Norwegen (1988) – Tag 13 – Hurtigruten Schiff – Fahrt nach Tromsø

Wider Erwarten fiel ich schon um 8:30 Uhr aus dem Bett. Ich konnte beim besten Willen nicht mehr schlafen.

Nach der Dusche und dem Frühstück fühlte ich mich schon besser. Ich ging nun kurz zum Reisebüro, zusammen mit einer Amerikanerin, um mich nach dem verbilligten Ticket für das Postschiff zu erkundigen und es gegebenenfalls zu kaufen. In dem Informationsbüro erfuhr ich, dass ich die Karte nur auf dem Schiff selber erwerben kann.

Zurückgekehrt in die Herberge, frönte ich dem Nichtstun, um für den nächsten Tag fit zu sein, denn eine vierundzwanzigstündige Fahrt mit dem Schiff ist auch anstrengend.

Am Nachmittag nickte ich schließlich, vor dem Ofen in einem Schaukelstuhl sitzend, ein. Als ich aufwachte, wollte ich noch ein paar Runden im Bett schlafen.

Ich hatte mich noch nicht ganz hingelegt, da ging mir wie ein Blitz ein Gedanke durch den Kopf: Warum sollte ich mit der Fahrt erst bis morgen warten? Ich könnte doch auch heute fahren.

Ich habe nicht mehr lange nachgedacht, sondern bin aus dem Bett gesprungen und habe meine Sachen gepackt.

Danach ruhte ich mich noch etwas aus. Gegen 18 Uhr verließ ich die Herberge und machte mich auf den Weg zum Schiff.

Auf dem Schiff erwarb ich dann die Fahrkarte (1200 Kronen sind 400 DM), und meiner Tour mit dem Schiff stand nun nichts mehr im Weg.

Auf dem Schiff fuhr noch ein Mädchen mit, das ich aus der Jugendherberge kannte und das aus Australien stammte.

Wir unterhielten uns sehr nett. Lustig wurde es, wenn ich mit dem Englisch herumhantierte und sie, die etwas Deutsch gelernt hatte, mit der deutschen Sprache herumfuhrwerkte. Am Abend hatten wir dann ein anregendes Spielchen entdeckt. Sie hatte ein Englisch-Deutsch-Lexikon. Dieses Lexikon brachte uns sehr viel Spaß bei dem Versuch, die einzelnen Wörter richtig auszusprechen.

Gegen ein Uhr packten wir unsere Sachen und breiteten uns im Aufenthaltsraum aus. Ich versuchte es erst ohne Schlafsack, einfach nur mit der Jacke zu schlafen, aber ich sah ein, dass es so nicht ging. Ich holte daher meine Isomatte und den Schlafsack und suchte mir eine schöne Ecke zum Schlafen. Es dauerte nicht lange, bis ich eingeschlafen war.