Ich hatte meine Hiragana Stunde (schreiben lernen) hinter mich gebracht, was an diesem Tag noch etwas stressiger war als beim letzten Mal, denn heute wurde die Leistung der Lehrerin beurteilt. Daher war sie etwas strenger als sonst und zog den Stoff auch noch etwas gnadenloser durch. Was es für mich zusätzlich nicht einfacher machte, war die Tatsache, dass hier allem Anschein nach, wie in Japan üblich unterrichtet wird, d.h. man muss schon auf den Stoff der Stunde vorbereitet sein, sonst hat man wirklich Probleme mitzukommen (informativer Artikel zum japanischen Schulsystem).
Ich hatte zwar entsprechend gelernt und dennoch ging es im Unterricht so flugs vorwärts, dass ich (die anderen auch) nicht in der Lage war zusätzliche Notizen zu machen. z.B. über die beispielhaft verwendeten Wörter für die einzelnen Zeichen. Was wirklich dumm ist, denn in der nächsten Woche muss man sie wissen und können.
Das einzige was mich tröstete war der Hinweis von Eri, dass wenn ich mich mal durch die beiden Silbenschriften durchgewurstelt hätte, ich im Prinzip alles lesen kann und die Kanji (chinesischen Schriftzeichen) noch als Bonus gelernt werden bräuchten.
Egal, ich war frei und konnte durch die Stadt laufen. Viel gibt es da natürlich nicht zu berichten, als die Tatsache, dass wenn es mich in die kleinen und kleinsten Gässchen verschlug, ich recht schnell den Moment erreichte, die Orientierung zu verlieren. Da war ich jedes Mal froh zu wissen, dass ich meine kleine GPS Navigation immer bei mir hatte, mit deren Hilfe ich mir notfalls heim finden konnte.
Bei meinem Rundgang kam ich erneut an jenem Schrein vorüber, den Eri und ich schon vor kurzem aufgesucht hatten. Dieses Mal betrat ich das Gelände jedoch aus einer anderen Richtung und so gab es viele neue Dinge zu entdecken.
Von hier schlenderte ich planlos durch die Stadt, schaute mir alles an und genoss das wirklich gute Wetter. Um diese Uhrzeit war die Stadt auch noch nicht so voll und so machte das herumschlendern wirklich Spaß.
Aufmerksamkeit erregte unterwegs eine Übergroße Manneken Pis Statue an einer der Häuserfronten. Ich war nur froh, dass diese keinen Strahl durch die Gegend schickt wie das Original.
Schließlich erreichte ich jenes Gebiet mit all den neuen modernen Hochhäusern, wo die ganzen Designer Läden und alles was teuer ist ihre Heimat gefunden haben. Hier hatte man ausführlich die Möglichkeit völlig durch gesteilte Menschen beobachten, wenngleich das in der Innenstadt fast überall der Fall ist. Man fühlt sich teilweise auf einen übergroßen Laufsteg versetzt.
Besonders die Frauen legen sehr großen Wert darauf völlig gestylt herumzulaufen. Nun mag dies für eine Großstadt nicht besonders außergewöhnlich sein, doch durch die Anlehnung an das japanische Comic (Manga) bezgl. Makeup und Zusammenstellung der Kleidung wird es wirklich zu etwas besonderem und sah toll und schick aus.
Mittlerweile dachte ich darüber nach den Heimweg anzutreten, als ich einen mir bekannten Turm entdeckte. Es handelte sich dabei um den “Kobe Hafen Turm” (Kobe Port Tower). Er lockte mich und so landete ich nach kurzem Fußweg am Hafen von Kobe (englischsprachiger Link).
Hier gab es neben div. Sehenswürdigkeiten auch eine Gedenkstätte zum großen Erdbeben. Da sich direkt zwischen Innenstadt und Hafen mehrstöckige Autobahnbrücken entlang zogen, mochte ich mir nicht vorstellen, wie es gewesen sein mochte, wenn man auf ihnen drauf, unter ihnen drunter oder sonst irgendwo gewesen sein mag.
Ich schüttelte die Gedanken über dieses hefige Naturereignis ab und schlenderte weiter gemächlich über die Anlage, genoss die Aussicht aufs Wasser und betrachtete die verschiedensten Objekte die hier aufgestellt vereinigt worden waren.
Besonders auffällig waren das Kobe Maritim Museum und das Naga Pier Passagier Terminal / Kobe Merikenpark Oriental Hotel.
Das Museum fiel mit seiner sehr filigran wirkenden Stahlkonstruktion, die wohl einen Schiffsrumpf darstellt, schon von weitem heraus und das Hotel beeindruckte hingegen durch seine Form und das moderne design.
Schließlich musste ich den Rückweg antreten und dank der div. Spaziergänge mit Eri durch die Innenstadt, fand ich sogar, ohne mich großartig zu Verlaufen, heim. So hatte sich dieser Tag wirklich zu einem schönen erlebnisreichen Tag entwickelt.





Auch ich bleibe von Regentagen nicht verschon. Zähle ich sie alle zusammen, bin ich zwar noch immer eindeutig auf der Sonnenseite des Urlaubs, doch diese Tage sind durch ihren dauernd anhaltenden Regen doch etwas frustrierend. Manchmal beginnt es nur ganz leicht zu nieseln, doch wenn es rightig zu regnen beginnt, kommt schon ordentlich etwas an Wassermenge herunter.
So bleibt hier die Gelegenheit einmal davon zu berichten, wie man an einer japanischen Kasse richtig bezahlt. Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas verwirrt war, bis ich das gesamte System durchschaut hatte. Natürlich gibt es wie überall Variationen, aber im Prinzip bleibt es gleich.
Oh, dann gibt es auch noch die voll automatischen Kassen. Die werden zwar auch durch den/die Kassierer(in) bedient, doch wird Papiergeld durch einen Eingabeschlitz eingeführt und Kleingeld in eine Schale geworfen . Alles verschwindet anschließend in der Kasse und dann wird über Laufbänder usw. das korrekte Wechselgeld ausgegeben und mir durch den Beschäftigten ausgehändigt. – Ja das hat was 🙂



So recht etwas darunter vorstellen konnte ich im Vorfeld nicht was ich erwarten sollte und war um so begeisteter, als ich schließlich zu Füßen dieses 18 Meter großen Kolosses stand.


Anschließend schlenderten Eri und ich noch etwas durch die nahegelegenen Straßen. Auf diesem Rundgang kamen wir an einem Restaurant vorüber an dessen Fassade viele beschriftete Lampions hingen. Ich fand es ein hübsches Schmuckwerk, doch erklärte Eri mir, dass es sich da bei um die Speisekarte des Lokales handelt. Also diese Idee fand ich wirklich originell und schön.
Den Preisschock verdaute ich bei einem Spaziergang durch die Stadt, bis die Vorstellung beginnen sollte. Dabei kamen wir an einem wirklich ansehnlichen Schrein vorüber der sich so unscheinbar zwischen die Hochhäuser duckte, dass ich ihn alleine sicherlich übersehen hatte. Auch wenn die allgegenwärtige rote Farbe ihn deutlich sichtbar machte.
Dort angelangt, wollten wir uns noch mit Popcorn eindecken. In Japan herrscht gesalzenes und mit Karamell Überzogenes Popcorn vor. Da ich ohnehin die salzige Version bevorzuge, war ich um diesen Umstand nicht traurig. Etwas missmutiger stimmte hier die lange Schlange vor dem Schalter. Doch Glück gehört auch zum Leben, denn gerade als wir uns anstellen wollten, wurden 2 weitere Kassen geöffnet.
Verschweigen möchte ich nicht, dass ich erfreulicher Weise ohne weitere Probleme mich aus der Umklammerung durch den Sessel befreien konnte.







Um zum
Bevor man jedoch in den eigentlichen Pool steigen durfte, hatte man auch ordentlich Wasserreste von sich zu entfernen. Nun stellte sich noch die Frage zum Handtüchelchen. Wohin? Rum liegen lassen, ging nicht. Ins Wasser mitnehmen, das ging überhaupt nicht. Also zusammenfalten und ab auf den Kopf. So hockte man sich dann in das 42 Grad heiße Wasser und genoss es.







Ich gebe zu, diese erste Version des Berichtes wird sich wieder nur auf ein paar Zeilen beschränken. Auch wenn ich meinen Bildern in einer Nachtsitzung Herr geworden bin, so ist das mit dem Schreiben wirklich so eine Sache. Zwischen all den Aktivitäten bleibt wahrlich keine Zeit und hier sollte niemand glauben, dass ich ernsthaft zum Lernen käme. Nein, hier komme ich so überhaupt nicht in die Pötte. So wird ziemlich sicher der japanisch Sprech Kurs in der nächsten Woche eine Katastrophe und ich werde ihn wohl auch abbrechen, denn immer so Unvorbereitet aufzuschlagen, nimmt mir schon etwas den Schwung. Leider macht es die Wohnung auch nicht einfacher zu lernen, denn es gibt beim besten Willen keine ordentliche Möglichkeit sich hinzusetzen. So schreibe ich auch diesen Artikel auf dem Bett hockend.



