Heute hatte ich mal richtig schön ausgeschlafen, sodass es 10.00 Uhr wurde, bis ich endlich aus meinem Schlafsack kroch. Ich ging dann gleich daran, mich zu waschen. Anschließend musste ich etwas Milch kaufen. Danach stand einem schönen und ausgedehnten Frühstück nichts mehr im Wege. Nach dem Frühstück wollte ich einen kleinen Verdauungsspaziergang auf die andere Seite der Insel machen (12 Kilometer).
Ich packte mir ein paar Müsliriegel ein und nahm meine Feldflasche mit. Zur Sicherheit auch noch meine dicke Jacke und meine Mütze, und schon ging es los.
Ich ging auf der Hauptstraße in Richtung [Ortsname fehlt]. Hier sah ich die ersten Gestelle mit Fisch daran, die dort zum Trocknen hingen.

Während ich hier ging, hörte ich immer ein Donnern, das mich an Sprengungen oder Lawinengetöse erinnerte. Einen richtigen Reim konnte ich mir nicht darauf machen.
Nach ca. 2 km kam ich an eine Kreuzung und folgte der Straße in Richtung Nesland. Hier fand ich auch die Lösung für das Donnern.
Am Straßenrand hielten Soldaten Schießübungen ab. Die Schussgeräusche wurden durch den Berg verstärkt, sodass man wirklich meinen konnte, es würde gesprengt.
Die Straße folgte einem kleinen Fjord bis ans Meer. Mir gefiel das Panorama schon recht gut, aber als ich nach Nesland kam, wurde die Gegend immer wilder und schöner.

In Nesland endete die Straße, aber ich sagte mir, dass es von dort bestimmt einen Trampelpfad zum nächsten, auch an der Küste gelegenen Ort geben müsse.
In der Tat fand ich einen solchen Weg. Die ca. 4 Kilometer, die vor mir lagen, forderten mir dann aber einiges ab, denn ab und zu war kein Weg zu sehen, oder der Weg war mehr ein Bach usw.
Es war zwar anstrengend, hier zu laufen, aber es war so schön und aufregend, dass es mich kaum störte. Was mich am meisten freute, war, dass ich immer wieder den Weg fand und ohne größere Probleme nach Nusfjord kam.
Von Nusfjord ging es auf einer Straße in Richtung Ramberg. Während ich hier ging, kam ich an einem Gebilde vorbei, das mich sehr stark an eine Kläranlage erinnerte. Als ich mir die ganze Sache näher betrachtete, war es ein Betrieb, in dem Fische gezüchtet wurden.
Hinter dem Zuchtbetrieb lag ein großer See, auf dem sich sogar noch Eisschollen befanden.
Die restlichen Kilometer verliefen ohne besondere Ereignisse. Als ich wieder in Ramberg ankam, war es 18.30 Uhr, und ich hatte 30 Kilometer zurückgelegt. Das merkte ich aber auch in den Beinen.
Auf dem Campingplatz traf ich den Verwalter. Er war gerade dabei, eine Hütte zu streichen. Er lud mich zu einer Tasse Tee ein. Diese Einladung nahm ich sehr gern an.
Da ich sehr hungrig war, wollte ich etwas zu essen kochen und lud meinerseits Geir, so hieß der Verwalter, zu einer Suppe und Pfannkuchen ein.
Wir verbrachten einen netten Abend zusammen.
An diesem Abend kamen noch 2 Franzosen, die aber nur eine Nacht bleiben wollten. Sie machen eine vierzigtägige Tour durch Skandinavien.
Um 23 Uhr fiel ich wie tot auf meine Isomatte. Wie ich in den Schlafsack gekommen bin, weiß ich nicht mehr so genau.









