Japan (2010) – Kobe – Tetsujin 28-gō

Eri erzählte mir etwas von einer “Iron Man” Statue und wie man so ist, verband ich es mit dem amerikanischen Iron man, der akt. auch die Kinos  beherrscht. Doch natürlich ging es nicht um diese amerikanische Figur, sondern um eine japanische Comic Figur namens “Tetsujin”.

20100508_053301-IMG_0011_ji So recht etwas darunter vorstellen konnte ich im Vorfeld nicht was ich erwarten sollte und war um so begeisteter, als ich schließlich zu Füßen dieses 18 Meter großen Kolosses stand.

Ich fand es so spannend, dass ich mir etwas mehr Aufenthaltszeit wünschte, um mir Tetsujin aus allen Richtungen genau anzusehen. Auch fand ich es sehr spannend die anderen Besucher bei ihrem Besuch zu beobachten.

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20100508_080021-IMG_0245_ji Anschließend schlenderten Eri und ich noch etwas durch die nahegelegenen Straßen. Auf diesem Rundgang kamen wir an einem Restaurant vorüber an dessen Fassade viele beschriftete Lampions hingen. Ich fand es ein hübsches Schmuckwerk, doch erklärte Eri mir, dass es sich da bei um die Speisekarte des Lokales handelt. Also diese Idee fand ich wirklich originell und schön.

Dem nicht sehr ausschweifenden Spaziergang folgte die Rückfahrt in die Innenstadt, denn heute wollten wir endlich ins Kino gehen. Als ich die Rechnung sah, wurde ich doch etwas blass, denn 17 Euro pro Person, ohne Extras wie Popcorn, ist schon stattlich.

20100508_085826-IMG_0264_ji Den Preisschock verdaute ich bei einem Spaziergang durch die Stadt, bis die Vorstellung beginnen sollte. Dabei kamen wir an einem wirklich ansehnlichen Schrein vorüber der sich so unscheinbar zwischen die Hochhäuser duckte, dass ich ihn alleine sicherlich übersehen hatte. Auch wenn die allgegenwärtige rote Farbe ihn deutlich sichtbar machte.

Nicht nur, dass ich das Gebäude sehr ansehnlich fand zusätzlich hatte ich Glück, dass an diesem Tag für eine Zeremonie geübt wurde. So kam ich zu dem Genuss diesen Übungen zuschauen zu können. Es sah alles sehr anmutig und elegant aus.

Ich genoss diesen Aufenthalt sehr, doch dann ging es wieder in Richtung Kino.

20100508_090455-IMG_0296_jiDort angelangt, wollten wir uns noch mit Popcorn eindecken. In Japan herrscht gesalzenes und mit Karamell Überzogenes Popcorn vor. Da ich ohnehin die salzige Version bevorzuge, war ich um diesen Umstand nicht traurig. Etwas missmutiger stimmte hier die lange Schlange vor dem Schalter. Doch Glück gehört auch zum Leben, denn gerade als wir uns anstellen wollten, wurden 2 weitere Kassen geöffnet.

Der Kinosaal sah aus wie alle die Säle die ich bislang gesehen hatte, nur war alles wesentlich ausführlicher bezeichnet und beschriftet. Die Sitzreihen boten sehr viel Platz für die Beine, doch dafür schienen mir die Sessel einen hauch schmaler zu sein, so dass ich ernstliche Zweifel hatte je wieder aufstehen zu können. Ich steckte einfach nur fest.

Vor dem Film gab es noch allerlei Unterweisungen, z.B. welches Loch in der Lehne zum entsprechenden Platz gehört und ähnliches. Das Werbevorgeplänkel fiel wohl einen hauch kürzer aus als in Deutschland, doch wirklich ins Gewicht fiel es nicht.

Eri und ich hatte uns für Alice entschieden, der in 3D gezeigt wurde. Ich musste zwar die 3D Bille aufsetzen, damit mir von den Doppelbildern nicht schlecht wurde, doch von 3D sah ich nix. Das lag aber nicht am Film, sonder einfach an der Tatsache, dass ein Auge futsch ist. Somit wird diese Innovation für mich wirklich keine Rolle spielen.

Ob es an den Sitzen lag oder irgend etwas anderem, das Sitzen entwickelte sich zu einer sehr schmerzhaften Aktion und es war mehr als schwierig bis zum Ende des Films auszuhalten.

Ahhh … Ende vom Film. Während in Deutschland die ersten Zeilen des Abspanns zu Laufen beginnen, ist das Kino im Grunde schon leer. Nicht so in Japan. Hier blieb der Größte Teil wirklich sitzen, bis der Abspann abgelaufen war und das Licht anging. Besonders in unserer Reihe schienen Verfechter dieser Variante zu sitzen, so blieb nichts anderes übrig als, dass auch wir bis zum bitteren Ende hocken bleiben mussten.

20100508_091855-IMG_0338_jiVerschweigen möchte ich nicht, dass ich erfreulicher Weise ohne weitere Probleme mich aus der Umklammerung durch den Sessel befreien konnte.

Auf dem Heimweg kamen wir im Übrigen noch an der örtlichen Baumkuchen Backstube zurück. Sie war wohl mal von einen deutschen gegründet worden und er ist damit wohl auch wirklich erfolgreich geworden.

 

Japan (2010) – Nara – Die alte Kaiserstadt

20100505_033544-IMG_8831_ji Da Kobe sehr viel von einer modernen Großstadt hat und man das, was Besucher nach Japan zieht, ein wenig suchen muss, hat sich Eri gedacht, warum nicht nach Nara in die alte Kaiserstadt. Auch wenn diese Stadt gerade mal von 710 bis 784 Hauptstadt des Landes war, entstanden dort eine große Vielzahl an grandiosen Gebäuden. Für den geneigten Japan Besucher gibt es an diesem Ort unendlich viel zu entdecken.

Wir haben uns die Tatsache zu nutze gemacht, dass es von Kobe bis nach Nara gerade mal 90 Min. Fahrt mit der Bahn sind. Zudem feiert die Stadt in diesem Jahr 1300 jähriges Bestehen, was uns zu einem herrlich günstigen Ticket verhalf.

Da dies der letzte Tag der golden Week (goldenen Woche) war, war natürlich der Zug entsprechend mit anderen Ausflüglern gefüllt. Was aber nicht tragisch war, denn wir hatten einen Sitzplatz ergattert. Nun bekam ich von der Fahrt nicht wirklich viel mit, denn schon kurz nach verlassen des Bahnhofs war ich eingeschlafen.

Unser erster Stopp erfolgte nicht in der Stadt, sondern zwei Stationen früher, denn hier ergab sich die Möglichkeit die rekonstruierte Heijō-kyō („Kaiserliche Residenzstadt Friedensburg“) zu besuchen.

20100505_020817-IMG_8701_ji Dass man hier auf große Besuchermassen eingerichtet war, merkte ich schon im Bahnhof. Denn es gab allerlei Personal, welches via Lautsprecher einen dort hin leitete wo man sie hin haben wollte. Dies behütete gehen war über die gesamte Strecke möglich und so brauchte man sich als Fußgänger nicht viele Gedanken machen, denn alle irgendwie kritischen Stellen waren mechanisch und mit Helfern abgesichert. Dieses betüddelt werden war wirklich etwas, was ich hier sehr zu schätzen gelernt habe.

20100505_023545-IMG_8714_ji Auf unserem 10-15minütigen Weg knallte uns die Sonne so brutal auf den Kopf, dass ich wirklich froh war, als wir am Heijō-kyō eintrafen. So lockten die Zelte mit Kälteduschen schon sehr, doch wir marschierten dann doch gleich erst mal zum Gebäude. Dort reihten wir uns in die Schlange aus Menschen ein und glitten langsam mit den Strom ins Gebäude.

Eri hatte aufgeschnappt, dass dies ein wirklich ruhiger Tag sein sollte. Ich mochte das einsehen, war aber schon zufrieden, dass es nicht mehr war.

I20100505_031211-IMG_8775_jim Gebäude hatte man tatsächlich Gelegenheit sich in Ruhe umzusehen, denn in der Schlange war es so gnadenlos weiter gegangen, dass ein Umschauen nicht möglich gewesen war. Beim Betrachten der Architektur, der Gemälde und der Empore für den Kaiser konnte ich mir gut vorstellen welch einen Eindruck und Macht es vermittelt hatte.

Vor dem Gebäude fand eine Kampfsport Unterweisung statt und ich muss wirklich sagen, dass mir die Teilnehmer mehr als leid taten, denn sie saßen in der prallen Sonne und konnten der Hitze kaum entkommen. Da half es auch kaum, dass vereinzelt Helfer herum liefen und kühlenden Nebel verteilten.

Ich zumindest musste mich kurz unter einen Baum hocken und sah zu, dass ich wieder etwas Normaltemperatur annahm. Ich war nun schon so fertig, dass ich fast auf einen weiteren Besuch der Stadt hätte verzichten wollen, doch das wäre ein gewaltiger Fehler gewesen.

20100505_070127-IMG_8958_ji Ich machte aber nicht schlapp und so kam ich noch in den Genuss die verschiedenste Tempel sehen zu können.

Den Anfang bildete der buddhistische Tempel Kōfuku-ji. Mit seiner Pagode wirkte er wirklich majestätisch und Eindruck einflößend.

Oh, hier bekam ich auch das erste mal die Hirsche zu sehen, für die Nara bekannt ist. Sie sahen schon putzig aus und ließen sich wirklich allerlei von den Touristen gefallen. Sie hatten wirklich ein buddhistisches Gen. Dass sie nicht ganz so harmlos waren, lernte ich an einem Informationsschild, auf dem der Besucher auf alle möglichen Gefahren durch das Tier hingewiesen wurde. Bedachte mach jedoch, was die Tiere so alles über sich ergehen ließen, war es wohl ok, dass es zur ein oder anderen Entgleisung kommt.

20100505_083441-IMG_9134_ji Den Abschluss unseres Besuches bildetete ein weiterer buddhistische Tempel der Tōdai-ji. Ein Tempel der besonderen Art, denn es handelt sich bei ihm um das größte rein aus Holz gebaute Gebäude. Er beherbergt darüberhinaus eine gigantische Buddha Statue. Dieses Monument wollten neben uns beiden auch noch viele andere Menschen sehen und so galt es wieder mit den Massen auf das Gebäude zugetrieben zu werden, wie ein Stück Holz im Fluss.

Dennoch blieb Zeit links und rechts des Weges die Unmengen an Händlern mit ihren Snacks und sonstigen Angeboten zu betrachten. Also mir lief jedes Mal das Wasser im Munde zusammen.

20100505_081809-IMG_9100_ji Bevor wir den eigentlichen Tempel erreichten galt es ein riesiges Holztor zu durchschreiten. In denen Geisterskulpturen standen, die das Böse von was von Außen kommen könnte abschrecken soll. Als ich mir diese Skulpturen ansah, meinte ich erst es seinen Gemälde. Erst bei genauerem hinsehen konnte ich erkennen, dass es wirkliche Skulpturen waren, doch selbst jetzt schaute ich immer wieder hin, denn die Verwirrung war sehr groß, ob dieses merkwürdigen Eindrucks.

Noch eindrucksvoller als diese Geister war natürlich der riesige Buddha im Tempel. Auch wenn ich persönlich keinerlei Bezüge zu dieser Religion pflege, so ist es allemal wirklich eindrucksvoll, was hier im Namen dieser Religion geschaffen wurde.

20100505_084332-IMG_9161_ji Während ich den Buddha umrundete ließ ich dieses riesige Gebäude und die Tatsache, dass es rein aus Holz entstanden ist auf mich wirken und das machte den Eindruck noch intensiver.

Kurz vor Ende meines Rundganges kam ich an einem der Stützpfeiler für das Gebäude vorüber. Hier hatte sich eine doch beachtliche Schlange an Menschen gebildet. Ich fragte mich warum. Die Lösung kam, als ich den Pfeiler erreichte.

An seinem Fuß gab es ein Loch, durch das sich all die hindurchzwängten, die davon ausgingen nicht stecken zu bleiben. Für mich wäre es ein unmögliches Unterfangen geworden. Wahrscheinlich wäre ich schon mit dem Kopf stecken geblieben.

20100505_075356-IMG_9044_jiBevor wir den Tempel verließen überredete mich Eri mir einen Glückszettel zu erwerben. Dazu schüttelte man eine Dose mit Stäben drin. Dann versuchte man einen der Stäbe hinaus zu schütteln. Auf ihm stand dann eine Nummer und über diese Nummer bekam man seinen Zettel. Nun waren meine Prophezeiungen eher wischi waschi und nicht wirklich gut. Aber man brauchte mit ihnen nicht leben, denn in der Nähe gibt es immer einen Baum, Stange oder ähnliches, wo man seinen Zettel festmacht, so dass die Prophezeiung dort verbleibt. Also überhaupt kein Problem, selbst wenn man die Pest an den Hals vorhergesagt bekäme.

Wir verließen den Tempel, als die Tore geschlossen wurden. Es war erstaunlich wie schnell sich die Menschenmassen, die mich am Tage noch etwas erschreckt hatten in nichts auflösten. Man fühlte sich plötzlich völlig allein und konnte alles in Ruhe genießen.

20100505_103903-IMG_9392_ji Bevor wir Nara verließen hielten wir in der örtlichen Fußgängerzone an einem Laden der Eingelegte Gemüse anbot.  Auch wenn das ein oder andere etwas seltsam aussah, es schmeckte alles lecker. Eines der Angebote wirkte auf mich fast wie Fleisch und Wurstwaren, doch es waren eingelegte Melonen, Gurken usw. Leider war es mir etwas zu teuer, sonst hätte ich sicherlich davon etwas mitgenommen.

 

 

Japan (2010) – Kobe – Wie sieht die Wohngegend aus

Vielleicht mag sich der ein oder andere Fragen, wie es bei mir in der Umgebung denn so aussieht. Kein Problem. Einfach mal auf den folgenden Link für Google Street View (Google Straßen-Ansicht)  klicken und schon kann ein Rundgang ausgehend von meiner Wohnung unternommen werden. Aber Achtung, nicht verlaufen :-))

Hier klicken und der Rundgang kann beginnen

Nach dem klicken kann es ggf. ein paar Sekunden dauern, bis die Street View Ansticht startet.

Japan (2010) – Kobe- Der Umzug & Eine Stunde Schmerzen

Im Grund hatte ich an diesem Tag nicht damit gerechnet überhaupt Fotos zu machen, denn Eri und ich wollten uns eine Massage gönnen und danach ins Kino gehen.

20100504_055307-IMG_8574_ji Eigentlich ist die Straße in der sich unsere Wohnung befindet wirklich als ruhig zu bezeichnen. So wunderte ich mich, dass ich von draußen penetrantes Pfeifen einer Trillerpfeife vernahm und auch ansonsten ziemlich gebrüllt und getrommelt wurde. Eri meine nur, geh mal raus auf den Balkon, es lohnt sich. In der Tat lohnte sich dieser Weg, denn von dort konnte ich eine religiösen Zeremonie teilhaben. Verschiedene Gruppen bewegen sich durch die Straße. So kam zuerst ein Fahrzeug mit Trommel vorüber, danach tauchten Gruppen auf die eine Art True/Schrein durch die Stadt trugen. Eine wohl sehr anstrengend Angelegenheit, denn die Gesichter zeigten doch ein gewisses Maß an körperlicher Aufopferung.

So genossen die Träger die die Pause die in unserer Straße eingelegt wurde und mir gab es die Möglichkeit das Treiben etwas länger zu beobachten.

Ich muss gestehen, dass mir nicht bekannt war, was genau gefeiert wurde oder welchen Zweck der Umzug diente, dennoch war es spannend die verschiedenen Aktivitäten zu beobachten. So wurden u.A. auch alle Geschäftsinhaber begrüßt und Angesprochen und evtl. gesegnet. Möglichere Weise gegen eine kleine Spende. Ganz abwegig ist das mit der Spende nicht, denn zumeist gibt man für alles kleine Geldgeschenke, sei es wenn man im Tempel einen Wunsch äußert, die Glocke bedient usw., also warum nicht auch hier.

20100504_055956-IMG_8617_ji Vielleicht hätte ich mal kurz nach unten sprinten sollen und um einen schmerzfreien Nachmittag bitten sollen. Doch dass das notwendig werden würde, ahnte ich noch nicht. Na, eine leichte Ahnung hatte  ich vielleicht schon, denn unsere Massage sollte in einem chinesischen Salon durchgeführt  werden und so etwas hatte ich im vorletzten Urlaub in Perth schon einmal genossen und hatte dort lustig vor mich in gelitten.

Doch unser Besuch hier sprengte alles. Mir liefen wirklich die Tränen herunter und ich schaute manches Mal etwas hilfesuchend zum Masseur, der unschuldig fragte, ob es weh täte. Ob er danach etwas sanfter massierte, weis ich nicht, denn der Schmerz war der selbe. Besonders schlimm war es, wenn sich das ganze anfühlte, als würde unter der Haut ein Feuer entfacht. Dies waren in der Tat die unangenehmsten Momente, neben der Vorstellung, dass gerade mal die eine Seite bearbeitet wurde und natürlich die andere noch anstand.

Bevor ich mich schließlich vom Massagetisch erhob, wischte ich mir schnell die Tränen aus dem Gesicht, denn wenn man schon ein Weichei ist, muss es ja nicht gleich jeder sehen. Doch auch der Masseur hatte gelitten, bei der Arbeit an so viel Mensch wie mir. Er war wirklich außer Puste geraten.

Eri erzählte mir, dass auch bei ihr sehr intensiv massiert worden war und so schilderten wir uns gegenseitige unsere Schmerzen und Leid. Doch was soll ich sagen, so schmerzhaft es war, so gut half es und so werden wir noch einmal einen Besuch in diesem Salon einplanen. Na, mal sehen … 🙂

Ach ja, Kino … daraus wurde nichts, auch wenn ich mich wirklich sehr darauf gefreut hatte, Japan in die Reihe an Kinoerfahrungen meiner Reisen aufzunehmen. Das Kino war ausverkauft. Heute war Frauentag. An diesem Tag konnten Frauen für 8 Euro ins Kino und das wurde richtig ausgenutzt.

Japan (2010) – Kobe – Onsen & Taisanji Tempel

Am heutigen Tage durfte ich ein Onsen (Heisse Quelle / Öffentliches Bad) kennenlernen. So einfach sich das ganze zu Begin anhören mag, ist das wahrlich nicht. Es ist nicht nur einfach baden gehen, nein, es gibt Rituale und Regeln die es einzuhalten gilt und die man als Ausländer all zu leicht missachtet (Einfach den Artikel zu Onsen lesen 🙂 ). Auch mir hatte Eri sicherheitshalber im Vorfeld einen kleinen Leidfaden in die Hand gedrückt, so dass ich wusste wie es sich zu verhalten galt. Es stellte sich wirklich als nützliche Hilfe heraus.

Um zum Onsen zu gelangen, mussten wir aber erst via U-Bahn die Stadt verlassen. Anschließend ging es mit dem Bus weiter. Diese Busfahrt hatte es in sich, denn dieser klein Bus füllte sich der Art mit Menschen, dass selbst alle Notsitze ausgenutzt wurden (Eri und ich drückten das Durchschnittsalter im Bus bestimmt deutlich auf 70). Wenn ich sage der Bus war voll, dann kann man das mehr als wörtlich nehmen.

Am Onsen trafen wir Eris Vater. Er nahm mich unter seine Fittiche, so dass sich meine Verfehlungen hoffentlich in Grenzen hielten. Schon beim Betreten war der erste Fehler möglich, denn hier galt es gleich die Schuhe auszuziehen, um sie dann einzuschließen. Danach ging es in Richtung Badeeinrichtung. Hier galt es darauf zu Achten, dass man die korrekte Richtung einschlug und nicht versehendlich in der falschen Abteilung, die der Frauen, landete. In manchen Onsen änderte sich ab und an die Badegelegenheit der Geschlechter, also auch hier galt es aufzupassen.

Nun folgte der Auskleide raum. Hier fielen alle Hüllen und konnte zum Wasch-Ecke gegangen werden. Hier hockte man sich auf sein Höckerchen, seifte sich überall sehr, sehr, sehr gründlich ein und reinigt sich nachhaltig. Anschließen ist es wichtig sehr gründlich jegliche Seife zu entfernen, dazu nutze man auch sein kleines Handtüchelchen welches man mit sich zu führen hatte.

Bevor man jedoch in den eigentlichen Pool steigen durfte, hatte man auch ordentlich Wasserreste von sich zu entfernen. Nun stellte sich noch die Frage zum Handtüchelchen. Wohin? Rum liegen lassen, ging nicht. Ins Wasser mitnehmen, das ging überhaupt nicht. Also zusammenfalten und ab auf den Kopf. So hockte man sich dann in das 42 Grad heiße Wasser und genoss es.

Anschließend hatte man eigentlich alle Stolperfallen umschifft und brauchte sich nur noch Anzukleiden und konnte die Badeanstalt verlassen.

Wir blieben noch etwas im Gebäude und so lernte ich noch eine andere Gepflogenheit kennen, die hier wirklich Sinn macht. Im Gebäude lief man zumeist barfuß oder halt mit Strümpfen herum. Doch was sollte man machen, wenn es auf die Toilette geht. Ich denke jedem mag einleuchten, dass es sich sich nicht toll anhört barfuß dort hinein zu gehen. Das brauchte man auch nicht, denn es gab extra Latschen für das WC. Beim Betreten schlüpfte man hinein und beim verlassen blieben sie zurück. Macht wirklich Sinn. Ebenso verhielt es sich beim Besuch der Terrasse. Auch dort gab es eigens bereitgestelle Latschen. So brauchte man auch hier nicht barfüßig herumzulaufen.

20100503_052633-IMG_8420_ji Dem Aufenthalt im Onsen folgte noch ein Besuch einer sehr hübschen Tempelanlage. Gelernt hatte ich mittlerweile schon, dass wenn man von Tempeln sprach dort Buddhismus die entsprechende Lehre ist. Redete man jedoch von einem Schrein herrschte dort der Shintoismus.

Die Tempelanlage “Taisan-ji (englisch sprachiger Link)” gehört zu den Nationalschätzen Japans und obwohl es eine wirklich tolle Anlage war, war es erfreulich leer. So ließ sich diese hübsche Anlage in aller Ruhe genießen.

Über eine herrliche rote Brücke, die in die Hügel-Landschaft der Anlage eingebettet war, konnte man einen kleinen Bach überqueren und so erreichte man auch noch einen mitten im Wald gelegenen Schrein.

20100503_061403-IMG_8498_ji Der Besuch dieser Anlage Tempel und Schrein vermittelte einen herrlichen Eindruck in die japanische Geschichte, Baukunst und Ästhetik. Ich war wirklich sehr angetan.

Zurück in die Stadt ging es wieder via Bus. Obwohl ich im Verlaufe des Tages den Bus alle 30 Minuten habe abfahren sehen und zur Kenntnis nahm, dass er immer herrlich leer war, war er natürlich bei unserer Rückfahrt herrlich bis auf den letzten Platz gefüllte.

 

Japan (2010) – Kobe bei Nacht

Wer wird sich schon beschweren, wenn von 7 Tagen Japan nur ein Tag mit Regen daher kommt. Ich wirklich nicht. Sicherlich wird sich auch niemand in Japan beschweren, dass es ausgerechnet in der Goldenen Woche so schön ist. Ich genoss auf jeden Fall diese herrliche Wetter, wenngleich ich immer knapp an einem Sonnenstich vorbei schramme.

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Das tolle Wetter hat nun auch zur Folge, dass mit herrlichen Nachtaufnahmen zu rechnen war, so schlug Eri vor doch nochmals die Aussichtsetage im Rathaus zu besuchen, um schöne Eindrücke von Kobe bei Nacht zu erhalten. Dieser Vorschlag begeisterte mich natürlich und so brachen wir kurz vor Einbruch der Nacht in die Stadt auf.

Die angehenden Lichter auf dem Weg in die Innenstadt war schon schön zu sehen, doch die Aussicht vom Rathaus war für mich noch toller. So recht entscheiden, ob ich eher die Seite in Richtung Hafen würdigen soll, oder jene in Richtung Berge hatte zur Folge, dass ich immer hin und her pendelte, doch ich fand es lohnte sich.

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Nach dem Rathaus flanierten wir noch kurz durch den kleinen, sehr hübschen Park, um dann hungrig in Richtung Restaurant aufzubrechen.

Auch wenn mir gesagt wurde, wo es hin geht, ich konnte es mir nicht vorstellen und um so begeisterter war ich. Wir suchten ein Jakiniku Restaurant (BBQ Restaurant) auf. Hier gab es ein großes Loch im Tisch in das ein Korb mit glühender Holzkohle versenkt wurde.

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Darauf bratete man schließlich all das was man sich bestellte. Überwiegend war es Fleisch. Alles war eingelegt und schmeckte schon so lecker, doch gab es zusätzlich noch ein paar Saucen. Alles in allem mal wieder sehr lecker. 🙂

 

Japan (2010) – Ein „normaler“ Tag im Shoppingcenter

20100501_080413-IMG_8148_ji So ein Tag im Jungel der Kobe Shoppingcenter ist wirklich aufregend. Zum einen kann man das geschäftiges Treiben haut nah erleben, oder auch die Modewelt der Stadt entdecken. Für mich ist es jedes Mal aufregend mich hier treiben zu lassen oder eine kleine Shopping Tour mit Eri zu unternehmen. Ich hoffe die wenigen Bilder können einen Einblick in dieses abenteuerliche Treiben geben. Japan (2010) – Ein „normaler“ Tag im Shoppingcenter weiterlesen

Japan (2010) – Kobe – Entdeckung der Innenstadt

20100429_091035-IMG_7675_ji Ich gebe zu, diese erste Version des Berichtes wird sich wieder nur auf ein paar Zeilen beschränken. Auch wenn ich meinen Bildern in einer Nachtsitzung Herr geworden bin, so ist das mit dem Schreiben wirklich so eine Sache. Zwischen all den Aktivitäten bleibt wahrlich keine Zeit und hier sollte niemand glauben, dass ich ernsthaft zum Lernen käme. Nein, hier komme ich so überhaupt nicht in die Pötte.  So wird ziemlich sicher der japanisch Sprech Kurs in der nächsten Woche eine Katastrophe und ich werde ihn wohl auch abbrechen, denn immer so Unvorbereitet aufzuschlagen, nimmt mir schon etwas den Schwung. Leider macht es die Wohnung auch nicht einfacher zu lernen, denn es gibt beim besten Willen keine ordentliche Möglichkeit sich hinzusetzen. So schreibe ich auch diesen Artikel auf dem Bett hockend.

Es sei aber erwähnt, dass ich meinen Schreibkurs auf jeden Fall fortsetzen werde. Der macht wirklich Spaß, auch wenn es hier die ein oder andere Schattenseite gibt.

Aber ansonten kann ich mich nicht beklagen. So zeigte mir Eri ein wenig die Innenstadt mit Aussicht vom Rathaus. Hier sah ich das erste Mal das Meer und bekam eine bildliche Vorstellung von der Stadt. Auch entdeckten wir China Town, wo es wirklich schwer war an all den verdammt leckeren Angeboten vorbei zu kommen. Auch lernte ich die div. Einkaufspassagen kennen, wenn gleich ich meine, bislang nur einen zarten Hauch des Angebotes gesehen zu haben.

Richtig schön war für mich der erste Besuch eines Tempels und einer Markt Einkaufs-Straße. Hier fühlte ich mich so richtig in Japan angekommen.

 

Japan (2010) – Kobe – Erste Eindrücke & Im KuruKuru Sushi

Was kann man sich mehr wünschen, als, dass ein Urlaub mit einem sonnigen Tag beginnt. Das war auch gut so, denn in der Nacht war es unerwarteter Weise doch recht frisch gewesen und so war es in der Wohnung durchaus kühl.

Diesem Umstand sollte an diesem Tag Rechnung getragen werden, in dem zu IKEA gewahren wird. Dort sollten all die Kleinigkeiten, die das Wohnen für 2 Personen angenehm macht realisiert werden. So wurde ein zweiter Stuhl, mehr Decken, Kopfkissen usw. benötigt.

20100425_050845-IMG_6865_ji Doch bevor dieser Ausflug anstand durfte ich die direkte Umgebung der Wohnung kennenlernen. Die Wohnung hatte ihren Zugang zu einer der vielen kleinen Straßen die hier das Stadtbild prägen. Zumeist passt ein und wirklich maximal ein zweites Fahrzeug in die Straße. So war es auch entsprechend ruhig. Auf der Rückseite des Gebäudes befand sich hingegen eine 4spurige Hauptstraße und dort ging es deutlich geschäftiger zu.

Vom Zentrum Kobes ist die Wohnung gerade mal 15 Minuten Fußweg entfernt und so so ist auch alles in angenehmer Entfernung, um es zu Fuß zu erreiche. Vom Innenstadt Bereich, erstreckte sich die Stadt an der Küste entlang und ins Landesinnere hin zu Bergen die die Stadt eingrenzt, wo sich letztlich die Wohnung befand. So kam es dass man immer etwas Berg an laufen konnte. 🙂

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Beim ersten Ausflug war Eri sehr nachsichtig mit mir und so durfte ich mir als bald einen “Reisball” erwerben, der dann genossen werden durfte. Nun hört sich “Reisball” etwas dröge an, ist es aber nicht. Oh, sie sind lecker, denn es gibt sie mit allerlei leckeren Füllungen. Für rund 1 Euro bekommt man damit wirklich ein leckeres Essen in die Hand. Ich war so begeistert, dass die Idee bestand, dass ich mich durch den Reisball-Bestand futtern werde und die einzelnen Sorten fotografieren, bewerten usw.  🙂 .. Ob ich das jedoch in 7 Wochen Urlaub schaffen werde weiß ich natürlich nicht.

Was mir natürlich auch gefiel war, dass es an wirklich jeder Ecke Getränkeautomaten gibt. Für 80 Euro Cent kann man schnell mal was zum trinken zieh, sei es Softdrink, Kaffe, Alkohol usw. Also verdursten kann man nicht.

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Am Abend ging es dann zu IKEA. Hier kann ich schon einmal sagen, dass sich das Geschäftsmodel und die Aufmachung nicht unterscheidet, also jeder kann ohne Bedenken den Laden betreten und muss sich keine Sorgen machen sich nicht zurechtzufinden. Der Grund für unseren Aufenthalt bildete all die vielen Kleinigkeiten die es zu Beschaffen galt, die in der Wohnung schlicht und ergreifend fehlten. So brauchten wir einen zweiten Stuhl, mehr Decken, Schüsseln usw. Alles in allem kam ganz schön etwas zusammen.

Lustig war der Stuhl den wir erstanden. Ich hatte es für einen Eimer gehalten. Eri meinte jedoch, da steht doch, dass es ein Stuhl ist. Nun war es mit meinen Künsten das japanische zu entziffern nicht so weit her und so war es auch jetzt noch ein Eimer für mich. Am Ende erstanden wir diesen hübschen gelben Stuhl.

Spannender als IDEA war ein Stopp bei einer der High Tech Toiletten. Ich hatte es mir gewünscht. Beheizter Sitz … ach, alles mögliche an Schnick-Schnack was man sich als normaler Deutscher überhaupt nicht vorstellen kann. Also jeder sollte solch ein Teil mal genießen 🙂

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Auch die Fahrt mit der Bahn zu IKEA war eine nette Erfahrung. Zum Glück brauchte es zu dieser Uhrzeit keine Stopfer (die drücken auch den letzten Reisenden in die Bahn), sondern es konnte ganz gesittet eingestiegen werden. Das heißt 3 Schlangen für die Einsteigenden, so sich auch wirklich säuberlich aufgereiht werden sollte. Hielt der Zeug so wartete man brav bis auch der letzte ausgestiegen war und dann konnte zugestiegen werden.

Es gab schöne Plüschsitze und so bequem waren sie auch. So etwas in Berlin und sie wären alle nach kürzester Zeit alle defekt. Sauber waren die Züge zudem auch noch. Ein wirklich angenehmes Erlebnis.

So war ich eigentlich voll mit positiven Eindrücken und ich konnte mich einer größeren Herausforderung stellen – meine erste japanisch Stunde. Die Lehrerin war wirklich nachsichtig mit mir und auch wenn sie es nicht gewesen wäre, viel  bekam ich stellenweise nicht mit. Da störte auch nicht wirklich sehr, dass der Kurs schon seit 3 Wochen lief. Ich rettete mich lediglich etwas durch mein geistiges Wirrwarr, dass ich ganz tief in dem Kramte was ich vor 15 Jahren mal in der VHS gehört hatte. So ein Kurs rein in einer Fremdsprache, so man verstehen muss was von einem verlangt wird, kannte ich noch nicht und frustrierte mich schon etwas. Ich fürchte will ich nicht ganz so übel da stehen muss ich einiges an Vokabeln pauken. Doch irgendwie stellt sich heraus, dass mir nicht viel Zeit dafür übrig bleibt zwischen all den verdammt vielen Dingen die es zu Arrangieren und zu Erledigen (Fotos sichten, bearbeiten, Blog schreiben, Essen einkaufen …) gilt. Ich hoffe nur, dass sich alles alsbald einspielt und ich alles hin bekomme.

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Ich muss nach dieser Erfahrung sehr Niedergeschlagen ausgesehen haben, so erbarmte sich Eri meiner und es ging in ein Karussell Sushi. Ja, das baute mich wieder auf. Für 100 Yen (80 Euro Cent) konnte man sich immer ein Tellerchen vom Band nehmen und sich schmecken lassen. Fand man nichts, oder meinte es sie nicht ganz so schick, gab es eine Gegensprechanlage, über die man einfach etwas bestellte, was dann irgend wann angefahren kam. So futterten wir uns durch das Sortiment und alsbald war ich voll und gut gelaunt. Ich gebe zu so ließ sich die Niederlage im Sprachkurs gut ertragen.

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Der nächste Tag entpuppte sich als ausgiebiger Regentag. Auf einem kurzen Ausflug schaffte ich es bis auf die Knochen nass zu werden und ich musste mich nachhaltig trocken legen als ich wieder nach Hause kam. Zumindest gab es mir Gelegenheit mich mit den bislang gemachten Fotos zu beschäftigen, was wie immer ausgesprochen viel Zeit in Anspruch nimmt.

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Irgendwie hätte ich dieses Wetter als Vorboten für meinen zweiten Japanisch Kurs nehmen sollten. Hier wollte ich schreiben lernen. Ich dachte, wie schlimm kann das schon werden, denn ich hatte im Vorfeld schon fleißig gelernt. Doch was soll ich sagen, auch dieser Kurs war nur auf japanisch und vor allem mit viiiiielen Wortbeispielen, wovon ich natürlich absolut keines kannte. Irgendwie blockierte mich das so, dass ich am Ende keines der Schriftzeichen mehr zuordnen konnte.

Zum Glück stand nun die goldene Woche an (eine optimale Aneinanderreihung an Feiertagen, die vielen Japanern 7 Tage freie Zeit beschert –  Ein wirklicher Luxus für hiesige Verhältnisse). In diesen 7 Tagen bricht in Japan der große Urlaub aus und das ganze Land ist unterwegs. Auch gibt es keinen Japanisch Kurs 🙂 .. Mir bleibt etwas Zeit zum Luft holen und auch Eri und ich werden diese Zeit nutzen, um einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Was es werden wird, wissen wir noch nicht.

 

Japan (2010) – Kobe – Die Anreise

Na, dass ich angekommen bin, hatte ich ja schon gesagt, und dass es eine durchaus positive Erfahrung war mit dieser Gesellschaft zu fliegen, hatte ich auch schon erwähnt. Das soll aber nicht heißen, dass diese Anreise nicht die eine oder andere kleine Anekdote zu bieten hätte.

Eigentlich begann es mit dem Verlassen der Wohnung und dem Eindruck, dass 45 Kg Gepäck doch kein Problem seien. Als ich jedoch im Bus zum Flughafen keinen Platz bekam und er zudem an Überfüllung grenzte, änderte ich das erste Mal meine Meinung.

Als ich am Schalter im Flughafen ankam und zur Kenntnis nahm, dass, obwohl ich über 2 Std. vor Abflug am Schalter war, sich schon eine gewaltige Schlange gebildet hatte, fluchte ich über diesen Umstand und, dass ich jedes Mal das ganze Gepäck Meter für Meter weiter schleppen durfte.

Allerdings verglich ich mich mit den anderen Reisenden, so gehörte ich eindeutig zu der Gattung, die im Grunde nichts mit nahmen. Ansonsten sah es nach viel Hausrat aus, was transportiert werden wollte. Mir konnte es egal sein, doch kostete es anscheinend viel Zeit alles zu Verbuchen. Doch wie ich feststellte, stimmte das nicht ganz, denn bei mir dauerte es noch länger als bei allen anderen zuvor.

Warum? So recht erschloss es sich mir nicht. Zum einen hatte man wohl bei der Bedienung der Eingabemaske Probleme und es durften wohl viele Daten nachgetragen werden. So dauerte der Prozess bei mir bestimmt 10-15 Min. Die Begeisterung hinter mir konnte man sich vorstellen.

Nach diesem Prozedere setzte ich mich gleich der Personenkontrolle aus und ich muss gestehen, ich war erstaunt, denn ohne jede Beanstandung wurde ich durch gewunken. Diese Tatsache muss ich mir unbedingt in meinem Reiseerinnerungen vermerken, denn dies ist wahrlich sehr unüblich. Zumeist gibt es immer viel Diskussionsbedarf.

Da zum Umsteigen in Istanbul nur 2,5 Std. zur Verfügung stand, nahm ich mit etwas Unbehagen zur Kenntnis, dass mein Flieger Verspätung hatte. Mit rund 60 Min. Verzögerung ging es dann aber los.

Auf dem Hopser von Berlin nach Istanbul wurden die Passagiere bestens versorgt und sah man genau hin auch noch köstlich Unterhalten. So kommunizierten den Flugbegleiter via Zeichensprache. Brauchten sie noch ein Hühnchen Gericht, so imitierten sie eine Henne, wollte man Fisch, stellte man das mit Gesten dar. Ja, es war lustig.

Mich hatte man Reihe 19 platziert. Eigentlich keine Besonderheit, doch bedeutete, dass die beiden Service Teams sich an meiner Reihe trafen und allerlei ausging. Es wurde also viel getauscht, besorgt usw. Bei dieser Aktion wurde, als es darum ging das Geschirr einzusammeln, ebenfalls Geschirr hin- und her jongliert. Zudem ließ man den Wagen einen Moment außer Acht und eine der Türen schwan auf. Ich überlegte noch, ob ich sie zudrücken soll, als schon alle Tabletts aus dem Wagen geschossen kamen und sich gleichmäßig durch den Gang verteilte. Also hier konnte man eindeutig sehen, wie viel Abfall ein einzelner Passagier produziert. Es dauerte lange,  bis alles eingesammelt war.

Da nun die Landung anstand konnte zum Glück nichts mehr passieren. Doch dank der Verspätung (so vermute ich) wurde der Flieger so abgestellt, dass es via Bus zum Terminal ging  Was wieder einiges an Zeit kostete. Ich gebe zu meine Unruhe bezüglich des Anschlusses nahm zu.

Zum Glück stellte sich der Flughafen als überschaubar groß dar (es musste dennoch ordentlich gerannt werden).

In Berlin hatte man mir auf die Bordkarte schon mein Gate gedruckt und so fühlte ich mich völlig sicher. Als ich jedoch auf der Anzeige nachsah, war dort ein anderes Gate vermerkt. Eigentlich kein Grund zur Verunsicherung, dachte ich mir, doch als ich beim neuen Gate ankam, war dort alles so was von zu und dunkel, dass mir doch mulmig wurde. Als kurze Zeit später die Menge an verunsicherten Passagieren zunahm, war ich mir sicher, dass ich hier richtig war.

Da dieses Umsteigen geklappt hatte, schaute ich nun voller Zuversicht auf den nächsten Abschnitt der Reise. Der zwar auch mit Verspätung begann, doch dieses Mal interessierte es mir nicht. Mehr nahm ich zur Kenntnis, dass der Flieger sehr voll werden würde. Tatsächlich füllte sich das Flugzeug dramatisch.

Mich hatte man in Mitten einer Japanischen Reisegruppe gebucht. Da gab es sogleich die ersten lustigen Unterhaltungen – na, nennen wir es mal so 🙂 – Diese freundliche Atmosphäre hatte zur Folge, dass man mich bat den Platz zu Tauschen. Da der neue Platz ebenso schlecht war wie der zuvor, stimmte ich zu. Irgendwie hatte ich aber wohl schon Mitleid bei den Flugbegleitern gesammelt, so dass man mir kurze Zeit einen anderen Platz anbot. So zog ich zwar zum 2. Mal um, bekam nun aber einen wirklich angenehmen Sitzplatz.

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Auch der weitere Service stelle sich als sehr angenehm und zuvorkommend heraus und so ließen sich die rund 11 Std. Flug gut überstehen. Sah man davon ab, dass noch nie auf einem Flug so viele Leute mir auf die Füße getreten, mein Knie angestoßen haben usw..

Die Einreise nach Japan brachte all die Dinge mit sich, von denen ich schon gehört und erwartet habe. So wurde die Körpertemperatur bezüglich Schweinegrippe beim Vorbeigehen gemessen, ich durfte alles mitgebrachte Geld genau auflisten, wurde fotografiert und hinterließ Fingerabdrücke.

Da ich viel an Lebensmitteln mitführte (deutsche Besonderheiten), dies auch in den Einreiseformularen kenntlich gemacht hatte, stellte ich mich auch brav am entsprechenden Schalter an. Nachdem geklärt war, dass ich keine Drogen, Medikamente und sonstiges einzuführen gedachte, es sich bei mir lediglich um Brot usw handelte, war eine erste Erleichterung bei meinem Gegenüber zu spüren und es konnte mit dem Auspacken begonnen werden.

Etwas Verwirrung rief Pumpernickel Brot in der Dose hervor und auch Gurken in der Dose war wohl merkwürdig. So wurden diese Dosen nochmal extra durchleuchtet. Aber, da es keine Beanstandungen gab, durfte ich meiner Wege ziehen.

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Am Flughafen wurde ich eingesammelt und es ging in 90 Min. Busfahrt weiter nach Kobe.

In Kobe angekommen ging es noch darum, wie kommen wir zu Wohnung. Ich ganz taff, meinte wir könnten laufen. Doch wie schwer 45 Kg sind und es dann zudem noch leicht berg an geht, merkte ich sehr schnell. Ich war wirklich fertig, als die Wohnung erreicht war.

Japan (2010) – Sicher eingetroffen

Ja, ich bin sicher angekommen und alle Bedenken  bezüglich Türkisch Airlines sind Vergangenheit. Die Reise mit dieser Gesellschaft kann ich durchaus als Angenehm bezeichnen, doch dazu in einem ausführlicheren Bericht mehr.

Von Kobe habe ich bislang noch nicht viel gesehen, denn als ich ankam war es schon dunkel. Zumindest lernte ich, als es vom Bus zur Wohnung geht, dass es auch in der Innenstadt viele kleine Straßen gibt, die mir die Navigation anfangs sicherlich etwas scher machen wird. Daher wird mein GPSHomer – mein kleiner Helfer um immer heim zu finden – eine gute Hilfe sein. Doch solange das Spielzeug noch nicht geladen ist nützt es mir noch nichts, doch dem wird gerade Abhilfe geschaffen.

Was das Wetter angeht, ist es sonnig und frisch. Also genau so wie ich es liebe. So kann der erste Ausflug in die Stadt beginnen.

Japan (2010) – Ich bin jetzt weg

Nun bin ich endlich auf dem Wege nach Japan. Jetzt bleibt lediglich die spannende Frage, wie werden die Flüge, bekomme ich meinen Anschluss usw. Aus meiner Sicht durchaus spannende Aspekte.

Insgesamt werde ich rund 15 Std. in Flugzeugen sitzen, um aber von Wohnung zu Wohnung zu gelangen rechne ich mit 23 – 25 Std. Na, mal sehen was am Ende daraus wird.

Bis demnächst 🙂

Japan (2010) – Endlich Gewissheit & Auf nach Japan

Nachdem ich in den vergangenen Tagen voller Zweifel den Himmel nach der Aschewolke absuchte und ich meine Reise in weite Ferne entschwinden sah, gibt es nun endlich die Gewissheit, dass die Reise weder absagt noch verschoben wird. Genau nach Zeitplan werde ich in Kürze meinen Flieger besteigen können und meinen 7wöchigen Aufenthalt in Japan antreten.

Wenn dies nicht eine angenehme Wendung der Dinge ist, dann weiß ich auch nicht.

Neben der Ungewissheit was den Flug angeht, bestreite ich aktuell den Kampf mit meinen Gepäckstücken. Auch wenn ich luxuriöse 30 Kg (plus Handgepäck) mitnehmen kann, braucht niemand zu glauben, dass es kein Problem sei diese Menge zusammen zu bekommen. So musste ich schon jetzt auf meinen größten Koffer ausweichen, um alle Gegenstände unterbringen zu können die mit mir die Reise antreten sollen. Daher graust es mir, wenn ich das erste Mal den Koffer auf die Waage stellen werde. Ich bin selber gespannt ob das gut gehen wird.

Japan (2010) – Geht mein Flieger überhaupt?

Na, was hab ich ein Glück. Da gibt es in Island einen Vulkanausbruch, und obwohl dieser gefühlt nicht direkt vor der Haustür liegt, könnte er Einfluss auf meine Reise nehmen.

Ich gebe zu, ich war verdutzt als die Nachrichten meldeten, dass durch eine Aschenwolke der Flugverkehr behindert sei und sogar etliche Flughäfen ihren Flugbetrieb eingestellt haben. Diese Konsequenz hatte ich bislang nicht mit diesem Ausbruch in Verbindung gebracht. Na, man lernt nie aus.

Ich hoffe nun nur, dass sich in den wenigen Tagen, bis zur Abreise, die Wetterlage so verändert, dass ich ohne Probleme meinen Ausflug nach Japan in Angriff nehmen kann.

Doch auch ohne Vulkan bleibt der Reisebeginn spannend, denn mein Koffer wird dieses Mal mit allerlei Lebensmitteln gefüllt sein . Obwohl ich die Japanische Botschaft kontaktiert hatte, was die Mitnahme der diversen Produkte angeht, könnte ich mir vorstellen, dass es den ein oder anderen Diskussionsbedarf bei der Einreise geben wird.

Wie auch immer sich alles entwickelt – Es wird spannend 🙂 !

Japan (2010) – Die Vorbereitungen laufen

Lange hat es dieses Mal nicht gedauert, bis es wieder auf Reisen gehen wir. Der Flug ist schon gebucht und die Aufregung für diesen sieben wöchigen Aufenthalt ist auch im Vorfeld entsprechend groß. Doch ist dieses Mal alles etwas anders.

Ich werde kaum herumreisen, sondern mich zumeist in Kobe aufhalten. Warum? Mal sehen ob ich es verraten werde. Zumindest trage ich mich mit dem Gedanken, mich etwas mit der Japanischen Sprache zu beschäftigen. Ich, als äußerst begabter Schüler was das lernen von Sprachen angeht, bin wahrlich gespannt, was dabei herauskommen wird.

Auf jeden Fall bin ich sicher, dass es die ein oder andere Anekdote zu berichten gilt und an Fotos dürfte es wohl auch nicht mangeln. Es sollte somit für den virtuell Mitreisenden einiges zu entdecken geben.

Bis in Kürze

Südamerika (2009) – Chile – 35. Tag – Beginn der Rückreise (10.09.2009)

Der Tag begann so kalt wie er am vergangenen Abend endete. Dies hatte jedoch nichts mit den allgemeinen Temperaturen oder der Tatsache, dass die Reise vorüber war zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit der Tatsache, dass der Dusche kein warmes Wasser zu entlocken war. Es fiel wahrlich schwer sich den herab fallenden Eiswürfeln auszusetzen. Doch im Grunde war es egal. Es war 4 Uhr Morgens und ich sowieso nicht wirklich wach.

Zum Glück war alles gepackt und so brauchte ich meine Sachen nur noch zu nehmen und das Zimmer zu verlassen. Im Hotel hatte man eine Kleinigkeit zum Essen für auf die Hand vorbereitet und so bekam ich etwas in den Magen. In Anbetracht des zu erwarteten Ablauf des Tages hatte ich nichts dagegen.

Das Fahrzeug konnte am vergangenen Tag noch repariert werden. Ein Schlüsseldienst hatte es tatsächlich geschafft die Schlüsselüberreste aus den Tiefen des Schloss herauszufieseln und so stand uns das Fahrzeug für die Fahrt zum Flughafen zur Verfügung und es musste kein Taxi oder ähnliches verwendet werden.

Am Flughafen konnte erfreulicherweise das Gepäck bis nach Berlin eingecheckt werden und so brauchte ich mir bezüglich dieses Punktes keinerlei Sorgen machen. Etwas beunruhigte mich, als ich meine Board-Karten erhielt, dass ich für den Flug nach Santiago einen Fensterplatz hatte und wohl auch für den Langstreckenflug. Die Beschäftigte am Schalter war trotz Rückfrage nicht in der Lage oder Willens an diesem Umstand etwas zu ändern. So wollte ich zumindest in Santiago versuchen etwas für den Langstreckenflug nach Europa zu ändern.

Nach kurzer Verabschiedung und ebenso kurzer Wartezeit, ging es in den Flieger von Arica nach Santiago.

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Von hier konnte ich wegen des Fensterplatzes einen ausgiebigen Blick auf die Wüstenlandschaft „Atacamawüste“ unter dem Flieger werfen und es war schon erstaunlich, obwohl man sich mit solch einem Flieger durchaus zügig bewegte, sich die Landschaft nicht wirklich änderte. Erst als Santiago näher kam, bekamen die Berge weiße Mützen und ich konnte mit Schnee bedeckte Berge entdecken.

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In Santiago angelangt, hielt ich mich nicht lange auf, denn ich wollte unbedingt ein Sitzproblem angehen. So fragte ich mich in die Abflughalle vor und nachdem ich dort an ca. 4 Schaltern um sonst angestanden hatte, war der richtige gefunden und hier wurde mir sehr freundlich erklärt, dass mein Platz ein Gangplatz war. Das erleichterte mich wirklich sehr.

Nun war die Frage, wie schlägt man 8 Std. Wartezeit tot. Ich hatte wahrlich nichts besonderes vor und so nahm ich gleich die Ausreise in Angriff, die wirklich sehr Unproblematisch von statten ging. Irgendwie war es dem Mann, der die Kontrolle durchführte noch etwas zu früh und sein Ehrgeiz sehr zurückhaltend.

Spannender wurde es bei der Personen- und Gepäckkontrolle. Da man uns gesagt hatte, dass in Arica man sehr kleinlich sei was das Gepäckgewicht angeht und man auf allen Flügen bisher niemals das Handgepäck gewogen hatte, hatte ich allerlei Kram vom Koffer ins Handgepäck transferiert. So auch den Foto-Panoramakopf – massives Metall.

Ich legte all meine Sachen und den Rucksack zum Durchleuchten bereit. Ich selber löste keinerlei Alarm aus, was mich ehrlich wunderte, denn normalerweise pipst es bei mir immer. Doch dafür musste ich nach und nach mein Gepäck immer mehr ausräumen, bis schließlich klar war, dass ich nichts dramatisches Dabei hatte. Auslöser für dieses Dilemma war schließlich der Panoramakopf gewesen. So nahm ich mir vor, ihn gleich, wenn es in Madrid zur Kontrolle ging offen hin zulegen, um mir das gekrame zu ersparen.

Jetzt ging es darum die anstehende Zeit zu überbrücken und ich war erstaunlich wie gut das klappte. Ich bearbeitete lange Zeit Fotos, gönnte mir einen schicken Burger in einem Restaurant, unterhielt mich mit Leuten und war wirklich erstaunt wie zügig die Zeit verflogen war.

Kurz vor dem Abflug entschloß ich mich noch ein besonderes Angebot in Anspruch zu nehmen. Es gab die Möglichkeit sich Massieren zu lassen. In Anbetracht der Tatsache 12 oder 13 Std. im Flieger zu hocken, fand ich die Idee nicht schlecht und ließ mich 20 Minuten durchkneten.

Erst beim Einsteigen in den Flieger realisierte ich, dass dieser Flug nicht mit Iberia vollzogen wurde, sondern mit LAN, einer chilenischen Fluggesellschaft. Oh, das fand ich toll. Denn schnell stellte sich heraus, dass es ein schickes neues Flugzeug war, in dem es ein Entertainment-System an jedem Platz gab und auch die Flugbegleiter machten einen höflichen Eindruck.

Meine Sitzreihe bestand aus zwei Sitzen von denen ich den Gangplatz in Anspruch nahm. Neben mir saß eine Frau. Trotz dieses Platzes fühlte ich mich etwas beengt und so bat ich eine Flugbegleiterin, ob sie etwas für mich tun könne. Sie meinte nur, das boarding sei noch nicht abgeschlossen. Ich bat, evtl. nach dem boarding zu sehen, ob etwas ging. Doch sie vergaß mich.

Ich hatte mich gerade etwas mit den Platzverhältnissen arrangiert, als das Essen kam. Eine andere Flugbegleiterin setzte das Essen vor, doch sie mußte bei mir feststellen, dass das Tablett nicht herunter geklappt werden konnte, sondern auf meinem Bauch landete und einen schicken 45 Grad Winkel bildete. Darauf wollte sie das Tablett nun wirklich nicht abstellen.

Sie unterhielt sich kurz mit meiner Nachbarin und nach etwa 10 Minuten hatte ich beide Plätze für mich allein. Ach, wie toll.

Nach dem Essen wollte ich mich noch dem Entertainment-System widmen, doch da ich in der Nacht zuvor ganze 2 Std. geschlafen hatte und am Flughafen auch kein Auge zugemacht hatte, war der Wunsch zu Schlafen so groß, das ich mehr als Schnell einschlief.

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Südamerika (2009) – Chile – 34. Tag – Ups 2.0 (09.09.2009)

Dieser Tag begann wahrlich erfreulich,`denn wir wollten unseren Ausflug erst um 9:30 Uhr beginnen. An solch eine erfreuliche Zeit konnte ich mich für den gesamten Urlaub nicht erinnern. Da ich es mir am Vorabend wirklich hatte schmecken lassen, konnte ich sogar das Frühstück ausfallen lassen, denn Hunger war weit und breit nicht zu entdecken.

Für den heutigen Morgen stand ein Museumsbesuch an, in dem ein Einblick in die Besiedlung der Region gegeben werden sollte. Die Fahrt dort hin erfolgte via Minibus.

Anfangs führte die Fahrt durch den Ort und schließlich ging es durch ein Tal in dem links und rechts Olivenhaine standen. Die Spanier hatten hier schon sehr früh Oliven eingeführt. Es stellte sich leider heraus, dass diese Oliven schlecht zur Ölgewinnung geeignet war, dafür aber wirklich sehr schmackhaft waren. Dennoch hatte man Ölmühlen gebaut und solch eine Ölmühle diente heute als Museum.

Im Verlaufe des Besuches erfuhr man viel über die Besiedelung und die Entwicklung der Region, doch das besondere waren die gefundenen und hier ausgestellten rund 7000 Jahre alten Mumien. Man hatte sich bei der Präparate sehr viel Mühe gegeben und so konnte man auch heute sehr gut erhaltene Exponate sehen.

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Gegenüber vom Museum gab es einen kleinen Stand mit tollen Leckereien aus Oliven. Gerne hätte ich etwas erstanden, doch da am nächsten Tag die Rückreise nach Deutschland beginnen sollte, musste ich den Gedanken verwerfen.

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Zurück im Hotel ging es darum die Zimmer zu räumen und in das Hotel für diese Nacht um zuziehen. Sah man davon ab, dass man wieder alles gepackt haben und die Treppe hinunter geschleppt sein musste, ging es Ratz Fatz und wir standen vor unserem letzten Hotel.

Hier stellte sich erst einmal heraus, dass unser Fahrzeug, welches so schön die vergangenen 5 Wochen uns von einem Ort zum anderen transportiert hatte, noch nicht wieder unter den Leben en war. Das benötigte Ersatzteil konnte noch nicht beschafft werden. Dafür hatte man ein anderes aus der Kondor Flotte stammendes Fahrzeug aktiviert und so stand uns für den Rest des Tages ein Untersatz zur Verfügung, der uns so vertraut war.

Bevor der nachmittägliche Ausflug beginnen sollte, konnten die Zimmer bezogen werden und es gab Mittagessen am Gefährt. Nachdem alles verputzt und gereinigt war, hockten wir uns in das Fahrzeug und waren bereit die restlichen Aktivitäten in Angriff zu nehmen.

Der Artikel würde nicht heißen wie er hisst, wenn das es so geklappt hätte wie geplant. Wie und was genau passierte, bekam ich nicht so recht mit. Das Ergebnis war jedoch, dass letztlich der Fahrzeugschlüssel im Schloss abgebrochen war und eine Fahrt so nicht mehr möglich war. Also wenn das keine ordentliche Pechsträhne war, dann weiß ich auch nicht.

Um aus der Situation den Druck zu nehmen entschieden wir uns selbsttätig den Tag in Arica zu verbringen und vielleicht einen Spaziergang zum Pazifik zu unternehmen.

Ich landete schließlich an einem Strandabschnitt, der nun wirklich nicht zum Verweilen und Aufenthalt einlud, da man vorsichtig über Dreck und Müll sich den Weg zum Wasser bahnen musste. Dennoch hielt ich mich hier geraume Zeit auf, denn zum einen konnte man den Blick über eine Abfrack Werft streifen lassen, aber auch einer Vielzahl an Vögeln zuschauen. So ließ sich die Zeit wirklich trefflich verbringen.

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Im Verlaufe meines Spaziergangs folgte ich schließlich stillgelegten Schienen und gewann eine bedeutende Erkenntnis. An einer Stelle bildete der Schienenstrang eine Brücke, die zwar nicht hoch war, vielleicht 2 Meter, doch sie überspannte einen Kanal. Ich hätte hier von Bohle zu Bohle laufen müssen und ich erinnerte mich, dass ich das mal konnte. Doch war ich wohl im Verlaufe meiner Reisen zu oft abgestürzt und so verwandelten sich meine Knie in wahren Pudding, als ich plötzlich nur noch Luft unter den Schienen sah. Ich war nichtmehr in der Lage auch nur einen Schritt zu tun, ohne panische Angst zu haben die nächste Schwelle nicht zu treffen und mich zu verletzen. Mir blieb wirklich nichts anderes übrig als mich hinzu hocken und irgendwie nach unten zu klettern, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

Diese Erkenntnis betrübte mich schon sehr, denn sie bestätigte meinen Verdacht, dass ich meine Trittsicherheit völlig verloren hatte.

Ich streunte noch etwas an etwas angenehmeren Strandabschnitten herum, ging dann aber alsbald zum Hotel zurück, denn mein Gepäck musste noch für den Rückflug umgebaut werden und wie lang ich dafür brauchen würde wusste ich wirklich nicht.

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Am Abend fand das große Abschlussessen statt und es wurde langsam wirklich bewusst, dass diese Tour nun wirklich ihr Ende gefunden hatte. Nun blieb nur noch zu warten was der Rückflug bringen würde.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 33. Tag – Auf nach Chile & Das große Ups (08.09.2009)

Welche Überraschungen dieser Tag bereithalten würde war am Morgen noch nicht zu erahnen. Ich wusste nur, dass wieder früh aufzustehen war und ein mittel langer Fahrtag vor uns lag. Doch die Sonne schien von einem herrlich blauen Himmel und was konnte da schon schlimmes passieren.

Die Fahrt begann direkt nach dem Frühstück und nachdem ich von La Paz nicht wirklich etwas mitgekommen hatte, genoss ich es sehr über die „Stadtautobahn“ aus dem Tal auf 3100 Metern hinauf auf 4100 Meter geschraubt zu werden. Dabei wunderte ich mich wieder über die bizarre Bergwelt, in die man hier die Häuser baute und ich schüttelte innerlich den Kopf mich über den Mut oder die Dummheit in solch einer der Verwitterung ausgesetzten Landschaft sein Häuschen anzuvertrauen. Nun, jeder ist seines eigenes Unglücks Schmied, oder wie das Sprichwort auch heissen mag.

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Nachdem wir La Paz führte die Fahrt durch eine als durchaus gleichförmig aussehende Landschaft und es viel schwer die Augen offen zu halten. Doch eh ich mich versah, änderte sich das Landschaftsbild. Es wurde etwas schroffer und wilder und ich war froh, mich nicht dem Schlaf, welchem ich in den vergangenen 2 Tagen mehr als ausgiebig gefröhnt hatte, nachgegeben zu haben.

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Den ersten spannenden Halt hatten wir bei einer Gräberanlage der Aymara Ureinwohner, die ihre Toten in so genannten Chullpas (Link führt auf englische Seite) besetzten. Diese Chullpas wuchsen im Laufe der Generationen, da über die vorherige Generation die nächste beerdigt wurde. So wuchsen diese Grabstätten, die Türmen ähnelten, durchaus bis auf 12 Meter.

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Unseren nächsten Halt hatten wir kurz vor der Grenze nach Chile. Das einzige was etwas zu Verwirrung und zu dramatischen Konsequenzen führte, war die Tatsache, dass beim verlassen der Chullpas der Anlasser unseres Gefährts durchaus merkwürdige Geräusche machte.

Unsere Mittagspause hatte verschiedene Notwendigkeiten. Natürlich hatten wir Hunger, doch da wir nichts mit nach Chile einführen durften, sollte so viel wie möglich verputzt werden. Doch was hier geschah schlug allen etwas auf den Magen. Das Fahrzeug war zum stehen gekommen, und beim Versuch den Motor erneut an zulassen, um eine etwas bessere Parkposition zu erhalten, passierte … nichts. Der Motor machte keinen Mucks. Also wenn dies kein Ups wert ist, dann weis ich aber auch nicht.

Trotzdem blieb man noch entspannt, ließ uns auf die herrliche Landschaft los, bereitete das Essen vor und setzte sich mit dem mechanischen Problem auseinander.

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Als es das Mittagessen gab, gab es als Nachtisch die Information, dass der Anlasser des Fahrzeuges defekt sei. Nun habe ich nicht wirklich Ahnung was dies bedeutete, so fühlte ich mich doch etwas vor der Grenze nach Chile gestrandet. Doch sogleich bekam ich die Information, dass man das Fahrzeug nur kurz an schieben bräuchte und schon würde der Motor anspringen. Ich schaute respektvoll das Fahrzeug empor, visualisierte 15 – 20 Tonnen Gefährt und hatte so meine Zweifel.

Einer aus unserer Gruppe bewies wirklich Problembewusstsein. In der Nähe des Ortes an dem wir nun wie Strandgut herum standen, befand sich eine bolivianische Kaserne. Kurzentschlossen hatte er sich auf gemacht und war dort hin gelaufen und kam mit meinem Berg an Soldaten zum Fahrzeug zurück. Mit solch einem Berg an Menschen, sollte es doch möglich sein dieses Gefährt wieder ans Laufen zu bekommen.

Bevor wir uns dem Start des Gefährts widmeten, musste wohl oder übel noch das Geschirr gereinigt werden und alles an Nahrungsmitteln aus dem Gefährt entfernt werden, denn sonst wurde es nichts mit der Einreise nach Chile. Dieses Unterfangen wurde etwas zügiger als sonst erledigt und wir hatten nun sogar noch eine schicke Verwendung für all die vielen Lebensmittel die wir vermeindlich wegwerfen würden. Die Soldaten sollten sie erhalten.

Als alles fertig war, platzierten wir uns hinter dem Fahrzeug und schon nach kurzem Anschieben, welch ein Jubel, lief die Maschine wieder.

Wir lieferten die Soldaten noch bei ihrer Kaserne ab und setzten unsere Fahrt zu bolivianischen Grenze, die nur wenige Kilometer entfernt lag fort. Auf diesem Wegstück erfuhr ich dann, dass man die Entscheidung gefällt hatte, an diesem Tag etwas weiter zu fahren als ursprünglich geplant. Man machte sich Sorge, dass das Fahrzeug vielleicht überhaupt nicht mehr starten würde. Im Moment befanden wir uns nämlich auf rund 4600 Meter und unseren Nacht-Stop würden wir auf einem nicht wesentlich niedrigen Niveau einlegen.

So würde dies ein doch noch längerer Fahrtag werden, der uns zudem von 4600 Meter hinunter auf 0 bringen würde. Dies würde für den Fahrer (im Besonderen) und für uns eine ziemliche Strapaze werden.

Zwischenzeitlich war die bolivianische Grenze erreicht. Hier hieß es aussteigen, Motor laufen lassen und das Häuschen suchen, in dem die Ausreiseformalitäten erledigt würden. Da man zwischenzeitlich ein neues Gebäude errichtet hatte, war eine kleine Irritation vorhanden. Hätten die Beschäftigen der Zollstelle nicht just zum Zeitpunkt unserer Ankunft Mittagspause gemacht, wäre die Ausreise sicherlich noch schneller von Statten gegangen. So mussten wir waren, bis die Herren gesättigt wieder hinter ihren Schaltern saßen.

Bei der Fahrt durchs Niemandsland erfuhren wir weiterhin, dass man sich entschieden hatte, trotz der technischen Probleme, uns den Nationalpark Lauca nicht vorzuenthalten und den ein oder anderen Stop einzulegen. Diese Aussicht gefiel mir, denn die Landschaft die ich schon geraume Zeit sah, verzückte mich zunehmend.

Doch bevor wir uns den Naturschönheiten widmen konnten, stand die Einreise nach Chile an. Viel Papierkram brauchten wir nicht erledigen. Zur allgemeinen Freude waren die Formulare für uns schon vor ausgefüllt worden. Wir mussten nur noch unterschreiben. Welch ein Luxus.

Durch diese tolle Vorarbeit schlich sich bei mir die Vorstellung ein, dass die Einreise ein Klacks sein müssten. Als jeder dann auch noch ohne Probleme seine Stempelchen in den Ausweis bekam, was konnte schon noch passieren. Doch was soll ich sagen, es kommt immer anders als man Denkt, denn nach dem Stempelchen im Ausweis kam die Untersuchung nach all den schönen Dingen, die nicht in das Land eingeführt werden durften und das waren durchaus einige.

Sicherlich wurde uns etwas zum Verhängnis, dass wir beim vernichten aller verbotener Lebensmittel, ein war winzige Dinge übersehen hatten. So hieß es schließlich das gesamte Gepäck abzuladen und danach auch das Handgepäck aus dem Fahrzeug zu nehmen, um es dann dann durch ein Röntgengerät zu schicken. So schnell wie das Gepäck durch dieses Gerät lief, hatte ich durchaus meine Zweifel, ob man wirklich etwas finden würde. Doch beim Fahrzeug ließ man sich etwas mehr Zeit und ließ Löcher öffnen, von denen ich auf der gesamten Reise nicht einmal zur Kenntnis genommen hatte dass es sie gab.

Doch im Großen und Ganzen fand ich es nicht so schlimm, es hatte halt nur rund 90 Minuten in Anspruch genommen. Ich mußte schon viel mehr über mich ergehen lassen.

Als alles erledigt war, setzten wir die Fahrt fort und konnten den Nationalpark genießen.

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Schließlich verließen wir den Nationalpark und es begann der Abstieg hinunter ans Meer. Die Fahrt von 4600 Metern bis hinab ans Meer führte über wild gewundene Serpentinen und ich war froh, dass diese neu und schick waren.

Je tiefer wir kamen um so weniger Vegetation gab es. Während wir uns oben in den Anden noch der dort vorherrschenden Vegetation widmen konnten, gab es schließlich nur noch Sand zu sehen. Ich tauchte damit das erste Mal in meinem Leben in einen riesigen Sandkasten ein, der nur ab und an von ein paar Kakteen belebt wurde. Es war wirklich eindrucksvoll, wie schließlich die untergehende Sonne den Sand verfärbte und mein Mund immer trockener zu werden schien.

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Im Dunkeln erreichten wir Arica, einen Tag früher als ursprünglich geplant. Hier fuhren wir erst einmal jenes Hotels an in dem wir ab dem kommenden Tag wohnen sollten. Leider zerschlug sich die Hoffnung, schon eine Nacht früher hier einbuchen zu können, das Teil war schlicht voll. So hieß es via Taxi zu einem Hotel in der Innenstadt gebracht zu werden.

Wir waren diese Unterfangen ja schon gewohnt, doch trafen wir hier auf eine besondere Problematik, denn diese Taxen besaßen einen Gastank. Dieser Tag war im Kofferraum untergebracht, was zur Folge hatte, dass unser reichliches Gepäck nicht so ohne weiteres Untergebracht werden konnte. So teilten wir den Fahrgastkabine mit Bergen an Gepäck, doch bei rund 10 Minuten Taxifahrt, ließ es sich wahrlich verkraften.

Das Hotel für die Nacht erwies sich als durchaus angenehm und geräumig. Etwas ungeschickt war eigentlich nur, dass man auf einen Lift verzichtet hatte und wer wer schon einmal 30 Kilo Gepäck die Treppe hinauf geschleppt hat, kann sich vorstellen, dass dies nicht unbedingt das größte Vergnügen bildet.

Einen schönen Abschluss fand dieser Tag in einem einheimischen Lokal und nachdem wir wieder normal 0 Erreicht hatten, ging es mir wahrlich besser und ich machte mich über die üppigen chilenischen Portionen her. So kam es, dass ich seit langem mal wieder voll und satt in mein Bettchen landete.

Zum Glück war ich sehr müde und so störte mich das anhaltende Gekläff von draußen nicht so sehr. Ich hatte diese Konzerte schon so manche Nacht auf dieser Reise genießen dürfen und so sehr ich Hunde schätze, wenn diese bis 3 Uhr in der Früh herum kläffen und es scheint als würde dies kein Ende finde, steigen im Dämmerzustand durchaus Gedanken aus dem Unterbewusstsein herauf … 🙂

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Südamerika (2009) – Bolivien – 30. Tag – Paulino Esteban Erbauer der RA II (05.09.2009)

Den Tag begann ich mit einem Ausflug auf die Veranda des Hotels. Ich hatte mir vorgenommen, meinen ersten wirklichen Versuch den Mond zu fotografieren in die Tat umzusetzen. Ich schlich mich durch das dunkle Hotel und baute schließlich mein Equipment auf. Als besonders schwierig erwies sich das scharf stellen auf den Mond und ich stellte fest, dass er ganz schön durch meinen Bildausschnitt raste.

Zumeist begann ich damit den Mond am oberen Ende des Ausschnittes zu platzieren , scharf zu stellen, um dann festzustellen, dass er mittlerweile fast am unteren Ende des Ausschnittes angekommen war. Trotzdem war ich durchaus mit dem Ergebnis meiner ersten wirklichen Mondaufnahme zufrieden.

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Irgendwie meinte ich mir an diesem Tag ein Frühstück verdient zu haben, und so nahm ich heute einmal daran teil. Leider stellte sich im Verlaufe des Tages heraus, dass es keine all zu gute Idee war und ich doch noch sehr mit meiner Erkrankung zu kämpfen hatte. So war das erreichen einer Toilette zumeist ein bedeutender Aspekt dieses Tages.

Copacabana verließen wir im weichen Morgenlicht, um in Richtung Fährstelle zu fahren. In der herrlichen Morgenstimmung war es ein wirkliches Vergnügen den Blick über die Berge und den Titicacasee streifen zu lassen.

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Die Überfahrt über den See verlief ebenso eindrucksvoll wie schon vor wenigen Tagen, doch staunte ich nicht schlecht, als ich auf der anderen Uferseite angelangt, dort eine ware Heerscharen an Menschen sah. Dann entdeckte ich eine Unmasse an Bussen, an denen sich Schulklassen formierten, um die Fahrt über den See anzutreten. Da in so ein Holzböötchen für den Personentransport gerade mal 20 Leute hinein passen, stellte ich mir vor wie lange der Personentransport und das Übersetzen der wohl rund 40 Fahrzeuge dauern würde. Zumindest war ich froh, dass wir nicht Teil dieser Schlange waren.

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Nach kurzer Fahrt durften wir eine wirkliche Legende kennenlernen. Wer hat noch nicht von Thor Heyerdahl gehört, der den Beweis antrat, dass es Urvölkern möglich gewesen war mit Booten nach ihrem Wissensstand die großen Flächen von Atlantik und Pazifik zu überqueren.

Das erste spektakuläre Schäppchen gelang ihm mit der Kon-Tiki, mit der er versuchte, von Südamerika die pazifischen Inseln zu erreichte. Dieses Unternehmen ging als grandioser Erfolg von Heyerdahl in die Geschichte ein.

Bei seinem zweiten Versuch von Afrika Südamerika zu erreichen, scheiterte er erst, denn sein Boot die RA I überstand den Transit nicht. Erst nachdem Heyerdahl die RA II von bolivianischen Indianern bauen ließ, gelang der Versuch der Querung.

Wir durften hier nun die lebende Legende Paulino Esteban kennen lernen, die Heyerdahl seinerzeit geholfen hatte die RA II zu erbauen.

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Für unseren nächsten Halt wurde wieder etwas an Kilometern bewältigt, doch bei dem herrlichen Wetter war es eine Freude den Blick über die Landschaft schleifen zu lassen.

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Nachdem wir beim Besuch von Paulino Esteban einen Schritt in die Jüngere Vergangenheit gewagt hatten, stießen wir mit dem Besuch der Ausgrabungsstätte Tiwanaku in die Zeit 1500 v Chr. vor. Hier hatte sich einst für mehr als 2500 Jahre, eine der bedeutendsten Hochkulturen den Südamerikanischen Kontinents befunden.

Leider kann man heute von der einstigen Pracht nicht mehr viel erahnen, da spätere Generationen diesen Ort als Steinbruch erachteten und ihn nachhaltig plünderten. So ist einiges an Phantasie notwendig, um den Ort vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen. Da bisher aber nur rund 1% der gesamten Fläche freigelegt ist und man heute versucht wissenschaftlich fundiert die Stätte wieder herzustellen, dürfte dem Besucher irgendwann einmal die gesamte Pracht vor Augen geführt werden können.

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Von Tiwanaku ging es nach La Paz, wo wir für die nächsten 3 Nächte unsere Unterkunft haben sollten. Ich hatte schon gelesen, dass die Stadt sich über einen Höhenunterschied von 1000 Höhenmetern erstreckt, doch wie gewaltig und beeindruckend das aussieht, konnte ich mir nicht ausmalen.

So genoß ich ich vollen Zügen die Fahrt von rund 4100 Meter hinunter auf 3100 Meter, bei der ich die zerklüftete Landschaft mit staunendem Blick in mich auf nahm. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man in solch einer wilden Landschaft eine Millionenstadt errichtet.

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