Mich haute es eigentlich schon recht früh aus der Falle, ungefähr um 7 Uhr. Ich ging duschen. Man ahnt nicht, wie sehr man sich auf etwas warmes Wasser freuen kann.
Danach ging es zurück zum Zelt, um zu frühstücken. Als ich mit dem Essen fertig war, musste ich alles zusammenpacken. Es ist immer eine Sauarbeit. Mittlerweile waren auch die Deutschen aufgestanden und hatten begonnen, alles zusammenzupacken.
Ich war zwar etwas früher fertig mit dem Packen als sie, aber warum sollten wir nicht gemeinsam in die Stadt gehen?
Auf dem Weg nach Bodø machten wir in einem Warenhaus halt, um uns mit Lebensmitteln einzudecken. Es ist jedes Mal ein Erlebnis, das Geld nur so davonrinnen zu sehen.
Nachdem wir ein paar hundert Kronen in dem Laden gelassen hatten, ging es weiter in Richtung Bahnhof. Dort angekommen, deponierten wir als Erstes unsere Rucksäcke.
Wir mussten im Bahnhof aber feststellen, dass die Schließfächer für unsere Rucksäcke viel zu klein waren. Darum fragte ich den Mann bei der Gepäckaufbewahrung, ob wir unsere Rucksäcke bei ihm abstellen dürften. Er hatte nichts dagegen. Was uns nun aber noch mehr freute und erstaunte, war die Tatsache, dass wir dafür nicht einmal etwas zu bezahlen brauchten.
Das war schon sehr außergewöhnlich, denn in der Regel ist die erste Frage, die man in Norwegen zu stellen hat: „Wie viel kostet es?“!
Nach dieser positiven Erfahrung mussten wir erst einmal sehen, dass wir an Geld kamen, denn wir waren alle abgebrannt.
Wir gingen zur Post, um uns mit den entsprechenden Geldmitteln zu versorgen.
Im Grunde klappt es immer sehr gut, Geld vom Postsparbuch abzuheben, nur muss man den Leuten hinter dem Schalter immer etwas helfen, damit sie mit der Masse an Schreibarbeit fertig werden. Sie sind einfach durch den Computer zu sehr verwöhnt, dazu kommt die gute deutsche Umständlichkeit. Wir bekamen aber dennoch anstandslos unser Geld.
Nach der Post trennte ich mich von den Dreien, jedoch nicht für lange, denn sich in Bodø nicht noch einmal über den Weg zu laufen, ist verdammt schwer. Da ich alles erledigt hatte, gingen wir gemeinsam auf die Kaimauer. Dort aßen wir ein bisschen.
Um 14.00 Uhr trennte ich mich schließlich von den dreien, denn ich wollte zum Schiff, das mich zu den Lofoten bringen sollte. Ich holte meinen Rucksack und machte mich auf den Weg.
Beim Anlegeplatz angekommen, musste ich ein Ticket kaufen. Die Frau, die es mir verkaufte, war, als ich ankam, reichlich mies gelaunt. Sie händigte mir die Fahrkarte, die übrigens 162 Kronen (etwa 50 DM) kostete, aus.
Als ich mich verabschiedete und ihr einen schönen Tag wünschte, schaute sie schon viel höflicher.
Beim Schiff angekommen, kämpfte ich mich samt Rucksack auf das Sonnendeck. Dort schnappte ich mir einen Stuhl und machte es mir bequem.
Während ich nun so saß und darauf wartete, dass es endlich losging, stellte ich fest, dass wohl eine ganze Menge Deutsche auf dem Schiff waren. Das nervte mich schon etwas.
Kurz nachdem wir abgelegt hatten, machte ich mich daran, etwas zu essen. Als ich zum norwegischen „Nationalkäse“ (Ziegenkäse) kam, der karamellfarben aussieht, sprach mich eine Amerikanerin an, die dachte, ich würde Erdnussbutter aus der Hand essen. (Erdnussbutter hat wohl die gleiche Farbe.) Aus diesem Missverständnis entwickelte sich eine sehr angenehme Unterhaltung.

Als es ihr zu kalt wurde, gingen wir gemeinsam unter Deck.
Dort lernte ich noch ihre „Freundin“, eine Kanadierin, kennen.
Wir hatten während der 4-stündigen Überfahrt eine Menge Spaß, vor allem, wenn ich mal wieder direkt ins Englische übersetzt hatte, was natürlich zu 99 Prozent falsch wurde.
Gegen 18:30 Uhr erreichte ich Stamsund auf den Lofoten.
Das Panorama, das sich mir vom Schiff aus bot, war atemberaubend. Ich bekam mich vor Begeisterung fast nicht mehr ein.
Ich verließ mit den beiden Frauen das Schiff und verabschiedete mich dann auch schon gleich von ihnen, denn ich musste nun die Jugendherberge suchen.
Ich dachte, dass das in solch einem kleinen Dorf nicht so schwer sein könnte. Das war aber ein Trugschluss. Es war schwerer als angenommen. Zum Glück war ich nicht der Einzige, der nach der Herberge suchte. Eine Deutsche und eine Kanadierin waren auch auf die Suche gegangen. Nun machten wir uns gemeinsam ans Werk.
Nach einiger Sucherei fanden wir die Jugendherberge.

Es war ein Fischerhaus, das an einem kleinen Hafen lag. Es wirkte sehr ansprechend.
Nachdem wir etwas ratlos um die Herberge herumgelaufen waren, kam der Herbergsvater. Wie sich später herausstellte, war er ein richtiges Original und ein netter Kerl.
Er führte uns in die Hütte und zeigte uns, wo man sich hinlegen konnte. Wenn ich ehrlich bin, war ich beim ersten Anblick der Herberge von innen doch etwas schockiert.
In der Jugendherberge waren nur junge Leute, die hier völlig auf sich angewiesen waren. Der Herbergsvater redete nicht rein, und so sah es hier auch aus.
In der Jugendherberge befanden sich zurzeit 2 deutsche Jungen, ein Mädchen aus Neuseeland und eine Amerikanerin, die hier wohl eine Art Dauergast war.
Wir verlebten einen netten Abend. Da ich am nächsten Tag weiter wollte, ging ich recht früh, ca. 22:00 Uhr, ins Bett.
Die beiden Anderen folgten irgendwann. Da ich verdammt müde war, war ich direkt eingeschlafen.








