Boris musste den Zug um 8:48 Uhr verlassen, also standen wir um kurz vor 8 Uhr auf. Wir machten uns frisch und genossen die Aussicht aus dem Fenster. In der Nacht hatte ich übrigens super geschlafen.
Was beim Blick aus dem Fenster nicht so erfreulich war, war das Wetter. Der Himmel war wolkenbedeckt.
Wir erreichten Fauske wie vorgesehen, und Boris verließ den Zug.
Für mich ging es weiter nach Bodø. Das dauerte noch rund eine halbe Stunde. Als ich in Bodø ankam, begann es zu nieseln.
Ich ging erst einmal in den Bahnhof, um weiterzusehen.
Ich fragte eine Frau am Fahrkartenschalter nach dem Campingplatz. Sie meinte, er hätte noch geschlossen, wollte aber dort anrufen. Sie erreichte jedoch niemanden.
Nun war guter Rat teuer. Ich spielte schon mit dem Gedanken, am selben Tag mit dem Schiff zu den Lofoten überzusetzen. Da ich den Anlegeplatz aber nicht fand, hatte ich dazu nicht die rechte Lust. Ich stapfte erst einmal zum Bahnhof zurück und dann weiter in die Stadt.
Irgendwie reifte in mir schließlich doch der Entschluss, den Campingplatz aufzusuchen. Ein paar Leute in einer Tankstelle, in der ich nach dem Weg fragte, waren sehr hilfsbereit. Sie fertigten mir sogar eine Zeichnung an. Auch die Leute, die ich auf dem Weg zum Campingplatz traf, waren sehr hilfsbereit. Diese Leute schauten aber meist etwas komisch, als ich sagte, ich wolle zu Fuß zum Campingplatz. Dabei waren es nur rund 3 bis 4 km bis dorthin. Nach einem gewissen Weg in die Ungewissheit fand ich schließlich den Campingplatz. Er war gar nicht übel. Allerdings auch nicht ganz billig.
Es kostete 40 Kronen. (etwa 12 DM) pro Tag. Zu meiner Freude stellte ich aber fest, dass ich einen kleinen Preisnachlass erhalten hatte. Mich kostete es „nur“ 36 Kronen.
Für diesen Preis kam ich zumindest in den Genuss einer tollen Küche, eines Aufenthaltsraums usw. Ich konnte mir also das Kochen auf dem Gaskocher ersparen.

Ich baute nun mein Zelt auf, und danach gab es erst einmal was zu spachteln. Da ich müde war, haute ich mich erst einmal aufs Ohr.
Geweckt wurde ich durch das Schreien der Möwen und das ohrenbetäubende Heulen der Triebwerke von Flugzeugen, die auf dem Flugplatz hinter dem Campingplatz ab und zu starteten.
Nachdem ich nun einmal wach war, stand ich auf und ging zum Fjord. Allerdings gab es nicht viel zu sehen, denn es war dicker Nebel aufgekommen, der mir jede Sicht nahm.
Wenn der Nebel weg wäre, hätte ich ein absolutes Wahnsinnspanorama. Es sollte eben nicht sein.

Auf dem Campingplatz hatte ich mich übrigens für 2 Nächte angemeldet. Ich wollte erst einmal bis Dienstag bleiben, denn auch in Norwegen ist der Montag nach Pfingsten ein Feiertag, und somit dürfte nicht viel los sein.
Am Dienstag werde ich mich im Informationsbüro über die Lofoten schlaumachen und dann mal weitersehen.
Mir machte in der Nacht die feuchte Kälte sehr zu schaffen. Darum entschloss ich mich, um 20 Uhr in meinen Schlafsack zu kriechen. Es half aber auch nicht viel. Ich fror wie ein Schneider.
Irgendwann bin ich doch eingeschlafen. Als ich erwachte, dachte ich, es wäre schon Morgen, da es im Zelt immer noch, oder wieder, verdammt hell war. Es war aber erst 23:30 Uhr. Ich drehte mich um und schlief weiter.