Heute war es endlich so weit: Ich konnte mich für meinen Kurzurlaub im Oktober fertig machen und, wie ich es mir gedacht hatte, wachte ich früher auf als erwartet. Es störte mich jedoch nicht sehr.
Ich begann sofort alles zusammenzupacken, was ich am Vortag versäumt hatte zu packen. Nun musste ich für die finanziellen Mittel, für diesen Ausflug sorgen, daher ging ich zur Bank und deckte mich mit etwas Kleingeld ein. Anschließend besorgte ich mir ein paar Fruchtschnitten, ohne die ich nicht losfahren wollte. Als alles erledigt war, ging es auf halb 11 Uhr zu.
Als es 12 Uhr wurde, rief ich im Betrieb an, um zu erfragen, ob die bestellte Verpflegung (Ich hatte vor 2 Monaten Verpflegungsmittel aus dem Verteidigungsvorrat bestellt) schon angekommen sei, denn ich wollte eine der bestellten Salamis als kleines Gastgeschenk mitnehmen. Mir wurde zu meinem Bedauern mitgeteilt, dass die Sachen noch nicht angekommen waren. Nun konnte ich mir ein neues Geschenk einfallen lassen.
Nach meinem Anruf kam Uwe, wir wollten gemeinsam im Betrieb Mittag essen gehen. Was wir gegessen hatten, weiß ich nicht mehr, es war sowieso nicht toll. Nach dem Essen gingen wir noch kurz ins Mannschaftsheim, um anschließend zu Herrn Hindel zu gehen. Mit ihm sprachen wir etwas. Nach ca. 15 Minuten machten wir uns auf den Weg nach Hause. Uwe setzte mich zu Hause ab und fuhr gleich weiter. In der Wohnung packte ich meinen Krempel zusammen und machte mich auf den Weg. Auch dieses Mal belächelten mich die Leute wegen meines Rucksackes. Mancher konnte auch eine schäbige Bemerkung nicht für sich behalten.
Ungefähr um 13.45 Uhr war ich am Busbahnhof. Nun ging ich erstmal zu den Schließfächern am Bahnhof, um meine Sachen zu verstauen. Dies erwies sich als schwieriger als gedacht. Nicht, dass ich den Rucksack nicht in das Schließfach bekommen hätte, sondern ich hatte nicht das passende Kleingeld. Zum Glück fand ich jemanden, der sich erbarmte und mir mein Geld wechselte. Als ich ihn aber ansprach, bezüglich des Geldes, meinte ich in seinen Augen zu lesen ‚Von mir bekommst du keinen Pfennig‘. Als er aber merkte, dass ich nur Geld gewechselt haben wollte, wechselte er mir das Geld bereitwillig.
Als ich den Rucksack verstaut hatte, konnte ich endlich in die Stadt gehen. Jetzt ging es darum, ein Gastgeschenk zu finden. Nach etwas Herumlaufen und vergeblichem Nachdenken entschied ich mich für eine Flasche Hochprozentiges und eine Packung Konfekt. Ich war nicht sehr glücklich über diese Wahl, aber was blieb mir schon groß anderes übrig?
Zurück beim Bahnhof packte ich meine Sachen und hockte mich auf eine Bank, um die Zeit bis zur Abfahrt abzusitzen. Ich lauschte den Lautsprecheransagen, die ankündigten, dass die verschiedenen Züge Verspätung haben würden. Während der Ansagen malte ich mir schon aus, was wäre, wenn mein Zug auch Verspätung hätte und ich meinen Anschlusszug in Hamburg nicht bekommen würde. Ich war so gefangen von dieser Vorstellung, dass ich um ein Haar meinen Zug, der pünktlich ankam, verpasst hätte.
Als ich endlich merkte, dass der eingelaufene Zug meiner war, sprang ich sofort auf und stieg ein. Ich war gerade drin, als sich der Zug auch schon in Bewegung setzte. Von Köln bis Münster, saß ein Mädchen neben mir, mit dem ich mich sehr nett unterhielt. Von Münster bis Hamburg wechselten meine Nachbarn ständig. Mit ihnen kam keine Unterhaltung zustande. OHNE VERSPÄTUNG, was mich freute, kamen wir um 19.07 Uhr in Hamburg an. Ich ging gleich zum anderen Gleis, wo der Zug nach Oslo losfuhr, und wartete auf die Ankunft des Zuges. Er kam gegen halb 8 Uhr. Nun begann der Kampf durch die Gänge bis zum Abteil. (Es ist jedes Mal dasselbe.)
Im Abteil angekommen, verstaute ich meine Rucksäcke und wartete ab, wen ich als Reisegesellschaft haben würde. Es waren 2 Ehepaare aus Schweden, die von einem Ausflug an der Mosel kamen und eine Frau, die ebenfalls aus Schweden stammte. Sie hatte ihre Tochter in der Schweiz besucht. Mit allen unterhielt ich mich sehr nett.
Nachdem wir losgefahren waren, ergab sich noch etwas Unerfreuliches. Ich erfuhr nämlich, dass der Schlafwagenschaffner nicht mehr die Pässe einsammelt, sondern dass mitten in der Nacht der schwedische Zoll in den Zug kommt, um die Pässe zu kontrollieren. Ich fand diese Vorstellung nicht schön. Nachdem der Zug in Puttgarden eingeschifft war, verließ ich den Zug, um etwas an Deck herumzulaufen. Hier unterhielt ich mich kurz mit einem Australier und einer Neuseeländerin. Danach ging ich unter Deck, und während der Zug entladen wurde, bauten wir im Abteil schon einmal die Betten auf. Bevor wir uns hinlegen konnten, kam der dänische Zoll um die Pässe zu kontrollieren.
Danach konnten wir uns in der Hitze des Abteils hinlegen. Ich döste lange vor mich hin. Irgendwann in der Nacht, es wird wohl so um 1.00 oder 2.00 Uhr gewesen sein, kam der schwedische Zoll zur Passkontrolle. Danach konnte ich nun endgültig schlafen, was ich auch mit Genuss tat, abgesehen von dem leichten Schnarchen unter mir.