Japan (2013/14) – Achtung Kopfschmerzen

IMG_1681_ji Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich eine Unterführung entdeckte deren Höhe gerade mal schlappe 1,6 Meter hoch sein sollte. Etwas wunderte ich mich über die sehr massive Absicherung (Zu Beginn hatte ich die Unterführung nur von seiner rückwertigen Seite gesehen und nicht von dort wo ein gewaltiges Hinweisschild prankte).

Um so erstaunter war ich, als ich doch tatsächlich Fahrzeuge sah, die diese Unterführung verwendeten. Ich fragte mich, ob man auf gut Glück dort fuhr, oder ob beim ersten Versuch ein vorsichtiges herantasten angesagt war. Jetzt fuhren die Fahrzeuge durchaus zügig.

Mehr Respekt zeigten hier die div. Zweiratfahrer und ich war der Überzeugung, dass dies Angebracht war.

Schaut einfach noch ein paar mehr Fotos an ….

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Japan (2013/14) – Ise Bucht – Zurück aufs Festland

IMG_4691_ji Schnell verfliegt die Zeit, wenn man sich wohl fühlt und so war unser Aufenthalt in der Bucht von Ise schon wieder vorüber. Doch freute ich mich auch wieder auf ein Bett und einen durchgängig beheizten Raum und Gebäude.

Doch bevor wir die Insel verließen, wollten wir noch den anderen Ort besuchen und wir durften uns auf ein japanisches Frühstück freuen. Nun hat so ein Frühstück wahrlich nichts mit dem zu tun, was man sich so in Deutschland unter einem Frühstück vorstellen mag, doch ich mochte es und freute ich auch schon darauf.

IMG_4499_jiNach dem Fulminanten Start mit dem Abendessen am Vorabend waren die Erwartungen natürlich groß, was das morgendliche Mahl anging und in der Tat wurden wir nicht enttäuscht.

Doch wie immer, wenn ich die kleinen Schälchen sah, keimte in mir der Verdacht ich könnte nie und immer satt werden. Irgendwie begleitete mich jedes Mal dieser Gedanke, doch am Ende war ich bis jetzt immer papp satt.

Es gab Fisch und andere Meeresfrüchte, Gemüse, Suppe und mehr. Etwas zu kämpfen hatte ich mit dem Fisch, dies aber nicht weil ich so etwas nicht zum Frühstück hätte essen können. Eher war die Herausforderung die Nutzung von Stäbchen. Ich konnte zumeist irgendwie alles Essen, doch hätte ich mich selber wohl kaum mal in ein besseres Restaurant mitgenommen, denn da wäre ich bestimmt als der übelste Banause aufgefallen.

Nach dem gelungenen Auftakt in den Tag, wurde gepackt und das Zimmer geräumt und nachdem das Gepäck im Hotel hinterlegt worden war, starteten wir unseren letzten Ausflug auf die Insel.

Wir hatten uns vorgenommen und den anderen Teil der Ortschaft, vielleicht war es auch ein zweiter Ort auf der Insel, das erschloss sich uns nicht so recht, aufzusuchen. Dazu brauchten wir nur der Hauptstraße 🙂 zu folgen, was zum einen einfach war, aber mangels Gehsteigen auch ein gewisses Nerven kitzeln mit sich brachte. Doch war der Straßenverkehr so überschaubar, dass sich auch der Adrenalinschub wirklich in Grenzen hielt.

IMG_4583_ji Schön war, dass unser Weg uns schon nach sehr kurzer Zeit zu einem kleinen Tempel brachte. Auch wenn sich die Besuche dieser Anlagen wirklich häuften, ich hatte noch immer große Freude daran die Anlagen auf mich wirken zu lassen und die vielen Kleinigkeiten zu entdecken. Wenngleich es so viele Kleinigkeiten gab, dass ich hätte sicherlich noch länger an jedem einzelnen Ort hätte bleiben können, als wir es nun ohnehin schon taten.

Auf dem weiteren Weg erreichten wir den anderen sicheren Hafen der Insel. Dort waren die Männer des Ortes gerade damit beschäftigt einen Baum zu zerlegen, den sie irgendwo eingefangen hatten.

Es war schon spannend zu sehen, wie die Männer geschickt über dem Baum tänzelten und sich mit ihm mit ihren Motorsägen auseinandersetzten.

So spannend es war die Männer zu beobachten, so lockte eine kleine rote Brücke die wir schon vorletzten Tag von einem der Aussichtspunkte erspäht hatten. Diese kleine Brücke brachte uns auf ein kleines Inselchen und sich dem dort befindlichen Schrein.

IMG_4700_ji Den einzigen Wermutstropfen für diesen Besuche, bildeten erneut die Treppenstufen, die es zu bewältigen galt und ich muss gestehen, dass meine Knie weit davon entfernt waren mir ihren garantierten Dienst zuzusichern. Dank eines Geländers und reichlich Armarbeit, erreichte ich auch dieses Ziel und war erneut froh, die Anlage aufgesucht zu haben.

IMG_4876_ji Alsbald erreichten wir den Ortskern und Eri und ich wollten mal wieder gerne das Häuserlabyrinth dieses kleinen Fischerdorfes auf uns wirken lassen. Etwas mulmig war uns schon, denn uns war schon mehrfach davon abgeraten worden und dort hinein zu wagen, denn die Möglichkeit sich zu Verlaufen war nicht unbeträchtlich.

So gingen wir auch nicht all zu Tief hinein und versuchten immer noch den Weg zurück zur Hauptstraße erahnen zu können.

Als wir an einem kleinen Lokal vorüber waren, war klar, hier wir zu Mittag gegessen.

Ich staunte nicht schlecht was sah, als ich das Gebäude betrat. Das Restaurant bestand im Prinzip nur aus einem kleinen Raum und einer Theke. Dieser Raum war zudem mit allerlei Krimskrams voll gestopft, was dem ganzen wirklich Atmosphäre gab. Ok, meinen Sitzplatz zu erreichen war etwas schwierig, doch ich konnte es bewältigen.

IMG_4820_ji IMG_4834_ji Wir entschieden uns den örtlichen Spezialitäten Teller zu bestellen und es wurde wieder ein voller Erfolg. Es wurde wirklich ein leckeres Essen gezaubert und die Gastgeberin war auch begeistert heute Gäste bewirten zu können und so plauderte sie eifrig und reichlich mit Eri, während ich mich über das Essen hermachte und es mir schmecken ließ.

Nachdem wir gestärkt waren, wurden wir auch etwas mutiger, was die Erkundung der schmalen Gassen anging und wir wurden auch nicht bestraft, sondern fanden am Ende ohne Probleme wieder zurück zur Hauptstraße.

IMG_4931_ji Wir erkundeten noch etwas das Hafengelände, doch dann wurde es wahrlich Zeit wieder zurück zum Hotel zu gehen, denn die Fähre wollten wir nicht verpassen.

IMG_4906_ji Im Hotel angelangt, war dort schon alles in den Vorbereitungen für die nächsten Gäste und dies schien eine deutlich größere Gruppe zu sein und so hatten wir wohl mehr als Glück, dass wir die Unterkunft in den beiden vergangenen Nächten nur für uns allein hatten.

Nun ging es darum das Gepäck vom Hotel zum Hafen zu bringen. Die Hotelbesitzer hatten schon am Ankunftstag gemerkt, dass es mein Gepäckstück wirklich in sich hatte und so hatte man sich etwas überlegt wie man mir Erleichterung verschaffen wollte.

Man hatte die 90jährige Oma dazu auserkoren mir zu helfen 🙂 .. Natürlich sollte sie mein Gepäck nicht buckeln, sondern ich sollte alles hinten auf ihr 3-Rad-Fahrrad legen, und sie würde es dann schon zu Hafen kutschiren. Mir war das mehr als peinlich und ich meinte, dass der Transport und die gerade mal 10 Minuten zum Hafen wirklich kein Problem sei. Doch Oma meinte, sie transportierte sonst auch die schweren Kartoffeln und sich solle mich nicht so haben.

Also wurde alles aufgeladen und Oma sauste ab, dass ich nur so staunte und Eri und ich wirklich kaum hinterher kamen.

Mit herzlichem Dank luden wir alles am Hafen wieder ab und eben so schnell wie sie zum Hafen gesaust war, radelte sie wieder zurück zum Hotel, wo es wohl noch mehr als reichlich zu tun gab.

IMG_4973_ji Nach kurzer Wartezeit, kam die Fähre. Es folgte eine wirklich ruhige Überfahrt und dann die Herausforderung mit dem Zug zu unserem heutigen Ziel (Matsusaka) zu fahren. Ich war wirklich froh, dass wir im Zug einen Sitzplatz bekamen und sich das Gepäck auch so ablegen ließ, dass wir die Fahrt genießen konnten.

In Matsusaka angelangt, nahmen ging es nur noch in Richtung Hotel und wir nahmen das Zimmer in besitzt, denn es galt Kräfte für den kommenden Tag zu sammeln, an dem es nach Ise und dem dortigen Schein wollten und wo mit reichlich Menschen zu rechnen war.

2019 Neue Bearbeitung

2013/14 Original Bearbeitung

Japan (2013/14) – Ise Bucht – Insel Kamishima – Ein wilder ritt

IMG_4427_ji Der Tag begann ein wenig früh, denn wir wollten das erste Boot für unseren Ausflug auf die kleinste der Inseln der Ise Bucht (Kamishima) besteigen.

Das Aufstehen fiel wirklich schwer und das lag nicht an der Uhrzeit, denn die war mit 7 Uhr wirklich als human zu bezeichnen. Wesentlich anstrengender war die Tatsache, dass kein Raum, außer dem unsrigen beheizt war. Weder der Gang, Gemeinschafts WC usw. Auch gab es nur kaltes Wasser zum Waschen. Da es nun in der Nacht wirklich spürbar kühl wurde, merkte man das auch gleich im Haus. Doch irgendwie schaffte ich es doch aus meinem Bettchen und überließ mich den kühlen Temperaturen.

IMG_3508_ji Unser Boot erreichten wir rechtzeitig und nach sehr angenehmen 20 Minuten Bootsfahrt, bei dem es erneut keine Aussicht gab, weil wir im Bootsinneren verharren mussten, die Insel Kamishima.

Bei Kamiima handelte es sich ebenso wie bei den anderen Inseln um ein Eiland, welches vom Fischfang lebt. Doch hatte man sich auch etwas auf Touristen vorbereitet und einen kleinen Wanderweg um die Insel hergerichtet. Sicherlich war auch dieser ursprünglich einmal für die Flucht vor einem Tsunami hergerichtet worden, doch es gab den Weg und er eröffnete einen wirklich netten Spaziergang.

Nach anfänglichen Orientierungsproblemen, die mir schon immer Anhefteten, verschwanden wir in den schmalen Gassen des Örtchens und erwischten sogar gleich jene, die uns auf den besagten Rundweg brachte. So angenehm der Weg zu Beginn auch war, so anstrengend wurde er alsbald für mich, denn es hieß Treppen steigen und davon nicht zu knapp.

Japan - Mie - Ise Bucht - Kamishima

Schon zu Beginn, nachdem ich mich schon einige Treppen den zentralen Berg der Insel hinauf gearbeitet hatte, gab es einen über 200 Stufen Anstieg zu einem kleinen Schrein. Dieser Schrein war sogar schon einmal vom Japanischen Kaiser besucht worden. Zu dessen Ehren war ein Bäumchen gepflanzt worden, doch lange hatte das Bäumchen wohl nicht überlebt und so stand es etwas Mitleid einflößend in der Landschaft.

Ich war froh, als es nach einem weitern kurzen Treppenaufstieg für eine gewisse Zeit einmal am Hang des Berges entlang ging und sogar Ausblicke auf das Meer, andere Inseln und div. Fischerboote angeboten wurden. Da es ein herrlicher sonniger Tag war, konnte man die Aussicht wirklich.

IMG_3580_ji Eine größere Pause legten wir ein, als wir einen kleinen Leuchtturm erreichten. Dort erzählte Eri mir, dass auf Kamishima in den 1950er ein Spielfilm gedreht worden war und dadurch das Inselchen ein kleine Berühmtheit wurde und dies auch die Basis seiner Popularität war. Doch über Besuchermassen brauchten wir uns an diesem Tage nicht zu beklagen, denn es schien, als seien wir die einzigen Besucher an diesem Tag.

Japan - Mie - Ise Bucht - Kamishima

Bis zum nächsten Highlight auf dem Rundweg wurden meine Knie arg strapaziert, denn es ging unablässig Trepp auf, Trepp ab und es fiel mir zunehmend schwerer den Weg zu genießen.

Bei der nächsten Sehenswürdigkeit handelte es sich um ein Gebäude welches die japanische Armee eingerichtet hatte von dem man Flugbewegungen beobachten wollte. Heute merkte man nichts mehr davon. Es gab nur diesen Betonbau, von dem ich als Besucher erneut einen schicken Blick hinaus auf den Pazifik geboten bekam.

Japan - Mie - Ise Bucht - Kamishima

Ich war froh, dass der Weg sich mir jetzt als etwas gnädiger erwies. Es gab noch immer Treppenstufen, doch die gingen bergab. Auf diesem Wege verließen wir nun auch langsam den Wald durch den wir bislang gelaufen waren und erreichten die Küste.

Dass man in Japan viel Respekt vor den Naturgewalten des Meeres hat, konnte auch mir nicht entgehen, denn die Küstenlinie war wirklich sehr umfassend befestigt und abgesichert worden.

IMG_3868_ji IMG_3997_ji Wir folgten der Küste und bekamen sogar etwas Strand zu Gesicht. Doch ob die Temperaturen zum verweilen oder gar Baden einluden mochte ich zumindest für den heutigen Tage verneinen. Auch wenn die Sonne schien, so kam sie kaum gegen die kühlen Temperaturen oder den Wind an.

IMG_4074_ji IMG_4071_ji So waren wir auch einigermaßen ausgekühlt, als wir schließlich unseren Ausgangsort wieder erreichten. Zudem hatten wir hunger und stürmten sogleich in das kleine Restaurant des Ortes, wo wir uns die örtlichen Köstlichkeiten bestellten und genossen. Ich muss gesteh, ich hatte nicht unbedingt gleich eine Vorstellung von dem was ich da aß. Besonders ein Teil meines Gerichtes, welches wie Reis für mich aussah, stellte sich als winzige Fischchen heraus. Doch schmecken tat es alle mal.

Auch hatten wir eine Algenspezialität bestellt und die schmeckten auch gut. Besonders wenn man wusste wie lang und aufwendig deren Zubereitung war.

Bis zur Rückfahrt mit dem nächsten Boot, hatten wir noch reichlich Zeit, also stromerten wir noch etwas durch den Ort, schauten uns dies und das an und merkten kaum, wie sich das Wetter veränderte.

Japan - Mie - Ise Bucht - KamishimaAls wir schließlich wieder beim Hafen waren, staunte ich nicht schlecht wie es die Boote hin und her warf, die durch die kleine Zufahrt ihren Weg in den Hafen suchten. Zum jetzigen Moment fand ich es noch spannend es zu beobachten. Ich bedachte nicht, dass auch unser Boot sich diesen Elementen aussetzen musste.

Doch bevor die Rückfahrt begonnen wurde, lernten wir eine Fischerin kennen. Wir – ok Eri – plauderte mit ihr und sie zeigte uns ein paar der Meeresfrüchte, die sie gefangen hatte. Wie sie uns erzählte waren dies jedoch nur die kleinen Tiere und die waren für ein Eigenbedarf gedacht. Die großen und schönen hatte man schon verkauft.

Ich fand es wirklich nett wie offen und herzlich die Frau mit uns plauderte und uns alles zeigte.

IMG_4361_ji Nun stand uns aber doch die Rückfahrt bevor und als wir das Boot bestiegen war noch alles ruhig und ganz normal. Doch als es durch die Hafendurchfahrt ging, begann der Ritt. Auch wenn wir nichts sahen, so hatte ich manches Mal das Gefühl, das Boot würde in der Luft schweben, um dann kurze Zeit später auf die Meeres Oberfläche zu knallen.

Ich zog es ziemlich schnell vor die Augen zu schließen – nicht aus Angst 🙂 – um den Tanz über die Wellen zu verschlafen. Hier kamen mir das viele Treppen steigen sehr entgegen, denn schon kurze Zeit später war ich im Tiefschlaf verschwunden und ich staunte als es plötzlich hieß, dass die Überfahrt beendet war und wir wieder festen Boden unter die Füße nehmen durften.

In der Herberge konnten wir auch an diesem Abend als einzige Gäste verweilen und durften somit das Bad mit seinem herrlich heißen Wasser alleine genießen. Doch es sei erwähnt, dass für die Nutzung eines solchen Bades strickte Regeln gibt, wie man sich verhalten hat. Ich werde etwas später einmal gesondert davon berichten.

Am vergangenen Abend und dem heutigen Morgen hatten wir uns selber mit Lebensmitteln versorgen müssen. Doch für diesem Abend hatten wir uns ein Mahl bestellt. Was wir genau zu erwarten hatten, wussten wir nicht, doch war das Essen in den Bewertungen zum Hotel überdurchschnittlich gut bewertet.

Als wir die Tür zum Speiseraum öffneten, fielen uns fast die Kinnladen herunter. Alles war so nett hergerichtet. Es gab viele Schälchen und Tellerchen in denen die verschiedensten Fische, Krustentiere oder Gemüse dargereicht wurden.

Auch wenn der Tisch schon reichlich gefüllt wirkte, so tischte uns die Herbergsbesitzerin mehr und mehr auf.

IMG_4480_ji IMG_4457_ji Es wurde wirklich aus ausgedehntes leckeres Mahl. Einziger Wehrmutstropfen war, dass auf japanisch traditionelle Art und Weise gegessen wurde. Dies hieß auf dem Boden zu hocken und da muss ich gestehen, dass ich das nicht leisten konnte. Auf keine Art und Weise war es mir möglich eine Position einzunehmen in der ich hätte essen können. So war ich froh, als auf kurze Anfrge, mir eine kleine Box angeboten wurde, auf die ich mich hocken konnte. Dann konnte auch ich das Essen genießen.

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Bearbeitung 2019

Bearbeitung  2013

 

Japan (2013/14) – Ise Bucht – Auf ans Meer

IMG_3446_ji Nun geht es das erste Mal hinaus aus der Stadt und ans Meer. Doch nicht nur, dass es an den Ozean geht, nein, es ist eine Art Geheimtipp, diese Bucht von Ise. So freute ich mich um so mehr mal etwas anderes sehen zu können.

Natürlich war die Reise dort hin ein klein wenig beschwerlich, denn es hieß wieder U-Bahn und Zug fahren und etwas mit einem Bötchen schippern. Doch alles stellte sich als weniger übel an als gedacht. Besonders freute mich, dass es im Zug in der Gepäckablage über unseren Köpfen genügend Platz gab, um unserem Gepäck Raum zu bieten. Auch für die Beine war genügend, wenn nicht gar reichlich Platz.

Was mir noch besonders in Erinnerung geblieben war, war, dass nachdem der Zug in den Sackbahnhof von Kyoto und zum Stehen gekommen war, gesch etwas merkwürdiges. Im Zug begannen sich auf magische Weise alle Sitzbänke zu bewegen. Erst war ich verdutzt, dann wunderte ich mich. Doch plötzlich verstand ich es. Alle Sitze drehten sich automatisch um 180 Grad, so dass sie alle samt in Fahrtrichtung ausgerichtet waren. So dass jeder Fahrgast eine Sitzplatz in Fahrtrichtung hatte. Das fand ich irgendwie sehr Kundenorientiert.

IMG_3064_ji Nach einer wirklich angenehmen Zugfahrt, die mir wieder ein paar interessante Aussichten auf Japan vermittelt hatten, erreichten wir Toba (Mie), den Ausgangspunkt für den Ausflug in die Ise Bucht.

IMG_3149_ji Dank des überragenden Wetters – kalt war es trotzdem – genoss ich gleich nach der Ankunft am Hafen das Blau des Meeres und des Himmels und ich wollte ich kaum satt sehen an der Umgebung und den vielen großen und kleinen Kleinigkeiten die es zu Entdecken gab.

Bis zur Abfahrt des Botes zu unserem eigentlichen Ziel der Insel gönnten wir uns noch ein kleines Mittägliches Mahl. Dieses Risiko konnten wir eingehen, nicht dass wir uns Sorgen wegen der Qualität machten, die war wie immer unstrittig gut, doch auch die See war so ruhig, dass keine Komplikationen mit dem Magen zu erwarten waren.

IMG_3160_ji Die Überfahrt verlief dann auch so ruhig wie erwartet. Sehen konnten wir allerdings nicht viel, denn die Passagiere konnten sich nur im Bootsinneren aufhalten und auch von dort war die Aussieht mehr als eingeschränkt. Also legte ich gleich mal ein Schläfchen ein.

Auf Toushi angekommen wurden wir gleich vom Hotelbesitzer in Empfang genommen und via Bus, in den ich wirklich Probleme hatte hineinzupassen, zum Hotel gefahren. Die Fahrt dauerte nicht nur gefühlte, sondern echt 2 Minuten.

Vor einem kleinen 2 stöckigen Haus wurde halt gemacht und wir wurden sehr freundlich herzlich willkommen geheißen und wir erfuhren sogleich, dass wir für diesen Tag die einzigen Gäste waren. Welche Vorzüge uns das brachte erfuhren wir später.

Als wir unser Zimmer bezogen, wusste ich, es wird schmerzhaft aber schön. Bei dem Raum handelte es sich um ein im rein japanischen traditionellen Stiel eingerichteten Raum. Also man hatte auf dem Bode zu sitzen und zu schlafen. Beides war für mich kaum realisierbar und wir mussten uns einiges einfallen lassen, damit ich den Raum so genießen konnte ich ich es gerne wollte. Denn im Grunde fand ich es toll auf diese Weise untergekommen zu sein.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten starteten wir unseren ersten Ausflug ins Örtchen.

IMG_3205_ji Neben der Hauptstraße, auf der mit viel Mühe 2 Fahrzeuge aneinander vorbei kamen, gab es noch die fast nur 2 Personen engen Gassen zwischen den Häusern des Ortes. Die Hotelbesitzerin hatte uns abgeraten uns dort hinein zu wagen, denn man könne sich leicht verlaufen und dennoch wagten wir es, nachdem wir de Hafen ausführlich genossen hatten.

Erfreulicher Weise schafften wir es nicht nur uns etwas durch die Gassen zu arbeiten, sondern auch gleich den einzig richtigen Weg zu finden der uns hinauf auf die Hügel brachte, die sich gleich hinter den ersten Häuserreihen in den Himmel aufrichteten.

Dort ging es steil und stetig über Stufen hinauf und es brachte mich doch einigermaßen ins Schnaufen.

IMG_3399_ji Bei diesem Weg handelte es sich nicht nur um eine Gefälligkeit für Touristen, sondern dieser Weg, wie viele Andere seiner Art, hatten einen lebenswichtigen Sinn. Es waren die Wege über die die Bewohner bei einem Tsunami retten konnten. Sie brachten sie so weit wie möglich in die Höhe, weg vom Meeresspiegel.

Uns wurde durch die Wege nette Aussichten auf das Umland und das Meer geboten, was wir wirklich sehr genossen.

Bei einem der Aussichtspunkte gab es sogar eine Gedänkstätte in form eines Baumes. Dort hatte ein Japansicher General seinen Kopf, nach verlorener Schlacht, verloren.

Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen und so entschieden wir uns lieber den Weg zurück in die Herberge anzutreten, denn einen Abstieg in der Dunkelheit wollten wir nicht unternehmen.

Bevor die Herberge erreichten, entdeckten wir noch den örtlichen Supermarkt. Dort konnten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, damit für unser leibliches Wohl an diesem Abend und dem kommenden Morgen gesorgt war. Der Laden war wirklich putzig und hatte sicherlich alles, was der Bewohner so mal eben auf die Schnelle einkaufen wollen würde.

IMG_3493_ji Im Hotel angekommen, kamen wir in den Genuss die einzigen Gäste zu sein, denn es gab dort keine Badezimmer oder ähnliches, sondern nur ein großes Gemeindschaftsbad mit Gemeindschaftswanne.

So konnten wir das Bad direkt und als erste und einzige genießen.

Auf den ersten Blick hört sich es etwas seltsam an, dass man eine Wanne mit andern teilen soll, doch das war kein Problem, denn in der Wanne wurde sich nicht gewaschen, sondern nur gebadet.

Bevor man die die Wanne steigen darf, hockte man sich brav auf seinen kleinen Plasitkhocker und wäscht sich ausgiebig, in dem man mit einer Schüssel Wasser wie in einer Dusche über sich rauschen lässt.

Das Wasser war herrlich heiß und das war auch wichtig, denn ansonsten gab es nur kaltes Wasser und auf den Gängen usw. war es wirklich eiselig kalt.

Unseren Raum konnten wir zwar via Klimaanlage heizen, doch so richtig gemütlich wurde es nicht und musste man in der Nacht hinaus aufs Örtchen, wurde es wirklich sehr frisch.

Alsbald breiteten wir unsere Schlafmatten auf dem Boden unseres Zimmers aus uns überließen uns unsern Täumen und versanken in die erste Nacht auf dieser Insel.

 

Japan (2013/14) – Mein erstes Erdbeben in Japan

20131219_095731_IMG_7400 Jetzt ist es ja mein 3ter Aufenthalt in Japan und es hat mich schließlich auch erwischt. In der Nacht begann meine Unterkunft zu wanken und sich zu schütteln und mir mir war gleich klar – Wow .. ein Erdbeben.

Mein Gebäude schwankte jedoch nur und ich hatte das Gefühl, dass es die Bewegungen aus dem Untergrund abfederte, so dass ich mich in meinem Bett durchaus sicher fühlte. Auch hörte ich von draußen nichts außergewöhnliches und so gingen die etwa 20 Sekunden des Bebens angstfrei an mir vorüber.

Wen es interessiert, hier gibt es ein paar mehr Informationen “Japan Meteorological Agency

Japan (2013/14) – Kyoto – Im Bambus-Hain

IMG_2204_ji Im Laufe des vergangenen Jahres waren mir allerlei Fotos aus Japan und Kyoto im speziellen untergekommen. Dabei war eines, welches mir besonders gefiel. Es zeigte einen Bambus Hain so herrlich und schön, dass für mich feststand, dass ich ihn auf jeden Fall auch besuchen wollte. Vor allem wollte ich einmal sehen in wie weit Foto und Realität übereinstimmten.

So saßen wir schon relativ früh im Zug und traten unsere Fahrt in Richtung Wäldchen und den ebenfalls dort zu findenden Sehenswürdigkeiten an und obwohl wir verhältnismäßig früh dran waren, teilten wir das Gefährt mit allerlei anderen Personen die das selbe Ziel zu haben schienen wie wir.

Als der Zug ankam und er nach der Weiterfahrt doch recht leer war, bestätigte sich meine Vermutung und wir bewegten uns mit dem Tross hinaus aus dem Bahnhofsgebäude.

IMG_2120_ji Dort wurden wir von wir sogleich von Rikscha Fahrern in Empfang genommen. So ziemlich jeder wurde angesprochen, ob man nicht eine Fahrt unternehmen wolle. Jedoch nicht wenn ich bei ihnen vorbei kam, dann senkten sich die Augen etwas verschämt in Richtung Boden. Man wagte es nicht mich um eine Fahrt zu bitten. Ach, was musste ich grinsen.

Ich dachte noch immer über diese kleine Episode nach, als mir ein paar Meter weiter ein herrlicher Duft in die Nase Kroch und schon sah ich es, einen kleinen Laden der leckere Kleinigkeiten zum Verzehr anbot. Zumeist handelte es sich um Fisch, es gab aber auch etwas vom Huhn. Eri und ich konnten beim besten Willen nicht wiederstehen und erwarben ein bisschen Huhn. Oh, wie lecker das war. Die Begeisterung dafür begleitete uns noch den ganzen Tag.

IMG_2111_ji Doch irgendwie drängte es mich den Bambus Hain zu erreichen. Also ging es weiter. Als wir schließlich in eine Nähe kamen, nahm die Anzahl der Besucher doch deutlich zu und es gab die ein oder andere sehr umfangreiche Menschentraube zu umschiffen.

Es bogen neben uns durchaus ein paar Leute in den Hain ab und alleine war man dort wirklich nicht, dennoch war es nett. Enttäuscht war ich nicht, doch war der Hain viel kleiner als erwartet und das Foto welches mich veranlasst hatte zu kommen, konnte ich nicht nachvollziehen und das lag nicht daran, dass im Foto keine Menschen zu sehen waren, dafür gab es schließlich Mittel und Wege. Ich schaffte es auch nicht herauszufinden wo das Bildchen geschossen worden war.

IMG_2372_ji_ji So konzentrierte ich mich alsbald wieder auf all die anderen hübschen Dinge, so wie einen kleinen Schrein, der bei Mädchen sehr beliebt war. Dort konnte man sich nämlich einen guten, hübschen Partner wünschen. Ich denke, das an der Ernsthaftigkeit, in der man an die Erfüllung glaubte, keine Zweifel gab.

Als wir den Hain wieder verließen, hatte ich wirklich großes Glück. In Kyoto ist es durchaus nicht unüblich, dass sich Gäste Kimonos ausliehen und so begleitet ihren Ausflug durch die Stadt starteten. Zwei so begleitete junge Damen bekam ich zu sehen und ich genoss es sie zu beobachten, wie sie bestaunt wurden und mit Genuss durch den Ort liefen.

IMG_2395_ji Obwohl der Stadtbezirk (Ukyō) einiges an Menschen aufwies, entdeckte Eri eine kleine Ecke die mir wahrlich gut gefiel und ganz Menschenleer waren. Man nannte es wohl Kimono-Wald. Hier hatte man verschiedene Kimono-Stoffe in Glasröhren gepackt und diese aufgestellt. Mir gefiel es wirklich sehr gut und ich war froh, dass wir es aufgesucht hatten.

IMG_2415_ji Auf dem weiteren Weg erreichten wir schließlich einen Fluß über den hinweg sich ein netter Blick auf die Umliegende Hügelkette ergab und bei dem schönen Sonnenschein lud es ein, sich niederzulassen und die Umgebung zu genießen. Lange währte der Stop nicht, denn es war durchaus frisch, trotz der wärmenden Sonnenstrahlen.

Den Abschluss unseres Aufenthaltes bildete der Besuch eines Buddhistischen Tempels (Tenryū-ji). Schon der Zugang zum Tempel erlaubte es uns andere Gärten und Gebäude zu betreten und zu sehen. Doch meist waren sie kurz hinter dem Tor abgesperrt, so dass sich nur ein kleiner Blick erhaschen ließ, doch selbst die waren es wert nicht ein einziges Gebäude auszulassen.

IMG_2715_ji Wie sich herausstellte war der Tempel zu großen Teilen wegen Renovierung geschlossen. Da es jedoch einen Park geben sollten, bezahlten wir trotzdem und starteten unseren Rundgang durch die Anlage. Natürlich merkte man immer, dass der Herbst schon vorüber war und die Natur langsam in den Winterschlaf versank und dennoch, die gartenarchitektur war beeindruckend und es wurde der Phantasie überlassen wie üppig und herrlich die Anlage im Frühling aussehen.

Wir verbrachten schließlich mehr Zeit im Garten, als wir selber erwartet hatten, doch langsam begann sich wieder die Dunkelheit auf die Stadt zu legen und so traten wir unsere Fahrt in Richtung unserer Unterkunft an.

Während wir in der Bahnsaßen und darüber nachdachten, was wir denn zu Abend essen sollten, entdeckte Eri ein “Kuru Kuru Sushi” – also ein Sushi Restaurant bei dem die Tellerchen mit den Leckereien stetig auf einem Laufband vor der Nase vorbei fuhren, und dies ohne Unterlass.

IMG_2956_ji Also verließen wir den Zug und nahmen als bald unseren Platz im Restaurant ein. Doch bevor wir zu Essen beginnen konnten, erlaubte ich mir noch einen kleinen Patzer. Natürlich war ich auch für dieses Restaurant und die Sitzgelegenheit etwas zu üppig dimensioniert. Ich hockte mich und dabei verrückte ich die gesamte Sitzbank inklusive des dort sitzenden älteren Herrn. Der, ob wohl ich die Bank rund 30 cm versetzt hatte, nichts davon mitbekommen hatte und sich etwas wunderte wofür ich mich entschuldigte.

Danach begann das futtern und wenn mal nichts leckeres auf dem Laufband vorüber kam, oder uns einfach nach etwas anderem als dem Angebotenen der Sinn stand, bestellten wir es und es wurde kurzer Hand produziert und wurde auf einem zweiten express Band angeliefert.

Der gesamte Genuss kostete auch nur 100 Yen – akt. 75 cent – pro Tellerchen, was den Verzehr noch angenehmer machte, ohne dass die Qualität irgendwie darunter gelitten hätte.

Vom Suhi Restaurant ging es noch kurz in ein 100 Yen Geschäft, dort wurde fürs Frühstück eingekauft. Bevor wir jedoch den Laden betraten, kamen wir an einer gewaltigen Batterie an “Kaugummi Automaten” vorüber, die jedoch keine Kaugummis beinhalteten, sondern allerlei Krimskrams und Figuren.

IMG_2964_ji Diese Automaten fand man aller Orten, doch in solch einer geballten Form hatte ich persönlich sie noch nie gesehen.

Nach der Erledigung aller Einkäufe ging es weiter in Richtung Hotel und wir hatten diesbezüglich richtig Glück, denn am Bahnhof des Kuru Kuru Sushi, gab es eine U-Bahnstation die uns direkt, ohne Umsteigen bis zum Hotel brachte. Ok, einen Sitzplatz gab es nicht, denn selbst im normalen Verkehr war die Bahn relativ voll.

 

Japan (2013/14) – Hinweisschilder IV (aktualisiert)

image008 Eigentlich wollte ich in diesem Jahr keine Hinweisschilder mehr fotografieren und mir eine andere Serie suchen, doch Japan macht es mir wirklich schwer dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn überall stolpere ich über diese mich ansprechenden Aufforderungen etwas zu tun oder zu unterlassen.

Ich hoffe, dass auch diese neue Serie, die sich natürlich über die gesamte Reise erstrecken wird, auch den ein oder anderen Schmunzler oder Kopfschütteln hervorbringen wird.

Also viel Spaß beim Betrachten und sich wundern …

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Japan (2013/14) Der 100 Yen Shop

P1220004_ji Eigentlich muss ich den 100 Yen Shop als 1 Euro Geschäft übersetzten. Doch aus meiner Sicht tue ich damit dem 100 Yen Shop nicht recht. In diesem Laden gibt es wirklich alles, von Schreibwaren, über Küchen-Utensilien, in gewissen Maße Kleidung aber auch Lebensmittel und das alles für 100 Yen .. ok 105 Yen, denn es kommen noch 5 Yen Steuer oben drauf.

Sich in diesem Geschäft mit allem nötigen auszustatten macht wirklich Freude, besonders wenn man an die Kasse kommt und bezahlen muss. Zudem scheinen mir alle Gegenstände wirklich eine ordentliche Qualität zu haben. Besonders die Schreibutensilien haben es mir angetan.

100 Yen Geschäfte gibt es überall im Lande und sie haben durchaus unterschiedliche Größen – Vom an einen großen Markt erinnernd bis zu kleine Lädchen.

Auf jeden Fall sollte man sie bei einer Reise nach Japan einmal besucht haben oder sich dort vielleicht mit dem ein oder anderen Teil eindecken.

Japan (2013/14) – Kyoto – Herbstfarben & Hallo Fugu

IMG_1289_ji Nach einem 100%ingen total Ausfall am Vortag, den ich wirklich 24 Std. im Bett verbracht hatte – warum? Keine Ahnung, mir ging es einfach nur sau schlecht und es ging einfach nix – stand wieder ein Ausflug in die Sehenswürdigkeiten Kyotos an.

Doch auch hier hatten wir unsere Planung vollständig umgeworfen, denn die Wettervorhersage , kündigte für diesen Tag mehr als übles Wetter an. So sollte es besonders am Morgen Gewitter und heftigen Regen geben. Also hatten wir uns schon im Vorfeld für einen späteren Eintritt ins unsere Erkundung eingestellt. Nun war es wohl so, dass das Wetter nicht ganz so wurde wie angekündigt, oder das Gewitter brach schon in der Nacht los und somit wurde die Gesamtsituation doch deutlich besser als gedacht.

Es war jedoch ein wirklich stürmischer und kühler Tag und wir mussten uns ordentlich einpacken, damit wir nicht froren.

Unser erstes Ziel an diesem Tag war der Tōfuku-ji Tempel. Wie sich herausstellte war dieser Tempel nur einen Steinwurf, ok 4 Busstationen, von unserem Hotel entfernt.

Die Busfahrt zum Tempel brachte mir erneut einen kleinen Einblick wie Busfahren im Bereich Kyoto, Osaka, Kobe funktioniert (s. A. Japan – Wie fährt man Bus). Uns war nicht klar, welcher Bus für uns der richtige sei und so schlug ich vor den Busfahrer zu fragen. In Deutschland würde man zum Busfahrer gehen und ihn fragen, nicht so hier. Hier trat man an den Zugang zum Bus, der sich in der Mitte des Fahrzeugs befindet und betätigte die Gegensprechanlage. Nachdem sich der Fahrer meldete und einem, uns zumindest, geholfen wurde, konnte man einsteigen, oder halt nicht.

Wir gehörten zur zweiten Gruppe. Wir mussten die Straßenseite wechseln und sahen unseren Bus uns vor der Nase wegfahren. Doch warten brauchten wir nicht lange, bis der nächste Transport anstand.

IMG_1077_ji Am Ziel angelangt, traten wir unseren Spaziergang zum Tempel an, der nicht mit Historischen Sehenswürdigkeiten begann, sondern mit ein paar wirklich putzigen Figuren, die den Eingang zu einem Kindergarten schmückten.

Danach trafen wir alle paar Meter auf herrliche Holz-Tore und deren Gärten und Gebäuden. So kamen wir nicht wirklich schnell vorwärts bei der Annäherung an den Tōfuku-ji Tempel, doch auch so erreichten wir ihn.

IMG_1558_ji Gleich zu Beginn eröffnete sich ein herrlicher Blick von der Zugangsbrücke zu einem der Gebäude und es war das erste Mal, dass ich etwas traurig war, dass wir die Herbstfarben und Laub wirklich knapp verpasst hatten. Ich konnte mir vor meinem inneren Auge gut vorstellen, wie herrlich alles hier leuchtete, wenn die Blätter in rot getaucht von der Sonne beschienen wurden.

IMG_1194_ji Da die Wettervorhersage nicht so gut gewesen war für diesen Tag, war die Anzahl der Besucher wirklich herrlich niedrig und der Spaziergang durch die Anlage mit seinen grandios erscheinenden Holzbauten, war wirklich ein Genuss.

Ein kleiner Höhepunkt des Aufenthaltes war ein kleiner Zen Garten. Dort ließ es sich wirklich trefflich hinsetzen, die Ruhe und die Gartenarchitektur genießen. Es war auch das erste Mal, wo wir uns wirklich hinsetzten konnten, denn Sitzgelegenheiten existierten sonst nicht. Ich wäre so manches Mal froh gewesen mich einmal Mehr niederlassen zu können und das zu sehende zu genießen.

IMG_1697_ji Bevor wir die Anlage verließen streifte wir noch durch einen anderen Teil der Park ähnlichen Anlage und genoss die herrlich und auf mich harmonisch wirkenden Baumanpflanzungen.

Man mag es kaum glauben, doch zwischenzeitlich schlich sich der Wunsch nach etwas Essbaren ein. Also ging es wieder in Richtung Bus und wir fuhren vom eher am Stadtrand gelegenen Tempel in die Innenstadt. Dort angelangt, hatten wir das Problem, dass das Restaurant noch geschlossen hatte. Daher war es Praktisch, dass es beim Ankunftsort einen Schrein gab.

Es handelte sich um den Yasaka-Schrein. Ihn hatte ich zwar schon in einem meiner vorherigen Besuche aufgesucht, doch minderte es kein bisschen die Attraktivität für mich. Zudem waren auch hier deutlich weniger Besucher als bei meinem letzten Besuch. So erkundeten wir die Anlage und ich entdeckte sogar einiges an das ich mich kaum mehr erinnern konnte.

IMG_1864_ji Die Zeit bis zum Essen war dadurch wahrlich kurzweilig, doch war er auch deutlich angewachsen. So war ich froh, als wir dann doch zum Essen aufbrachen und das Restaurant sogar schnell erreicht war.

Für heute hatte Eri ein Geschäft ausgesucht, welches Tempura anbot. Bei Tempura handelte es sich um die Kunst Lebensmittel Teigmantel zu frittieren. Mir persönlich fällt es etwas schwer diese Kunst mit dem Frittieren in Deutschland zu vergleichen, denn die Japanische Variante ist aus meiner Sicht deutlich bekömmlicher und leckerer. Ok, auch teuer, wenn man einen wirklich guten Laden aufsucht.

IMG_2044_ji Alsbald konnten wir uns durch die Köstlichkeiten futtern und ich genoss dabei jedes Stückchen.

Einmal wurde Eri etwas unruhig und sie wollte mich nicht wirklich motivieren eines der angebotenen Stücke zu Essen. Woran das lag? Wie sich herausstellte hatte mein Menü eine Besonderheit aufzubieten, den mir wurde Fugu, also dieser tierisch giftige und 100% tödliche Fisch, sollte er nicht korrekt zubereitet sein.

IMG_2084_ji Ich vertraute dem Koch und ließ es mir schmecken. Wie der geneigte Leser merkt, ich lebe noch. Was den Geschmack betraf, also der war nicht so, dass ich unbedingt nocheinmal diesen Fisch verzehren würde. Er hatte eigentlich keinen Geschmack. Ich war froh, dass mir dieser Eindruck von einem japanischen Freund später bestätigt wurde und ich nicht nur einfach keine Geschmacksknospen hatte.

Danach folgte nur noch unser Dessert und der kulinarische Ausflug in die Welt des Tempura war beendet und ich war froh es genossen haben zu dürfen.

Zurück zur Unterkunft ging es erfreulicherweise via U-Bahn und mir blieb der Bus mit seinem Gedränge – selbst wenn er nicht übermäßig voll war, erspart.

 

Japan (2013/14) – Kyoto – 35 Kg brennen in meinem Fleisch

IMG_0705_ji Es war wirklich erfreulich, dass auch dieser Tag mit herrlichem Sonnenschein aufwartete. So fiel es wirklich nicht schwer aus dem Bett zu hüpfen und alles für die Fahrt von Osaka nach Kyoto vorzubereiten. Hier ahnte ich noch nicht wie sehr sich mein Reisegepäck, welches sich doch immerhin auf rund 35 Kg belief, mir Schmerzen bereiten würde.

Das erste Teilstück vom Hotel bis zur U-Bahn brachte ich noch tapfer hinter mich, es waren auch nur 10 – 15 Min. Fußweg. In der U-Bahn, die natürlich gut mit Passagieren angefüllt war, ging es mir schon etwas schlechter, zumal bei der hohen Dichte an Personen nicht daran zu denken war, das Gepäck irgendwo abzustellen. Es musste alles schön weiterhin geschultert bleiben.

Über die Zugfahrt nach Kyoto gibt es zum Glück nichts zu berichten, außer, dass das Gepäck den Durchgang im Zug mächtig verstopfte, und sich die armen anderen Passagiere immer vorbei quetschen mussten.

In Kyoto ging es weiter mit der U-Bahn und anschließend wieder per pedes. Wie sich herausstellte, waren es nur 10 Min. Fußweg bis zur Herberge, doch das wusste ich zu Beginn des Marsches nicht und so schnitt sich das Gepäck mit jedem Schritt tiefer in meine Schultern. Hier sei vielleicht noch erwähnt, dass mein Gepäckstück, lediglich Schulterstücke besaß, jedoch keinen Hüftgurt. Also lag das gesamte Gewicht gnadenlos auf meinen Schultern. Ja, und das schmerzte.

IMG_0605_ji So war ich einfach nur fertig und ausgepowert als wir unser Hotel erreichte. Es fiel mir Anfangs deswegen nicht leicht zu realisierten wie schick diese Unterkunft war. Was für eine herrliche Herberge wir hatten, lernte ich erst in den nächsten Tagen zu schätzen – Tolles Zimmer – Kosten loses Internet – kostenlose Waschmachine und Trockner und vieles mehr.

Nachdem ich wieder Lebenszeichen von mir gab, starteten wir unseren ersten Ausflug in die Stadt und den ersten Tempel. Also ging es wieder zur U-Bahn und von dort zum Hauptbahnhof.

Von dort wollten wir mit dem Bus zum Tempel (Nanzen-ji) (engl. Artikel wesentlich ausführlicher Nanzen-ji). Als wir schließlich den Bus bestiegen, wusste ich, was ich nicht vermisst hatte und das waren die wirklich engen und kleinen Busse hier in Kyoto.

Erst versuchten sich Eri und ich gemeinsam auf eine Sitzbank zu quetschen, doch das ging beim besten Willen nicht. Zum Glück konnten wir jetzt noch schnell auf dies große Sitzbank hinten im Bus wechseln und so konnte man die Fahrt einigermaßen überstehen.

Was die enge auf den Sitzbänken angeht, so war es selbst für 2 Japaner nebeneinander ein wirklich kuscheliger Zustand und das mag schon etwas heißen.

IMG_0629_ji Die Fahrt durch die Stadt zog sich wirklich in die Länge, denn der Bus kam einfach nicht vorwärts. Als wir dann noch auf eine Gruppe von Demonstranten stießen, ging überhaupt nichts mehr. So nervend diese lange Fahrt zum einen war, so bot sie auf der anderen Seite die Gelegenheit etwas das Treiben in der Stadt zu beobachten. Trotzdem war ich froh, als wir schließlich den Nanzen-ji Tempel erreichten.

IMG_0643_ji Trotz der relativ späten Stunde (15:30 Uhr) war die Anlage noch gut Besucht. Warum ich 15:30 Uhr als späte Stunde bezeichne hat einzig darin seine Begründung, da die Meisten Tempel und sonstige Anlagen etwa gegen 16:00 – 16:30 Uhr schlossen und es ohnedies gegen 16 Uhr langsam dunkel wurde und ab 17 Uhr die Nacht über die Stadt hereinbrach.

IMG_0735_ji So blieb uns auch nicht all zu viel Zeit, um die Anlage zu genießen und da kam meine Angewohnheit zu versuchen, Fotos relativ Menschenfrei aufzunehmen, diesem Vorhaben nicht wirklich entgegen. Irgendwann gab ich es dann auch auf und versuchte den Aufenthalt einfach zu genießen.

Was neben den wirklich hübschen und herrlich verzierten Holzgebäude Gebäuden mir besonders ins Auge fiel, war ein steinernes Aquädukt. Es bereicherte die Anlage wirklich sehr, und war bei den Besuchern ein extrem beliebtes Objekt, um sich gegenseitig abzulichten.

Mehr als dieses Aquädukt erfreute mich die kleinen Gärten, die so anschaulich die Kunst eines japanischen Gartens vor Augenführte. Ich war sehr enttäuscht, dass all zu rasch die Dunkelheit über uns und die Anlage hereinbrach.

IMG_0759_ji Sightseeing macht hungrig, und so unterbrachen wir unsere Fahrt zum Hotel kurz und suchten uns eine Möglichkeit zu Nahrung zu kommen. Der einzige Ort der uns etwas zum Essen anbot, war eine Bar. Laut Eri war das nichts schlimmes, sondern man konnte durchaus in diesen Läden zu einem brauchbaren Essen kommen. Dies war dann auch tatsächlich der Fall.

Das einzige was uns jedoch etwas auf den Magen schlug waren die 2 Euro Tischmiete, die wir zu entrichten hatten. Ich hatte zwar in der Zwischenzeit davon gehört und auch schon gelernt, dass dies durchaus auch in Europa vorkommen kann, trotzdem fand und finde ich es seltsam für einen Tisch miete zu entrichten, wenn man nun schon bereit war in einem Lokal zu essen.

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Japan (2013/14) – Ein Alptraum wird war – Wie komme ich an meine Fotos

Vor Reiseantritt hatte mein Fotoapparat seinen Geist aufgegeben und auch der Versuch einer Reparatur war nicht wirklich mit Erfolg gekrönt. Also musste ein neuer Fotoapparat her. So weit, So gut … Leider folgte dieser Beschaffung der Kauf neuer Speicherkarten und hieraus erfolgte mein urlaublicher Alptraum.

Zwar hatte ich zu Hause schon lustig fotografiert, Bilder auf meinen Rechner übertragen und bearbeitet, doch dies mit meinem Heimarbeitsplatz. Die Reise führte ich jedoch mit meinem Netbook durch und dies ist schon etwas betagter und war mit einem älteren Betriebssystem ausgestattet als der besagte Arbeitsplatz zu Hause.

Als ich nun in Osaka in meinem Zimmer saß, meinen Speicherkartenleser anschloss und die Speicherkarte darin versenkte, merkte ich sehr schnell, dass ich auf die Karte nicht zugreifen konnte. Es war nichts zu machen. Eine gewisse Panik stieg in mir auf.

Aus lauter Verzweiflung, schloss ich schließlich die Kamera selber an mein Rechner an, kam hier zwar an die die Daten, jedoch nur an meine im JPG Format aufgenommen Fotos. Dies war zwar eine kleine positive Aussicht, doch meine RAW Bilder (also die Bilder, die wesentlich mehr Informationen enthalten) verlieren zu müssen war nicht sonderlich verlockend.

Das Studium des deutschsprachigen Internets brachte hervor, dass es nur am Kartenleser liegen müsse. Ich hatte so meine Zweifel, denn der meinige war ebenfalls gerade erst beschafft. Dennoch besorge ich einen neuen Leser und dabei machten wir den Verkäufer durchaus etwas verrückt, denn wir bestanden darauf, dass es das absolut neuste Modell sein sollte 🙂

Natürlich brachte diese Beschaffung keine Verbesserung der Situation. Also nochmal ins Internet und auf den englischsprachigen Seiten gesucht. Dort wurde empfohlen ein Update des Betriebssystems durchzuführen.

Also Treiber besorgt und installiert. Tatsächlich brachte es den gewünschten Erfolg und ich konnte wie gewohnt auf meine Daten zugreifen. Welch ein Stein mir vom Herzen fiel, mag man sich wohl kaum vorstellen.

Als Ergebnis dieser kleinen Katastrophe, bedeutet es für mich, in Zukunft wirklich alles vor der Reise einer Prüfung zu unterziehen, um solche Überraschungen in Zukunft zu vermeiden.

Nun könnt Ihr und ich mich auf hoffentlich schöne Fotos von dieser Reise weiterhin freuen.

Japan (2013/14) – Was sind “Love Hotels”

IMG_0603_ji Die Frage nachdem was “Love Hotels” sind ist nicht so einfach zu beantworten wie es der Name es vermuten lässt. Doch ganz weit weg von der Namensgebung ist es auch nicht.

Auch wenn die Anmietung eines Hotelzimmers durchaus Stundenweise erfolgt, ist es kein Stundenhotel in dem Sinne wie ich es spontan verstehen würde.

Um das System der Love Hotels verstehen zu können, muss man sich die räumlichen Gegebenheiten in Japan vor Augen führen. Alles ist sehr eng, auch die Wohnverhältnisse. Auch ist es üblich, dass Frauen bis zur Heirat bei den Eltern wohnen und so gibt es nicht wirklich Möglichkeiten sich zu Treffen und seine Zweisamkeit zu genießen. So ist es nicht so ungewöhnlich, dass man solch ein Hotel aufsucht, um der häuslichen Enge entfliehen zu können.

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Natürlich, wie überall, werden solche Häuser auch für außereheliche Treffen oder dem professionellen Gewerbe verwendet, doch es ist nicht das Hauptansinnen oder Zweck dieser Hotels.

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Japan (2013/14) – Osaka – In schwindelnder Höhe

IMG_0466_jiw Mein erster Tag in Japan begann spät, denn mein nicht schlafen während des Fluges von Deutschland nach Japan hatte seinen Tribut gezollt. Aber auf diese Weise erwachte ich durchaus munter im neuen Land und dem neuen Tag, zusätzlich erfreut, dass ich Sonne durch mein Hotelzimmer fluten sah. Ich merkte zwar, dass das Wetter durchaus wechselhaft zu sein schien, doch gegen ein paar Sonnenstrahlen für den ersten Tag hatte ich wahrlich nichts einzuwenden.

Das aufgesuchte Hotel hatte kein Frühstück zu bieten, also ging es als bald hinaus und sogleich ins erste Restaurant. Es war fast 12 Uhr Mittag, also wurde das Frühstück ausfallen gelassen und gleich mit dem Mittagessen begonnen. Ich bestellte mir, ok Eri bestellte, denn ich konnte nichts lesen oder gar bestellen, eine Schale Reis auf der allerlei leckere Meeresfrüchte angerichtet waren und eine Miso-Suppe. Es war wirklich lecker und verschaffte mir ein angenehmes Gefühl gesättigt zu sein.

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Nachdem wir gestärkt waren, stellte sich die Frage wohin es uns verschlagen sollte. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung eines der acht höchsten Gebäude der Stadt aufzusuchen und von dort, ohne störende Fenster die Aussicht auf die Stadt zu genießen.

Bevor wir uns jedoch in schwindelnde Höhe des Umeda Sky Building wagen konnten, hieß es in den Untergrund der Stadt zu verschwinden und via U-Bahn unser Ziel zu erreichen.

Obwohl es für meinen Geschmack noch recht früh am Tage war, waren die U-Bahnen und die Zuwege schon gut gefüllt mit Menschen und ich hatte schon ein wenig das Gefühl etwas beengt reisen zu dürfen. So war ich wirklich froh, als wir schließlich das Ende der Fahrt erreichten.

Als wir wieder Tageslicht erblickten, wurde ich gleich mit etwas konfrontiert, was ich nur allzu gut kannte – Einem Weihnachtsmarkt :-). Er bestand nur aus ein paar Buden, aber dort gab es alles, was man auf jedem deutschen Markt auch finden würde. Es gab zwar augenscheinlich keinen Glühwein, aber dafür deutsches Bier.

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Bevor es schließlich zum Umeda Sky Building ging, musste ich einen Ort aufsuchen, über den man in aller Regel kein Wort verliert. Ich musste auf die Toilette. Doch japanische Toiletten verzücken mich jedes Mal. Nicht nur, dass man zumeist und überall kostenfreie und vor allem saubere Toiletten findet, so kann man auch oft das Glück haben, auf super moderne japanische Toiletten zu stoßen. Diese machen einen Besuch wahrlich angenehm. Die Wohltaten beginnen mit einem beheizten Sitz, über eine angenehme Hinterteilspühlung bis hin zum automatischen Abspülen und Deckel schließen. Wer einmal solch einen Luxus genossen hat, mag kaum mehr darauf verzichten. Ich gebe ehrlich zu, mir geht es auf jeden Fall so.

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So erreichten wir schließlich das Hochhaus, zu dessen Füße sich ebenfalls ein Weihnachtsmarkt ausbreitete, der auf jedem Fall einem deutschen Markt in nichts nach stand. Es gab alle möglichen Leckereien und Weihnachtsutensilien. Sogar einen Thüringer Bratwurststand entdeckte ich. Doch waren mir 6 Euro für eine Wurst etwas zu viel und ich versagte mir, trotz reichlichem Speichelfluss, den Einkauf. Stattdessen ging es ins Hochhaus und die Fahrt hinauf in den – so glaube ich zumindest – 41 Stock begann. Teilweise bot der Fahrstuhl freie Sicht auf die umliegende Stadt, die immer kleiner werdend unter unseren Füßen verschwand.

IMG_0343_ji Auf dem Dach angelangt, empfing uns ein wirkliche kaltes Lüftchen, doch die grandiose Aussicht machte es alle Mal wett. Ich wusste nicht in welche Richtung ich meinen Blick als Erstes richten sollte. Zumal überforderte mich dieses Meer an Häusern und Straßen meine Sehgewohnheiten.

Es war erstaunlich zu erkennen, dass selbst große Gebäude von diesem rund 180 Meter hohen Koloss, wie Spielzeuge wirkten, von den Fahrzeugen oder gar Menschen ganz zu schweigen.

Erfreulicherweise riss die Wolkendecke während des Aufenthaltes etwas auf und so wurde es etwas wärmer und die Gebäudefluchten und Straßentäler wurden wesentlich plastischer. Jetzt wirkte alles noch tiefer und weiter als zuvor. Es fiel mir schwer mich von diesem Ausblick loszureißen. Doch der Hunger begann wieder zu bohren, es war schließlich auch schon Zeit zum Abendessen geworden.

IMG_0324_ji Wir entschieden uns gegen den Besuch eines Restaurants, stattdessen besuchten wir einen “Convenience Shop” (Nachbarschaftsgeschäft) und erstanden dort ein paar Onigiri (Reisball) und andere Leckereien, auf die ich mich wirklich gefreut habe. Mit den Lebensmitteln hockten wir uns in eine Sitzecke und wir ließen es uns wirklich schmecken. Es war einfach, aber so lecker, dass ich mich jeder Zeit davon ernähren könnte.

Mittlerweile war es dunkel geworden und so genossen wir noch die nächtliche weihnachtliche Beleuchtung in der Stadt. Ich musste feststellen, dass mich das japanische Engagement für dieses Event, die deutschen Aktivitäten wirklich nicht vermissen ließ.

Japan (2013/14) – Die Anreise – Xaver was machst du mit mir

PC061026_jiw Ich war einigermaßen erschrocken, als ich erfuhr, dass genau dann ein Orkan über Nord-Deutschland einbrechen sollte, als meine Reise nach Japan beginnen sollte.

Je mehr ich von den Ausmaßen des Orkans (Orkan Xaver)hörte, um so mehr Sorgen machte ich mir. Es half auch nicht, beim Reisebüro anzurufen oder die Abflüge vom Berliner Flughafen zu beobachten. Im Grunde lief es darauf hinaus zum Flughafen zu fahren und abzuwarten was passieren würde. Ich fragte mich, warum mich solches Ungemach bei all meinen Reisen nach Japan verfolgte, denn erst war es ein Vulkanausbruch in Island, dann der Atomunfall in Japan und jetzt der Orkan. Ich überlegte, was diese Regelmäßigkeit an außergewöhnlichen Ereignissen zum Reisebeginn bedeuten soll. Ich entschied mich, dass es keine Bedeutung haben sollte, doch es blieb dabei dass es den Reisebeginn etwas unangenehm würzte.

Irgendwann machte ich mich schließlich auf zum Flughafen und das Wetter zeigte sich noch von seiner nicht so unangenehmen Seite. Nachdem ich mich jedoch am Flughafen eingecheckt und es mir gemütlich gemacht hatte, brach es draußen los. Es gab heftige Sturmböen und es schien auch zu Schneien begonnen zu haben

Als mir während des Wartens ein Weihnachtsmann und sein Engel begegneten, nahm ich dass als ein positives Zeichen und irgendwie sollte ich Recht behalten.

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Bis mein Flug schließlich Berlin verlassen konnte, verging einiges an Zeit und mit etwa 50 minütiger Verspätung hob der Flieger vom Flughafen ab. Rechnete ich von jetzt an die Flugzeit hinzu und betrachtete den Zeitpunkt meines Einsteige-Zeitpunkt ich den Flieger nach Japan, stellte ich fest, dass sie gleich waren. Dies beruhigte mich wirklich. Auch das Schütteln des Fliegers ließ meine Zuversicht für einen reibungslosen Umstieg nicht wachsen.

Beeindruckt war ich jedoch von den Flugbegleitern, die trotz des sehr wilden ritt durch die Lüfte Essen und Getränke austeilten.

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Istanbul erreichten wir etwas früher, als ich errechnet hatte. Doch auch so hatte ich nur 20 Minuten für meinen Umstieg. So nahm ich meine Beine in die Hand und stürmte los.

Das erste Mal wurde ich aufgehalten, als ich in die Nähe einer Personenkontrolle kam. Hier sollten die Passagiere die Flugkarten für den Weiterflug vorzeigen. Die Gruppe vor mir, verstanden nicht was man von ihnen wollte und so brach eine kleine Diskussion aus und ich wurde zunehmend Unruhiger. Als das Palaver kein Ende nahm. Ich rief schließlich, dass ich nur noch 10 Min. bis zum Boarding hätte und durfte überholen.

Relativ schnell brachte ich die Personenkontrolle hinter mich, nahm mir dann aber keine Zeit wieder meinen Gürtel in die Hose zu fädeln oder die Schuhe zu schnüren. Es ging nur darum so schnell wie möglich mein Gate zu erreichen.

Natürlich verlief ich mich kurz, da ich eine Abzweigung verpasste, doch das hielt mich nur kurz auf und ich mochte es kaum glauben, genau zum Boarding erreichte ich mein Gate.

So Glücklich ich war pünktlich angekommen zu sein, um so erschrockener war ich, als ich die Schlange beim Gate sah. Es waren etwa 150-180 japanische Schüler. Jetzt verstand ich auf einen Schlag, warum die Maschine so brechend voll erschien, als ich meinen Online Checkin (Platzreservierung) vornahm. Als Ergebnis dieser Massen stellte sich der Flieger wirklich bis auf den letzten Platz ausgebucht heraus, was für mich und meinen Sitzplatznachbarn wirklich nicht so angenehm war.

PC061028_jiw Irgendwie schaffte ich es mir es trotzdem dem Flug zu überstehen. Fotos vom Essen konnte ich aber nicht machen, denn die Nahrungsaufnahme war eine Herausforderung. denn wenn ich das Tablett herunterklappte, auf dem ich mein Essen abzustellen hatte, schaffte es dieses Tablett nie in die Waagrechte, sondern wurde es in einem 45 Grad Winkel auf meinem Bauch gehalten. Das Abstellen des Essens war wirklich nicht so spaßig. Doch kannte ich diesen Zustand und ich hatte ich schon meine Techniken entwickelt, trotzdem Essen zu können.

Irgendwie war ich froh, als die rund 12 Std. Flug vorüber waren. Hier erwies es sich als gut, dass so viele Japaner im Flieger waren, denn so war die Schlage am Einreiseschalter für Ausländer extrem kurz und ich brachte diesen Punkt erstaunlich schnell hinter mich.

Auf mein Gepäck musste ich lang warten. Ich wollte dieses Mal  versuchen einer Gepäckkontrolle zu entgehen und stellte mich an jene Schlange, die nichts zum Verzollen hatte, doch da hatte ich die Rechnung ohne den japanischen Zoll gemacht. Höflich aber bestimmt wurde ich gebeten mein Gepäck zu öffnen und die Innereien meines Koffers zu offenbaren. Schnell sah der Zollbeamte aber ein, dass es die Mühe nicht wert war.

Damit war Japansicher Boden erreicht. Ich wurde von Eri in Empfang genommen und dann begannen wir unsere Fahrt nach Osaka, wo wir die nächsten 2 Nächte verbringen wollten.

Japan – 2 Monate im Land der aufgehenden Sonne

Japan KyotoNach nun rund 2 Jahren geht es wieder auf Reisen und wie die Überschrift schon zeigt, wird mein Ziel erneut Japan sein.

Im Gegensatz zu meinen vorherigen Aufenthalten wird dieses Mal einiges an Reiseaktivitäten auf dem Programm stehen. Neben Tokyo wird die Insellandschaft der Ostküste erkundet, es geht aber auch in die japanischen Alpen. Also Abwechslung ist angesagt.

Zudem ist es das erste Mal für mich dass ich vielleicht den Herbst aber auf jeden Fall den japanischen Winter erleben werde. Ich hoffe, dass es mir nicht all zu kalt werden wird.

Auch entrinne ich dem Trubel des Silvester. Stattdessen werde ich den ruhigen und besinnlichen Beginn des neuen Jahresbeginns erleben dürfen.

Auch wenn die ersten 3 Wochen der Reise schon bis ins kleinste Detail geplant und gebucht sind, so ungeplant sind die Reisevorstellungen und –Vorbereitungen für die zweite Hälfte der Reise. Also es gibt alle mal viel zu erwarten und ich hoffe, dass meine Fotos und Berichte Euch in das Abenteuer Japan fesselnd einbeziehen.

Noch ein bisschen Geduld, doch in Kürze gibt es wieder Futter zum Lesen und hoffentlich genießen.

Japan – Hinweisschilder III

Japan ist wirklich eine unerschöpfliche Quelle an lustigen Hinweisschildern. Ich kann mich überhaupt nicht satt sehen und genieße es, wenn wieder ein neues entdeckt wird.

Es geht direkt los mit einem neuen Bildchen, bei dem mir, trotz englischsprachigem Hinweis (Face Cover -> Gesicht Schutz) nicht klar war auf was hingewiesen werden soll, oder wo es gar Anwendung hat.

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Ich gebe die Auflösung irgendwann später im Kommentar-Bereich. So lange darf jeder einmal raten was es mit diesem Hinweis auf sich hat. … Viel Spaß.

 

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Japan – Essen – Gyōza

Eines meiner Favoriten der japanischen Küche sind Gyōza. Diese gefüllten Teigtaschen, stammen ursprünglich aus China,  gehören jedoch heute zu den typischen japanischen  Speisen und sind landesweit sehr beliebt.

Als Reisender kann man aller Orte in den Genuss dieser kleinen Köstlichkeiten, die zumeist mit Fleisch oder Gemüse gefüllt sind, gelangen. Natürlich kann man sie auch tief gefroren im Supermarkt erwerben, doch die Hand gemachten lassen einem einmal mehr das Wasser im Munde zusammen laufen.

Zubereitet werden können die Gyōza im Wasserdampf oder auch frittiert, doch die Kombination aus beidem Zubereitungsarten ist allerdings der wahre Hochgenuss.

Verzehrt mit einer leichten Sauce aus Sojasauce, Reisweinessig, Sesamöl und Zucker ist der Gaumengenuss ein ganz besonderer.

Nachtrag 2018

Die für mich besten Gyōza habe ich bislang in Kobe bei einem Besuch von China Town verspeist. Der Laden ist kein Geheimtipp mehr und so ist die Schlage vor dem Geschäft oft lang. Doch das Warten lohnt sich.

Gyoza

Neuseeland – … und trotzdem war es schön – Eis und heiß

Nachdem ich schon einiges an landschaftlicher Vielfalt in Neuseeland und anderen Ländern der Welt habe kennenlernen dürfen, wollte ich mich dieses mal, der für mich vielleicht am extremsten anmutenden Landschaft widmen, einem Vulkan. Dafür hatte ich mir einen Wanderausflug in den Tongariro Nationalpark ausgesucht.

Doch vor antritt einer Wanderung, muss man erst einmal seinen Ziel erreichen und dies war in diesem Falle wirklich ein klein wenig schwierig.

Gemeinsam mit einem Engländer hatte ich mich in Wanganui aufgehalten. Eine freundlich Einladung hatte mich dort hin verschlagen und nachdem ich herrliche 3 Tage dort verlebt hatte, inklusive eines Erdbebens der Stärkte 6,7, wollten wir den Ausflug zum Nationalpark in Angriff nehmen.

Die einzige Möglichkeit um das Ziel zu erreichen war ein Überlandbus. So ging es früh morgens zu einer der beiden im Ort befindlichen Gesellschaften. Dort erfuhren wir jedoch, dass der Bus erst in 3 Stunden fahren sollte und nur noch 2 Plätze frei seien.

Die Wartezeit war etwas lang, so ging es kurzentschlossen zur anderen Busgesellschaft, doch diese bot keine Fahrt zum Nationalpark an. Also ging es wieder zurück zur ersten Gesellschaft, um mit dieser die Reise anzutreten. Doch es kam, wie es kommen musste, einer der beiden Plätze war in der Zwischenzeit verkauft worden.

IMG0037 Da der Engländer jemanden im Nationalpark treffen wollte, entschieden wir, dass er als erstes fahren dürfe und ich mit dem nächsten Bus nachfolgen würde. Zum Glück fuhr an diesem Tag ein zweiter und dies empfand ich wirklich als Glücksfall, denn eher kannte ich es so, dass nur einmal täglich ein Transport angeboten wurde. So war ich auch nicht sonderlich unglücklich über die Tatsache, dass ich bis zum späten Abend warten musste, bis die Fahrt  beginnen sollte. Doch als sich der Tag wie ein Kaugummi immer länger und länger wurde, hatte ich doch etwas Zweifel, bezüglich unser Entscheidung.

Nicht lange vor der Abfahrt meines Busses, reifte in mir die Erkenntnis, dass ich es an diesem Abend nicht mehr bis in den Nationalpark schaffen würde, sondern gerade mal bis in den Ort “Nationalpark” an der Grenze zum Wandergebiet. Also musste unbedingt die Frage einer Unterkunft geklärt werden.

Da mit mir zwei andere Backpacker an der Bushaltestelle warteten, konnte ich mir von ihnen einen Unterkunftsführer ausleihen. Dort suchte ich mir schnell etwas  heraus und wollte es sogleich telefonisch buchen.

Doch dies brachte mir eine neue Herausforderung ein. Während man heute immer und ohne Probleme jede Rufnummer direkt anwählen kann, so musste ich noch über eine Telefonzentrale mein Ziel anwählen lassen. Um dieses Verfahren hatte ich mich auf der gesamten Reise gedrückt, denn wer stolzer Besitzer einer Telefonkarte war, durfte schon damals alle Nummern direkt anwählen. Doch meine Telefonkarte war leer und ich musste mit Bargeld und der Telefonzentrale mein Glück suchen. Bevor ich dieses kleine Abenteuer begann, starrte ich sorgenvoll auf die 3 Knöpfe auf dem Apparat die mit A, B und C gekennzeichnet waren. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung wann ich was zu drücken hatte, lediglich hatte ich mitbekommen, dass ich beim Abheben des Hörers direkt jemanden von der Vermittlung dran hatte.

Also schnappte ich mir den Telefonhörer und nach kurzer Zeit meldete sich eine nette Stimme. Noch immer unsicher teilte ich mit, wen ich anzurufen gedachte. Die Stimme meinte sie würde nun wählen und dann sollte ich (so meine ich mich zu erinnern) A drücken und das Geld einwerfen. Natürlich machte ich es alles falsch und die Stimme musste sehr geduldig mit mir sein, bis wir das Prozedere ordentlich hin bekommen hatten und ich schließlich meinen Gesprächspartner an der Leitung hatte.

Ich buchte die Unterkunft und bekam als Wegbeschreibung “Es ist nur 2 Sekunden von der Haltestelle entfernt”. Ich hatte etwas Zweifel, ob dies als Beschreibung reichen würde, doch ich ließ es darauf ankommen.

Ich sollte gegen 22 Uhr in Nationalpark ankommen und auch dies stellte kein Problem für die Beherbergung dar. Daher bestieg ich frohen Mutes den Bus und trat die Fahrt an.

Wie lange wir unterwegs waren kann ich nicht genau sagen, doch irgendwann wunderte ich mich, dass der Busfahrer ohne Licht über die Straßen Neuseelands fuhr. Es war Vollmond und vielleicht wollte er ja unbedingt Strom sparen. Doch irgendwann hielt der Fahrer und machte sich am Bus zu schaffen. So rechten Erfolg schien er damit jedoch nicht gehabt zu haben, denn geraume Zeit später setzten wir die Fahrt ohne Licht fort.

Eine erneute Unterbrechung der Fahrt gab es bei einer Werkstatt. Auch dort versuchte man sich an der Beseitigung des Problems. Doch auch hier gab man schließlich auf. Nun mussten wir auf einen Ersatzbus warten. Wie lange es war, weiß ich nicht, denn ich hatte mich ins Traumland verabschiedet. Irgendwann war wohl der Bus da, man hatte das Gepäck umgeladen und die Fahrt ging weiter. Auf diese Weise war es 2 Uhr in der Früh geworden, als wir Nationalpark erreichten.

Als ich den Bus verließ hatte ich ein schlechtes Gewissen auf Grund des späten eintreffens und jemanden wecken zu müssen. Zudem schien es mir, als würde der Ort nur aus Unterkünften bestehen und etliche davon lagen in den besagten 2 Sekunden Entfernung. Ich hatte somit keinerlei Vorstellung wo ich untergebracht war und ich stand Ratlos auf der Straße herum.

Als der Bus den Ort verließ, war ich noch immer unsicher, doch es geschah das Wunder. Eine Frau erschien auf einem Balkon und erkundigte sich, ob ich der angekündigte Gast sei. Ich bejahte und ich wurde herzlich in die Herberge eingeladen. Freundlich ging es dann auch noch weiter. Mir wurde mein Bett gezeigt und auf die Frage, wie ich am kommenden Tag in den Nationalpark gelangen könne, meinte man, man würde die Gäste kostenfrei in den Park bringen. Doch müsste ich dazu an diesem Tage um 5 Uhr aufstehen.

Obwohl mir somit nur 3 Std. Schlaf blieben, meldete ich mich für den Transport an und legte mich sogleich zum Schlafen nieder.

Die 3 Std. vergingen wahrlich schnell und völlig Müde quälte ich mich aus dem  Bett. Nach einem ganz leichten Frühstück begann auch schon die Fahrt. Lange dauerte sie nicht und wir erreichten den Ausgangsort für die Wanderungen im Park.

Bevor ich ausstieg, fragte die Herbergsmutter etwas verschämt, ob es in Ordnung sei, dass sie 5 Euro für die Nacht verlangen würde. Ich war über solch eine Großzügigkeit so verdutzt, dass ich es nur dankend an nahm. Noch heute bin ich über so viel  Großzügigkeit erstaunt und dafür dankbar.

Nun stand jedoch die Aufgabe auf meinem Programm den Engländer wiederzufinden und dies erwies sich als durchaus schwierig, denn ich hatte nicht wirklich eine Idee wo er untergekommen war. Doch irgendwann war er gefunden und wir berieten über die anstehende Wanderung. Er war über das aktuelle Wetter und deren Entwicklung nicht so glücklich und wollte den Ausflug in den Nationalpark heute nicht beginnen. Ich sah dies etwas anders und so trennten sich unsere Wege hier.

Nach einem kurzen Besuch im Büro der Nationalparkverwaltung und der Erledigung aller Formalitäten, brach ich bei leichtem Nieselregen auf.

IMG_2109 Die Sicht auf die umliegende Landschaft erwies sich am heutigen Tage ebenfalls nicht als wirklich gut und so stapfte ich einfach vor mich hin, ohne mich groß umzuschauen. Das laufen war auch nicht ganz so einfach, denn der Regen verwandelte den Untergrund in ein feuchtes und extrem glitschiges Etwas, was mich wie auf Eis schlittern ließ und mich mehr als regelmäßig dazu veranlasste auf der Nase zu laden. Es nervte durchaus etwas. Hinzu kam das ständige auf und ab um die div. Wasserläufe zu durchqueren, die sich durch die Landschaft zogen. Daher war ich froh, als ich alsbald jene Hütte erreichte, welche ich mir zur Nächtigung ausgesucht hatte, auch war ich wegen der kurzen Nacht rechtschaffen müde.

Die Hütte war nicht sonderlich groß und trotz meiner relativ frühen Ankunft schon gut besucht. Es gab etwa 20 Schlafplätze und die waren schon fast alle belegt. Doch nach und nach kamen mehr und mehr Leute an und als auch noch eine Gruppe von Pfadfindern hier Schutz für die Nacht suchte, war die Hütte einfach nur überfüllt. So hätten wir in dieser Nacht wohl rund 40 oder mehr Schlafplätze benötigt, doch da es diese nicht gab, wurde einfach sehr nah zusammen gerückt. Wenden beim  Schlafen, daran war wirklich nicht zu denken.

IMG_2117Trotzdem war es nett und durchaus beschaulich. Es gab viel zu reden und die Pfadfinder, alles Mädchen und Jungs im Alter um die 10 – 13 Jahre, brachten mich oft zum Schmunzeln. Besonders ein Punkt blieb mir im Gedächtnis verhaftet.

Natürlich brauchten sie auch etwas zu essen und wie alle, kochten wir auf unseren Kochern vor uns hin. Um Licht zu haben, führten sie Kerzen mit. Während sie kochten, wollten sie auch einmal nachsehen wie ihr Essen so war. Nun war es im Topf allerdings eher dunkel. Also nahmen sie die Kerzen hielten diese schräg über den Topf um hineinzusehen. Sie sahen nun zwar ihr Essen, doch tropfte nun auch lustig das Wachs hinein. Danach begann das große Angelspiel um das Essen wieder vom Wachs zu befreien. .. Ja, wir hatten alle Spaß.

Irgendwann legte ich mich hin, das hieß, ich quetschte mich zu den anderen auf die Schafstätte.

IMG0038 Als ich am Morgen erwachte, war ich durchaus froh, dass die Nacht vorüber war, denn es war laut und wirklich zu eng. So stand ich auf und begab mich vor die Hütte. Dort staunte ich nicht schlecht, denn die Landschaft hatte sich dramatisch verändert. Während es am Vortag feucht, glitschig und unangenehm war, war jetzt alles von einem herrlichen Weiß überzogen. Es hatte in der Nacht tatsächlich ein paar Zentimeter Schnee gegeben. Zudem lag ein recht dichter Nebel über der Landschaft und ich überlegte, ob ich meine Tour fortsetzen sollte oder nicht.

Da der Wanderweg hier wirklich gut markiert war, entschied ich mich meine Sachen zu packen und den weiteren Weg anzugehen.

Viel sah in heute in der Tat nicht vom Park. Ich arbeitete mich lediglich von einem Markierungspfosten zum nächsten und starrte in das dichte weiß des Nebels. Ab und an konnte ich durch das dichte Weiß die Vulkanische Umgebung erahnen und das fand ich schon fast spannender als bei herrlichem Wetter hier zu laufen.

Besonders aufregend fand ich den Schnee der am Vulkangestein festgefroren und durch den stürmischen Wind geformt worden war und ich genoss es diese Skulpturen der Natur zu bestaunen.

Irgendwann kam mir eine Gruppe von Wandern entgegen. Sie waren allem Anschein nach nicht auf dieses Wetter vorbereitet gewesen, denn sie trugen Socken als Mützen oder als Handschuhe. Zudem waren sie alle samt von einer Eisschicht überzogen und sie wirkten alle etwas verfroren.

Ich schaute an mir herunter, konnte jedoch weder Eis noch sonstiges ausmachen und Kalt war mich auch nicht. Ich wunderte mich nun zwar etwas, hinterfragte das Gesehene jedoch nicht.

IMG0039Dieser Begegnung folgte ein recht bemerkenswerter Aufstieg. Dieser ließ in mir Ernsthaft die Überlegung aufkommen, ob ich besonders schlau gewesen war, in diesem Wetter zu laufen, denn zum einen fand ich keine Markierungen mehr und zum anderen wehte solch ein extrem starker Wind, dass ich mich in ihn legen musste, um in ihm überhaupt gehen zu können.

Das Problem mit meiner Schräglage im Wind war, dass ich dadurch mit meinem Oberkörper über einem Vulkankraterrand schwebte. Hätte der Wind schlagartig aufgehört zu wehen, wäre ich sofort den Abhang hinunter gefallen. Wie tief, ich weiss es nicht. Der Nebel verhinderte eine ordentliche Schätzung, doch das was ich sah reichte mir.

Trotz allem lief ich weiter, legte aber fest, dass wenn ich nicht binnen 15 Min. eine Markierung fände, ich die Wanderung abbrechen und zur Hütte zurück laufen würde. Genau nach der von mir festgelegten Zeitdauer, fand ich solch eine Markierung. Sie lag auf dem Boden und war vom Schnee verdeckt. Erfreulicher weise wurde der Weg nun deutlich sichtbarer und sicherer. Er wurde breiter und besser definiert und so traute ich mich die Wanderung fortzusetzen..

Mit dem Fund der Markierung begann der Abstieg, der zuvor erklommenen Höhenmeter. Je tiefer ich kam um so ruhiger wurde der Wind und ich entschied mich eine kleine Pause einzulegen. So nahm ich meine Wasserflasche und wollte etwas trinken, doch mein Wasser hatte sich fast vollständig in Eis verwandelt. Nun machte ich mir auch die Mühe mich einmal genauer zu betrachten und dabei stellte ich fest, dass auch mich eine Eisschicht überzog und ich wohl ebenso wild und verfroren aussah wie jene Wandergruppe, die ich vor nicht wirklich all zu langer Zeit getroffen hatte.

IMG0040 Ich war deshalb froh, dass es bis zu meinem Tagesziel nicht mehr weit war und ich freute mich wirklich sehr auf die heiße Quelle mit Bademöglichkeit.

Als ich die Hütte erreichte, war ich der erste Besucher an diesem Tag und nachdem ich mir eine Schlafstätte ausgesucht hatte, zog ich die Badehose an, kletterte in meine Wanderschuhe, schnappe mir mein Handtuch und machte mich halb nackt auf den Weg durch Eis und Schnee zur heißen Quelle.

Dort angelangt stellte ich fest, dass man in dem Bächlein, der sich aus der Quelle ergoss, verschiedene Barrieren aus Stein errichtet hatte, die jeweils einen Pool bildete. Je weiter der Pool von der eigentlichen Quelle entfernt lag um so kühler wurde das Wasser. Auf diese Weise konnte ich mir genau jenen Pool aussuchen er mir am angenehmsten war.

Ich hockte ich mich in einen und genoss es von Schnee umgeben im wohl temperierten Nass zu sitzen.

Ganz in Ruhe konnte ich den Ort nicht genießen, denn jedes Mal wenn Wanderer oder Ausflügler vorüber kamen, musste ich als Fotomotiv herhalten. Doch ernsthaft störte es mich nicht.

IMG0042 Herrlich aufgewärmt zog ich mich irgendwann in die Hütte zurück und bedauerte nur etwas, dass das Wetter noch so schlecht war, denn von dieser Hütte hätte ich einen grandiosen Blick über das Umland vom Nationalpark haben können. So hoffte ich, dass mir vielleicht der kommende Morgen dieses Glück schenken würde.

Wie nicht anders zu erwarten, füllte sich die Hütte zusehends mit Wanderern und obwohl sie nicht wirklich überfüllt wurde, entschied ich mich in einen Anbau der Hütte umzusiedeln, denn sehr unhöfliche Zeitgenossen meinten in der Hütte rauchen zu müssen und in diesem Mief wollte ich wahrlich nicht schlafen.

Im Anbau hatte ich dann wirklich meine Ruhe, denn es war mehr als kalt bei meiner Schlafstätte und ich war froh, meinen bis –30 Grad ausgelegten Schlafsack dabei zu haben, denn laut meines Thermometers bewegten wir uns langsam aber sicher immer tiefer in die Minusgrade. Es waren dann zwar nur –15 Grad, doch auch das reichte mir für eine sehr frische Nacht.

Als ich am Morgen aus dem Schlafsack kletterte wurde ich sofort von einer eisigen Hand ergriffen und ich wollte sofort in die  Hütte umsiedeln. Als ich jedoch vor meinen Anbau trat, sah dass die Wolken verschwunden waren und welch herrliche Aussicht sich mir bot, blieb ich stehen und genoss es in vollen Zügen.

IMG0043 Mit dieser Aussicht und der Erinnerung an meine abenteuerliche Anreise, die Wanderung in Eis und Schnee und das herrlich warme Bad, ließ ich die Wanderung ausklingen und verinnerlichte diesen Ausflug in den Tongariro Nationalpark als eines meiner besonderen Wandererlebnisse.