Mit Langschlafen war es nichts. Morgens herrscht so ein Lärm, dass man nur aufstehen kann, und so ging ich gegen 8 Uhr zum Frühstück.
Schon vorher hatte ich, nachdem ich an einem Hemd gerochen hatte (es stank ekelhaft nach Zigarettenqualm), beschlossen, meine letzten 20 Kronen für eine Münze für die Waschmaschine auszugeben. Sie war gerade belegt, also setzte ich mich mit meinen Sachen daneben, um als Nächster dranzukommen. Dabei lernte ich einen Norweger kennen, übrigens den ersten. Er wohnte in Trondheim. Während unseres Gesprächs stand für mich immer mehr fest, dass ich unbedingt einmal in den Norden Norwegens fahren muss, was ich ohnehin für die Zukunft geplant hatte.
Beim Reden sah ich mit einem Auge, dass ich wohl etwas zu viel Waschmittel genommen hatte, denn der Schaum kam langsam, aber unaufhörlich aus der Einfüllluke. Es war nicht schlimm, wem schadet schon ein wenig Schaum, aber peinlich war es mir trotzdem.
Gegen 11:15 Uhr hatte ich alles erledigt und legte mich bis 13 Uhr ins Bett, was richtig erholsam war. Danach drückte ich mich etwas in der Jugendherberge herum, und weil das Wetter so schön war, ging ich auch kurz vor die Tür.
Um 16:30 Uhr kamen Jassin und Marco fix und fertig aus der Stadt, sie waren hinuntergelaufen. Als wir uns unterhielten, kam ein junger Mann zur Tür herein, den wir alle drei kannten. Jassin und Marco hatten in Voss mit ihm im Zimmer gelegen. Er war aus Südkorea und lebte seit drei Jahren in Deutschland, um hier seinen Doktor zu machen. Das Schöne an dieser Begegnung war: Jassin und Marco waren von Voss nach Flåm gefahren, der Koreaner nach Norden zum Sognefjord und ich nach Oslo, und ein Treffen von uns vieren war nicht geplant. Nun saßen wir zusammen und erzählten uns, was wir erlebt hatten.

Jassin und Marco wechselten heute von der Jugendherberge auf den Campingplatz und waren nur noch einmal gekommen, um ihr Gepäck zu holen. Der Koreaner hieß Hyungho und war wirklich sehr nett. Seit Voss war er unter anderem am Jostedalsbreen gewesen, wo es sehr schön sein soll. Während wir so saßen, kam mir die Idee, nach einem anderen Zimmer zu fragen, denn nachts war es in meinem bisherigen sehr unruhig. Ich bekam eins, und Marco und Jassin verabschiedeten sich. Jassin hatte ich meine Adresse gegeben, die er einem Studienkollegen weiterreichen soll, der sich auch für Hörspiele interessiert. Ich bin gespannt, was daraus wird.
Am Abend unterhielt ich mich noch lange mit Hyungho. Gegen 22:30 Uhr ging ich auf mein neues Zimmer. Ich dachte, ich müsste sehr leise sein, aber alle waren noch wach. Im Zimmer waren zwei Inder, ein Finne und ein Belgier. Auf dem Gang war auch eine Jugendgruppe untergebracht, und das bedeutete Lärm. Es wurde tatsächlich eine sehr unruhige Nacht.