Vor langer Zeit lebte in den Bergen von Akita eine junge Frau namens Tatsuko, deren Schönheit nur von der Sanftheit ihres Herzens übertroffen wurde. Trotz aller Bewunderung, die ihr entgegengebracht wurde, fühlte sie sich innerlich unruhig, als würde ein Teil ihres Lebens noch im Verborgenen liegen. Eines Nachts erschien ihr ein göttlicher Bote im Traum und wies sie an, einer Quelle im Norden zu folgen, die ihr geben könne, wonach sie sich sehne. Getrieben von einer Mischung aus Hoffnung und Sehnsucht wanderte Tatsuko in die Berge, bis sie die geheimnisvolle Quelle fand. Als sie von ihrem Wasser trank, überkam sie ein Durst, der nicht nur ihren Körper, sondern ihre Seele ergriff. In diesem Moment begann sie sich zu verwandeln. Ihre Gestalt streckte sich, ihre Haut schimmerte, und sie wurde zu einem Drachen, einem ewigen Geist des Wassers.
Erschrocken über ihren Verlust der Menschlichkeit wandte sie sich ab, und aus ihrer tiefen Trauer floßen Tränen in unendlicher Fülle. Sie sanken in die Erde und formten die große Senke, in der sich das Wasser sammelte und zum Tazawa-See wurde. Als der See entstanden war und ihre Tränen versiegten, suchte sie Zuflucht in seinen Tiefen. Dort begegnete sie Hachirōtarō, dem Drachenprinzen des benachbarten Hachirōgata-Sees. Er erkannte den Schmerz in ihr, aber auch die Kraft und Schönheit ihres neuen Wesens. Mit Geduld und Zuneigung zeigte er ihr, dass ihre Verwandlung kein Fluch, sondern ein Übergang zu einer anderen Form der Existenz war, die nicht an die Vergänglichkeit der Menschenwelt gebunden war. Aus der anfänglichen Trauer erwuchs eine stille Verbindung zwischen ihnen, die sich allmählich zu einer tiefen Liebe entwickelte.

Seitdem gelten Tatsuko und Hachirōtarō als die beiden drachenhaften Hüter der Seen, deren Wasser sie verbinden. An ruhigen Tagen soll man ihr leises Atmen in der Tiefe des Tazawa-Sees spüren können, und wenn sich der Mond in der Wasseroberfläche spiegelt, heißt es, dass Hachirōtarō sie besucht. So lebt ihre Liebe in den stillen, blauen Wassern weiter – eine Erinnerung daran, dass selbst in Transformation und Verlust etwas Unvergängliches entstehen kann.
Ein paar Bilder von diesem magischen und hübschen Ort





