage als Nebenresidenz der Matsudaira-Familie und wurde über 228 Jahre hinweg gepflegt und erweitert. Bereits 1745 wurde eine Sammlung von 60 berühmten Gartenszenen („Meisho 60kei“) zusammengestellt, von denen heute noch 50 erhalten sind.

Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Vegetation: Neben traditionsreichen Pflanzen wie sorgfältig gepflegten Kiefern, Ahornbäumen und Azaleen bietet der Garten auch saisonale Höhepunkte mit Pflaumen- und Kirschblüten im Frühling, Lotusblumen im Sommer sowie farbenprächtigen Herbstlaub. Diese ständig wechselnden Eindrücke führten zu der Bezeichnung „Ein Schritt, ein Ausblick“ („Ippo Ikkei“), die den besonderen Reiz des Gartens treffend beschreibt.

Ein bemerkenswertes Merkmal der Anlage sind die weitläufigen Teiche, die rund ein Fünftel der Gartenfläche einnehmen. Sie sind untereinander verbunden und werden hauptsächlich durch eine Quelle im südöstlichen Bereich namens „Fukiage“ gespeist. Historisch war das Gebiet einst ein Teil des ursprünglichen Flusslaufs des Kagawa-Flusses, was die reichhaltige Wasserversorgung erklärt. Heute wird das Wasser teilweise auch aus zwei nahegelegenen Brunnen entnommen.

Der Ritsurin-Park ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Gartenkunst vergangener Jahrhunderte, sondern auch ein lebendiges Beispiel für die Verbindung von Natur, Kultur und Technik. Mit seiner kunstvollen Gestaltung, seiner historischen Tiefe und seiner beeindruckenden Vielfalt gehört er zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten Japans.

 

009 Hochzeitsreise Ritsurin ParkGalerie

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Japan (2011) Die Hochzeitsreise Tag 1 von 6 – Auf nach Shikoku

20110416_225456-IMG_5168_ji Es war 2 Uhr in der Früh, als ich ins Bett verschwand und sagenhafte 90 Minuten später erinnerte mich der Wecker daran, dass Eris und meine Hochzeitsreise beginnen sollte.

Es sollte auf die Insel Shikoku gehen, nachdem wir uns schon im Vorfeld meiner Reise nach Japan darauf verständigt hatten, die Reise nach Tokio nicht durchzuführen, wegen der aktuellen Probleme in Fukushima.

Um ganz ehrlich zu sein, nicht in die Großstadt zu fahren, sondern etwas vom Land zu sehen, begeisterte mich mittlerweile ohnehin etwas mehr. Wenngleich ein Besuch Tokios irgendwann durchgeführt werden muss.

20110416_230406-IMG_5255_jiUm uns etwas Stress zu ersparen, gönnten wir uns eine Fahrt mit dem Taxi in die Stadt. Was wirklich sehr angenehm war. So hatte ich schon jetzt Gelegenheit zur Kenntnis zu nehmen, dass es der Wetter Gott wirklich sehr gut mit uns meint und es ein herrlich sonniger Tag werden würde.

Am Hafen ging es gleich ins Terminal. Schnell merkte ich, dass dieser Ausflug ohne Eri sicherlich bedeutend schwieriger geworden wäre, denn hier war keine der Information in romanischer Schreibweise. Man musste also wirklich Japanisch können. Auch sprach allem Anschein nach kein einziger der Mitarbeiter auch nur ein Wörtchen Englisch. Na, zum Glück brauchte es mich nicht schrecken, denn Eri machte das schon 🙂

20110416_231211-IMG_5317_jiLange mussten wir nicht warten und es ging aufs Schiff. Schnell war eine nette Sitzecke gefunden und wir machten es uns gemütlich. Eri unternahm einen kurzen Streifzug durchs Schiff, während ich auf das Gepäck aufpasste.

Als sie zurückkehrte, klärte sie mich über das Schiff auf.

So erfuhr ich, dass es eine Etage über uns einen Aufenthaltsraum nur für Frauen gab. Ich konnte nun aufpassen mich nicht versehentlich dort hin zu verlaufen. Zudem gab es einen japanischen Aufenthaltsraum. Dies bedeutete, dass der Raum lediglich mit Futon Matten ausgelegt war und man saß und lag auf diesen– Es gab keine weiteren Sitzmöbel.

20110417_013858-IMG_5463_ji Mit diesen Informationen mache ich mich auf den Weg, um das Ablegen vom Pier und die Fahrt hinaus aus dem Hafen zu beobachten. Bei dem herrlichen Wetter wurde es eine grandiose Fahrt und ich mochte mich kaum satt sehen.

So vergingen die 4 Stunden Fahrt wie im Fluge und es hatte sich mein Wunsch erfüllt, endlich einmal zu erleben, dass es sich bei Japan um ein Land aus Inseln handelt.

 

008 Hochzeitsreise Kobe ShikokuGalerie

Japan (2011) – Was ist „Ekiben“?

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Es ist etwas zum Essen 🙂 .. Na, wer hätte das gedacht? Worüber sollte ich denn auch sonst schreiben.

In Japan an eine kleines leckeres Menü, in einer Schachtel zu kommen, ein so genanntes Bento, ist wahrlich kein Problem.

Fast in jedem Supermarkt, oder auch in Restaurants usw. kann man sie erwerben und mitnehmen. So kommt man auf sehr einfache Art und Weise zu einem leckeren Essen für Unterwegs, zur Mittagspause usw. Das ganze auch noch zu einem sehr attraktiven Preis (etwa 3 bis 6 Euro).

Wie sich so ein Bento zusammensetzt ist durchaus vielfältig. Wie die japanische Küche selber.

Ich war jedes Mal begeistert, wenn ich vor den Angeboten stand und mich zu entscheiden hatte, welche Leckerei ich mir gönnen sollte.

Mit dem Begriff Bento haben wir schon einen Teil des Begriffs “Ekiben” aufgeklärt – „… ben“ .

Nun bleibt noch das der Teil “Eki”. Die Übersetzung ist “Bahnhof”. Also ist ein Ekiben, ein Menü im Kästchen, welches man im Bahnhof ersteht und zumeist während der Zugfahrt verspeist.

Auch wenn man dies in div. Zügen machen könnte, sind es doch zumeist die Shinkansen (Schnellzüge), in denen man sie sich gut schmecken lässt.

Was eine Besonderheit der Ekiben ist, ist der Umstand, dass sie immer die regionalen Spezialitäten, des Gebietes repräsentieren, in der man es erworben hat.

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Japan – Essen – Udon

20110418_051532-IMG_6066_ji Udon beschreibt eine Nudel Art, die der japanischen Küche entspringt. Deren Zubereitung kann auf verschiedenste Weise erfolgen. Um es vorweg zu nehmen, ist auch das eine leckere Art und Weise, um sich die japanische Küche schmecken zu lassen.

Da ich die Präfektur Kagawa besuchte, die für die Udon Zubereitung besonders bekannt ist, die Nudeln dort dementsprechend  lecker sein sollten und dort zudem bei den Einheimischen ausgesprochen beliebt sind, war der Konsum unausweichlich.

20110418_051536-IMG_6067_ji Auch wenn es an jeder Ecke ein Udon Restaurant gab, beschränkten wir uns auf den zwei maligen Genuss (natürlich gab es Udon auch schon zuvor an anderen Orten).

Ich lernte, dass, wie bei allem, die Zubereitung die Kunst war und Udon nicht Udon ist und man durchaus das Restaurant seiner Wahl finden muss. Die Konsistenz der Nudeln waren genau die Kunst, die es wohl zu beherrschen galt.

Egal wie man es sah, Udon ist lecker und man muss es sich schmecken lassen.

 

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Japan – Essen – Kobe Beef

Sich dem Genuss von Kobe Beef hingeben zu können und auch ein ordentliches Lokal mit einer wirklich guten Qualität zu besuchen, stellt durchaus eine Herausforderung dar.

Doch für uns war es Teil unserer Hochzeit in Japan und so ließ sich die Investition von rund 250 Euro für zwei Personen akzeptieren.

Der Restaurantbesuch war ein wunderer Bestandteil dieses besonderen Tages und auch der erwartete Genuss wurde mehr als erfüllt.

Ob dieses Fleisch das Null plus Ultra ist, mag es nicht zu beurteilen. Doch mir läuft selbst im Nachhinein noch das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an dieses besondere Essen denke.

Infos über Kobe Beef

Kobe Beef ist eines der bekanntesten und exklusivsten Rindfleischsorten der Welt. Es stammt von der japanischen Rinderrasse Tajima, die in der Region Hyōgo gezüchtet wird – genauer gesagt, das Fleisch darf sich nur „Kobe Beef“ nennen, wenn es aus Rindern stammt, die in dieser Region geboren, aufgezogen, geschlachtet und verarbeitet wurden. Die Stadt Kobe, nach der das Fleisch benannt ist, liegt ebenfalls in Hyōgo.

Was Kobe Beef so besonders macht, ist seine außergewöhnliche Marmorierung. Das bedeutet, dass das Fleisch von feinen Fettadern durchzogen ist, was ihm nicht nur einen intensiven Geschmack verleiht, sondern auch eine besonders zarte Textur. Beim Braten oder Grillen schmilzt das Fett gleichmäßig, wodurch das Fleisch saftig und aromatisch bleibt. Viele Gourmets beschreiben Kobe Beef als „butterweich“ oder sogar „auf der Zunge zergehend“.

Die Aufzucht der Rinder erfolgt mit großer Sorgfalt. Die Tiere bekommen spezielles Futter, haben ausreichend Bewegung und leben in stressfreier Umgebung. Es gibt zwar viele Mythen, zum Beispiel dass die Rinder Bier trinken oder Massagen bekommen, doch das gehört eher zur romantischen Vorstellung vom Kobe Beef. Wichtig ist vor allem die stressarme Haltung, denn sie beeinflusst die Fleischqualität positiv.

Wegen der strengen Auflagen und der begrenzten Produktion ist echtes Kobe Beef sehr teuer und wird oft nur in ausgewählten Restaurants serviert. Es gibt weltweit viele Nachahmungen oder „Wagyu“-Fleischsorten, die zwar ähnlich aussehen, aber nicht den gleichen Ursprung haben. Wer echtes Kobe Beef probieren möchte, sollte also auf eine offizielle Zertifizierung achten.

 

029 02110421 Do Kobe Beef Restaurant

Japan (2011) – Kobe – Nur ein Spaziergang

20110413_082613-IMG_3560_ji Ich war eigentlich nur unterwegs, um noch ein paar Erledigungen für die bevorstehende Hochzeit zu machen. Doch warum soll man nicht nebenbei ein klein wenig fotografieren.

Zu Beginn verschlug es mich auf eine der künstlichen Inseln (Port Island), die man zur Landgewinnung im Meer vor Kobe errichtet hatte. Dass das ganze nicht natürlich gewachsen, sondern am Reisbrett geplant wurde, sieht man der Insel jeden Moment an. Dennoch hat es seinen Reiz und durch div. Angebote ist ein durchaus frequentierter Teil Kobes.

20110413_111606-IMG_3886_ji Von der Insel ging es wieder zurück in die Innenstadt, wo ich mich in das Getümmel von Menschen stürzte und versuchte die Geschäfte zu finden, die ich gedachte aufzusuchen. Ich gebe zu, es war nicht ganz einfach, doch mit erheblichem Zeitaufwand, konnte ich alle Erledigungen durchführen.

Zur Belohnung könnte ich mir einen Besuch im Rathaus von Kobe mit seiner Restaurant und Aussichtsetage. Auch wenn ich schon div. Besuche hierher absolviert habe, dennoch bereit es mir noch immer Freude, aus der Vogelperspektive einen Blick auf die Stadt zu werfen.

 

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Japan (2011) – Automaten an jeder Ecke

Ist es ein Fluch oder ein Segen? Das mag jeder sehen wie er es mag. Ich selber war Anfangs über den Anblick der schieren Menge an Automaten wirklich überrascht, denn es gibt sie an wirklich an allen Orten und meist muss man wahrlich nicht lange suchen, um an einem Vorüber zu kommen. Zudem tauchen sie teilweise in waren Rudeln auf.

So muss man sich keine Sorgen machen nicht stets ein Getränk in den Händen halten zu können.

Nun soll aber nicht der Eindruck aufkommen, es handele sich ausschließlich um Getränkeautomaten, wenngleich diese sicherlich den größten Anteil bilden dürften. Nein, man kann wirklich allerlei an diesen Kästen erwerben.

Vending Machine / VerkaufsautomatDiese Automaten wurden sogar im deutschen Fernsehen als Geheimtipp erwähnt. Als es im Bereich Tokyo, wegen der Reaktorkatastrophe, kein Wasser mehr in den Supermärkten zu kaufen gab, wurden diese Automaten, den Ausländern gegenüber, als der Geheimtipp benannt, um doch noch an Wasser kommen zu können.

Ob es nun ein Geheimtipp war oder nicht. Man kam zumindest noch an Wasser. Und der geneigte Neubesucher Japans kann gewiss sein, dass er nicht verdursten muss, bloß weil er nicht japanisch spricht.