Um 3 Uhr ging mein Wecker, und ich kam sogar erstaunlich gut aus dem Bett, auch wenn es fast 3:30 Uhr wurde, bis ich schließlich aufstand.
Nun ging ich als Erstes duschen. Es tat auch dieses Mal richtig gut.
Anschließend baute ich das Zelt ab und ließ mich beim Verursachen von Lärm nicht lumpen. Eigentlich spielte es sowieso keine Rolle, denn auf dem Campingplatz war für diese Uhrzeit noch ganz schön was los. Es kamen nämlich die ganzen Kneipengänger aus Tromsø zurück, die teilweise alles andere als nüchtern waren.
Auf dem Weg zum Hafen machte ich noch einen Schlenker durch die Stadt, um noch ein paar Aufnahmen zu schießen, denn um diese Uhrzeit waren keine oder nur sehr wenige Leute unterwegs. Das Einzige, was sich auf der Straße befand, waren Taxen, und davon mehr als reichlich.
Das Schiff erreichte ich um 5:45 Uhr. Es war anscheinend noch älter als die Polaris, mit der ich hier heraufgekommen war.
Der Anschein täuschte aber: Die Polaris wurde 1953 gebaut und die Nordnorge 1964.
Für mich begann nun ein sehr, sehr ruhiger und beschaulicher Tag. Ich setzte mich in die Sonne, die mittlerweile wunderbar schien.
Als sich jedoch ein Sonnenbrand abzuzeichnen begann, ging ich lieber in den Aufenthaltsraum.
Bis zum Abend, besser gesagt bis in die Nacht, habe ich mich mit mir selber beschäftigt. Kurz bevor wir in Stamsund einliefen, lernte ich einen Mann kennen. Er ist Lehrer für Biologie und Chemie. Er wohnte auf den Lofoten.

Mit ihm sprach ich etwas. Als wir jedoch in Stamsund anlegten, wollte ich doch mal sehen, ob nicht ein paar bekannte Gesichter auftauchen.
Ich schaute mich etwas um, aber weit und breit war keiner aus der Jugendherberge zu sehen. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass keiner kommen würde, da sah ich 3 Personen um die Ecke biegen. Je näher sie kamen, umso klarer wurde mir, dass ich sie kannte. Es waren Jean-Luc, die Amerikanerin, die schon sehr lange hier in Stamsund in der Herberge wohnt, und, ich fasste es nicht, die Südafrikanerin. Eigentlich wollte sie am letzten Donnerstag nach Tromsø aufbrechen.
Sie hatte sich aber wohl, wie viele andere vor ihr, von dem tollen Klima in der Jugendherberge anstecken lassen und war länger geblieben als geplant.
Ich unterhielt mich etwas mit Jean-Luc, musste aber schließlich an Bord zurück.
Nachdem wir abgelegt hatten, ging ich zu dem Norweger.

Wir sprachen etwas, und mir schien, der Wein, den er getrunken hatte, tat seine Wirkung.
Er lud mich ein, ihn mal auf den Lofoten zu besuchen. Wer weiß, ob es je dazu kommen wird. Da er noch jemand anderen kennengelernt hatte, verabschiedete er sich recht schnell von mir, aber nicht ohne mir seine Adresse zu geben.
Ich drehte nun noch eine Runde über das Schiff und traf die Südafrikanerin. Während wir uns unterhielten, trat ich ganz böse ins Fettnäpfchen. Ich meinte nämlich zu ihr, wenn wir morgen genauso tolles Wetter hätten wie heute, käme sie braun gebrannt wie ein Neger nach Hause. Erst nachdem es heraus war und sie mich darauf hingewiesen hatte, dass sie doch aus Südafrika stamme, fiel mir mein Fehltritt auf. Mir war dieser Ausrutscher doch peinlich, ich hatte einfach nicht daran gedacht, wo sie herkam.
Etwas später, es war gegen 3 Uhr, zog ich mich zurück, um etwas Schlaf zu bekommen. Um 6 Uhr ist hier auf dem Schiff, wenn man keine Kabine hat, die Nacht zu Ende. Scheiß Frühaufsteher.






