Norwegen (1988) – Tag 14 – Tromsø – Zeltplatz ohne wirkliche Freude

Um 6 Uhr rückten uns die Frühaufsteher auf den Pelz, und an Weiterschlafen war nicht mehr zu denken.

Die Australierin verließ das Schiff in Harstad. Den Morgen bis zur Ankunft um 14 Uhr in Tromsø verbrachte ich mit Lesen. Gelegentlich fand sich mal jemand, mit dem man ein Wort wechseln konnte.

Tromsø erreichte ich um 14 Uhr. Mein erster Eindruck von der Stadt war durchaus positiv. Zuerst ging ich zur Touristeninformation. Die Ausbeute an Material über die Stadt war dürftig.

Da ich hundemüde war, machte ich mich auf den Weg zum Campingplatz. Diesen zu finden sollte nicht schwer sein, da es sehr gute Anhaltspunkte zur Orientierung gab, zum Beispiel den Eisdom.

Ich musste erst einmal quer durch die Stadt am Hafen entlanggehen. Was mir sehr unangenehm auffiel, war der gewaltige Verkehr in der Stadt. Er machte den guten Eindruck von der Bauweise der Häuser völlig zunichte.

Noch schlimmer empfand ich den Verkehr, als ich die Brücke über den Tromsøstrom benutzen musste. Hier reihte sich Auto an Auto. Ich war einem Bleischock sehr nahe.

Den höchsten Punkt der Brücke zu erklimmen kam einer kleinen Bergbesteigung nahe. Nicht nur ich hatte hier zu kämpfen, auch die Radfahrer mussten ganz schön in die Pedale treten, um den höchsten Punkt der Brücke zu erreichen. Die Brücke endete vor der Kathedrale. Je näher man ihr kam, umso mehr verlor sie von ihrer eindrucksvollen Gestalt. Von hier ging es in Richtung Kroken.

Als ich auf dem Campingplatz ankam, traf mich fast der Schlag. Ich empfand ihn als ziemlich verwahrlost. Es schien, als wäre hier schon einige Zeit kein Abfall mehr weggeräumt worden. Nun gut, was soll’s!?

Jetzt suchte ich erst einmal die Rezeption. Nach einiger Sucherei fand ich sie. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, mir eine Hütte zu mieten, doch bei einem Preis von 160 Kronen nahm ich von diesem Gedanken Abstand. Die 40 Kronen für einen Standplatz für mein Zelt fand ich schon genug.

Nachdem ich für 3 Nächte bezahlt hatte, ging es darum, einen Standplatz für mein Zelt zu finden. Das war ganz schön schwierig, denn der Campingplatz war übersät von Wohnwagen und Caravans. Dort, wo mal ein Plätzchen frei war, ging die Straße entlang, die um den Campingplatz herumführte und an einem Fußballplatz endete.

Es erschien mir fast aussichtslos, einen geeigneten Platz zu finden. Schließlich fand ich einen Platz, der mir genügte.

Ich begann sofort mit dem Aufbau des Zeltes. Während des Aufbauens sah ich jedoch ein, dass dies hier kein guter Platz war, denn der Boden war total steinig. Nach 15 Minuten vergeblichen Mühens gab ich auf. Auch das nächste Plätzchen, das ich auserkoren hatte, erwies sich als ungenügend. Schließlich klappte es beim dritten Anlauf. Hier war der Boden zwar sehr weich, aber ich bekam wenigstens die Heringe in die Erde. Es durfte aber kein starker Wind kommen, denn dann würde mein Zelt bestimmt umgeweht.

Ich hatte nichts mehr zu essen, darum ging ich zum campingplatzeigenen Kiosk und erwarb dort Knäckebrot und Milch. Über den Preis schweigt des Sängers Höflichkeit.

Nachdem ich gegessen hatte, ging’s ins Bettchen. Ich schlief ganz gut, auch wenn ich mitten in der Nacht (etwa 23 Uhr) von ankommenden Wohnwagenbesitzern in meiner Nachtruhe gestört wurde.

Nachtrag: An den Lärm vom Fußballplatz habe ich mich schon gewöhnt.