In dieser Nacht schlief ich ausgesprochen schlecht. Warum, lässt sich nicht so einfach sagen. Jedenfalls war die Nacht für mich um 5:45 Uhr zu Ende.
Ich packte das Nötigste und machte mich dann ans Waschen und Frühstücken. Danach musste der noch verbleibende Rest verpackt werden.
Während ich mich mit meinem Zelt auseinandersetzte, entstieg Stephan seinem Zelt, und wir hielten ein kleines Schwätzchen. Um mich aber zeitmäßig nicht zu verzetteln, musste ich weiterpacken. Mit dem Packen war ich um 7:03 Uhr fertig. Ich ging zu Stephan, da ich noch ein paar Minuten Zeit hatte. Er wollte mal meinen Rucksack tragen. Ihn interessierte, wie es ist, 25 Kilogram zu tragen. Er sah, nachdem er ihn geschultert hatte, ein, dass es gar nicht so schwer ist, ihn zu tragen, wenn er richtig gepackt ist. Schließlich musste ich doch los, denn ich hatte keine Lust, den Bus zu verpassen.
Bei der Bushaltestelle passierte noch etwas Erfreuliches. Ich lief ungeduldig herum, und auf einmal schepperte etwas, als sei Metall zu Boden gefallen. Ich sah zum Boden und entdeckte ein 5 Kronen Stück. Kurz danach noch ein 10 Kronen Stück. Das war nicht viel, aber ich freute mich trotzdem über diesen Fund. Schließlich kam der Bus, und die Fahrt nach Åndalsnes konnte beginnen.
Der Bus fuhr die Straße nach Eidsdal. Als der Bus die Serpentine am Fjord hinauffuhr, musste er schon ganz schön ackern. Auf der Höhe von Møll machte der Busfahrer ein Päuschen, sodass ich von diesem Aussichtspunkt noch einen letzten Blick auf den Fjord werfen konnte.
In Eidsdal angekommen, musste ich den Bus verlassen und die Fähre benutzen. Von Linge auf der anderen Fjordseite ging es nach Sjøholt. Die Landschaft, die ich aus dem Fenster des Busses zu sehen bekam, gefiel mir nicht schlecht. Jedoch hier bleiben würde ich nicht.
In Sjøholt bekam ich einen Schreck, als ich merkte, dass ich 5 Stunden Aufenthalt hatte. Das nervte mich schon sehr. Um die Zeit abzukürzen, ging ich etwas einkaufen.
Danach setzte ich mich in die Sonne. Wie ich die Zeit bis zur Weiterfahrt totgeschlagen habe, weiß ich nicht mehr so genau. Ich weiß nur, dass ich mich, als es 14 Uhr wurde und es nur noch 55 Minuten bis zur Abfahrt waren, mit einem Eis belohnte.
Schließlich kam der Bus, und die Fahrt ging für mich weiter.

Im Bus saßen zwei Jungen, die ich gleich als Deutsche erkannte. Ich setzte mich zu ihnen, und wir unterhielten uns. Wie sich herausstellte, hatten sie fast denselben Weg wie ich vor sich, nur dass ich in Hjerkinn aussteigen und sie weiterfahren wollten bis Trondheim.
Nun wollten wir aber erst einmal in die Jugendherberge (Åndalsnes Vandrerhjem) nach Åndalsnes.
Wir stiegen bei der Herberge aus, und sie sah auf den ersten Blick sehr gut aus. Als ich dann noch die drei Sterne sah, wusste ich Bescheid. (Gute Jugendherberge = viel, viel Geld.) Eine Übernachtung mit Frühstück und Bettzeug kostete mich 114 Kronen (etwa 33 DM).
Als ich das Zimmer sah, war ich schon der Überzeugung, dass der Preis gerechtfertigt war. Es war ein Vier-Personen-Zimmer, das auch nett eingerichtet war. Der Blick aus dem Fenster war auch einmalig. Kurzum, in dieser Herberge war alles vom Feinsten, sogar die Toiletten und die Duschen. Nun waren wir drei nur noch auf das Frühstück gespannt, das meistens zu wünschen übrig lässt.
Wir waren gerade auf dem Weg in die Stadt, als ich die Japanerin vom Vortag traf. Sie freute sich, mich wiederzusehen, auch wenn sie mich nicht auf Anhieb wiedererkannt hatte. Sie schloss sich uns an und ging mit uns in die „Stadt“.
Wenn die Stadt auch nicht sehr toll war, die Berge, die sie einrahmten, waren es umso mehr. Wir gingen zum Bahnhof, weil Holger und Michael, so hießen die beiden, noch Reservierungen tätigen wollten. Als sie fertig waren, fragte ich den Schalterbeamten, ob ich in Hjerkinn, wo ich noch hinwollte, auch Fahrkarten usw. kaufen könne.
Er meinte nein, und damit begann für ihn ein hartes Stück Arbeit.
Es dauerte rund 30 Minuten, bis er alle Fahrkarten geschrieben und sich vergewissert hatte, dass er sie mir überhaupt verkaufen darf. Zur Belohnung für seine Bemühungen schenkte ich ihm eine Tafel Schokolade. Er schien sich darüber zu freuen, auch wenn er so verblüfft schaute, dass sich das nicht so genau sagen lässt.

Nun ging’s zurück in die Jugendherberge, und wir vier machten uns ein gemeinsames Abendessen. Bis wir das nötige Geschirr beisammen hatten, waren schon einige Kraftaufwendungen und Fantasie notwendig.
Es gab zuerst eine Suppe und anschließend Nudeln. Erst kam über die Nudeln „Labskaus“, irgendetwas Norwegisches, und danach mein restlicher Ketchup, den ich natürlich etwas nachgewürzt hatte.
Auf jeden Fall waren wir nach dem Essen richtig genudelt. Zu uns hatte sich noch ein weiterer Deutscher gesellt, und so hatten wir eine nette Runde.
Nach dem Essen gab’s noch den großen Abwasch, dann war es für mich aber höchste Zeit, ins Bett zu gehen, ich war nämlich wie erschlagen.




