Um 9 Uhr 30 stieg ich wie gerädert aus der Falle. Ich begann den Tag anschließend mit dem allmorgendlichen Ritual. Danach legte ich mich in die Sonne.
Um die Mittagszeit wurde das Wetter merklich schlechter, dennoch kam ich auf die Idee nach Corte zu gehen um die „Stadt“ anzusehen.
Hans-Jürgen meinte, er wolle mit mir gehen. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg.
Wir waren gerade in Corte angekommen, als es anfing zu nieseln. Hans-Jürgen musste nun dringend zurück zum Campingplatz, um seinen Schlafsack, der zum Lüften auf dem Zelt lag, in Sicherheit zu bringen.
Ich hingegen ging zur „Burg“ von Corte. Dort kletterte ich auf einen Turm, von dem ich einen guten Überblick über den Ort hatte. Nach rund 20 Minuten kam Hans-Jürgen ebenfalls zum Turm. Anschließend gingen wir durch Corte und ich muss sagen, es sah alles sehr ärmlich und heruntergekommen aus. (Dieses Aussehen wurde von den Touristen, die hier herumschwärmten, als typisch südländisch und romantisch bezeichnet. Na ja, ich war nicht ganz dieser Ansicht.)
Die meiste Zeit unserer Stadtbesichtigung verbrachten wir damit die Post zu suchen. Ich wollte nämlich einige meiner Postkarten loswerden. Nach langer Suche und Hilfe durch Einheimische (es war nicht einfach unter den vielen Touristen Einheimische zu finden) fanden wir die Post.
Nachdem ich die entsprechenden Briefmarken hatte, stellte sich mir das Problem, in welchen Postkasten ich die Karten werfen musste. Mir standen nämlich drei zur Auswahl. Ich konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden. Drei junge Französinnen fanden das so lustig, dass sie die ganze Zeit lachten. Schließlich bat ich sie, mir zu helfen. Zuerst zierten sie sich, dann halfen sie mir aber.
Von der Post ging es durch die Stadt zurück zum Zeltplatz. Unterwegs kauften wir noch ein paar Vorräte.
In der Zwischenzeit war die Entscheidung gefallen, noch einmal auf den GR 20 zu gehen, allerdings nur für ein paar Etappen.
Am Zeltplatz angelangt, mussten wir feststellen, dass sich jemand am Zelt zu schaffen gemacht hatte. Ich durchsuchte alles und es schien nichts zu fehlen. Erst im Laufe des Tages merkte ich, dass mir meine Sonnenbrille, die Taschenlampe und mein Thermometer gestohlen worden waren. Das versaute meine ganze Stimmung, die ohnehin schon schlecht war, da mir alle Knochen weh taten.
Auch das Zelt unseres Nachbarn war durchwühlt und etwas gestohlen worden. Der Einzige, dem nichts gestohlen wurde, war Hans-Jürgen.
Am Abend versuchte unser Nachbar mir das Jonglieren beizubringen, allerdings mit wenig Erfolg.
Anschließend spielten wir zu dritt etwas mit einem der Bälle.
Gegen 21 Uhr zog ich es vor mich in meinen Schlafsack zurückzuziehen.
Meine Unzufriedenheit über diesen Urlaub schlug mir ganz schön auf den Magen und ließ mich lange nicht schlafen. Zum einen durch den heutigen Diebstahl, dann die absolute Unselbständigkeit von Hans-Jürgen und damit die Tatsache, dass ich für ihn alle Entscheidungen treffen sollte und ihm alles und jedes erklären musste.
Dennoch schlief ich bald ein.




