Gegen 7 Uhr öffnete ich, vom Geschrei der Vögel geweckt, mein erstes Auge und stellte mit Freude fest, dass die Sonne schien. Nichtsdestotrotz schlief ich noch ein Stündchen weiter.
Schließlich wollte ich aber nicht mehr liegen bleiben. Ich zog mich an und kletterte aus dem Zelt. Als ich vor dem Zelt stand, ließ ich innerlich erst einmal einen Freudenschrei los. Mir bot sich ein super Tag. Der Himmel war fast wolkenfrei, und die Sonne schien in ihrer ganzen Pracht.
Trotzdem war es nicht allzu warm. Es waren wohl 20 bis 25 Grad, aber wenn einen eine Windböe erwischte, wurde es eisig kalt. Trotzdem konnte ich diesem Wetter nur dankbar sein.
Jetzt schnappte ich erst einmal meine Waschsachen, um mir den Dreck von 3 Tagen so richtig runterzuduschen. Es war herrlich, das heiße Wasser zu genießen. Leider musste ich nun feststellen, dass ich meinen Rasierer vergessen hatte. Na ja, das war zwar nicht schön, aber auch kein Beinbruch, es muss halt ein neuer her.
Nach der Wascherei wollte ich etwas Brot backen, da ich keines mehr hatte. Leider kam mir erst jetzt zu Bewusstsein, dass ich besser Butter oder etwas Ähnliches mitgenommen hätte. Das war auch der Grund, weshalb aus dem Brot nichts wurde. Es sah eher aus wie eine pampige Masse. Dazu kam, dass ich den Gaskocher verwenden musste, da die Küche noch abgeschlossen war.

Nach dem „Frühstück“ lümmelte ich etwas in der Sonne herum. Dabei entschloss ich mich, noch nach Bodø hineinzugehen. Ich wollte mir unter anderem noch ein paar Infos beim Touristikbüro holen.
Ich suchte mir auf der Karte vom Campingplatz aus den kürzesten Weg in die Stadt. Der Weg vom Vortag erschien mir nämlich als zu lang.
Nach rund 30 Minuten Fußmarsch war ich am Bahnhof angekommen. Ich schätze die Entfernung auf rund zweieinhalb Kilometer.
Vom Bahnhof schlenderte ich durch die Stadt in Richtung Hafen. Unterwegs schaute ich beim Informationsbüro vorbei, das aber geschlossen hatte. Ich dachte mir schon so etwas.

Am Hafen angekommen, setzte ich mich erst einmal auf eine Bank und schaute den Möwen zu. Als mir das zu öde wurde, ging ich etwas durch Bodø. Für norwegische Verhältnisse ist Bodø schon eine kleine Großstadt. In Deutschland würde man es eher für ein etwas zu groß geratenes Dorf halten.
Nach meinem Streifzug durch Bodø ging ich zurück zum Hafen. Jetzt entdeckte ich die große Kaimauer und stellte fest, dass man auf ihr spazieren gehen konnte.
Das tat ich dann auch gleich. Von der Kaimauer aus hatte ich einen ganz tollen Blick übers Meer.
Gegen 12 Uhr machte ich mich auf den Rückweg zum Campingplatz, nicht ohne noch einmal beim Infobüro vorbeizusehen. Es war immer noch geschlossen. Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als am Dienstag die nötigen Informationen über die Lofoten zu holen. Ganz ohne Infos wollte ich doch nicht losgondeln.
Auf dem Rückmarsch zum Campingplatz kaufte ich noch etwas Milch, Margarine und Knäckebrot in einer Tankstelle.
Die Tankstellen sind so etwas wie kleine Supermärkte. Nicht nur ich deckte mich hier ein, sondern auch ein paar Einheimische. Der „Laden“ war auf jeden Fall ganz schön voll.
Gegen 13 Uhr war ich wieder beim Zelt. Meine erste „gute Tat“: Ich setzte mich in die Sonne und schob mir ein paar Scheiben Brot rein. Es schmeckte richtig gut.
Nach dem Essen legte ich mich in die Sonne. Das hielt ich aber nicht lange aus, vor allem, weil ich etwas unzufrieden mit dem Verlauf dieses Tages war. Ich hatte nämlich richtig Lust zu wandern oder weiterzuziehen. Jedoch, wohin?
Da viele Leute Richtung Fjord gingen, tat ich es auch.
Dort ging ich einfach Richtung Fauske an ihm entlang, bis ich eine schöne Stelle fand, an der ich mich niederließ und die Sonne genoss.
Es war ungefähr 16.00 Uhr, als ich mich auf den Rückweg zum Zelt machte. Durch die Sonne war ich richtig benommen.
Den Rest des Tages verbrachte ich, die Sonne ausnutzend, beim Zelt. Denn wer weiß, ob es morgen auch noch so toll sein würde.
Was mich etwas ärgerte und vor allem wunderte, war, dass mir auf einmal richtig übel wurde und sich bei mir im Kopf alles drehte. Nach einiger Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass ich mir einen ganz schönen Sonnenstich eingefangen hatte. Um nicht noch mehr abzubekommen, kletterte ich in mein Zelt und machte mich für die Nacht bereit.

Als es kälter wurde, verkroch ich mich in meinen Schlafsack und schlief auch bald ein.
Gegen 23 Uhr weckte mich reges Treiben vor meinem Zelt. Es nervte mich so sehr, dass ich hinauskletterte, um zu sehen, was los war. Das Erste, was ich bemerkte, war, dass die Berge in ein herrliches Licht getaucht waren.
Weiterhin sah ich nun, dass noch einige Leute auf dem Campingplatz angekommen waren.
Unter anderem waren auch die drei Deutschen vom Samstag hier angekommen. Ich unterhielt mich etwas mit ihnen darüber, was sie so gemacht hatten. Von ihnen erfuhr ich, dass Boris seine Wandertour unverrichteter Dinge hatte abbrechen müssen, weil bei ihm, wie bei mir in Finse, noch Schnee lag. Dazu hatte er aber noch Neuschnee bekommen.
Es war etwa 23:30 Uhr, als ich wieder in mein Zelt kroch, um weiterzuschlafen. Es klappte dann auch.











