Nun sind sie fertig, die Panoramen, die ich in Kobe und Shirakawa-go gemacht hatte. Es sind nicht so viele, wie ich mir vor Antritt der Reise vorgestellt hatte, doch oft durfte ich kein Stativ verwenden oder ich war einfach zu faul gewesen die ganze Ausrüstung mitzuschleppen. Ich hoffe trotzdem, dass Ihr an den entstandenen Bildern etwas Freude habt.
Wir waren auf der Fahrt nach Kobe und mit jedem Kilometer wir Kobe näher kamen, ging es mir schlechter. Ich fror, mir war übel und alles rumorte in mir. Von die Service Stopps bekam ich kaum mehr mit.
In Osaka angelangt, wo es hieß vom Bus in den Zug umzusteigen, begann die nächste Episode des Dramas. Ich musste nur noch zusehen irgendwie mich in Richtung Toilette zu bewegen und die Dramen die sich dort abspielten, möchte ich mich nicht einmal mehr erinnern.
Wie ich es bis zum Hotel in Kobe schaffte, ich weiß es nicht und von meinem Bett hatte ich in dieser Nacht nicht viel.
Alles in Allem zog sich das Elend fast 3 Tage hin und ich muss sagen, ich habe nicht wirklich eine Ahnung hatte was die Ursache war. Ich vermutete einfach eine übelst verdorbenen Magen. Von einer Lebensmittelvergiftung zu sprechen scheint mir etwas zu übertreiben, doch ganz von der Hand weisen möchte ich es nicht.
Takayama war der Ausgangs- und Endpunkt für unseren Ausflug nach Shirakawa-Go. Daher war eigentlich keine Zeit für den Ort selber eingeplant. Lediglich am Tag unserer Abreise in Richtung Kobe, erlaubte es uns etwas durch den Ort zu streifen und die Zeugnisse der Edo-Zeit, was Takayama den Zusatznamen Klein-Kyoto einbrachte.
Ich lasse nun einmal dahin gestellt, ob der Vergleich mit Kyoto nicht doch die ein oder andere Enttäuschung beinhaltet, denn mit der Pracht und dem grandiosen Angebot an Sehenswürdigkeiten kann der Ort sicherlich nicht Schritt halten.
Dennoch die Altstadt mit seinen kleinen Geschäften und den kleinen Handwerksgeschäften hatten wir ja schon kennenlernen dürfen. Heute ging es darum noch etwas mehr durch den Ort zu streifen und die anderen Perlen des Ortes zu finden. Ein guter Stadtplan, den es sogar in Deutsch gab, was ich wirklich toll fand, erleichterte den Rundgang trefflich.
Unseren Rundgang begannen wir mit dem neben unserem Hotel gelegenen Schrein. So klein die Anlage sie war, dennoch gab es allerlei größere und kleinere Schätze entdecken. Ich muss gestehen, dass mir sicherlich das ein oder andere entgangen wäre, hätte mich Eri nicht darauf aufmerksam gemacht.
Besonders hübsch fand ich immer, wenn Skulpturen mit Schnee bedeckt waren. Das verlieht der Szene immer etwas besonders.
Vom Schrein ging es zum durch die Stadt verlaufenden Fluss, an dessen Ufern ein morgendlicher Markt stattfinden sollte. Bevor wir jedoch den Markt erreichten, bestaunten wir etwas skurril wirkende Skulpturen auf einer der Bücken, die sich durch übermäßig lange Extremitäten auszeichneten. Welche Bedeutung es hatte, ließ sich nicht ergründen, doch hatte es etwas.
Der Markt war etwas überschaubar. Eri, die zuvor schon einmal mit ihrem Vater hier gewesen war, meinte, dass sie den Markt größer und geschäftiger in Erinnerung hatte. Ich vermutete, dass es einfach an den Temperaturen und den Wetterverhältnissen lag, dass es nur wenige Stände war. Dieses System kannte ich auch von den Berliner Wochenmärkten. Wenn es so richtig kalt wurde, gab es kaum mehr Stände.
So verließen wir die Straße mit den Ständen und schlenderten am Fluß entlang, wo wir mit einer netten Aussicht auf ein großes Tor belohnt wurden und wir konnten eine hübsche kleine Brücke überqueren.
Dieses Tor (Torii) eröffnete uns den Weg zum nächsten Schrein, der sich als sehr Eindrucksvoll erwies und ich genoss mich dort umzusehen. Einmal entdeckte ich eine Box, voll mit Schreibutensilien und Pinseln. Ich wunderte mich etwas, doch die Lösung fand sich auf einem dort angebrachten Schild. Es war eine Erinnerung an einen bekannten Kalligrafie Künstler und die Leute hatten dort ihre Utensilien als Opfergaben hinterlegt und sicherlich etwas für ihre eigenen Künste erbeten.
Neben Hauptschrein fanden wir einen weiteren, doch dieser ließ Eri etwas stutzen, denn dort gab es wenig japanische Götter, sondern es war wohl eher eine indische Gottheit, für dieser Schrein errichtet worden war. Dies war in der Tat etwas ungewöhnlich.
Als nächstes Ziel hatten wir uns einen kleinen Hügel auserkoren, auf dem sich die Ruinen eines Schlosses befinden sollten. Auf dem Weg dort hin kamen wir an der örtlichen Bücherei vorbei. Dort gab es haufenweise Holzstücke, die von den Kindern der Gemeinde zu verschiedenen Themen bemalt worden waren.
Ich war, wie immer beeindruckt zu sehen, was mit Fantasie entstanden war, besonders weil sich bei mir, bei solchen Aufgaben immer eine fürchterliche Blockade aufbaut und mir nicht im entferntesten einfällt, was ich machen soll.
Ein kleines lustiges Schild ließ sich auch noch bei der Bibliothek finden. Auf ihm sah ich einen Hund der Wasser ließ und eine Ameise, die ein Blatt zum Schutz über ihren Kopf hielt. Ich überlegte, ob es zu bedeuten hätte, dass Hunde Ameisen nicht auf den Kopf pinkeln sollten. Mit dieser Annahme lag ich natürlich völlig falsch. Dieses Schild sollte sagen, das Hunde auf die dort befindliche Grünanlage nicht Wasser lassen sollen, denn sie haben dadurch das Gras so nachhaltig zerstört, dass es kaputtging. Ja, so kann man sich täuschen.
Schließlich begann der Anstieg auf den Berg und ich muss sagen es war steil. Doch die Ruine erreichten wir nicht, denn wir hätten durch den dort befindlichen Wald laufen müssen und der Weg war vereist und der Schnee drohte von den Bäumen zu fallen. So ließen wir diese Attraktion des Ortes aus. Stattdessen versuchten wir einen Blick auf Takayama zu werfen, doch berauschend war die Aussicht nicht und selbst wenn es ihn gegeben hätte, war das Stadtbild nicht wirklich spannend.
Wir kletterten den Berg wieder nach Unten, um schließlich in der historischen Altstadt zu landen. Diese hatten wir ja schon bei der Illumination kennengelernt, doch jetzt, am Tag wirkte sie ganz anders. Sie war noch immer nett anzusehen, doch ich muss gestehen im illuminierten Zustand hatte der Ort noch einen ganz anderen Zauber und ich war froh, dass wir hatten es erleben können.
Bevor wir unsere Abreise in Angriff nahmen, wollten wir uns noch ein Mahl gönnen. Dazu gingen wir in die örtliche Fleischerei mit angeschlossenem Restaurant. Die Preise in der Fleischerei und dem Restaurant waren wirklich sportlich und ich suchte jedes Mal die Goldeinlage, doch die gab es nicht.
Ich gönnte mir etwas für den BBQ Gill und so konnte ich etwas im Tisch eingelassen vor mich hin brutzeln und es mir schmecken lassen.
Es war 16 Uhr, als wir Takayama verließen und wir uns in Richtung Kobe aufmachten.
Heute ging es für 3 Tage und 2 Nächte nach Shirakawa-go einem kleinen Ort in den japanischen Alpen, welches 1995 zum UNESCOWeltkulturerbe ernannt worden war.
Besonderheit dieser Orte sind die dort errichteten Gebäude, welche pragmatisch gesehen durch ihre Bauweise (an ein Dreieck erinnernd) einfach nur den gewaltigen Schneemassen standhalten sollten. Mehr spirituell erinnert die Bauweise zum Gebet gefaltete Hände. Doch egal was es war, auf mich wirkte es nur faszinierend und ich wollte es einfach einmal live sehen.
Der Besuch wurde durch die Tatsache gekrönt, dass in diesem Jahr sehr früh Schnee fiel und ich somit den Ort, die Landschaft und die Berge mit Schnee bedeckt erleben konnte. Einfach nur eine auf den Schnee wartende Landschaft zu erleben, wäre auch ok gewesen, doch der Schnee war die Körnung dieses Besuchs.
Durch die Popularität des Ortes waren wir gezwungen jeweils nur eine Nacht in einer Unterkunft verbringen zu können, was sich im Nachhinein wahrlich als Glücksfall herausstellte, denn so konnten wir zwei unterschiedliche Übernachtungsstiele genießen. Zudem bot uns das Wetter 3 unterschiedliche Szenarien, die jeden Tag unseres Aufenthaltes spannend hielt und es immer wieder ein Abenteuer war durch den Ort zu schlendern.
Am ersten Tag kamen wir in einer sehr traditionellen Unterkunft unter. Es war eines der Spitzhäuser, die innen zwar auf dem neusten technischen Stand war, und trotzdem dem Gast das urtümliche traditionelle Wohnerlebnis vermittelte.
Dies bedeutete, dass wir auf dem “Boden” (Tatami Matten und den auf diesen ausgelegten Matratzen) schliefen und saßen.
Zwischen den einzelnen Räumen existiere jeweils nur eine mit Papier überzogene Tür, welches einem hautnah am Geschehen des Nachbarn teilhaben ließ, wenn dieser sich nicht an die Etikette – ruhe zu halten, über das Maß hinaus was wir vielleicht für ruhig halten – hielt. Ok, wir hatten solch ein “Glück”.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten traten wir unseren ersten Rundgang durch den Ort an. Das Wetter zeigte sich wechselhaft. Es gab sonnige Abschnitte, aber auch etwas düstere Zeiten, doch insgesamt gesehen war es ein freundliches Wetter. Ich fühlte mich wirklich herzlich willkommen und ich konnte den Spaziergang genießen.
Direkt unserer Unterkunft hatte sich ein Film-Crew eingefunden, die hier einen Film wohl über den Ort drehte. Das war zum einen spannend, zum anderen etwas lästig, denn sie blockierten eine wirklich grandiose Aussicht auf ein paar der besten Häuser im Ortes. Zudem zogen sie natürlich durch den Ort und so trafen wir immer wieder auf die Produktion.
Ich möchte nicht Ungerecht sein, auch wir bekamen unsere Aussichten und wir konnten wirklich alles genießen. Zudem hielten sich die Besucherzahlen wirklich in Grenzen und so manches Mal hatten wir das Gefühl wir seien allein.
Während der Tag überwiegend sonnig war, zog sich der Himmel am Abend etwas zu und es legte sich eine Nebeldecke auf den Ort. Das wirkte zum einen etwas gespenstisch, aber auch romantisch schön. Ich konnte mir jeweils das mir passende Gefühl aussuchen.
Wir kehrten in der Dunkelheit zu unser Unterkunft zurück und wurden mit einem besonderen Geschenk bedacht. Denn eines der Häuser auf unserem Zugang zum Haus war herrlich von Innen beleuchtet und es gab eine herrliche Stimmung die ich lange und ausgiebig genoss. Natürlich nicht ohne meinen Fotoapparat etwas zu strapazieren.
Schließlich kroch doch die Kälte in die Knochen und wir zogen uns in unsere Unterkunft zurück. Dort war gerade das Bad frei (es gab ein Gemeinschaftsbad, welches man sich reservieren konnte) und so verschwanden wir sogleich dort und tankten im heißen Wasser wieder Wärme und Behaglichkeit.
Während wir badeten wurden unsere Betten hergerichtet. D.h. es wurden die Matratzen herausgeholt und auf dem Boden gelegt und ein Berg an Zudeckmöglichkeiten darauf gestapelt. Man rechnete wohl mit einer kalten Nacht. Doch so kalt wurde es mir nicht und auch Eri empfand das Angebot als bequem und vor allem warm.
Bei dieser Art des Schlafens erwachte ich regelmäßig Morgens mit Rückenschmerzen, doch auch die hielten sich einigermaßen in Grenzen. Die Matratzen schienen hier deutlich besser und bequemer zu sein als in all den anderen Unterkünften zuvor. Ich hatte wahrlich nichts dagegen.
Der nächste Tag begann mit einem japanischen Frühstück. Ich mochte es, doch das hocken auf der Erde war nicht mein Ding und so war ich froh, dass ich ein kleines Höckerchen bekam und man auch meinen Tisch etwas aufbockte. Dadurch ließ sich das Mahl genießen.
Aus unserer Unterkunft mussten wir bis 9 Uhr ausgecheckt haben. Das fand ich schon sehr früh, doch so waren die Regeln. Zum Glück hatten wir am Vortag schon erkundet wo sich unsere andere Unterkunft befand und wie wir am schnellsten dort hin kamen. So brachten wir den Wechsel der Unterkünfte in rund 15 Minuten hinter uns.
Vor dem Frühstück hatte ich noch ein kleines Panorama (360×180 Grad) geschossen und genoss schon da einen leichten Schneefall. Doch nun, wo wir zur anderen Schlafstätte liefen hatte ein kräftiger Schneefall eingesetzt, welcher dem Ort eine ganz andere neue Stimmung verlieh.
Der Schneefall ließ auch über Tag nur unbedeutend nach und obwohl wir den gesamten Ort schon erkundigt hatten, ergaben sich ganz neue Perspektiven und Einblicke.
Trotz des Schneefalls entschieden wir uns gegen Mittag in einen der Shuttle Busse zu hüpfen, der uns zum Aussichtspunkt über den Ort bringen sollte. Sehr hoffnungsfroh was die Aussicht anging war ich nicht und dennoch sah ich etwa mehr als ich mir vorgestellt hatte. Insgeheim träumte ich von einem schönen sonnigen Tag, doch dieser war heute so weit weg, dass es nur ein Traum blieb.
Ich weiß nicht wie oft wir die Wege und Straßen von Shirakawa-go abliefen und trotzdem für uns blieb es stets spannend und wir waren auch selber überrascht, dass wir stets neue Dinge entdeckten.
Auch heute kehrten wir erst bei Einbruch der Dunkelheit ins Hotel zurück, wo wir nun auch gleich unser Zimmer beziehen konnten.
Es war wirklich angenehm, dass wir einen richtigen Raum mit einem richtigen Bett hatten. Oh, das war wirklich angenehm. Wirklich ruhiger war es jedoch nur bedingt, denn auf unserem Gang war eine sehr aktive Großfamilie untergebracht und die verursachten einen gewissen Grundgeräuschpegel.
Bevor wir an diesem Abend unser Abendbrot genießen wollten, ging es ins Bad. Im Gegensatz zur letzten Unterkunft, in der wir zwar ein Gemeinschaftsbad hatten, dies durch eine Reservierung für uns allein hatte, gab es in diesem Hotel ein richtiges Onsen.
Wir machten uns gemeinsam auf den Weg, doch alsbald trennten sich unsere Wege und der konnte das Bad für sich genießen. Mich quälte dabei die Sorge, dass ich mich falsch verhalten würde und einen Fehler nach dem anderen Machte und ich übel auffiel. Doch ich war fast allein im Bad und so konnte ich es recht befreit genießen, wenngleich ich versuchte alles richtig zu machen.
Gut durchgewärmt trafen sich Eri und ich beim Speisesaal. Ich trug mein Jinbei und Eri den bereitgestellten Kimono. Damit waren wir standesgemäß bekleidet und auch die anderen Gäste waren so begleitet.
Das Essen war wieder typisch japanisch und lecker. Alles war sehr hübsch hergerichtet und meine anfänglichen Bedenken, dass die so klein anmutenden Portionen mich nicht sättigen würden, bestätigen sich nicht. Auch bekam ich wieder ein kleines Höckerchen, so dass ich in einer für mich akzeptablen Position sitzen konnte.
Nach dem Mahl ging es wieder auf Zimmer und wir genossen wieder den Trubel in den anderen Zimmer. Doch irgendwann wurde es dann doch ruhig und es konnte gut geschlafen werden.
Der nächste Tag begann ich der freudigen Erkenntnis, dass mein Traum von einem strahlend blauen Himmel und Sonne wahr geworden war. Ich konnte es kam erwarten hinaus zu kommen und dieses Wetter genießen zu können.
Doch bevor wir das Hotel verließen, gab es ein Frühstück und ich war wie jedes Mal überrascht, dass ich am Ende wirklich satt war. Zudem mundete mir es jedes Mal, auch wenn ich mich etwas nach einer Scheibe Brot mit Wurst oder Käse sehnte.
Heute hieß es bis um 10 Uhr auszuhecken. Diese Zeit nutzen wir auch bis zum bitteren Ende aus, denn im Örtchen fuhr noch kein Shuttle und alles war noch geschlossen.
Als wir das Hotel schließlich verließen, nicht ohne unser Gepäck dort hinterlegt zu haben, denn wer wollte denn schon sein ganzes Gepäck den Tag über durch die Gegend schleppen, ging es als erstes zum Shuttle der uns zum Aussichtspunkt brachte.
Oh, welch eine Pracht uns erwartete. Ich mochte mich überhaupt nicht satt sehen und ich schlug das Herz bis zum Hals die mit Schnee überzogenen Berge bei herrlichem blauen Himmel zu erleben. Durch die frühe Stunde waren es auch wirklich wenige Menschen am Aussichtspunkt und so ließ die Sicht wirklich genießen.
Zurück im Ort, zogen wir wieder unsere Runden und wie schon am Vortag staunten wir, wie anders der Ort auf uns wirkte in diesen Licht und Wetterverhältnissen. Ich kann wirklich aus ganzem Herzen behaupten, auch wenn wohl maximal 1 Tag für das Entdecken des gesamten Ortes ausreichend wäre, so würde ich keine einzelne Sekunde missen wollen und zu Verdanken hatte ich es wirklich den so unterschiedlichen Wetterverhältnissen in diesen 3 Tagen.
Ich war so glücklich.
Im weiteren Verlauf unseres Undganges entdeckte ich wieder eine Filmcrew. Dieses Mal machte man Aufnahmen vom Ort mit einem Octocopter. Ich hatte schon Videos im Internet gefunden die Shirakawa-go aus dieser Perspektive zeigte und so war es um so spannender zu erleben wie solche Aufnahmen entstanden.
Doch irgendwann ist auch die schönste Zeit vorüber und es hieß zum Hotel zurückzukehren, das Gepäck einzusammeln und sich auf zur Bushaltestelle zu machen.
Am Bus angelangt, wollte ich mein Gepäck im Bauch des Fahrzeugs unterbringen, doch der Busfahrer gab mir verstehen, dass es keinen Platz mehr gäbe. Stattdessen sollte ich mit meinem 25 Kilo Rucksack (plus 10 Kg Fotorucksack) in den Buseinsteigen und ihn dort auf einer Sitzbank deponieren. Das war jedoch einfacher gesagt als getan, denn schon ohne Gepäck hatte ich Probleme mich durch den schmalen Gang zu quetschen, doch mit Gepäck – oh, Mann, das war eine Aufgabe und eine Entschuldigungs-Orgie.
Doch auch dieses Aufgabe konnte bewältigt werden und nun war der Aufenthalt in Shirakawa-go tatsächlich vorüber und ich war froh so lange hier gewesen zu sein.
Ausnahmsweise habe ich dieses Mal 3 Tage in einem Bericht zusammengefasst. Was auch bedeutet, dass es ganze 3 Foto-Galerien gibt. Ich weiß, dass es viel gleiches zu sehen gibt, hoffe ich durch die 3 Galerien die unterschiedlichen Eindrücke und Stimmungen wiedergeben zu können.
Mit 5 Std. Busfahrt ist dies eigentlich nur ein Fahrtag, an dem es hieß Tokyo und seine Menschenmassen zu verlassen, um am Ende in den Bergen und sicherlich weniger Gewusel zu landen.
Doch zuvor stand die Aufgabe auf dem Programm vom Hotel zum Busdepot zu gelangen. Diese Tatsache beunruhigte mich durchaus, denn es hieß sich in Ausläufern der Rush-Hour den öffentlichen Verkehrsmitteln zu überlassen. u.A. wäre wieder eine Fahrt mit der Yamanote Linie notwendig, die auch zu normalen Zeiten voll ist.
Ich schlug deshalb vor einen kleinen finanziellen Anschlag auf unser Budget zu unternehmen und mit dem Taxi zu fahren. Die Entscheidung viel leicht, denn auch Eri war nicht sonderlich begeistert sich durch die Stadt quetschen zu lassen.
Also bestiegen wir alsbald ein Taxi und nachdem der Taxifahrer irgendwie aus seinem Navigationsgerät herausgequetscht hatte wohin wir wollten, begann die Fahrt durch die Stadt, die selbst auf den Straßen schon einiges an Gewusel aufwies.
In der Nähe des Busterminals entließ uns der Taxifahrer aus seinem Fahrzeug, denn er wusste nicht wo das Depot war. Er wies uns zwar noch eine Richtung in die wir laufen sollten, doch die erwies sich als falsch. So waren wir recht froh, dass wir das Depot dann mit nur kleineren Hindernissen fanden.
Unsere Busfahrt begann pünktlich um 11 Uhr und sollte rund 5 Std. dauern. Da auch dieser Bus reichlich Beinfreiheit einräumte erschien es mir nicht als eine besondere Herausforderung. Schade war nur, dass wir nur unseren reservierten Sitzplatz verwenden durften, obwohl der Bus einige leere Sitzplätze aufwies.
Man wies uns darauf hin, würden wir einen anderen Platz verwenden, müsste man dies uns extra in Rechnung stellen. Seltsam, aber es war nun mal so.
Das einzige was mich etwas traurig stimmte, dass wir den Tag im Bus verlebten, war die Tatsache, dass der Himmel strahlend Blau war und die Sonne herrlich und durchaus warm vom Himmel schien.
Nachdem der Bus seine Fahrt auf der Autobahn begann, hatte ich das besondere Glück einen Blick auf Mt. Fuji werfen zu können. Ich hatte wahrlich nicht damit gerechnet diesen bekanntesten Berg Japans sehen zu dürfen. Leider war es mir, trotz guter Aussichten, einen Foto zu schießen, denn links und rechts der Fahrbahn gab es Lärmschutzwände, die das schießen eines Fotos wirklich erschwerte oder gar unmöglich machte. Irgendwann schaffte ich es dann doch einen Schnappschuss zu schießen, so konnte ich zumindest einen kleinen Beweis antreten, dass ich den Berg gesehen hatte.
Unsere Fahrtrichtung führte unaufhörlich auf ein Bergkette zu und irgendwann hieß es die Autobahn zu verlassen und sich in Serpentinen und endlosen Tunneln durch die Bergwelt zu arbeiten.
Alsbald sahen wir den ersten Schnee und je höher wir kamen, um so eisiger, mehr Schnee und kälter wurde es. Neben der Straße gab es Hinweise zu den Außentemperaturen und die erklärten uns, dass wir mittlerweile –5 Grad erreicht hatten und die Straße bestätigte es. Es gab fast durchgängig eine geschlossene Schneedecke auf der Straße.
Trotz der durchaus wilden Straßenverhältnissen, bei denen es so eng war, dass zwei Busse nur langsam aneinander vorüber fahren konnten, der Busfahrer routiniert und sicher sein Ziel verfolgte uns ans Ziel zu bringen.
Irgendwo in den Bergen legten wir eine kleine Rast ein und wenn man aus dem wohl klimatisierten Bus hinaus ins freie trat, traf einen die Kälte wirklich wie ein Hammer. Ich fand es aber toll und ich genoss es. Irgendwie schien ich den Winter bislang etwas zu vermissen.
Unser Ziel Takayama erreichten wir pünktlich und zum kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit.
An der örtlichen Touristeninformation erkundigten wir uns wo das Hotel zu finden sei, was wie sich herausstellte, bei der Übersichtlichkeit des Städtchens, kein Problem darstellte es zu finden. Erfreulicherweise wies man uns bei der Touristeninformationen noch darauf hin, dass heute der letzte Tag einer 3 tägigen Illumination sei. Damit war schon jetzt klar was wir an diesem Abend noch unternehmen würden.
Im Hotel eingecheckt, erwies sich das Zimmer als wirklich nett und man konnte es dort aushalten. Weniger Begleitung brachte der Internet-Zugang. Dieser war so nervig, dass ich irgendwann aufgab mehr als eine kurze Abfrage von E-Mails zu unternehmen.
Schließlich brachen wir auf, um uns die Illuminationen anzusehen. Was wir zu erwarten hatten, wir hatten keine Vorstellung. Wir wussten nur, dass es im historischen Stadtviertel stattfinden sollte.
Als wir den Ort des Geschehens erreichten, stellte sich die Illumination auf den Ersten Blick sparsam heraus, denn man hatte den Straßenzug lediglich mit Laternen geschmückt. Doch beim näheren Betrachten und sich auf die Umgebung einlassend, fanden wir es beide sehr passend und sehr romantisch. Es musste in der Tat nicht immer ein Orgie an Lichtern sein.
Ich war so angerührt, das ich mir viel Zeit mit dem Fotografieren ließ und versuchte die Stimmung angemessen einzufangen. Auch ergaben sich, dank der Übersetzung von Eri, nette Unterhaltungen mit lokalen Fotografen, was ich wirklich sehr genoss.
Auf diese Weise ließ ich es mir gefallen, einen Ort zu erleben und zu genießen. So war ich sehr beseelt, als es schließlich wieder zurück ins Hotel ging.
Dies wurde der erste Tag in Tokyo mit wirklich überragendem Wetter. Insgesamt gesehen brauche ich mich ohne dies nicht über das Wetter zu beschweren. Kar, es ist Winter und somit immer etwas frisch. Doch die Anzahl der Sonnentage war wirklich extrem groß.
Mal wieder stand etwas auf meinem Wunschzettel auf das ich über div. Berichte im Fernsehen aber auch Internet aufmerksam gemacht worden war. Ich wollte unbedingt eine der wohl meist überquerten Kreuzungen Japans besuchen. Diese Kreuzung soll in Spitzenzeiten von bis zu 15.000 Menschen gleichzeitig überquert werden. Das musste ich gesehen haben.
Um heute der Rush-Hour zu entgehen, brachen wir etwas später auf und so wurde die Fahrt nach Shibuya vergleichsweise angenehm. Schon während der Fahrt überlegte ich, von wo man das Schauspiel der Kreuzung am Besten sehen konnte, doch ich kam zu der Erkenntnis, dass ich es abwarten musste.
Die Lösung war letztlich einfach. Direkt vom Bahnhof aus konnte man die Kreuzung gut einsehen. Angeblich sollte die Sicht vom gegenüber gelegenen Cafe besser sein, doch zum einen waren die entsprechenden Plätze immer gut gefragt und zum anderen hatte ich kein Verlangen ein Cafe zu besuchen.
Bei meinem ersten Blick auf die Kreuzung war ich schon beeindruckt, doch so brutal wie ich es mir vorgestellt hatte, war es nun doch nicht. Wir nahmen deshalb einfach an, dass die Uhrzeit zu der wir hier Ausschau hielten nicht die Beste war. So betrachteten wir das Getümmel eine Weile, stützen und dann selber hinein, um dann etwas durch die Hochhaus Korridore zu schlendern.
Bei diesem Rundgang entdeckte Eri den Zugang zu einem Manga Laden. Kurz entschlossen machten wir einen Abstecher hinein. Um es zu erreichen galt es erst etliche Etagen über Treppen in den Untergrund zu klettern. Unten angekommen sah ich mich sobald von Reihen über Reihen an Regalen mit “Comic”. Es war überwältigend diese Mengen zu sehen.
Aus dem Untergrund wieder aufgetaucht, ging es zurück zur Kreuzung und siehe da, die Anzahl der Überquerenden hatte signifikant zugekommen und trotzdem fand ich es noch nicht wirklich überwältigend. So erkundigten wir uns, was man in der Gegend noch anschauen könnte, um erneut später zurück zu kehren.
Man gab uns in der Touristeninformation den Tipp zur Takeshita Straße (englsicher Link) zu gehen und diese Fußgängerzone zu erleben. Diese Straße ist besonders beliebt bei Jugendlichen und auch für Modefirmen. Für die Firmen bildet diese Straße einen Ort, in dem sie ermitteln was zur Zeit angesagt ist und man richtet durchaus seine Strategien danach aus.
Also ging es zur Takeshita Straße. Wir waren wirklich nicht undankbar, dass wir für geraume Zeit den Menschenansammlungen entgehen konnten, doch angekommen, sahen wir uns einer noch größeren Menschenmenge gegenüber, als bei der Kreuzung. Besonders verstärkt wurde an diesem Tag die Personendichte, da es im gleichen Gebiet ein Konzert gab, die Leute in die Takeshita Straße drängten und am Abend eine der Straße illuminiert sein sollte.
So überließen wir uns wieder dem Fluß an Menschen und trieben mehr oder weniger geruhsam durch die Einkaufsstraße. So recht den Reiz konnte ich mir nicht erschließen der Geschäfte, doch das lag schlicht und ergreifend an mir, da ich dem Einkauf an sich nicht unbedingt viel Abgewinne.
Eri verschwand ab und an in dem ein oder anderen Laden und ich versuchte nicht von den Menschenmassen mitgerissen zu werden und die Szenerie auf mich wirken zu lassen und ich muss gestehen es gab wahrlich den ein oder andere sehr exzentrisch angezogenen Zeitgenossen zu sehen. Zum Fotografieren kam ich dabei nicht, denn hatte ich die Kamera einmal oben, waren sie schon wieder im Getümmel untergetaucht.
Als die Dunkelheit einsetzte erreichten wir die Straße mit den Illuminationen. Doch leider handelte es sich um eine Hauptverkehrsstraße und es war mehr als schwierig einen angenehmen Ausblick zu erhalten. Auch Fußgängerbrücken, die einen guten Blick versprachen waren keine Lösung, denn die hatte man wegen den Menschenmassen gesperrt. So blieb es beim Erhaschen kurzer Eindrücke der Straße mit seinen beleuchteten Bäumen.
Da hier reichlich Leute in den Straßen unterwegs waren, stieg die Hoffnung, dass an der Kreuzung nun deutlich mehr los sein würde. Oh, wie recht wir hatten. Schon der Weg zur Kreuzung bestand mal wieder im Treiben der Menschmassen. An der Kreuzung angelangt, gab es kaum mehr ein Vorwärtskommen. Ich sah nur ein unendliches Gewusel und Menschen, Menschen, Menschen.
Diesen normalen täglichen Wahnsinn kannte ich in Deutschland bestenfalls von Großveranstaltungen und selbst diese erreichen nicht unbedingt die Menschendichte an diesem Ort.
Wir gönnten uns erneut einen Blick vom Bahnhof auf die Kreuzung und die Mengen die sich nun über die Straße ergossen, hatten nichts mit dem zu tun was wir am Morgen gesehen hatte. Wenn die verschiedenen Ströme von Fußgängern auf der Kreuzung aufeinander prallten, verschwand die Straße und alles schlagartig unter einem Meer von Köpfen und Leibern. Ich war beeindruckt, hatte jedoch nicht das Verlangen mich dort hinein zu stürzten.
Wir zogen es stattessen vor uns wieder auf zum Hotel zu machen, denn am kommenden Tag verließen wir Tokyo und würden eine 6stündige Überlandfahrt mit dem Bus vor uns haben. Deshalb hieß es schon einmal etwas packen.
Als wir am Morgen dieses Tages unsere Unterkunft verließen, ahnte ich noch nicht was mich in kürze Ereilen würde. Aktuell freute ich mich auf die Aussicht an einem Sumo Training teilhaben zu können.
Es fiel schon auf dem Weg zum Bahnhof auf, dass die Straßen deutlich voller waren, als wie ich es an den Tagen zuvor erlebt hatte. Es zeichnete sich wirklich ab, dass wir in die Rush Hour gekommen waren.
Meinen Schock bekam ich, als wir schließlich am Bahnsteig der Metro standen und sich dort neben uns durchaus eine kleine Menschenmenge dort mit uns eingefunden hatte. Doch so schlimm fand ich es nicht.
Als schließlich der Zug einfuhr und sich die Türen öffneten, war der Zug einfach nur voll. Bis knapp hinter der Tür, standen die Menschen dicht an dicht gedrängt. Ich fragte mich, wie wir hier einsteigen sollten, besonders, da niemand Anstalten machte den Zug zu verlassen.
Den ersten Schock verdauend, warteten wir auf den nächsten, den nächsten und den nächsten Zug. Sie kamen schließlich im Minuten Tackt. Doch keiner der Züge war nur im Ansatz weniger mit Menschen gefüllt.
Schließlich quetschten wir uns einfach gegen die Menschenmenge und wurde langsam in die Masse auf Menschen gesaugt, bis wir irgendwo zum Stehen kamen. An Umfallen war wahrlich nicht zu denken, denn wir standen dicht an dicht. Nicht einmal meinen Arm konnte ich heben, der war zwischen den Menschen eingequetscht.
Wenn wir eine Haltestelle erreicht, verließen vereinzelt Leute den Zug, doch zumeist hatte ich den Eindruck, dass mehr einstiegen. Während sich weitere Leute in den Zug quetschten, wurden wir so lange hin und her geschoben, bis alle drin waren. Dass ich irgendwie Einfluss auf meine Position oder wohin ich getrieben wurde – das konnte man schlicht vergessen.
Als ob dies nicht gereicht hätte. Stoppte der Zug plötzlich ziemlich abrupt und es die Masse an Menschen hin und her riss, ohne dass man irgend etwas selber unternehmen konnte, um sich zu schützen oder festzuhalten.
Es folgte gleich eine Ansage, die ich natürlich nicht verstehen konnte. Eri klärte mich auf, dass man mit einem Erdbeben rechnete und deshalb der gesamte Zugverkehr eingestellt worden war.
Nun hieß es warten, warten … warten … nicht dass es tierisch eng war, die Temperaturen schienen minütlich anzusteigen und nachdem sich die ersten Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten, begann der Schweiß langsam in kleineren, später größeren Rinnsalen an mir herunter zu laufen.
Es dauerte einige Minuten bis es eine Entwarnung gab. Das Erdbeben war wohl gekommen, doch war ich mit dem Gedränge mehr beschäftigt, so dass ich nicht wirklich etwas gemerkt hatte. Doch die Fahrt begann noch nicht sofort, erst wurde ein Systemweiter Funktionstest durchgeführt, der auch einige Zeit in Anspruch nahm. Erst dann ging es weiter und ich war froh, dass die nächste Haltestelle, die wir nach weniger als 1 Minute erreichten, jene war, wo wir aus steigen konnten.
Ich muss gestehen, ich war froh der Enge entronnen zu sein und wusste, dass ich so etwas für meinen täglichen Weg zur Arbeit nicht brauchen würde. Mir taten die Leute, die dies Tag für Tag, Jahr für Jahr über sich ergehen ließen, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass es irgendjemanden Freude bereitete die zu ertragen.
Ach was war ich froh, dass die nächste Bahn bei weitem nicht so voll war wie die letzte, doch man soll hier bitte nicht glauben, es wäre nicht eng gewesen. Es waren einfach nur weniger.
Irgendwie war ich froh, als wir schließlich die Bahn verließen und wir uns auf zum Sumo Training machten.
Es bedurfte einigen Suchens, beim sich der Tokyoer als sehr hilfsbereit zeigte. Ohne, dass wir groß fragten, wurde uns Hilfe angeboten und so konnten wir schließlich das Gebäude, welches sich sehr unauffällig in die Häuserfront einreihte, finden.
Für den Besuch hatten wir bestimmte Regeln einzuhalten. Natürlich Schuhe ausziehen. Wir mussten uns ganz leise verhalten, hatten uns auf den angewiesenen Platz zu hocken und schon durften wir das Training verfolgen.
Mein Sitzplatz erwies sich als etwas schwierig, denn ich hockte direkt hinter dem Trainer, der durchaus meine Dimensionen hatte, also die Sicht auf das Geschehen nicht ganz einfach machte.
Erfreulicherweise durften wir auch fotografieren, doch war die Verwendung des Blitzes nicht erlaubt. Dies erwies sich als Herausforderung, denn es war nicht wirklich hell im Raum. Wieder einmal war ich froh einen neuen Fotoapparat zu besitzen, mit dem man auch in deutlich verminderten Lichtverhältnissen noch fotografieren konnte.
Bei dem Training handelte es sich um das Training von Jugendlichen. Zugang zu Profis würde man nie erhalten, aber ich erfand es ohnehin etwas erfrischender den Nachwuchs bei seinem Training beobachten zu können.
Ich muss gestehen, dass ich zu wenig über Sumo wusste, als dass ich die Rituale und alles fachgerecht nachverfolgen zu können. Trotzdem fand ich es spannend, wie die verschiedenen Szenarien für einen Kampf durchgespielt und praktiziert wurden.
Aus meiner Sicht war es auch spannend zu sehen, dass sich die Schwergewichte in die Hocke setzen konnten, und dann ohne Probleme aufstehen konnten. Davon war ich wirklich so weit entfernt, dass ich den Jungs wirklich Respekt hatte.
Ich musste ja in Japan oft, wenn wir nicht gerade in einem Hotel waren, auf dem Boden schlafen. Aus dieser Lage mich auf die Beine zu bekommen, machte wirklich keinen eleganten oder leichtfüßigen Eindruck. Es war eher immer eine Qual und ich war immer froh, wenn ich in der Nähe einen Gegenstand fand, auf dem ich mich abstützen konnte. Was nicht immer der Fall war und somit das hochkommen noch anstrengender wurde.
Während des Trainings hatte ich einmal Glück, denn der Trainer zog sich für kurze Zeit zurück und ich konnte freie Sicht auf die Geschehnisse erhaschen und ich genoss es.
In der Reihe vor mir saß ein Mann, dem alle hier großen Respekt entgegen brachten. Ich realisierte dies erst nicht wirklich. Eri klärte mich später auf, dass dies einer der bekanntesten und wohl erfolgreichsten Sumo Ringer des Landes war.
Es fiel scher sich es vorzustellen, denn er schien nicht sonderlich groß und wirkte nicht wirklich kräftig, ich würde ihn eher als schmächtig bezeichnen.
Gegen Ende des Trainings verwirrten die anderen Touristen ein wenig die Trainierenden, denn zum Ende Danken sie ihrem Gott und klatschen dazu in die Hände. Dies nahmen einige der Zuschauer zum Anlass auch kräftig zu klatschen. Ich stelle mir vor, wir wären in einer Kirche, würden Gott preisen und auf einmal fangen Zuschauer unvermittelt an zu klatschen. Ich muss geben ich musste schmunzeln.
Vom Training ging es mit der Bahn, die super leer war, eine Station den Stadtbezirk Sumida und dort nach “Sumo Town” (Ryōgoku (engl. Link)). Dieser Bezirk gilt als die Wiege des professionellen Sumo in Japan und deshalb hat der Bezirk sicherlich die Bezeichnung “Sumo Town” verdient.
Unser Spaziergang durch den Bezirk, brachte uns erst zu einer Gedenkstätte der Opfer von Erdbeben und der Weltkriege. Es war ein eindrucksvolles Gebäude und es war spannend sich umzusehen.
Im Kontrast zu diesem Denkmal, folgte der Besuch eines japanischen Gartens. Ich bedauerte es ein wenig, dass jetzt im Winter viel von der Pracht nicht zu sehen war, denn die Bäume hatten sich ihrer Blätter entledigt. Dennoch eröffnete die Gartengestaltung viele herrliche Einblicke, die sich genießen ließen.
Bevor wir den Park verließen trafen wir auf gleich zwei Hochzeitspaare, die hier ihre Erinnerungsfotos erstellen wollten. Ich war sehr froh, sie zu treffen und ich schaute ihnen eine ganze Weile nach.
Auf dem weiteren Wege kamen wir an einer ganz bekannten Sumo Halle (Ryōgoku Kokugikan) vorüber. Gerne hätten wir mal hinein geschaut, doch die Möglichkeit existiere heute nicht. Auch gab es akt. keine Wettkämpfe. Wir waren außerhalb der Saison hier.
Etwas enttäuscht, entschieden wir uns, die Mittagszeit zu nuten, um uns ein echtes Sumo Mahl zu können. Es sollte zwar etwas ins Geld gehen, doch dieses Essen wollten wir uns nicht entgehen lassen. Es gab Chankonabe (Nabemono), eine Art Eintopf.
Hierzu bekam man auf einem Kocher einen großen Topf vorgesetzt. In diesem köchelten viele Sorten an Gemüse , Fisch, Fleisch usw. Man fischte das, auf was man gerade Appetit hatte heraus und ließ es sich schmecken.
Als wir den Topf fast geleert hatten, wurden noch Nudeln in die Suppe gegeben und kurz gekocht und konnten dann auch verspeist werden.
Eri und ich kämpften gemeinsam an dem Topf und waren wirklich voll als wir dass Essen beendeten. Wir erkundigten uns was so ein Sumo Ringer denn verspeisst. Man erklärte uns, dass es wohl als nur einer dieser Töpfe pro Mahlzeit waren. Puhhh … das war viel. (Artikel .. Speiseplan eines Sumo)
Gut gefüllt streiften wir noch etwas durch die Umgebung und erreichten ein Bekleidungsgeschäft, in dem wir es tatsächlich schafften ein besonderes Bekleidungsstück für mich zu erwerben. Zumist scheiterten wir kärglich an der Größe die ich so benötigte. Doch hier in Sumo Town, gab es Läden die auch Kleidung für mich feil boten.
Bei dem Gegenstand meines Wunsches handelte es sich um ein Jinbei (englsicher Link). Es ist eine leichte traditionelle Hausanzug. Es ist aber auch möglich dieses Kleidungsstück unter bestimmten Umständen außerhalb der Wohnung zu tragen.
Ich mochte die Jinbei sehr und war somit wirklich froh, mal wieder einen gefunden zu haben in den ich auch hineinpasste.
Mit dem Einkauf verließen wir diesen Stadtbezirk und machten uns auf nach Akihabara, dem Elektronik und Technik-Narren Viertel in Tokyo. Leider fing es an zu hageln und regnen, als wir in Akihabara ankamen. Somit konnte man nicht wirklich davon regen, dass wir den Bezirk ausgiebig erkundeten oder genossen. Unser Aufenthalt beschränkte sich auf das Ablaufen von ein paar Straßen und dann waren wir so nass, dass wir es vorzogen uns in Richtung Hotel auf zu machen.
Bevor endgültig Heim fuhren, nutzen wir ein besonderes Angebot an einem der Bahnsteige. Dort gab es eine Milchbar. So ziemlich jede Geschmacksrichtung konnte man erstehen und sich schmecken lassen. Es war in der Tat lecke rund einmal etwas anderes.
Der Beginn des Neujahr (Wikipedia) ist für den Japaner wahrlich ein besonderes Ereignis. Es ist die große Zeit der Familienzusammenkünfte, ähnlich wie Weihnachten in Deutschland. Doch habe ich gelernt, dass man den Übergang ins neue Jahr ganz anders verbringt, als ich es z.B. aus Deutschland gewohnt bin.
Die Vorbereitung auf das Neujahr, besteht zum einen aus den Umfangreichen Vorbereitungen was das Essen angeht. Daran wird durchaus sehr lange gekocht und vorbereitet und dieses Essen wird dann auch gleich über mehrere Tage genossen, so dass man sich in der Zeit des Jahresbeginn nicht ums Essen kochen zu kümmern braucht.
Der andere Teil der Vorbereitung besteht sicherlich auch darin, heim zu seien Lieben zu fahren. Diese Fahrten beschränken sich auf vielleicht 1-2 Tage und bei 120 Millionen Japanern kann man sich vielleicht ein wenig vorstellen was dies für alle Transportwege bedeutet.
Ich muss gestehen, man kann es sich nicht vorstellen was es bedeutet, wenn diese Massen sich in Bewegung setzten. Das muss man erlebt haben, um es zu verstehen und um sicherlich froh zu sein, dass man es im Normalfall nicht erleben muss.
Der eigentliche Übergang vom alten ins neue Jahr verläuft auch anders. Es gibt kein Geknalle und Geballer, sonders es ist ruhig und sehr besinnlich. Es wird Rückschau auf das vergangene Jahr gehalten, zumeist auf die dramatischen Ereignisse.
In der Nacht besuchen viele Menschen einen Schrein und erleben dort den Übergang. Der mit 108 Glockenschlägen eingeleitet wird. Dabei erklingen 8 im alten und 100 im neuen Jahr. Mit den Glockenklängen werden 108 schlechte Begierden (Hass, Habsucht, Eifersucht …) vertrieben, so dass ein freier Start ins neue Jahr beginnen kann.
Den 1. Januar verlebt die Familie gemeinsam. Es wird zusammen in einen Schrein gegangen und natürlich auch gemeinsam gegessen. Dabei spielt Mochi eine große Rolle. Ich werde versuchen später einmal etwas zu Mochi zu sagen, denn die offiziellen Beschreibungen im Internet sind nicht wirklich zutreffend. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Produkt angemessen beschreiben werden können.
Den Besuch eines Schreins haben auch Eri und ich unternommen. Eigentlich gehört dieser Schrein zu den nicht sehr gut besuchten, doch für die Neujahrzeit änderte sich das sehr. So ließen wir uns nur mit den Massen treiben und versuchten so gut wie möglich den Ort zu erleben.
Zu Beginn ging es an alle den kleinen Ständen vorüber, die zumeist irgendwelche Leckereien feil boten. Vielleicht hat es der ein oder andere schon bemerkt, dass eine Reise nach Japan auch immer eine Reise in die kulinarische Vielfalt des Landes darstellt. Essen ist immer und überall sehr wichtig und der regionale Stolz auch ein bestimmtes Produkt ist sehr ausgeprägt und so ist es eher üblich etwas zu Essen von seiner Reise mitzubringen, als eine Postkarte zu versenden.
Irgendwann erreicht man den Schrein, wo man eine kleine Finanzielle Opfergabe entrichtet, um dann seinen Wunsch zu äußern.
Da bei einem Ereignis wie das Neujahrfest sehr viele Leute unterwegs sind, ist es manches Mal nicht möglich bis zum eigentlich Schrein und dem Ort der Opfergabe vorzudringen. Doch dafür wurde entsprechend Vorbereitet. Die Anlage wurde so angepasst, so dass man sein Geld auch aus größerer Entfernung werfen kann, und sicher den Opferstock erreicht. Ich gebe zu das wirkte manchmal etwas bizarr.
Dieser Opfergabe folgt zumeist der Erwerb eines Art “Horoskop”, welches man im Art Losverfahren ersteht. Nach dem Erwerb wird es ausgiebig studiert und ist es eine schöne Vorhersage, wird der Zettel sorgsam verstaut und aufgehoben. Entspricht die Vorhersage nicht dem, was man sich vorstellen mag, wird das Stückchen Papier an der entspr. Stelle angebunden und schon ist man diese Vorhersage wieder los und man braucht sich keine Sorgen wegen der Aussagen machen.
So spannend dieser Besuch auch war, ich persönlich war jedes Mal froh, wenn ich den Massen wieder entrinnen konnte. Doch da insgesamt Japan frei hat, sind auch die anderen Örtlichkeiten alle schnell voll.
Das Ende der Neujahr Feierlichkeiten besteht sicherlich darin, dass die ganzen 120 Millionen Japaner alle wieder zurück nach Hause reisen. Also die nächste extreme Reisewelle ist zu überstehen.
Ja, heute war es im Grunde nur ein Fahrtag an dem wir von Nagoya nach Tokyo reisten.
Mit dem Shinkansen (jap. Hochgeschwindigkeitszug) wär es wohl nur ein Hüpfer von 90 Minuten gewesen, doch damit hätten wir auch einen kräftigen Anschlag auf unsere Reisekasse unternommen worden. Daher hatten wir uns für die Fahrt via Überlandbus entschieden, was mir Einblicke in das Japanische Buswesen und Raststatten einräumte, was ich wirklich sehr spannend fand.
Eri hatte mir schon prophezeit, dass mir die Servicestationen gefallen würden, doch so recht zutreffend ist das Wort “gefallen” nicht. Ich bin begeistert.
Es dauerte rund 120 Min. bis wir unseren ersten Halt an einer der Servicestationen einlegten. Leider war der Halt mit 15 Min. mir etwas zu kurz, doch auf späteren Busfahrten hatten wir sogar nur 10 Min.
Um auf den Punkt zu kommen. Natürlich ging es erst einmal auf die Toilette. Die war groß, seeehr groß – sauber, sauber, sauber – und kostenlos. Was soll man mehr sagen.
Nach diesem notwenigen Besuch gab es mein persönliches Heighlight. Neben der eigentlichen Servicestation, in der man auch reichlich Leckereien erwerben konnte, gab es viele kleine Stände an denen die Händler selbst hergestellte Speisen vertrieben. Da gab es die verschiedensten Dinge und es fiel schwer sich überhaupt entscheiden zu können. Ich fühlte mich wie im Himmel und kaufte mich etwas durch die Stände.
Nach diesem Hochgefühl verpasste ich mir noch meine persönliche Horrervision.
Was war geschehen. Eri und ich hatten festgestellt, dass wir noch 5 Minuten zum Herumstromern hatten. So trennten wir uns und wollten uns wieder am Bus treffen. Ich konnte meine Erledigungen etwas zügig hinter mich bringen und war auf dem Weg zum Bus, als ich ihn vom Rastplatz fahren sah.
Mir wich alles Blut aus dem Gesicht und dem Kopf. Ich starrte auf meine Uhr – war sie falsch eingestellt – Panik stieg in mir auf und ich sah das Gepäck und alles auf unwiderruflich verschwinden.
Kurze Zeit später tauchte Eri auf und ich teilte ihr das Erlebnis mit. Sie schaute etwas verdutzt, meinte dann aber, dass dort, und sie wies auf einen anderen Bus, unser Gefährt noch stehen würde.
Mir fielen nun war alle Steine vom Herzen, die sich Zentner schwer auf meinem Herzen aufgehäuft hatten. Der Schrecken saß aber so tief, dass es mir noch eine geraume Zeit nicht wirklich gut ging.
Im Bus lernte ich, dass man nicht einfach losgefahren wäre, denn alle Passagiere wurden durchgezählt und fehlte einer, wurde gewartet. Gut zu wissen.
Als wir uns Tokyo näherten, nahm der Straßenverkehr deutlich zu, bis er schließlich ganz zum Erliegen kam. So fuhr der Busfahrer schließlich eine außerordentliche Haltestelle an und er bot den Fahrgästen an hier den Bus zu verlassen, um mit anderen Transportmittel weiterzureisen.
Wir blieben sitzen und handelten eine einstündige Verspätung ein. Doch das war mir lieber, als das ganze Gepäck irgendwo durch die Stadt zu wuchten.
In Tokyo hieß es dann via öffentlichem Nahverkehr zu unserer Unterkunft zu kommen. Das wurde nicht so witzig, denn alles war voll, wenngleich ich gestehen muss, das Wort “voll” sollte für mich später während der Zeit in Tokyo einen neue Definition erhalten.
Das einzig positive war, dass mir ein Wunsch erfüllt wurde. Wir verwendeten eine Bahnlinie namens “Yamanote Line” und das hatte ich mir sehr gewünscht. Warum wollte ich mit dieser Linie fahren, also der Grund ist wirklich etwas verrückt oder dämlich.
Seit nun ein paar Jahren höre ich mit wachsender Begeisterung die Hörbücher und Abenteuer von Perry Rhodan (Science-Fiction-Serie). Vor kurzem begann ich “Perry Rhodan – Neo” zu hören.
Im Verlaufe der Geschichte hatte es einen der Charakteren namens Tako Kakuta auf einen Planeten verschlagen. Dort solle Tako einer Frau ein Lied vorsingen. Mangels eines gesanglichen Talents und der Tatsache, dass er kein Lied kannte, sang der das “Yamanote Line Lied”. In dem alle Haltestellen in einem kleinen Liedchen aneinander gereiht gesungen wurden.
Genau dieses war dann auch der Grund, warum ich zumindest ein Mal mit der “Yamanote Line” fahren wollte.
Hätte ich gewusst, dass diese Linie eigentlich gerne und viel gut besetzt ist, hätte ich es mir vielleicht anders überlegt, so ertrug ich es mit der Vorstellung, dass ich mir diesen kleinen Wusch erfüllt hatte. War dennoch froh, als ich schließlich samt Gepäck dem Gewusel entgehen konnte.
Die nächste Bahn war zwar nur geringfügig besser, doch irgendwann freut man sich halt auch über kleine Erleichterungen.
Ich war schließlich froh, den öffentlichen Nahverkehr hinter mir zu haben und nach einem etwa 10minütigem Fußweg war unser Hotel – Jugendherber-Stiel – erreicht.
Puhhh … was für ein Tag … Halt – “Eigentlich nur ein Fahrtag”.
Auf dem langen Weg nach Tokyo hatte ich mir gewünscht einen kurzen Halt in Nagoya einzulegen.
Vor vielen Jahren, ich würde sagen Anfang der 1990ern, war ich in Tasmania (Australien) (ein paar Fotos hier) und ließ mich 3 Monate über die Insel treiben. Dies geschah zumeist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was mich regelmäßig (heut zu Tage ist es noch schwerer) in die Verlegenheit brachte, dass ich irgendwo stecken blieb. Aus solch einer Sackgasse rettete mich mein heutiger Freund (Japaner). Er war mit dem Mietwagen unterwegs und ich durfte mit ihm meine reisetechnische Sackgasse verlassen.
Seit dieser Zeit sind wir in Kontakt und wenn ich in der Nähe bin, besuche ich ihn und wir hocken etwas zusammen und plaudern.
Die Anreise nach Nagoya war durchaus unproblematisch. Wir hatten uns für den Zug entschieden und zum Glück war dieser nicht übermassig voll und es gab sogar ein Plätzchen fürs Gepäck.
Am heutigen Tag bereitete mir mein Gepäck und dessen Gewicht außergewöhnliche Probleme und besonders die zu überquerende Fußgängerbrücke, die uns zum Hotel bringen sollte, stellte sich als wahre Herausforderung heraus. Ich war daher mehr als froh, als ich dieses Hindernis überwunden und ich mit dem Gepäck entledigen konnte.
Unser Zimmer konnten wir noch nicht in Bezug nehmen, doch hinterlegen konnten wir es und nach kurzem Durch schnaufen unternahmen wir einen kurzen Spaziergang durch die Stadt, die uns vom Hotel einer Hauptverkehrsstraße folgend zum Bahnhof von Nagoya brachte. Die Aussichten und spannenden Ansichten hielten sich zwar in Grenzen, dennoch genoss ich den kurzen Ganz.
Beim Bahnhof nutzen wir die Möglichkeit in einem der dortigen Hochhäusern an Höhe zu gewinnen und schließlich auch einen Ausblick über die Stadt erhaschen zu können. Das Meer an Häuser welches sich auch hier zu meinen Füßen ausbreitete war jedes Mal eindrucksvoll für mich.
Bei meinem optischen Herum streifen wäre mir fast tatsächlich entgangen, dass es sogar einen schönen Blick auf das Schloss von Nagoya gab. Er musste ich darauf aufmerksam machen und ich war ihr sehr dankbar dafür.
Mit diesem Ausflug über die Dächer der Stadt, ging es auch schon wieder zurück zum Hotel. Dort hatten wir dann noch etwas Zeit die Räume in Bezug zunehmen.
Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt traf wir meinen Freund. Er hatte für den heutigen Abend ein Restaurant ausgewählt, in dem es eine für Nagoya typische Spezialitätenab. Es handelte sich dabei um sehr lecker gewürzte Hähnchen Flügel. Wir futterten gut und reichlich und plauderten über altes und neues und so verflog der Abend wirklich wie im Fluge.
Ich war froh, diesen Stopp eingelegt hatte und bedauerte es, dass der Abend so schnell ein Ende fand und sich unsere Wege wieder trennten.
Wir dachten, dass wir uns früh genug nach Ise und dem Schrein dort auf den Weg gemacht hatten. Am Bahnhof angekommen deckte sich diese Idee auch noch mit der Realität. Als wir jedoch den Schrein erreichten, mussten wir einsehen, dass wir nur ein Tröpfen im großen Fluss der Besucher waren.
Der Schrein von Ise ist einer der bedeutendsten und wichtigsten Heiligtümer des Shintoismus in Japan. Dies ist schon einer der wichtigsten Gründe, warum dieser Ort so populär für Besucher ist. Doch in diesem Jahr kommen noch gleich zwei weitere bedeutende Ereignisse hinzu.
Nach bestimmten Zeit Rhythmen, die durchaus von Schrein zu Schrein unterschiedlich ist, wird für den Gott ein neues Gebäude erbaut. In dieses Gebäude wird umgezogen (es wird Sengū genant) und dies ist ein wahrlich heiliger Akt. In diesem Jahr zieht nicht nur ein Gott um, sondern derer zwei, wobei bei dem einen wohl 60 Jahre seit dem letzten Umzug vergangen waren und dem anderen 20 Jahre. Dass diese Ereignisse genau auf ein Jahr fallen, ist sehr besonders und lockt die Besucher und Gläubigen in Heerscharen an den Ort des Ereignisse.
Dass diese Menschenmengen für mich im Grunde schon eine kleine Einstimmung bilden sollten, auf das was später noch über mich hereinbrechen sollte, konnte ich nicht Ahnen.
Beim Spaziergang durch die Anlage des Schrein, der herrlich in einen Wald eingebettet war, war es für mich erstaunlich zu sehen was alles Kraftquellen für die Besucher bildeten. So wurden die Bäume berührt, Hände über Steinansammlungen gehalten und mehr. So manchem Baum konnte man wirklich ansehen, dass viele Menschen ihn schon berührt hatten.
Als wir einen der neuen für den Gott errichteten Gebäude erreichten, bildeten sich wirkliche Schlangen. Hier war es auch das erste Mal, dass man nicht fotografieren durfte, was ich wirklich verstehen konnte.
Was beim Durchstreifen der Anlage auffiel, dass der Baustile der Gebäude sich doch deutlich von denen unterschied, die ich bislang auf meinen Besuchen gesehen hatte. Er zeichnete sich durch seine klaren Strukturen und “Einfachheit” aus. Es gefiel mir ausgesprochen gut.
Später erfuhr ich, dass dieser Baustil nicht kopiert werden durfte oder außerhalb des Schreis Anwendung finden durfte. Das erklärte die Einmaligkeit des Stils.
Im Verlaufe des Rundgangs schafften wir es kurz den Menschenmengen zu entfliehen und wir schlenderten durch den Wald mit seinen herrlich schönen und wuchtigen Bäumen. Doch irgendwann ließ es sich nicht vermeiden, und es ging wieder zurück zu den Menschenmassen.
Bislang hatten wir uns Gekū angesehen. Um zum anderen Teil, der Naikū genannt wird, mussten wir uns einem Bus anvertrauen. Puhhh, das wurde wieder voll und eng war es alle mal. In Naikū angekommen, ging es nicht gleich zum Schrein, sondern in die dort befindliche Shopping und Ess-Straße.
Oh, man ich hatte gedacht ich hätte schon gelernt was viele Menschen so bedeuten, doch hier erreichte es eine neue Dimension. Ich sah nur Köpfe und zu den Essens, oder Einkaufsständen vorzudringen war wirklich ein kleiner Kampf. Das fand ich schade, denn diese Straße war wirklich sehr nett hergerichtet und vermittelte mir eine Idee wie solche eine historische Straße ungefähr hätte aussehen haben könnte. Ab und zu gelang es mal an die Geschäft vorzudringen, oder mal einen Essenstand ins Auge fassen zu können. Natürlich bekam ich dann gleich hunger und schließlich kauften wir uns eine Kleinigkeit. Entflohen dann jedoch von den Menschenmassen und wählten einen netten Sitzplatz an einem Fluss, der nur wenige Meter entfernt seien Weg suchte.
Frisch gestärkt ging es nach Naikū. Dort ging es unweigerlich wieder zurück in den Menschenstrom und es war nicht die dümmste Idee einfach sich mit ihm treiben zu lassen. Ab und zu konnte man entfliehen und dann wurde gleich die Gelegenheit zum fotografieren genutzt.
Auch Naikū bot viele Einzelgebäude, die alle irgendwie recht ähnlich waren, und dennoch durch die Lokalität ihren eigenen Charme entwickelten.
Einmal hatten wir dann Glück, denn uns begegnete ein Brautpaar, welches seinen besonderen Tag an diesem Tag genoss. Sie sahen wirklich sehr glücklich aus und genossen das hier sein allem Anschein sehr.
Gegen Ende unseres Rundgangs schnappte Eri von einem Guide auf, dass in einem am Weg befindlichen Baum und Büsche ein Gott leben sollte. Ich nahm diese Anregung auf, blieb stehen, hielt meine Hand über die Stelle, um die Energie des Gottes auf mich zu übertragen. Eri schaute mich an und meinte, ich sollte mit dem Unfug aufhören, dies sei doch kein Energie Platz. Ok, ich hörte auf, doch irgendwie hatte ich alle mir nachfolgenden Menschen inspiriert und jeder der kam, hielt nun seine Hand in selber Art und Weise über den Ort und nahm die Energie in sich auf. Hatte ich nun einen neuen Energie-Pool entdeckt?
Von der Anlage des Schrein ging es wieder zurück zur Einkaufsstraße. Ich hegte die Hoffnung, auf Grund der fortgeschrittenen Zeit, vielleicht etwas mehr zum sehen zu bekommen. Ich wurde nicht enttäuscht und so hielten wir uns direkt nochmal längere Zeit in diesem Gebiet auf.
Den Abschluss unseres Tages bildete ein besonderes Abendessen. Es sollte Matsusaka-Rindfleisch (eng. Link) geben, welches auf der selben Stufe anzusiedeln ist wie Kobe-Rindfleisch. Also es sollte wieder ein besonders Mahl werden.
Dazu hatte Eri von Bekannten Empfehlungen bekommen wohin man am Besten hier in Ise gehen sollte. Also steuerten wir das Lokal direkt an und waren auch froh direkt ein Plätzchen bekommen zu lassen.
Das Essen wurde im BBQ Style angeboten. d.h. im Tisch gab es einen kleinen Grill und man bekam alles was man so bestellte roh und musste es nur noch grillen. Somit wurde es nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern auch eine nette Zeit, wo man mit grillen und essen Beschäftigt war.
Ich gebe zu von der Rechnung durfte man sich nicht fürchten, denn zum Schnäppchenpreis gibt es dieses Rindfleisch einfach nicht. Doch wir wussten es und so wurde uns der Genuss im Nachhinein nicht verdorben.
Von Ise ging es via Bahn zurück nach Matsusaka, wo wir unser Unterkunft hatten.
Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich eine Unterführung entdeckte deren Höhe gerade mal schlappe 1,6 Meter hoch sein sollte. Etwas wunderte ich mich über die sehr massive Absicherung (Zu Beginn hatte ich die Unterführung nur von seiner rückwertigen Seite gesehen und nicht von dort wo ein gewaltiges Hinweisschild prankte).
Um so erstaunter war ich, als ich doch tatsächlich Fahrzeuge sah, die diese Unterführung verwendeten. Ich fragte mich, ob man auf gut Glück dort fuhr, oder ob beim ersten Versuch ein vorsichtiges herantasten angesagt war. Jetzt fuhren die Fahrzeuge durchaus zügig.
Mehr Respekt zeigten hier die div. Zweiratfahrer und ich war der Überzeugung, dass dies Angebracht war.
Schnell verfliegt die Zeit, wenn man sich wohl fühlt und so war unser Aufenthalt in der Bucht von Ise schon wieder vorüber. Doch freute ich mich auch wieder auf ein Bett und einen durchgängig beheizten Raum und Gebäude.
Doch bevor wir die Insel verließen, wollten wir noch den anderen Ort besuchen und wir durften uns auf ein japanisches Frühstück freuen. Nun hat so ein Frühstück wahrlich nichts mit dem zu tun, was man sich so in Deutschland unter einem Frühstück vorstellen mag, doch ich mochte es und freute ich auch schon darauf.
Nach dem Fulminanten Start mit dem Abendessen am Vorabend waren die Erwartungen natürlich groß, was das morgendliche Mahl anging und in der Tat wurden wir nicht enttäuscht.
Doch wie immer, wenn ich die kleinen Schälchen sah, keimte in mir der Verdacht ich könnte nie und immer satt werden. Irgendwie begleitete mich jedes Mal dieser Gedanke, doch am Ende war ich bis jetzt immer papp satt.
Es gab Fisch und andere Meeresfrüchte, Gemüse, Suppe und mehr. Etwas zu kämpfen hatte ich mit dem Fisch, dies aber nicht weil ich so etwas nicht zum Frühstück hätte essen können. Eher war die Herausforderung die Nutzung von Stäbchen. Ich konnte zumeist irgendwie alles Essen, doch hätte ich mich selber wohl kaum mal in ein besseres Restaurant mitgenommen, denn da wäre ich bestimmt als der übelste Banause aufgefallen.
Nach dem gelungenen Auftakt in den Tag, wurde gepackt und das Zimmer geräumt und nachdem das Gepäck im Hotel hinterlegt worden war, starteten wir unseren letzten Ausflug auf die Insel.
Wir hatten uns vorgenommen und den anderen Teil der Ortschaft, vielleicht war es auch ein zweiter Ort auf der Insel, das erschloss sich uns nicht so recht, aufzusuchen. Dazu brauchten wir nur der Hauptstraße 🙂 zu folgen, was zum einen einfach war, aber mangels Gehsteigen auch ein gewisses Nerven kitzeln mit sich brachte. Doch war der Straßenverkehr so überschaubar, dass sich auch der Adrenalinschub wirklich in Grenzen hielt.
Schön war, dass unser Weg uns schon nach sehr kurzer Zeit zu einem kleinen Tempel brachte. Auch wenn sich die Besuche dieser Anlagen wirklich häuften, ich hatte noch immer große Freude daran die Anlagen auf mich wirken zu lassen und die vielen Kleinigkeiten zu entdecken. Wenngleich es so viele Kleinigkeiten gab, dass ich hätte sicherlich noch länger an jedem einzelnen Ort hätte bleiben können, als wir es nun ohnehin schon taten.
Auf dem weiteren Weg erreichten wir den anderen sicheren Hafen der Insel. Dort waren die Männer des Ortes gerade damit beschäftigt einen Baum zu zerlegen, den sie irgendwo eingefangen hatten.
Es war schon spannend zu sehen, wie die Männer geschickt über dem Baum tänzelten und sich mit ihm mit ihren Motorsägen auseinandersetzten.
So spannend es war die Männer zu beobachten, so lockte eine kleine rote Brücke die wir schon vorletzten Tag von einem der Aussichtspunkte erspäht hatten. Diese kleine Brücke brachte uns auf ein kleines Inselchen und sich dem dort befindlichen Schrein.
Den einzigen Wermutstropfen für diesen Besuche, bildeten erneut die Treppenstufen, die es zu bewältigen galt und ich muss gestehen, dass meine Knie weit davon entfernt waren mir ihren garantierten Dienst zuzusichern. Dank eines Geländers und reichlich Armarbeit, erreichte ich auch dieses Ziel und war erneut froh, die Anlage aufgesucht zu haben.
Alsbald erreichten wir den Ortskern und Eri und ich wollten mal wieder gerne das Häuserlabyrinth dieses kleinen Fischerdorfes auf uns wirken lassen. Etwas mulmig war uns schon, denn uns war schon mehrfach davon abgeraten worden und dort hinein zu wagen, denn die Möglichkeit sich zu Verlaufen war nicht unbeträchtlich.
So gingen wir auch nicht all zu Tief hinein und versuchten immer noch den Weg zurück zur Hauptstraße erahnen zu können.
Als wir an einem kleinen Lokal vorüber waren, war klar, hier wir zu Mittag gegessen.
Ich staunte nicht schlecht was sah, als ich das Gebäude betrat. Das Restaurant bestand im Prinzip nur aus einem kleinen Raum und einer Theke. Dieser Raum war zudem mit allerlei Krimskrams voll gestopft, was dem ganzen wirklich Atmosphäre gab. Ok, meinen Sitzplatz zu erreichen war etwas schwierig, doch ich konnte es bewältigen.
Wir entschieden uns den örtlichen Spezialitäten Teller zu bestellen und es wurde wieder ein voller Erfolg. Es wurde wirklich ein leckeres Essen gezaubert und die Gastgeberin war auch begeistert heute Gäste bewirten zu können und so plauderte sie eifrig und reichlich mit Eri, während ich mich über das Essen hermachte und es mir schmecken ließ.
Nachdem wir gestärkt waren, wurden wir auch etwas mutiger, was die Erkundung der schmalen Gassen anging und wir wurden auch nicht bestraft, sondern fanden am Ende ohne Probleme wieder zurück zur Hauptstraße.
Wir erkundeten noch etwas das Hafengelände, doch dann wurde es wahrlich Zeit wieder zurück zum Hotel zu gehen, denn die Fähre wollten wir nicht verpassen.
Im Hotel angelangt, war dort schon alles in den Vorbereitungen für die nächsten Gäste und dies schien eine deutlich größere Gruppe zu sein und so hatten wir wohl mehr als Glück, dass wir die Unterkunft in den beiden vergangenen Nächten nur für uns allein hatten.
Nun ging es darum das Gepäck vom Hotel zum Hafen zu bringen. Die Hotelbesitzer hatten schon am Ankunftstag gemerkt, dass es mein Gepäckstück wirklich in sich hatte und so hatte man sich etwas überlegt wie man mir Erleichterung verschaffen wollte.
Man hatte die 90jährige Oma dazu auserkoren mir zu helfen 🙂 .. Natürlich sollte sie mein Gepäck nicht buckeln, sondern ich sollte alles hinten auf ihr 3-Rad-Fahrrad legen, und sie würde es dann schon zu Hafen kutschiren. Mir war das mehr als peinlich und ich meinte, dass der Transport und die gerade mal 10 Minuten zum Hafen wirklich kein Problem sei. Doch Oma meinte, sie transportierte sonst auch die schweren Kartoffeln und sich solle mich nicht so haben.
Also wurde alles aufgeladen und Oma sauste ab, dass ich nur so staunte und Eri und ich wirklich kaum hinterher kamen.
Mit herzlichem Dank luden wir alles am Hafen wieder ab und eben so schnell wie sie zum Hafen gesaust war, radelte sie wieder zurück zum Hotel, wo es wohl noch mehr als reichlich zu tun gab.
Nach kurzer Wartezeit, kam die Fähre. Es folgte eine wirklich ruhige Überfahrt und dann die Herausforderung mit dem Zug zu unserem heutigen Ziel (Matsusaka) zu fahren. Ich war wirklich froh, dass wir im Zug einen Sitzplatz bekamen und sich das Gepäck auch so ablegen ließ, dass wir die Fahrt genießen konnten.
In Matsusaka angelangt, nahmen ging es nur noch in Richtung Hotel und wir nahmen das Zimmer in besitzt, denn es galt Kräfte für den kommenden Tag zu sammeln, an dem es nach Ise und dem dortigen Schein wollten und wo mit reichlich Menschen zu rechnen war.
Sicherlich hatte der Betreiber dieses exklusiven Dessous Geschäfts nicht das im Sinne, was mir der Begriff “Puff” im Zusammenhang mit seiner Präsentation suggerierte. So können kleine Dinge wahrlich unfreiwillig komisch sein, oder?
Der Tag begann ein wenig früh, denn wir wollten das erste Boot für unseren Ausflug auf die kleinste der Inseln der Ise Bucht (Kamishima) besteigen.
Das Aufstehen fiel wirklich schwer und das lag nicht an der Uhrzeit, denn die war mit 7 Uhr wirklich als human zu bezeichnen. Wesentlich anstrengender war die Tatsache, dass kein Raum, außer dem unsrigen beheizt war. Weder der Gang, Gemeinschafts WC usw. Auch gab es nur kaltes Wasser zum Waschen. Da es nun in der Nacht wirklich spürbar kühl wurde, merkte man das auch gleich im Haus. Doch irgendwie schaffte ich es doch aus meinem Bettchen und überließ mich den kühlen Temperaturen.
Unser Boot erreichten wir rechtzeitig und nach sehr angenehmen 20 Minuten Bootsfahrt, bei dem es erneut keine Aussicht gab, weil wir im Bootsinneren verharren mussten, die Insel Kamishima.
Bei Kamiima handelte es sich ebenso wie bei den anderen Inseln um ein Eiland, welches vom Fischfang lebt. Doch hatte man sich auch etwas auf Touristen vorbereitet und einen kleinen Wanderweg um die Insel hergerichtet. Sicherlich war auch dieser ursprünglich einmal für die Flucht vor einem Tsunami hergerichtet worden, doch es gab den Weg und er eröffnete einen wirklich netten Spaziergang.
Nach anfänglichen Orientierungsproblemen, die mir schon immer Anhefteten, verschwanden wir in den schmalen Gassen des Örtchens und erwischten sogar gleich jene, die uns auf den besagten Rundweg brachte. So angenehm der Weg zu Beginn auch war, so anstrengend wurde er alsbald für mich, denn es hieß Treppen steigen und davon nicht zu knapp.
Schon zu Beginn, nachdem ich mich schon einige Treppen den zentralen Berg der Insel hinauf gearbeitet hatte, gab es einen über 200 Stufen Anstieg zu einem kleinen Schrein. Dieser Schrein war sogar schon einmal vom Japanischen Kaiser besucht worden. Zu dessen Ehren war ein Bäumchen gepflanzt worden, doch lange hatte das Bäumchen wohl nicht überlebt und so stand es etwas Mitleid einflößend in der Landschaft.
Ich war froh, als es nach einem weitern kurzen Treppenaufstieg für eine gewisse Zeit einmal am Hang des Berges entlang ging und sogar Ausblicke auf das Meer, andere Inseln und div. Fischerboote angeboten wurden. Da es ein herrlicher sonniger Tag war, konnte man die Aussicht wirklich.
Eine größere Pause legten wir ein, als wir einen kleinen Leuchtturm erreichten. Dort erzählte Eri mir, dass auf Kamishima in den 1950er ein Spielfilm gedreht worden war und dadurch das Inselchen ein kleine Berühmtheit wurde und dies auch die Basis seiner Popularität war. Doch über Besuchermassen brauchten wir uns an diesem Tage nicht zu beklagen, denn es schien, als seien wir die einzigen Besucher an diesem Tag.
Bis zum nächsten Highlight auf dem Rundweg wurden meine Knie arg strapaziert, denn es ging unablässig Trepp auf, Trepp ab und es fiel mir zunehmend schwerer den Weg zu genießen.
Bei der nächsten Sehenswürdigkeit handelte es sich um ein Gebäude welches die japanische Armee eingerichtet hatte von dem man Flugbewegungen beobachten wollte. Heute merkte man nichts mehr davon. Es gab nur diesen Betonbau, von dem ich als Besucher erneut einen schicken Blick hinaus auf den Pazifik geboten bekam.
Ich war froh, dass der Weg sich mir jetzt als etwas gnädiger erwies. Es gab noch immer Treppenstufen, doch die gingen bergab. Auf diesem Wege verließen wir nun auch langsam den Wald durch den wir bislang gelaufen waren und erreichten die Küste.
Dass man in Japan viel Respekt vor den Naturgewalten des Meeres hat, konnte auch mir nicht entgehen, denn die Küstenlinie war wirklich sehr umfassend befestigt und abgesichert worden.
Wir folgten der Küste und bekamen sogar etwas Strand zu Gesicht. Doch ob die Temperaturen zum verweilen oder gar Baden einluden mochte ich zumindest für den heutigen Tage verneinen. Auch wenn die Sonne schien, so kam sie kaum gegen die kühlen Temperaturen oder den Wind an.
So waren wir auch einigermaßen ausgekühlt, als wir schließlich unseren Ausgangsort wieder erreichten. Zudem hatten wir hunger und stürmten sogleich in das kleine Restaurant des Ortes, wo wir uns die örtlichen Köstlichkeiten bestellten und genossen. Ich muss gesteh, ich hatte nicht unbedingt gleich eine Vorstellung von dem was ich da aß. Besonders ein Teil meines Gerichtes, welches wie Reis für mich aussah, stellte sich als winzige Fischchen heraus. Doch schmecken tat es alle mal.
Auch hatten wir eine Algenspezialität bestellt und die schmeckten auch gut. Besonders wenn man wusste wie lang und aufwendig deren Zubereitung war.
Bis zur Rückfahrt mit dem nächsten Boot, hatten wir noch reichlich Zeit, also stromerten wir noch etwas durch den Ort, schauten uns dies und das an und merkten kaum, wie sich das Wetter veränderte.
Als wir schließlich wieder beim Hafen waren, staunte ich nicht schlecht wie es die Boote hin und her warf, die durch die kleine Zufahrt ihren Weg in den Hafen suchten. Zum jetzigen Moment fand ich es noch spannend es zu beobachten. Ich bedachte nicht, dass auch unser Boot sich diesen Elementen aussetzen musste.
Doch bevor die Rückfahrt begonnen wurde, lernten wir eine Fischerin kennen. Wir – ok Eri – plauderte mit ihr und sie zeigte uns ein paar der Meeresfrüchte, die sie gefangen hatte. Wie sie uns erzählte waren dies jedoch nur die kleinen Tiere und die waren für ein Eigenbedarf gedacht. Die großen und schönen hatte man schon verkauft.
Ich fand es wirklich nett wie offen und herzlich die Frau mit uns plauderte und uns alles zeigte.
Nun stand uns aber doch die Rückfahrt bevor und als wir das Boot bestiegen war noch alles ruhig und ganz normal. Doch als es durch die Hafendurchfahrt ging, begann der Ritt. Auch wenn wir nichts sahen, so hatte ich manches Mal das Gefühl, das Boot würde in der Luft schweben, um dann kurze Zeit später auf die Meeres Oberfläche zu knallen.
Ich zog es ziemlich schnell vor die Augen zu schließen – nicht aus Angst 🙂 – um den Tanz über die Wellen zu verschlafen. Hier kamen mir das viele Treppen steigen sehr entgegen, denn schon kurze Zeit später war ich im Tiefschlaf verschwunden und ich staunte als es plötzlich hieß, dass die Überfahrt beendet war und wir wieder festen Boden unter die Füße nehmen durften.
In der Herberge konnten wir auch an diesem Abend als einzige Gäste verweilen und durften somit das Bad mit seinem herrlich heißen Wasser alleine genießen. Doch es sei erwähnt, dass für die Nutzung eines solchen Bades strickte Regeln gibt, wie man sich verhalten hat. Ich werde etwas später einmal gesondert davon berichten.
Am vergangenen Abend und dem heutigen Morgen hatten wir uns selber mit Lebensmitteln versorgen müssen. Doch für diesem Abend hatten wir uns ein Mahl bestellt. Was wir genau zu erwarten hatten, wussten wir nicht, doch war das Essen in den Bewertungen zum Hotel überdurchschnittlich gut bewertet.
Als wir die Tür zum Speiseraum öffneten, fielen uns fast die Kinnladen herunter. Alles war so nett hergerichtet. Es gab viele Schälchen und Tellerchen in denen die verschiedensten Fische, Krustentiere oder Gemüse dargereicht wurden.
Auch wenn der Tisch schon reichlich gefüllt wirkte, so tischte uns die Herbergsbesitzerin mehr und mehr auf.
Es wurde wirklich aus ausgedehntes leckeres Mahl. Einziger Wehrmutstropfen war, dass auf japanisch traditionelle Art und Weise gegessen wurde. Dies hieß auf dem Boden zu hocken und da muss ich gestehen, dass ich das nicht leisten konnte. Auf keine Art und Weise war es mir möglich eine Position einzunehmen in der ich hätte essen können. So war ich froh, als auf kurze Anfrge, mir eine kleine Box angeboten wurde, auf die ich mich hocken konnte. Dann konnte auch ich das Essen genießen.
Nun geht es das erste Mal hinaus aus der Stadt und ans Meer. Doch nicht nur, dass es an den Ozean geht, nein, es ist eine Art Geheimtipp, diese Bucht von Ise. So freute ich mich um so mehr mal etwas anderes sehen zu können.
Natürlich war die Reise dort hin ein klein wenig beschwerlich, denn es hieß wieder U-Bahn und Zug fahren und etwas mit einem Bötchen schippern. Doch alles stellte sich als weniger übel an als gedacht. Besonders freute mich, dass es im Zug in der Gepäckablage über unseren Köpfen genügend Platz gab, um unserem Gepäck Raum zu bieten. Auch für die Beine war genügend, wenn nicht gar reichlich Platz.
Was mir noch besonders in Erinnerung geblieben war, war, dass nachdem der Zug in den Sackbahnhof von Kyoto und zum Stehen gekommen war, gesch etwas merkwürdiges. Im Zug begannen sich auf magische Weise alle Sitzbänke zu bewegen. Erst war ich verdutzt, dann wunderte ich mich. Doch plötzlich verstand ich es. Alle Sitze drehten sich automatisch um 180 Grad, so dass sie alle samt in Fahrtrichtung ausgerichtet waren. So dass jeder Fahrgast eine Sitzplatz in Fahrtrichtung hatte. Das fand ich irgendwie sehr Kundenorientiert.
Nach einer wirklich angenehmen Zugfahrt, die mir wieder ein paar interessante Aussichten auf Japan vermittelt hatten, erreichten wir Toba (Mie), den Ausgangspunkt für den Ausflug in die Ise Bucht.
Dank des überragenden Wetters – kalt war es trotzdem – genoss ich gleich nach der Ankunft am Hafen das Blau des Meeres und des Himmels und ich wollte ich kaum satt sehen an der Umgebung und den vielen großen und kleinen Kleinigkeiten die es zu Entdecken gab.
Bis zur Abfahrt des Botes zu unserem eigentlichen Ziel der Insel gönnten wir uns noch ein kleines Mittägliches Mahl. Dieses Risiko konnten wir eingehen, nicht dass wir uns Sorgen wegen der Qualität machten, die war wie immer unstrittig gut, doch auch die See war so ruhig, dass keine Komplikationen mit dem Magen zu erwarten waren.
Die Überfahrt verlief dann auch so ruhig wie erwartet. Sehen konnten wir allerdings nicht viel, denn die Passagiere konnten sich nur im Bootsinneren aufhalten und auch von dort war die Aussieht mehr als eingeschränkt. Also legte ich gleich mal ein Schläfchen ein.
Auf Toushi angekommen wurden wir gleich vom Hotelbesitzer in Empfang genommen und via Bus, in den ich wirklich Probleme hatte hineinzupassen, zum Hotel gefahren. Die Fahrt dauerte nicht nur gefühlte, sondern echt 2 Minuten.
Vor einem kleinen 2 stöckigen Haus wurde halt gemacht und wir wurden sehr freundlich herzlich willkommen geheißen und wir erfuhren sogleich, dass wir für diesen Tag die einzigen Gäste waren. Welche Vorzüge uns das brachte erfuhren wir später.
Als wir unser Zimmer bezogen, wusste ich, es wird schmerzhaft aber schön. Bei dem Raum handelte es sich um ein im rein japanischen traditionellen Stiel eingerichteten Raum. Also man hatte auf dem Bode zu sitzen und zu schlafen. Beides war für mich kaum realisierbar und wir mussten uns einiges einfallen lassen, damit ich den Raum so genießen konnte ich ich es gerne wollte. Denn im Grunde fand ich es toll auf diese Weise untergekommen zu sein.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten starteten wir unseren ersten Ausflug ins Örtchen.
Neben der Hauptstraße, auf der mit viel Mühe 2 Fahrzeuge aneinander vorbei kamen, gab es noch die fast nur 2 Personen engen Gassen zwischen den Häusern des Ortes. Die Hotelbesitzerin hatte uns abgeraten uns dort hinein zu wagen, denn man könne sich leicht verlaufen und dennoch wagten wir es, nachdem wir de Hafen ausführlich genossen hatten.
Erfreulicher Weise schafften wir es nicht nur uns etwas durch die Gassen zu arbeiten, sondern auch gleich den einzig richtigen Weg zu finden der uns hinauf auf die Hügel brachte, die sich gleich hinter den ersten Häuserreihen in den Himmel aufrichteten.
Dort ging es steil und stetig über Stufen hinauf und es brachte mich doch einigermaßen ins Schnaufen.
Bei diesem Weg handelte es sich nicht nur um eine Gefälligkeit für Touristen, sondern dieser Weg, wie viele Andere seiner Art, hatten einen lebenswichtigen Sinn. Es waren die Wege über die die Bewohner bei einem Tsunami retten konnten. Sie brachten sie so weit wie möglich in die Höhe, weg vom Meeresspiegel.
Uns wurde durch die Wege nette Aussichten auf das Umland und das Meer geboten, was wir wirklich sehr genossen.
Bei einem der Aussichtspunkte gab es sogar eine Gedänkstätte in form eines Baumes. Dort hatte ein Japansicher General seinen Kopf, nach verlorener Schlacht, verloren.
Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen und so entschieden wir uns lieber den Weg zurück in die Herberge anzutreten, denn einen Abstieg in der Dunkelheit wollten wir nicht unternehmen.
Bevor die Herberge erreichten, entdeckten wir noch den örtlichen Supermarkt. Dort konnten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, damit für unser leibliches Wohl an diesem Abend und dem kommenden Morgen gesorgt war. Der Laden war wirklich putzig und hatte sicherlich alles, was der Bewohner so mal eben auf die Schnelle einkaufen wollen würde.
Im Hotel angekommen, kamen wir in den Genuss die einzigen Gäste zu sein, denn es gab dort keine Badezimmer oder ähnliches, sondern nur ein großes Gemeindschaftsbad mit Gemeindschaftswanne.
So konnten wir das Bad direkt und als erste und einzige genießen.
Auf den ersten Blick hört sich es etwas seltsam an, dass man eine Wanne mit andern teilen soll, doch das war kein Problem, denn in der Wanne wurde sich nicht gewaschen, sondern nur gebadet.
Bevor man die die Wanne steigen darf, hockte man sich brav auf seinen kleinen Plasitkhocker und wäscht sich ausgiebig, in dem man mit einer Schüssel Wasser wie in einer Dusche über sich rauschen lässt.
Das Wasser war herrlich heiß und das war auch wichtig, denn ansonsten gab es nur kaltes Wasser und auf den Gängen usw. war es wirklich eiselig kalt.
Unseren Raum konnten wir zwar via Klimaanlage heizen, doch so richtig gemütlich wurde es nicht und musste man in der Nacht hinaus aufs Örtchen, wurde es wirklich sehr frisch.
Alsbald breiteten wir unsere Schlafmatten auf dem Boden unseres Zimmers aus uns überließen uns unsern Täumen und versanken in die erste Nacht auf dieser Insel.
Jetzt ist es ja mein 3ter Aufenthalt in Japan und es hat mich schließlich auch erwischt. In der Nacht begann meine Unterkunft zu wanken und sich zu schütteln und mir mir war gleich klar – Wow .. ein Erdbeben.
Mein Gebäude schwankte jedoch nur und ich hatte das Gefühl, dass es die Bewegungen aus dem Untergrund abfederte, so dass ich mich in meinem Bett durchaus sicher fühlte. Auch hörte ich von draußen nichts außergewöhnliches und so gingen die etwa 20 Sekunden des Bebens angstfrei an mir vorüber.
Im Laufe des vergangenen Jahres waren mir allerlei Fotos aus Japan und Kyoto im speziellen untergekommen. Dabei war eines, welches mir besonders gefiel. Es zeigte einen Bambus Hain so herrlich und schön, dass für mich feststand, dass ich ihn auf jeden Fall auch besuchen wollte. Vor allem wollte ich einmal sehen in wie weit Foto und Realität übereinstimmten.
So saßen wir schon relativ früh im Zug und traten unsere Fahrt in Richtung Wäldchen und den ebenfalls dort zu findenden Sehenswürdigkeiten an und obwohl wir verhältnismäßig früh dran waren, teilten wir das Gefährt mit allerlei anderen Personen die das selbe Ziel zu haben schienen wie wir.
Als der Zug ankam und er nach der Weiterfahrt doch recht leer war, bestätigte sich meine Vermutung und wir bewegten uns mit dem Tross hinaus aus dem Bahnhofsgebäude.
Dort wurden wir von wir sogleich von Rikscha Fahrern in Empfang genommen. So ziemlich jeder wurde angesprochen, ob man nicht eine Fahrt unternehmen wolle. Jedoch nicht wenn ich bei ihnen vorbei kam, dann senkten sich die Augen etwas verschämt in Richtung Boden. Man wagte es nicht mich um eine Fahrt zu bitten. Ach, was musste ich grinsen.
Ich dachte noch immer über diese kleine Episode nach, als mir ein paar Meter weiter ein herrlicher Duft in die Nase Kroch und schon sah ich es, einen kleinen Laden der leckere Kleinigkeiten zum Verzehr anbot. Zumeist handelte es sich um Fisch, es gab aber auch etwas vom Huhn. Eri und ich konnten beim besten Willen nicht wiederstehen und erwarben ein bisschen Huhn. Oh, wie lecker das war. Die Begeisterung dafür begleitete uns noch den ganzen Tag.
Doch irgendwie drängte es mich den Bambus Hain zu erreichen. Also ging es weiter. Als wir schließlich in eine Nähe kamen, nahm die Anzahl der Besucher doch deutlich zu und es gab die ein oder andere sehr umfangreiche Menschentraube zu umschiffen.
Es bogen neben uns durchaus ein paar Leute in den Hain ab und alleine war man dort wirklich nicht, dennoch war es nett. Enttäuscht war ich nicht, doch war der Hain viel kleiner als erwartet und das Foto welches mich veranlasst hatte zu kommen, konnte ich nicht nachvollziehen und das lag nicht daran, dass im Foto keine Menschen zu sehen waren, dafür gab es schließlich Mittel und Wege. Ich schaffte es auch nicht herauszufinden wo das Bildchen geschossen worden war.
So konzentrierte ich mich alsbald wieder auf all die anderen hübschen Dinge, so wie einen kleinen Schrein, der bei Mädchen sehr beliebt war. Dort konnte man sich nämlich einen guten, hübschen Partner wünschen. Ich denke, das an der Ernsthaftigkeit, in der man an die Erfüllung glaubte, keine Zweifel gab.
Als wir den Hain wieder verließen, hatte ich wirklich großes Glück. In Kyoto ist es durchaus nicht unüblich, dass sich Gäste Kimonos ausliehen und so begleitet ihren Ausflug durch die Stadt starteten. Zwei so begleitete junge Damen bekam ich zu sehen und ich genoss es sie zu beobachten, wie sie bestaunt wurden und mit Genuss durch den Ort liefen.
Obwohl der Stadtbezirk (Ukyō) einiges an Menschen aufwies, entdeckte Eri eine kleine Ecke die mir wahrlich gut gefiel und ganz Menschenleer waren. Man nannte es wohl Kimono-Wald. Hier hatte man verschiedene Kimono-Stoffe in Glasröhren gepackt und diese aufgestellt. Mir gefiel es wirklich sehr gut und ich war froh, dass wir es aufgesucht hatten.
Auf dem weiteren Weg erreichten wir schließlich einen Fluß über den hinweg sich ein netter Blick auf die Umliegende Hügelkette ergab und bei dem schönen Sonnenschein lud es ein, sich niederzulassen und die Umgebung zu genießen. Lange währte der Stop nicht, denn es war durchaus frisch, trotz der wärmenden Sonnenstrahlen.
Den Abschluss unseres Aufenthaltes bildete der Besuch eines Buddhistischen Tempels (Tenryū-ji). Schon der Zugang zum Tempel erlaubte es uns andere Gärten und Gebäude zu betreten und zu sehen. Doch meist waren sie kurz hinter dem Tor abgesperrt, so dass sich nur ein kleiner Blick erhaschen ließ, doch selbst die waren es wert nicht ein einziges Gebäude auszulassen.
Wie sich herausstellte war der Tempel zu großen Teilen wegen Renovierung geschlossen. Da es jedoch einen Park geben sollten, bezahlten wir trotzdem und starteten unseren Rundgang durch die Anlage. Natürlich merkte man immer, dass der Herbst schon vorüber war und die Natur langsam in den Winterschlaf versank und dennoch, die gartenarchitektur war beeindruckend und es wurde der Phantasie überlassen wie üppig und herrlich die Anlage im Frühling aussehen.
Wir verbrachten schließlich mehr Zeit im Garten, als wir selber erwartet hatten, doch langsam begann sich wieder die Dunkelheit auf die Stadt zu legen und so traten wir unsere Fahrt in Richtung unserer Unterkunft an.
Während wir in der Bahnsaßen und darüber nachdachten, was wir denn zu Abend essen sollten, entdeckte Eri ein “Kuru Kuru Sushi” – also ein Sushi Restaurant bei dem die Tellerchen mit den Leckereien stetig auf einem Laufband vor der Nase vorbei fuhren, und dies ohne Unterlass.
Also verließen wir den Zug und nahmen als bald unseren Platz im Restaurant ein. Doch bevor wir zu Essen beginnen konnten, erlaubte ich mir noch einen kleinen Patzer. Natürlich war ich auch für dieses Restaurant und die Sitzgelegenheit etwas zu üppig dimensioniert. Ich hockte mich und dabei verrückte ich die gesamte Sitzbank inklusive des dort sitzenden älteren Herrn. Der, ob wohl ich die Bank rund 30 cm versetzt hatte, nichts davon mitbekommen hatte und sich etwas wunderte wofür ich mich entschuldigte.
Danach begann das futtern und wenn mal nichts leckeres auf dem Laufband vorüber kam, oder uns einfach nach etwas anderem als dem Angebotenen der Sinn stand, bestellten wir es und es wurde kurzer Hand produziert und wurde auf einem zweiten express Band angeliefert.
Der gesamte Genuss kostete auch nur 100 Yen – akt. 75 cent – pro Tellerchen, was den Verzehr noch angenehmer machte, ohne dass die Qualität irgendwie darunter gelitten hätte.
Vom Suhi Restaurant ging es noch kurz in ein 100 Yen Geschäft, dort wurde fürs Frühstück eingekauft. Bevor wir jedoch den Laden betraten, kamen wir an einer gewaltigen Batterie an “Kaugummi Automaten” vorüber, die jedoch keine Kaugummis beinhalteten, sondern allerlei Krimskrams und Figuren.
Diese Automaten fand man aller Orten, doch in solch einer geballten Form hatte ich persönlich sie noch nie gesehen.
Nach der Erledigung aller Einkäufe ging es weiter in Richtung Hotel und wir hatten diesbezüglich richtig Glück, denn am Bahnhof des Kuru Kuru Sushi, gab es eine U-Bahnstation die uns direkt, ohne Umsteigen bis zum Hotel brachte. Ok, einen Sitzplatz gab es nicht, denn selbst im normalen Verkehr war die Bahn relativ voll.
Eigentlich wollte ich in diesem Jahr keine Hinweisschilder mehr fotografieren und mir eine andere Serie suchen, doch Japan macht es mir wirklich schwer dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn überall stolpere ich über diese mich ansprechenden Aufforderungen etwas zu tun oder zu unterlassen.
Ich hoffe, dass auch diese neue Serie, die sich natürlich über die gesamte Reise erstrecken wird, auch den ein oder anderen Schmunzler oder Kopfschütteln hervorbringen wird.