Norwegen (1988) – Tag 17 – Hurtigruten – Auf Deck schlafen gegangen

Ha, ich habe mich getäuscht! Ich brauchte nicht um 6 Uhr aufzustehen, es war sage und schreibe erst 6:30 Uhr. Viel geholfen hatte es aber nicht. Ich packte meinen Krempel zusammen und fand dann auf dem Sessel zum Glück eine Stellung, in der ich einigermaßen bequem schlafen konnte.

Ich dämmerte auf diese Weise bis 10 Uhr.

Als ich aus dem Fenster schaute, war ich schon etwas frustriert, denn der Himmel war mit einer dicken Wolkendecke bedeckt. Aus diesem Grund konnte ich mich nicht dazu entschließen hinauszugehen. Ich zog es vor, in der Cafeteria zu sitzen und zu lesen.

Bis 13 Uhr hatte ich mich dazu durchgerungen, mir etwas Warmes zu essen zu gönnen, denn die Preise hier an Bord sind grauenhaft hoch.

Ich bestellte mir eine Suppe und Kartoffeln mit Würstchen, Erbsen und einem mir unbekannten Kraut. Dafür bezahlte ich 62 Kronen (etwa 20 DM).

Bei der Suppe handelte es sich um einen Eintopf, und der Rest strotzte vor Fett. Es war zumindest genießbar.

Bis 14:30 Uhr frönte ich meinem Buch. Nun tauchte die Südafrikanerin auf. Jetzt fragte ich erst einmal, wie sie hieß. Ihr Name war Catriona.

Wir unterhielten uns anschließend den ganzen Nachmittag. Gegen Abend wollte sie etwas hinaus. Ich bevorzugte, unter Deck zu bleiben.

Ich fand noch den einen oder anderen, mit dem man sich zumindest kurz unterhalten konnte.

Später traf ich Catriona in der Cafeteria wieder.

Während wir so saßen und sprachen (wir waren übrigens zu Deutsch übergegangen, sie sprach nämlich sehr gut Deutsch), kam der Reiseleiter, der die Reisenden betreute, die die ganze Reise gebucht hatten, an unseren Tisch und machte uns darauf aufmerksam, dass gleich eine Sehenswürdigkeit käme. Wir sollten sie uns unbedingt ansehen.

Es handelte sich um einen Berg (Torghatten), in den der Wind und die Jahrtausende ein Loch gebohrt hatten. (Früher, als Norwegen noch von Eis überdeckt war, lag dieser Berg unter Wasser. Das Loch wurde vom Wasser hineingespült. Nachdem das Eis abgeschmolzen war, begann das ganze Land – Norwegen und seine Inseln – zu steigen. Es stieg so weit, dass das Loch heute ungefähr 150 Meter über dem Meeresspiegel liegt.) Wir gingen nach oben und betrachteten uns die Sache. Ich fand es schon beeindruckend. Anschließend gingen wir wieder in die Cafeteria.

Im Laufe des Abends riss die Wolkendecke auf, und die nun hervorkommende Sonne strahlte die Berge toll an. Ich ging hinaus, um das Ganze optisch festzuhalten.

Gegen ein Uhr entschloss ich mich, mich hinzulegen.

Allerdings war das heute schwierig, denn im Aufenthaltsraum hatten sich Reisende eingenistet, die den ganzen Raum mit ihren verdammten Zigaretten zugeräuchert hatten. Nach etwas Überwindung ging ich auf Deck und schlug dort mein Nachtlager auf. Meine Befürchtung, dass es zu kalt werden würde, traf, so stellte ich nach einem kurzen Probeliegen fest, nicht zu.

Ich schlief schnell ein.