Urlaub 2 (1989) – Tag 9 – Korsika – GR20 – Zurück zum Wanderweg

Vizzavona ist der tiefste Punkt auf dem gesamten GR 20 zwischen Calenzana und Conca.

Vom Forsthaus auf der N 193 in Richtung Vizzavona etwa 200 Meter absteigen und die erste Abzweigung nach rechts (Nordosten) benutzen. Auf die Markierung in diesem Abschnitt besonders achten! Allmählich ist der Pfad wieder deutlich erkennbar und nach der Waldgrenze nicht mehr zu verfehlen. In Kehren geht es schließlich zur Bocca Palmente hinauf (1657 Meter), von der man einen herrlichen Rückblick zum Monte d’Oro hat. Der Pfad geht auf der anderen Seite des Überganges in einen Rundweg über, der die ganze östliche Seite des Renoso-Massivs zwischen den Höhenlinien 1350 Meter und 1580 Meter quert und am Col de Verde endet. Der GR 20 folgt diesem Rundweg in der Allgemeinrichtung Süden und berührt folgende Bergerien: Bergeries d’Alzeta (1560 Meter), die Bergeries de Cardo (1500 Meter) bleiben links (östlich) liegen, und die einmalig schön und romantisch gelegenen Bergerie de Scarpaccedie (1450 Meter). Nach der Querung des Wasserlaufes „Giargalozeo“, kurz nach der zuletzt genannten Bergerie, den Rundweg nach rechts verlassen und steil empor durch den Wald, auf die Markierung besonders achten! Man stößt dann wieder auf einen Pfad, auf dem die Straße zur Ski-Station Ghisoni-Capannele erreicht wird. Der Parkplatz ist nicht klar erkennbar. Aus diesem Grunde ist es wichtig, die Allgemeinrichtung einzuhalten, um zum Parkplatz an der Talstation des Ski-Liftes zu gelangen.

Vom unteren Parkplatz nach rechts in 5 Minuten – am Restaurant „U Fugone“ (mit Einkaufsmöglichkeit) vorbei – zur Selbstversorgerhütte-Capannelle (16 Lager). Am oberen Parkplatz die Snack-Bar „U Renosu“. Übernachtungsmöglichkeiten in beiden Gaststätten!

Die Capannelle-Hütte eignet sich sehr gut als Verpflegungsdepot, desgleichen als Treffpunkt mit einer Versorgungsmannschaft.

Als ich heute Morgen gegen 8 Uhr erwachte, war ich einigermaßen missvergnügt.

Ich war sauer wegen meiner bisherigen Missgeschicke. Ich überlegte ernsthaft, ob ich nach Hause fahren sollte.

Im Laufe des Morgens merkte ich, dass mir auch mein Kompass gestohlen worden war. Das hob meine Laune nicht gerade.

Damit ich meine schlechte Laune nicht ganz an Hans-Jürgen ausließ, setzte ich mich weit weg in den Schatten eines Baumes und ärgerte mich, während ich ein Buch las.

Als ich unter dem Baum saß und mir allerlei Gedanken durch den Kopf gingen, entschied ich mich, den Entschluss nach Hause zu fahren fallen zu lassen. Ich wollte nun doch den Entschluss vom Vortag, heute wieder auf den GR 20 zu gehen, in die Tat umsetzen.

Das teilte ich Hans-Jürgen mit, und er schien sich darüber zu freuen.

Damit wir genügend Vorräte auf der Tour hätten, schickte ich Hans-Jürgen einkaufen. Während dieser Zeit hatte ich erst einmal meine Ruhe (mich nervte nämlich, dass Hans-Jürgen kein Verständnis für meine Verstimmung hatte), und ich konnte das Zelt in Ruhe abbauen.

Als Hans-Jürgen um 11 Uhr aus Corte zurückkam, ging ich den Zeltplatz bezahlen. Der Aufenthalt kostete 76 Francs (den Verlust der Sachen nicht mitgerechnet).

Nachdem der Zeltplatz bezahlt war, ging Hans-Jürgen sich erkundigen, wann der Zug abfuhr.

Gegen 14 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, obwohl der Zug erst um 16 Uhr 24 fahren sollte.

Beim Bahnhof angekommen, knallte ich meine Sachen auf eine Bank und versuchte anschließend die Telefonnummer meiner Omi herauszufinden. Sie hatte heute nämlich Geburtstag. Der Versuch scheiterte jedoch kläglich, denn ich konnte niemanden erreichen.

Die verbleibende Zeit verbrachte ich beim Bahnhof mit einem Nickerchen. Es tat richtig gut.

Der Zug kam einigermaßen pünktlich, und die Fahrt nach Vizzavona konnte beginnen. Der Blick aus dem Fenster war oftmals grandios.

Ungefähr um 18 Uhr kamen wir in Vizzavona an. Eigentlich wollten wir hier in einer billigen Unterkunft unterkommen, aber aus unserem Wanderbuch erfuhr ich, dass es nur Hotels gab. Da wir nicht mehr sehr flüssig waren, meinten wir, es wäre günstiger heute noch ein paar Meter zu gehen und dann irgendwo ein Biwak zu errichten. Diese Vorstellung freute Hans-Jürgen sehr (Er konnte dadurch Geld sparen).

Nachdem wir das Bahnhofsgelände verlassen hatten, waren wir damit beschäftigt, herauszufinden an welcher Stelle der GR 20 begann. Die Sucherei dauerte rund 30 Minuten. Endlich auf dem Weg angelangt, konnte die Wanderung beginnen.

Der Weg zog sich sehr angenehm durch einen Wald einen Berg hinauf. Man kam zwar ins Schwitzen, das Laufen fiel aber nicht schwer. Wir gingen rund 2 Stunden den Berg hinauf und fanden einen wunderbaren Platz, an dem wir unser nächtliches Lager aufschlagen konnten.

Kurz vor dem Hinlegen kam ein kleiner Fuchs und beobachtete, was wir so trieben. Als wir ihm aber zu nahe kamen, suchte er das Weite.

Um 21 Uhr legte ich mich hin und war sofort eingeschlafen.