Ein besonderes Phänomen sind die sogenannten „Lucky Bag“ in Japan, welche ganze Heerscharen an Menschen zum Jahresbeginn mobilisieren.
Wir würden eine „Lucky Bag“ wohl Wundertüte nennen. So nannten sich auf jeden Fall diese kleinen Tüten in meiner Kindheit, bei denen man nicht wirklich wusste, was man beim Erwerb dieser Tüten bekam und sich überraschen ließ, wenn man sie erwartungsvoll öffnete.
Heute stand der Besuch eines alt-ehrwürdigen Tempels auf der Liste unserer Ausflugsziele.
Dafür hieß es wieder den lokalen Bus besteigen und sich rund 30 Minuten durch die Landschaft fahren zu lassen. Da mir diese Region wirklich gut gefiel, besonders die Häuser, bedauerte ich diesen Umstand wahrlich nicht. Lediglich war es, wie immer, etwas schade, dass man nicht einfach anhalten konnte, um sich das Ein oder Andere aus der Ferne (oder Nähe ) hätte ansehen zu können.
Wie man sich denken kann, war es notwendig das ein oder andere Mal ein Fotogeschäft aufzusuchen, da ja meine Kamera runter gefallen war und mein Objektiv sich in Schrott verwandelt hatte.
Mit Wajima haben wir die Pazifik-Küste Japans hinter uns gelassen und befinden uns genau auf der anderen Seite, nämlich der des Japanischen Meeres.
Die Fahrt nach Wajima war wahrlich eine lange Fahrt, doch schon als wir die Region erreichten, merkte ich, dass hier alles irgendwie anders aussieht. Dieser Eindruck bezog sich dabei weniger auf die Landschaft, als auf die Häuser und Dörfer. Sie sahen alle so aufgeräumt und hübsch auf. Besonders fielen mir die Hausdächer ins Auge, denn diese hatten durchgängig schöne schwarz glänzende Dachpfannen. Dass diese Pfannen durchaus trickreich waren, lernte ich während des Aufenthalts.
Wie fast alle besuchten Ziele, stand am Anfang ein Foto, welches ich im Internet gefunden hatte.
In diesem Fall war es ein Foto von einem wunderbaren und beeindruckend hohen Wasserfall. Mir war sogleich klar, dass ich diesen Ort besuchen möchte und so wurde er in unsere Reiseroute eingebaut.
Erneut wurde der eigentliche Ort, nämlich Nachi, nicht der Ort in dem wir unsere Unterkunft bezogen, sondern ein Ort in der Nähe namens Shingū. Hier waren die Voraussetzungen für unsere Weiterreise besser, als von Nachi.
So stand auch hier erst einmal Morgens eine Fahrt mit den öffentlichen Transportmitteln an. Den Anfang bildete der lokale Zug, und anschließend folgte noch eine kurze Busfahrt.
Ich hatte „tamago kake gohan“ schon im Ramen des japanischen Frühstücks kennengelernt. Doch jetzt lernte ich, dass man dieses Gericht auch durchaus als Hauptmahlzeit bekommen kann.
Grundsätzlich besteht das Gericht aus gekochtem Reis in einer Schale, ein rohes Ei und Sojasauce. Das ganze durchmischt man und verzehrt es. Ich habe für mich in Deutschland stets noch etwas Butter hinzugefügt, was es für mich das ganze noch etwas aufwertet. Es ist jedoch nicht Bestandteil der original Gerichtes.
Dass Tamago Kake Gohan auch ein Hauptgericht sein kann, lernte ich bei einem, auf dieses Gericht spezialisiertes Restaurant.
Die Eier in diesem Lokal stammten von glücklichen Hühnern, deren Wohlbefinden durch die Berieselung mit Mozart Musik, erreicht werden soll. Auch im Restaurant gab es für die Gäste die selbe Musik zu Untermalung.
Eigentlich ist Kumano wirklich der perfekte Ort, um die ein oder andere Pilgerwanderung zu unternehmen. Diese Tatsache und die Verlockungen der sehr schönen Wege, hatte ich immer in meinem Kopf, und trotzdem entschieden wir, dass dieser Tag kein Wandertag werden würde.
Am heutigen Tag teilten mir meine Knie mit, dass sie die letzte Wanderung nur bedingt lustig fanden, doch dieses unangenehme Gefühl hielt sich in Grenzen.
Schlimmer war der Schmerz in meiner Ferse, als ich mich wirklich ordentlich vertreten hatte.
Auch in Japan geht es auf den Winter zu, oder es sollte schon ordentlich Winter sein, wenngleich dieser Winteranfang wahrlich sehr moderat in diesem Jahr ausfällt.
So mag man sich nun wundern, warum jetzt die Badesaison beginnt, denn dies müsste doch im Frühling sein. Doch ich lernte, hier in Kumano beginnt die Badesaison im Winter.
Dabei meine ich ausdrücklich die Badesaison „draußen unter freiem Himmel“ und nicht irgendwo in einem Gebäude.
Wenn nun die Verwirrung komplett sein sollte, hier nun die Auflösung:
Ich befand mich in einem Gebiet mit heißen Quellen und somit mit div. Onsen – Angeboten.
Shinto ist die älteste Religion, die in Japan praktiziert wird und zeichnet sich durch seine Gottheiten, die sich sowohl als Mensch, Tier oder Gegenstand darstellen, aus.
Ich war gespannt, ob sich dieses religiöse Zentrum hier in Kumano ebenso präsentierte, wie der Buddhismus in Kōya-san.
In Deutschland kennt man im besten Fall noch Beef-Jerky, ein aus Amerika stammender Snack. Also getrocknetes Fleisch, welches man vorher mariniert oder gesalzen hat.
Wie sollte es sein, ich mochte es durchaus. Mich schreckte zumeist nur der Preis, um öfters zuzugreifen.
In Japan, ein ausgesprochenes Fischland, hat man einfach eine Fischvariation erstellt. In dieser Variante setzt man auf Fleisch vom Hai und auch das traf durchaus meinen Geschmack.
Heute war eigentlich einer von diesen diversen „Fahr-Tagen“, die uns zum nächsten Ort brachten.
Wir stimmten die Fahrt derart ab, dass wir so am Ziel ankamen, um gleich im nächsten Hotel einzuschenken. So ergab sich für uns die Möglichkeit, etwas den Strand von Kii-Tanabe genießen zu können .
Wir verließen also unsere Unterkunft, deponierten aber noch unser Gepäck dort, und machten uns auf in Richtung Strand, welcher etwa sagenhafte 100 Meter entfernt lag.
Ja auch das gibt es, Krebs als Snack. Es sind keine Monster großen Exemplare ihrer Spezies, sonst wäre es vielleicht etwas verwirrender.
Wie der Snack genau hergestellt wird, ich weiß es nicht. Es scheint jedoch so, dass man diese kleinen Tiere in Gänze röstet und mit Sojasauce und Zucker verfeinert und so entsteht ein süßer, knackiger kleiner Snack für zwischendurch.
Nun lag Koya-san, samt seiner Geschichte seinen beeindruckenden Orten, hinter uns, und ich war wirklich gespannt, wie es weitergehen würde.
Nun mussten wir uns ein wenig den Transportbedingungen unterwerfen, da wir ja mit öffentlichen Transportmitteln unterwegs waren;
Deshalb ging es nicht auf direktem Wege zu unserem nächsten großen Ziel, sondern über einen Zwischenaufenthalt, den wir natürlich mit dem Besuch einer anderen Sehenswürdigkeit der Region verbanden.
Wir hatten uns, in einem kleinen Ort namens Kii-Tanabe, unsere Unterkunft gesucht. Mehr als dies hatte dieser Ort nicht zu bieten, wenngleich er wirklich sehr nett war, und man allerlei Aufwand betrieben hatte, die Hauptstraße hübsch herzurichten. Aber gab es etliche Bäckereien.
In anderen Orten war in den Auslagen ein Hinweis zu finden, dass es „deutsches Brot gäbe“ , doch nicht hier. Hier gab es eine dänische Bäckerei mit dänischen Brotspezialitäten. Japan (2015) – Shirahama – Felsenküste weiterlesen
Man kennt in Deutschland wohl die Versuche, dass junge Menschen in die Arme gehen. Während in Deutschland auf Kameradschaft, Know-how usw. gesetzt wird, hat man in Japan einen anderen Ansatz. Dazu einfach dieses Werbeplakat genießen.
Wir überlegten ernsthaft, was wir an diesem, unserem letzten, Tag in Kōya-san machen würden. Ich hatte jedoch einen eindeutigen Wunsch. Noch einmal wollte Ich den Waldfriedhof beim Kobo Daishi Gobyo sehen, denn wir hatten irgendwo in der Mitte mit unserem Besuch des Friedhofs begonnen. Nun aber wollte ich unbedingt auch den Rest sehen, denn meine Eindrücke waren so tief, dass ich sie nochmals genießen würde.
In Hashimoto sah der Tag wirklich vielversprechend aus, doch in Kōya-san angekommen, hatte es sich so richtig eingeregnet. Mal viel mehr, mal etwas weniger Regen, doch im Moment schien es nicht so, als wolle es irgendwann aufhören.
Wir hatten schon verschiedentlich Erfahrungen gesammelt, um im Regen zu fotografieren, doch einfach ist es auf keinen Fall. Als gute Hilfsmittel erwiesen sich Duschhauben, die in Japan erfreulicherweise zur Badezimmer – Ausstattung gehören (natürlich Einmal- Duschhauben). Daneben noch die Gegenlichtblende des Objektives. Damit kann man trefflich verhindern, dass das Objektiv immer gleich mit Regentropfen übersät ist und die Duschhaube, na ja, für den Weg zwischen den Fotos.
Bislang standen die diversen Aufenthalte und Besuche noch ganz unter dem Zeichen meinen Jet-lag zu überstehen, doch jetzt wurde es ernst, denn wir wollten nun das erste wirklich spannende Reiseziel besuchen und zwar den Ort Kōya-san.
Kōya-san bezeichnet weniger einen Ort als ein Gebiet, welches eine Gruppe von Bergen umfasst und heute als ein wahrlich heiliger Ort für den Shingon Buddhismus gilt.
Eine richtige Vorstellung, was mich erwarten würde, hatte ich nicht, obwohl ich mir div. Bilder und Videos angesehen hatte.
Für den heutigen Tag standen uns verschiedene Ausflugsziele zur Auswahl und da wir von keinem eine rechte Vorstellung hatten, wie spannend sie sind, entschieden wir uns einfach für einen am Meer gelegenen Park (Saikazaki Park).
Dieser Ort diente in früheren Zeiten als Aussichtspunkt, um ankommende Schiffe, besonders wohl die, die aus dem fernen Europa kamen, frühzeitig auszumachen.