Das wurde meine ruhigste Nacht auf dem Schiff.
Ich konnte ohne jede Störung bis 6:30 Uhr schlafen. In der Nacht herrschten angenehme Temperaturen.
Als ich jedoch meine Augen so richtig aufhatte, sah ich, dass eine ganz starke Wolkendecke den Himmel verdeckte. Meine Annahme vom Vortag, es könnte heute schön werden, konnte ich in den Müll werfen.
Nichtsdestotrotz entschloss ich mich, da wir gerade in Trondheim eingelaufen waren, in die Stadt zu gehen und mich ein wenig umzusehen.
Mein Aufenthalt in der Stadt währte aber nicht lange, denn es waren noch alle Geschäfte geschlossen, und zu sehen gab es nicht viel.
Zurück an Bord, wollte ich jetzt noch etwas ruhen, bis der eigentliche Trubel auf dem Schiff losging. Jedoch wurde dieses Vorhaben durchkreuzt, denn es kam eine Jugendgruppe an Bord, und die verursachte eine Menge Lärm.
Gegen 10 oder 11 Uhr geschah das Wunder des Tages.
Ich bekam es nicht so recht mit, da ich doch etwas eingeschlafen war. Als ich jedoch aus dem Fenster schaute, bemerkte ich, dass wir ein tolles Wetter bekommen hatten. Die Wolken waren einem völlig wolkenfreien Himmel gewichen, und die Sonne schien in ihrer ganzen Pracht. Ich nutzte auch gleich die Gelegenheit, setzte mich an Deck und genoss die Sonnenstrahlen.
Es fand sich dann auch jemand, mit dem ich mich unterhalten konnte.
Gegen 14:30 Uhr hatte auch Catriona aus dem Bett gefunden. Sie war aber noch nicht so richtig wach, und ich konnte mich jetzt noch weiter mit mir selbst beschäftigen.
Gegen 16:30 Uhr liefen wir Kristiansund an. Die Stadt gefiel mir ausgesprochen gut. Wie ich später erfuhr, ist Kristiansund auf drei Inseln erbaut. Gerade das verlieh der Stadt einen eigentümlich schönen Reiz. Ich sah überall Felsen, auf die die Häuschen gesetzt waren. Auf der einen Seite gab es keine geordnete Struktur, aber gerade diese scheinbare Unordnung der Bauweise machte den Reiz aus.
In Kristiansund gingen Catriona und ich kurz von Bord, um uns die Beine zu vertreten.
An Land merkte ich erst einmal, wie stark die Sonne brannte. Hier gab es nämlich keinen Fahrtwind wie auf dem Schiff, sondern hier herrschte Windstille. Die Hitze war fast unerträglich. Ich war froh, als das Schiff ablegte und wieder etwas Wind wehte.
Während der Fahrt nach Ålesund lernte ich einen Deutschen kennen, der Tierarzt in der Nähe von Bremen ist, und auch eine Norwegerin. Die Norwegerin stammte aus Ålesund.

Sie gab mir schöne Tipps, was ich alles unternehmen könnte, wenn ich in Ålesund und Åndalsnes bin. Sie rief für mich sogar auf dem Campingplatz in Ålesund an, da wir erst gegen 23:45 Uhr dort ankamen, um zu fragen, ob es in Ordnung gehe, wenn ich noch so spät dort ankäme. Es ging natürlich, anmelden sollte ich mich am nächsten Tag.
Ålesund erreichten wir um 23:55 Uhr. Bevor ich von Bord ging, verabschiedete ich mich von allen, die ich kennengelernt hatte. Wie ich nun merkte, waren es nicht gerade wenige.
Ich verließ das Schiff und muss sagen, die 3 Tage an Bord waren sehr schön und vor allem erholsam, auch wenn die Nächte immer etwas kurz waren.
Was mich nun sehr freute: Die Norwegerin wurde von ihrer Mutter am Schiff abgeholt, und sie erklärte sich bereit, ohne dass ich darum gebeten hatte, mich zum Campingplatz zu fahren. Ich fand das sehr nett.
Ich traf somit schon um 20 Minuten nach Mitternacht dem Campingplatz ein und begann sogleich, mein Zelt aufzubauen. Ich fiel dann nur noch wie tot auf meine Isomatte und war sehr schnell eingeschlafen.






