Ein weiterer Plan für meinen Aufenthalt in Akita war, einen Ausflug mit dem Shinkansen zu einem der tiefsten Seen Japans zu machen und dort den Gozanoishi-Schrein mit seinem sehr beeindruckenden Torii zu besuchen.
Für meinen zweiten Tag in der Präfektur Fukushima hatte ich einen Ausflug zu einem der größten Seen der Region, dem Inawashiro See, geplant. Was mich dort erwarten würde und was ich wie machen könnte, war mir völlig unklar.
Der Besuch des Minoo-Park und der dortige Wasserfall war wirklich ein Genuss gewesen. Doch der Ausflug für diesen Tag war noch nicht zu Ende, denn mein Guide Kenji hatte sich noch ein weiteres Ziel überlegt, um diesen Tag abzurunden und so sollte es nun zum Katsuou-ji Tempel gehen.
Ich hatte im Laufe meiner Besuche in Kobe schon allerlei Orte besucht, doch den japanischen Garten (Sorakuen Garten) noch nicht.
Ich hatte zwar ein Werbeplakat gesehen, welches den Park für mich sehr attraktiv erscheinen ließ, doch was mich erwarten sollte, darüber hatte ich keine wirkliche Vorstellung.
Als es darum ging den Ritsurin Park (Link 1 “Ritsurin Park” / Link 2 “Ritsurin Park” beides sind englisch sprachige Seiten) in Takamatsu zu besuchen, erklärte mir Eri, dass es eines der schönsten Parkanlagen Japans sein solle und die Errichtung rund 100 Jahre in Anspruch nahm.
Ich gebe zu, ich konnte mir kaum vorstellen warum es 100 Jahre dauert einen Park zu bauen. Jetzt weis ich es!
Sehr viele der Bäume in diesem Park wurden auf Bonsai Art veredelt und schon das dürfte ohne Probleme die 100 Jahre Zeit für die Gestaltung des Gartens rechtfertigen. Zudem wurde die Anlage mit viel Bedacht und ästhetischem Gefühl errichtet.
Für einen Besuch las ich oft 2 Stunden einzuplanen. Ich würde jedoch sagen, wer den Park besucht, sollte mehr Zeit mitbringen, um die Bäume, die Brücken, die Seen in Ruhe genießen zu können.
Info Ritsurin-Park
Ein Meisterwerk japanischer Gartenkunst
Der Ritsurin-Park befindet sich am östlichen Fuß des Berges Shiun in der Stadt Takamatsu, Präfektur Kagawa, und gilt als einer der bedeutendsten historischen Gärten Japans. Mit einer Fläche von rund 75 Hektar ist er der größte Garten unter den offiziell als Kulturgut anerkannten Gartenanlagen des Landes.
Der ursprünglich als „Ritsurinsō“ bekannte Garten wurde über einen Zeitraum von fast 400 Jahren als Residenzgarten der Fürstenfamilie Matsudaira, der Herrscher des ehemaligen Takamatsu-Han, gestaltet und genutzt. Die Anlage besteht aus sechs Teichen und dreizehn künstlich aufgeschütteten Hügeln, die sich harmonisch in die natürliche Umgebung mit dem Berg Shiun im Hintergrund einfügen. Die sorgfältige Anordnung von Wasserflächen, Hügeln, Wegen, Steinen und Pflanzen schafft eine landschaftliche Komposition von außergewöhnlicher Schönheit und Eleganz.
Der Garten ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: den südlichen Garten, der die klassische Form eines Edo-Zeit-Daimyō-Gartens (Fürstengarten) bewahrt, und den nördlichen Garten, der in der Taishō-Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts unter Einfluss moderner Gartengestaltung umgestaltet wurde. Historisch gesehen diente die Anlage als Nebenresidenz der Matsudaira-Familie und wurde über 228 Jahre hinweg gepflegt und erweitert. Bereits 1745 wurde eine Sammlung von 60 berühmten Gartenszenen („Meisho 60kei“) zusammengestellt, von denen heute noch 50 erhalten sind.
Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Vegetation: Neben traditionsreichen Pflanzen wie sorgfältig gepflegten Kiefern, Ahornbäumen und Azaleen bietet der Garten auch saisonale Höhepunkte mit Pflaumen- und Kirschblüten im Frühling, Lotusblumen im Sommer sowie farbenprächtigen Herbstlaub. Diese ständig wechselnden Eindrücke führten zu der Bezeichnung „Ein Schritt, ein Ausblick“ („Ippo Ikkei“), die den besonderen Reiz des Gartens treffend beschreibt.
Ein bemerkenswertes Merkmal der Anlage sind die weitläufigen Teiche, die rund ein Fünftel der Gartenfläche einnehmen. Sie sind untereinander verbunden und werden hauptsächlich durch eine Quelle im südöstlichen Bereich namens „Fukiage“ gespeist. Historisch war das Gebiet einst ein Teil des ursprünglichen Flusslaufs des Kagawa-Flusses, was die reichhaltige Wasserversorgung erklärt. Heute wird das Wasser teilweise auch aus zwei nahegelegenen Brunnen entnommen.
Der Ritsurin-Park ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Gartenkunst vergangener Jahrhunderte, sondern auch ein lebendiges Beispiel für die Verbindung von Natur, Kultur und Technik. Mit seiner kunstvollen Gestaltung, seiner historischen Tiefe und seiner beeindruckenden Vielfalt gehört er zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten Japans.
Auf Grund eines beruflichen Ungemachs, hatte es mich nach Süddeutschland verschlagen. Wie sich jedoch herausstellte, ließ sich diesem Umstand tatsächlich etwas positives abgewinnen, denn ich stellte fest, dass zum selben Zeitraum das jährliche Oktoberfest statt fand. Also warum nicht einmal hin und sich das ganze live ansehen.
Die Eröffnung und der Einzug der Wiesnwirte war für den Samstag angesetzt (wie wohl jedes Jahr), was mir gut passte, denn so konnte ich mir den Ausflug in die Stadt erlauben. Wochentags wäre es schlicht nicht möglich gewesen, oder es wäre zumindest deutlich schwieriger gewesen.
Leider war dieser Ausflug für mich mit ein paar kleineren körperlichen Anstrengungen verbunden, denn um die die Stadt zu kommen, musste ich erst einmal zur S-Bahn gelangen, denn diese lag rund 4 Km Fußweg entfernt. Busse fuhren zwar, aber nur während der Woche. Ab Samstag war derjenige, dem kein Auto zur Verfügung stand, auf seine Füße angewiesen. Nun gut, so ist es halt auf dem Lande 🙂
Zum Glück war an diesem Morgen das Wetter mehr als erfreulich und so ordnete ich diesen Fußweg in die Kategorie kleines Aufwärmtraining ein. Doch da der Weg zumeist an einer gut befahrenen Straße entlang führte, bedurfte es schon einiges an Phantasie, um nicht entnervet zu wirken.
Ich war wirklich froh, als ich die S-Bahn in Starnberg erreichte und mir mein erster Blick auf den Starnberger See gegönnt wurde. Ich muss gestehen, dass es wirklich ganz nett aussah und ich mir vorstellen konnte dort mal einen kleinen Bootsausflug zu unternehmen. Doch nun hieß es erst einmal den Weg in die Stadt fortzusetzen.
Da ich mir den See etwas ansah, hatte dies schließlich zur Folge, dass mir, als ich schließlich meinen Fahrschein erwarb, die S-Bahn vor der Nase weg fuhr. Bei einem nur 20minütigem Takt, war dies schon etwas schmerzhaft.
Die Wartezeit nutzte ich jedoch, um den sich nun wieder füllende Bahnsteig zu beobachten und zu erfahren, wie sich die Leute für ihren Oktoberfestausflug herausgeputzt hatten. Es gab von der traditionellen Tracht bis zu eigenwilligen Interpretationen dieses Themas wirklich alles zu sehen.
Die Fahrt in die Stadt verlief reibungslos, nur nahm der Fahrgastbestand von Bahnhof zu Bahnhof deutlich an Dichte zu. Doch wirklich extrem schien es mir nicht zu sein. Diesbezüglich änderte ich meine Meinung, als ich schließlich die Bahn verließ. Hier konnte ich mich nur noch in das Heer der Wiesn Besucher einreihen und mit ihnen in Richtung Festgelände treiben.
Die ersten Gelegenheit diesen Massen zu entfliehen nutze ich. Zudem hoffte ich auf diese Weise zu jener Straße zu gelangen, über die die Wiesn Wirte auf das Festgelände einzogen. Tatsächlich hatte ich mich richtig entschieden, doch von dem Einzug konnte ich trotzdem nichts sehen, denn vor mir standen etwa 10 Reihen an Menschen und zudem gönnten viele Väter ihren Kindern den Luksus auf ihren Schultern zu sitzen, was allen anderen, so auch mir, die letzte Möglichkeit raubte etwas vom Zug zu erhaschen.
So schloss ich mich wieder dem Tross an, der direkt zum Oktoberfestgelände unterwegs war. Mein Weg führte hinter den Festzelten entlang und an je mehr Zelten wir vorüber kamen, um so weniger Menschen umgaben mich. Ich hatte nicht wirklich etwas dagegen.
Auch wenn ich nichtmehr damit gerechnet hatte, ergab sich schließlich ein kleiner Ausblick auf die Prozession der Wiesnwirte.
Dem Ritual, dem Anstich des ersten Bierfasses, zur Eröffnung des Oktoberfest nahm ich nicht teil, da es in einem der Festzelte vollzogen wurde. Weit von mir entfernt konnte es aber nicht gewesen sein, denn irgendwann hörte ich ein riesiges Gejubel und mehrfaches Donnergrollen von Schüssen. Damit war klar das diesjährige Oktoberfest war eröffnet.
Nun verliefen sich die Menschen auf dem Gelände und in einer durchwegs angenehmen Menschendichte, genoss ich meinen Rundgang über das Gelände.
Doch was erzähle ich viel. Lassen wir doch einfach die Bilder sprechen, die ich an diesem Tage geschossen habe. Sie geben vielleicht einen Einblick, von dem “Wahnsinn” der nun fü1 17 Tage über München hereingebrochen ist. Viel Spass …
Den Tag begann ich mit einem Ausflug auf die Veranda des Hotels. Ich hatte mir vorgenommen, meinen ersten wirklichen Versuch den Mond zu fotografieren in die Tat umzusetzen. Ich schlich mich durch das dunkle Hotel und baute schließlich mein Equipment auf. Als besonders schwierig erwies sich das scharf stellen auf den Mond und ich stellte fest, dass er ganz schön durch meinen Bildausschnitt raste.
Zumeist begann ich damit den Mond am oberen Ende des Ausschnittes zu platzieren , scharf zu stellen, um dann festzustellen, dass er mittlerweile fast am unteren Ende des Ausschnittes angekommen war. Trotzdem war ich durchaus mit dem Ergebnis meiner ersten wirklichen Mondaufnahme zufrieden.
Irgendwie meinte ich mir an diesem Tag ein Frühstück verdient zu haben, und so nahm ich heute einmal daran teil. Leider stellte sich im Verlaufe des Tages heraus, dass es keine all zu gute Idee war und ich doch noch sehr mit meiner Erkrankung zu kämpfen hatte. So war das erreichen einer Toilette zumeist ein bedeutender Aspekt dieses Tages.
Copacabana verließen wir im weichen Morgenlicht, um in Richtung Fährstelle zu fahren. In der herrlichen Morgenstimmung war es ein wirkliches Vergnügen den Blick über die Berge und den Titicacasee streifen zu lassen.
Die Überfahrt über den See verlief ebenso eindrucksvoll wie schon vor wenigen Tagen, doch staunte ich nicht schlecht, als ich auf der anderen Uferseite angelangt, dort eine ware Heerscharen an Menschen sah. Dann entdeckte ich eine Unmasse an Bussen, an denen sich Schulklassen formierten, um die Fahrt über den See anzutreten. Da in so ein Holzböötchen für den Personentransport gerade mal 20 Leute hinein passen, stellte ich mir vor wie lange der Personentransport und das Übersetzen der wohl rund 40 Fahrzeuge dauern würde. Zumindest war ich froh, dass wir nicht Teil dieser Schlange waren.
Nach kurzer Fahrt durften wir eine wirkliche Legende kennenlernen. Wer hat noch nicht von Thor Heyerdahl gehört, der den Beweis antrat, dass es Urvölkern möglich gewesen war mit Booten nach ihrem Wissensstand die großen Flächen von Atlantik und Pazifik zu überqueren.
Das erste spektakuläre Schäppchen gelang ihm mit der Kon-Tiki, mit der er versuchte, von Südamerika die pazifischen Inseln zu erreichte. Dieses Unternehmen ging als grandioser Erfolg von Heyerdahl in die Geschichte ein.
Bei seinem zweiten Versuch von Afrika Südamerika zu erreichen, scheiterte er erst, denn sein Boot die RA I überstand den Transit nicht. Erst nachdem Heyerdahl die RA II von bolivianischen Indianern bauen ließ, gelang der Versuch der Querung.
Wir durften hier nun die lebende Legende Paulino Esteban kennen lernen, die Heyerdahl seinerzeit geholfen hatte die RA II zu erbauen.
Für unseren nächsten Halt wurde wieder etwas an Kilometern bewältigt, doch bei dem herrlichen Wetter war es eine Freude den Blick über die Landschaft schleifen zu lassen.
Nachdem wir beim Besuch von Paulino Esteban einen Schritt in die Jüngere Vergangenheit gewagt hatten, stießen wir mit dem Besuch der Ausgrabungsstätte Tiwanaku in die Zeit 1500 v Chr. vor. Hier hatte sich einst für mehr als 2500 Jahre, eine der bedeutendsten Hochkulturen den Südamerikanischen Kontinents befunden.
Leider kann man heute von der einstigen Pracht nicht mehr viel erahnen, da spätere Generationen diesen Ort als Steinbruch erachteten und ihn nachhaltig plünderten. So ist einiges an Phantasie notwendig, um den Ort vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen. Da bisher aber nur rund 1% der gesamten Fläche freigelegt ist und man heute versucht wissenschaftlich fundiert die Stätte wieder herzustellen, dürfte dem Besucher irgendwann einmal die gesamte Pracht vor Augen geführt werden können.
Von Tiwanaku ging es nach La Paz, wo wir für die nächsten 3 Nächte unsere Unterkunft haben sollten. Ich hatte schon gelesen, dass die Stadt sich über einen Höhenunterschied von 1000 Höhenmetern erstreckt, doch wie gewaltig und beeindruckend das aussieht, konnte ich mir nicht ausmalen.
So genoß ich ich vollen Zügen die Fahrt von rund 4100 Meter hinunter auf 3100 Meter, bei der ich die zerklüftete Landschaft mit staunendem Blick in mich auf nahm. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man in solch einer wilden Landschaft eine Millionenstadt errichtet.
An diesem Tag stand einmal wieder eine Wanderung an (auf der Sonneninsel – Ein nicht unbedeutender Ort der Inka Geschichte). Nun war die Frage was ich mache. Ich überlegte eine ganze Weile hin und her, kam dann zu dem Entschluss, dass dieser Tag für mich ein absolut Aktivitäten freier Tag werden sollte. Ich wollte mich nur erholen. Dieses Vorhaben setzte ich auch voller Genuss durch.
Ich begann damit, früh am Morgen den Untergang des Mondes über dem Titicacasee zu bewundern und ansonsten die Veränderung des blaues des Sees im Tagesverlaufes zu genießen.
Um unser Tagesziel Copacabana am Titicacasee frühzeitig zu erreichen, setzten wir unsere Fahrt über das Altiplano (die Hochebene der Anden), früh am Tag fort.
Richtig munter wurde ich eigentlich erst, als wir gegen Mittag den Titicacasee erreichten und dort an einem wirklich schicken Aussichtspunkt unsere Mittagspause einlegten. Die Aussicht war wirklich grandios. Der See mit seinem satten blau, eingerahmt von dem trockenen Umland waren schon ein Augenschmaus, doch die Tatsache, dass ich einen Blick auf die Königskordillere mit seinen mit Eis überzogenen Gipfeln werfen konnte, krönte das ganze.
Nach kurzer Weiterfahrt heiß es auf eigenwillige Art und Weise den Titicacasee zu überqueren. Hierfür standen Holzbote zur Verfügung. Das Fahrzeug kam auf eine Art Floß und wurde separat zum anderen Ufer verfrachtet. Wir kamen in eine winzige Nussschale von Bot und wechselten so von einem Ufer zum anderen.
Dieser etwas abenteuerlichen Überfahrt war es zu verdanken, dass wir uns eine Ein- /Ausreise über Peru ersparten um unser Ziel Copacabana zu erreichen. Copacabana war nämlich über den Landweg nur von Peru aus zu erreichen.
Kurz nach unserer Ankunft in Copacabana begannen wir einen kleinen Ausflug in die Stadt, welcher einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte Südamerikas darstellt. Schon vor den Spaniern war dieser Ort ein wichtiger religiöser Ort. Damit die Spanier ihre Dominanz zeigten, wurde hier eine mächtige Wallfahrtskirche auf den Heiligtümern der Ureinwohner errichtet.
Dass sich bis heute Einflüsse der alten religiösen Einflüsse erhalten habe, mag man daran merken, dass Copacabana die Menschen hier ihre Fahrzeuge und allerlei andere Wünsche segnen lassen, was wohl dem katholischen Urgedanken etwas zu wieder spricht.
Nach der Besichtigung der Wallfahrtskirche und der „Dunklen Jungfrau“, der zahlreiche Wunder und Heilungen zugesprochen werden, konnte jeder machen was er wollte. Ich entschied mich für einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Mein Rundgang fand sein Ende am Hafen, wo ich auf den Sonnenuntergang warten wollte.
Welches besondere Vorlieben die Besucher dieses Ortes zu haben scheinen, ließ sich am Hafen nicht übersehen. Neben ein paar normalen Booten, gab es Heerscharen an Schwänen Tretbooten. Es wirkte schon etwas bizarr auf mich, den Strand vor Schwänen nicht mehr sehen zu können.