Ich hatte den Wecker auf 6 Uhr gestellt, damit ich mit dem Packen fertig wurde. Obwohl ich fast zweieinhalb Stunden Zeit hatte, bis die Fähre fuhr, musste ich mich sputen. Bis 7:30 Uhr hatte ich gefrühstückt, gepackt und mich gewaschen. Jetzt fehlte nur noch das Zelt, das leider noch nass war. Ich musste es so einpacken, obwohl es mir widerstrebte.
Um 8 Uhr war ich an der Anlegestelle, gegen 8:15 Uhr kam die Fähre, und ich ging an Bord. Laut meinem Prospekt mit allen Fährverbindungen und Preisen sollte die Fahrt 36 Kronen (12 DM) kosten. Es kostete aber nur 30 Kronen (10 DM), worüber ich mich sehr freute.

Die Fahrt begann um 8:40 Uhr und führte zuerst nach Aurland. Beim Wegfahren betrachtete ich die Berge, die ich bestiegen hatte. Es waren nicht viele, aber mir hat es gereicht. Von Aurland ging es nach Undredal, einem Ort, den man bisher nur mit dem Schiff erreichen kann. An einem Tunnel arbeiteten sie noch. Kurz vor 9 Uhr fuhren wir in den Nærøyfjord in Richtung Gudvangen, noch rund zwei Stunden. Das Panorama war sehr beeindruckend. Ich fotografierte auch, aber es nervte mich, wie die Leute herumhüpften, um zu knipsen.

Gegen 11 Uhr legten wir in Gudvangen an. Dort gab es zwei Campingplätze, und ich wollte etwas bleiben. Auf dem ersten kam ein kleines Dickerchen angeschlurft und wollte mir eine Hütte für 100 Kronen (33 DM) andrehen. Ich machte ihm klar, dass ich keine Hütte wolle, höchstens ein Bett. Er sagte, ein Bett gebe es nicht. Als ich nach einem Stellplatz für mein Zelt fragte, sagte er etwas über den Preis, was ich nicht verstand, und ging einfach weg. Dasselbe tat ich: Ich ging zum nächsten Zeltplatz. Dort gab es auch kein einzelnes Bett, also nahm ich einen Stellplatz.

Beim Blick auf die Gegend beschloss ich, obwohl es schön war, nur eine Nacht zu bleiben und am Dienstag direkt weiterzufahren. Nachdem das Zelt stand, startete ich den ersten Versuch, zu Hause anzurufen. Vom Zelt bis zur Telefonzelle sind es rund 15 Minuten. Es meldete sich niemand, also machte ich einen Spaziergang in Richtung Stalheim auf der Straße. Die Gegend ist sehr schön, aber sonst ist hier absolut nichts los, nicht einmal jemand, mit dem man reden könnte.
Gegen 14:30 Uhr stand ich nach dem Spaziergang wieder an der Telefonzelle und startete den zweiten Versuch. Diesmal war jemand zu Hause, aber nicht der, den ich sprechen wollte. Danach ging ich zum einzigen Geschäft in Gudvangen und kaufte Schokolade, ein paar Postkarten und zwei Brötchen. Am Zelt aß ich etwas und schrieb anschließend die Postkarten.
Gegen 18 Uhr lief ich zum dritten Mal zur Telefonzelle. Dieses Mal ging jemand ans Telefon: Knut. Er sagte, ich solle um 21 Uhr noch einmal anrufen. Jetzt war die Frage, was ich in den drei Stunden machen sollte. Ich ging ein paar Meter auf einer Straße am Fjord entlang, die mit ihren Windungen, Steigungen und Gefällen mehr an eine Achterbahn erinnerte als an eine Straße.

Als ich keine Lust mehr zu laufen hatte, entdeckte ich ein Stück Holz, das sich gut als Stütze für den Rucksack eignete, damit er beim Packen nicht auf der Erde liegen muss. Ich setzte mich auf einen Stein und bearbeitete das Holz mit meinem Messer. Gegen 19:30 Uhr machte ich mich ganz gemütlich auf den Rückweg und hielt mich hier und da kurz auf, unter anderem an einem Bach, der als Wasserfall den Berg herunterkam. Dort trank ich ein wenig.
Um 20:30 Uhr war ich wieder an der Telefonzelle, und es wurde schon etwas dunkel. Ich setzte mich daneben und wartete auf 21 Uhr. Dabei hatte ich den Eindruck, misstrauisch beobachtet zu werden: Was hatte ich dort um diese Uhrzeit zu suchen?
Kurz vor 21 Uhr begann es zu nieseln, und noch jemand kam zum Telefonieren, also startete ich schon einen Versuch. Es war sogar direkt der Richtige am Apparat. Aber dieser blöde Apparat nahm keine 10-Kronen-Stücke, und das Gespräch war schnell beendet. Ich lief zu einer anderen Zelle, in der Hoffnung auf ein Telefon, das 10-Kronen-Stücke annahm. Dieses tat es. Nach dem Gespräch trat ich den Rückmarsch an. Unterwegs fiel mir ein, dass mein Handtuch noch außen am Zelt hing, denn es regnete inzwischen stärker, also legte ich einen kleinen Spurt ein. Ich rettete das Handtuch und zog mich zurück. Als ich das Radio einschaltete, hörte ich zu meinem Erstaunen deutsche Stimmen, allerdings nicht lange. Danach legte ich mich schlafen, denn ich wollte am nächsten Tag früh los.





















