Norwegen (1987) – Tag 10 – Voss – Tagesausflug nach Ulvik

Gegen 0:30 Uhr kamen zwei Neue ins Zimmer. Sie waren recht leise, aber es störte mich trotzdem. Um 7 Uhr stand ich auf und erledigte alles Nötige wie Waschen und Frühstücken. Ich frühstückte im Aufenthaltsraum, um die beiden Neuankömmlinge nicht zu stören.

Um 8:15 Uhr gingen Uri und ich zum Bahnhof, und der Bus nach Ulvik fuhr pünktlich gegen 8:30 Uhr. Die Gegend war schön, aber ich sehnte mich ein wenig nach den steilen Bergwänden von Flåm und Gudvangen. Voss liegt auf etwa 300 Metern Höhe, Ulvik, ein Ort an einem Seitenarm des Hardangerfjords, auf etwa 0 Metern. Der Bus musste also 300 Höhenmeter hinunter, und zwar nicht schön gleichmäßig verteilt, sondern auf einen Schlag. Es ist jedes Mal ein Erlebnis zu sehen, wie sich die Straße den Berg hinunterwindet und wie die Busfahrer dort herumfahren. Während dieser steilen Talfahrt kamen wir an einem riesigen Wasserfall vorbei, der mich beeindruckte.

Vor Granvin mussten wir durch einen Tunnel. Daran ist im Grunde nichts Außergewöhnliches, aber die Fahrt dauerte, wie ich auf der Rückfahrt feststellte, etwas mehr als 6 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von wohl 70 km/h. Der Tunnel ist also rund 7 Kilometer lang, und das fand ich schon beeindruckend. In Granvin, einem Ort mit Fährstelle, mussten wir in einen anderen Bus umsteigen. Zum Glück wollte der Fahrer meine Fahrkarte nicht sehen, denn ich fand sie nicht.

Um 11 Uhr waren wir in Ulvik. Zuerst gingen wir ins Touristenbüro und informierten uns über Wandermöglichkeiten, aber alles war für Uri zu weit und zu anstrengend. So verbrachten wir den Tag im Ort. Wir sahen uns ein Souvenirgeschäft an, in dem es neben viel Unsinn auch sehr hübsche Sachen gab, die für mich aber recht teuer waren. Weil es ständig regnete, lud mich Uri ins „Sentrum Café“ ein. Dort blieben wir, bis der Bus um 14:25 Uhr fuhr. Es war interessant, die Leute kamen und gingen am laufenden Band, Touristen genauso wie Einheimische. Kurz vor der Abfahrt kaufte ich noch ein paar Kleinigkeiten.

Mit dem Bus fuhren wir nach Voss zurück. Inzwischen war die Sonne herausgekommen und es war sehr schön geworden, kurz vor Voss fing es aber wieder an zu regnen. Ich war schon gespannt, wer diese Nacht bei mir im Zimmer sein würde. In Voss wurde das Wetter wieder besser, sodass ich mich vor der Jugendherberge in die Sonne setzen konnte.

Bis zum Abend waren wir fünf Personen im Zimmer: einer aus Boston (USA), einer aus Australien und einer aus England. Der Engländer war schon sehr komisch, und dabei war es noch nicht einmal ausschlaggebend, dass er einen Teddybär bei sich hatte, der auf dem Bett saß. Mit dem Mann aus Boston redete ich sehr lange. Es war für mich sehr anstrengend, alles zu verstehen, denn Englisch war nicht wirklich mein Thema.

Um 9 Uhr ging es in die Sauna. Eigentlich wollte ich danach ins Bett, ging aber doch noch in den Aufenthaltsraum. Dort lernte ich durch den Bostoner eine nette Engländerin kennen und sprach lange mit ihr. Danach ging es ab in die Falle, denn ich wollte ausgeruht sein für die Fahrt nach Oslo. Zugfahren ist schließlich auch anstrengend.