Norwegen (1988) – Tag 15 – Tromsø – Wenig Freude verkürzter Aufenthalt vor Ort

Um 9 Uhr fiel ich aus der Falle. Auf dem Campingplatz war auch schon reichlich Rabatz.

Ich ging zum Waschen und freute mich schon auf eine Dusche. Mal abgesehen davon, dass man hier 10 Kronen fürs Duschen haben wollte, wurde trotzdem nichts aus meiner ersehnten Dusche, denn man musste Duschmünzen benutzen, die ich natürlich nicht besaß. Das bedeutete, dass es heute nichts mit dem Duschen war.

Danach gab es Frühstück. Anschließend trabte ich in die Stadt. Der Verkehr war genauso mörderisch dicht wie am Vortag.

Ich drückte mich etwas in der Stadt herum, denn für Museen hatte ich heute keinen Nerv. Das Einzige, was ich tun wollte, war, eine Kabine für das Schiff zu mieten. Der Mann bei der Hurtigruten brachte mir aber sehr unhöflich bei, dass ich zu spät dran sei usw. Ich verließ einigermaßen geknickt das Ladenlokal. Das einzig Positive an der ganzen Sache war, dass ich dadurch 140 Kronen gespart hatte.

Was mich wieder aufbaute, war eine Musikgruppe in der Stadt, die südamerikanische Musik spielte. Es wurde einem richtig warm beim Hinhören. Heute hatten wir nämlich 9 Grad Außentemperatur, und der Himmel war bedeckt.

Um 14 Uhr ging ich zum Hafen, um das Schiff der Hurtigruten einlaufen zu sehen. Auf dem Kai war ganz schön was los. Allerhand Lieferwagen kamen, um Waren für das Schiff abzuliefern.

Als das Schiff eingelaufen war, machte ich mich auf den Rückweg zum Campingplatz. Zwischendurch machte ich einen Stopp in einem Lebensmittelgeschäft, um mich mit dem Notwendigsten für die nächsten Tage einzudecken.

Als ich auf dem Rückweg an der Eismeerkathedrale vorbeikam, ging ich mal kurz hinein, um sie mir näher anzusehen. Hier fasste ich auch den Entschluss, Tromsø schon am nächsten Tag, am Samstag, und nicht erst, wie geplant, am Sonntag zu verlassen.

Auf dem Campingplatz angekommen, ging ich gleich zur Rezeption, um verschiedene Papiere abzugeben und um meinen Entschluss zu verkünden, früher abzufahren, damit ich die 40 Kronen zurückbekäme, die ich schon im Voraus bezahlt hatte. Ich erwarb auch gleich eine Münze für die Dusche.

Da ich morgen einiges an Futteralien zu schleppen hatte und meine Tasche für ein so hohes Gewicht nicht mehr geeignet war, setzte ich mich an den Fluss, der an meinem Zelt vorbeifloss, um die Tasche zu reparieren.

Als es vollbracht war, schnappte ich mir mein Abendbrot.

Ich wollte mir etwas Gutes tun und hatte mir in der Stadt Matjes gekauft, die ich nun verspeisen wollte. Leider hatte ich nicht bedacht, dass Matjes sehr salzig ist, und so wurde das Essen wirklich kein Vergnügen, eher eine Quälerei. Ich glaube, ich habe mehr getrunken als gegessen.

Nach diesem Reinfall packte ich alles in den Rucksack, was ich nicht mehr benötigte.

Aufstehen wollte ich am nächsten Tag um 3 Uhr. Darum legte ich mich früh in die Falle. Ich schlief auch schnell ein.

Gegen 21 Uhr wurde ich von Geräuschen auf dem Campingplatz geweckt.

Danach konnte ich nicht mehr einschlafen. Es wurde ungefähr ein Uhr, bis mir die Augen endlich wieder zufielen.