Norwegen (1988) – Tag 25 – Hjerkinn – Genuss absolut nur durch Natur Geräusche

An diesem Morgen machten mich diese Scheiß-Caravanbesitzer ratenweise fertig. Jede halbe Stunde gab es riesigen Lärm.

Irgendwann wurde es mir zu blöd, und ich stand auf. Das war etwa gegen 9:30 Uhr. Fritz (Friedrich) und Jürgen, so hießen die beiden Deutschen, machten sich gerade fertig, nach Åndalsnes zu fahren.

Ich für meinen Teil ließ den Tag ruhig angehen. Zuerst wurde schön gefrühstückt. Ich mixte mir zu diesem Zweck mein Milchpulver mit Wasser, um etwas zu trinken zu haben. Es schmeckte aber so ekelhaft, dass für mich klar ist: So einen Mist nehme ich nicht mehr mit.

Auch das Wetter war ganz toll, wenn auch ein kalter Wind wehte.

Gegen 12 Uhr wollte ich dann doch etwas unternehmen und machte mich fertig für eine kleine Exkursion. Ich war mir nicht schlüssig, wohin ich gehen sollte, deshalb ging ich erst einmal den Weg, den ich gestern heruntergekommen war, wieder hinauf.

Ich ergötzte mich reichlich an der Landschaft. Meine Freude, hier zu sein, war riesig. Was mich am meisten freute: Ich hörte ringsherum nur den Wind, der über die Heide strich. Sonst war es absolut still. Irgendwann war es mir zu blöd, immer auf dem Weg zu laufen, und ich stiefelte geradewegs ab in die Natur. Es war ganz schön anstrengend, dort zu laufen. Der Boden wechselte von schön gangbarem Gelände über Stellen mit fast hüfthohen Sträuchern bis zu fast sumpfartig anmutenden Stellen. Das störte mich aber nicht.

Als ich einmal, es war auf dem Rückweg, zu müde wurde, suchte ich mir einen großen Stein, hinter den ich mich legen konnte, um vor dem Wind geschützt ein kleines Nickerchen zu halten. Es war so still, dass ich einen halben Herzinfarkt bekam, als eine Fliege an meinem Kopf vorbeirauschte.

Gegen 16:30 Uhr war ich zurück auf dem Campingplatz. Hier drückte ich mich bis 18 Uhr herum. Meine Müdigkeit machte mir jedoch derart zu schaffen, dass ich mich entschloss, mich hinzulegen und eine Runde zu schlafen.

Dieser Schlaf währte aber nur bis 21 Uhr. Ich hörte Stimmen und merkte, dass Fritz und Jürgen wieder aus Åndalsnes zurück waren. Wir kamen ins Gespräch, und sie fragten mich, ob wir nicht am nächsten Tag gemeinsam eine Tour unternehmen wollten. Ich fand diese Idee wirklich gut und stimmte zu.

Die Sonne war mittlerweile untergegangen, und da es nun sehr kalt wurde, gingen wir in den „Aufenthaltsraum“ (Aufenthaltsraum = der Raum, in dem man sich waschen kann, nur dass hier noch ein Tisch und Stühle aufgestellt waren) und klönten dort weiter.

Es war 30 Minuten nach Mitternacht, als ich mich entschloss, in die Falle zu gehen. Die beiden schlossen sich mir an.