Ich war auserkoren, die beiden heute Morgen zu wecken. Da es aber erst kurz vor 9 Uhr war, als mich die Sonne aus dem Schlafsack trieb, unterließ ich das Wecken erst einmal und widmete mich meinem Frühstück und sonstigen Sachen.
Um 10 Uhr nahm ich dann meine Aufgabe als Wecker wahr.
Die beiden hatten bis 11 Uhr alles erledigt, und unsere Tour konnte beginnen. Zuerst gingen wir zu dem einzigen am Ort befindlichen Lebensmittelgeschäft und deckten uns mit ein paar Kleinigkeiten ein.
Nun stand dem tatsächlichen Start der Tour nichts mehr im Wege. Apropos Weg: Der Weg, der uns als Erstes erwartete, war schon ein echter Hammer. Wir mussten von Holzbohle zu Holzbohle hüpfen, um nicht im Wasser zu versinken.
Besonders schwer fiel es Jürgen, da er noch einen Rucksack zu tragen hatte. Nach rund einer halben Stunde hatten wir dieses chaotische Stück hinter uns. Wir fragten uns, was es wohl geben würde, wenn wir wirklich an ein Stück kämen, wo sogar in der Karte ein Sumpf eingezeichnet ist, was hier nicht der Fall war.
Der Weg verhielt sich aber ganz gut. Nur eines ärgerte uns: Bis hier war mit Markierungen für den Weg nicht gespart worden. Nur jetzt, wo der Weg nicht einwandfrei zu erkennen war, waren natürlich auch keinerlei Markierungen zu finden.
Nachdem wir aber etwas gesucht hatten und einfach mal auf gut Glück weitergegangen waren, fanden wir den Weg wieder.
Von hier ging der Weg schön, aber gleichmäßig den Berg hinauf. Um 13:30 Uhr sahen wir das erste Mal unser angestrebtes Ziel, einen 1666 Meter hohen Berg. Wir gaben nun Schätzungen ab, wie lange wir noch brauchen würden. Jürgen meinte, wir wären frühestens um 15:30 Uhr am Ziel. Ich vertrat die Ansicht, dass wir gegen 15:00 Uhr eintrudeln müssten, und Fritz positionierte sich mit 15:15 Uhr diplomatisch in der Mitte.
Nun verließen wir den Weg und hielten auf die hintere Flanke des Berges zu, da sie flacher war als die Frontseite.
Gegen 14:15 Uhr hatten wir den Fuß des Berges erreicht. Nun begann der Anstieg. Die beiden zogen mir unerbittlich davon, was ich mir aber schon gedacht hatte. Fritz hielt das Tempo von Jürgen auch nicht mit und fiel auch weiter zurück. Jeder suchte sich so oder so den, seiner Meinung nach, einfachsten Weg hinauf.
Ich kam um 14:59 Uhr oben an. Das war nur rund 5 Minuten nach den beiden, aber eine Minute vor meiner Schätzung.
Jetzt ruhten wir uns erst einmal aus und begannen anschließend, unser Essen zu verdrücken. Wir teilten das Essen untereinander gerecht auf, insbesondere, da ich nicht so viel dabeihatte wie die beiden. Es wurden auch schon Pläne geschmiedet, was wir am Abend essen wollten.
Dann ging’s wieder auf den Rückmarsch. Ich hatte keine Lust, denselben Weg wieder hinunterzustapfen. Ich bevorzugte das Schneefeld, das sich vom Gipfel an der Frontseite des Berges bis ins Tal zog. Fritz und Jürgen schlossen sich mir an. Es war eine Mordsgaudi, das Schneefeld hinunterzurennen.

Einmal drehte ich mich, nachdem ich einen schönen Vorsprung herausgerannt hatte, herum, um ein Foto zu schießen. Ich hatte aber noch so viel Speed, dass es mich glatt umhaute. Auf den Auslöser hatte ich aber noch gedrückt.
Für den ganzen Abstieg brauchten wir nur 10 Minuten. Eine tolle Verbesserung gegenüber den knapp 45 Minuten Aufstieg.
Der Rückweg war für mich dann noch sehr anstrengend. Aber um 18:30 Uhr waren wir endlich zurück auf dem Campingplatz.
Die anderen planten schon ihre nächste Tour, während ich die Erbswurst in eine Suppe verwandelte.
Wir gingen in den Aufenthaltsraum und aßen die Suppe. Wie nicht anders zu erwarten, hatten wir noch Hunger. (Die Erbswurst schmeckte wider Erwarten wirklich gut.) Ich sagte: „Ich spendiere meinen restlichen Kaviar und den Käse.“ Fritz und Jürgen opferten ihr letztes Brot. Auch danach hatten wir noch Hunger.
Ich war nun durchaus bereit, meinen Reis abzutreten, nur fehlte es dann noch an einer Soße. Die anderen hatten noch eine Fischsuppe. Sie wurde kurzerhand in eine Soße umgemünzt.
Die Masse an Essen, die uns jetzt erwartete, ging über unser Leistungsvermögen. Es musste jemand ausgesucht werden, der sich opferte. Ich konnte beim besten Willen nicht mehr, also musste Fritz, der von uns am wenigsten gegessen hatte, herhalten.
Danach sprachen wir noch über allerhand, bis ich meinte, ich müsse ins Bett, um für morgen einigermaßen fit zu sein.








