Norwegen – Ein königliches Frühstück

Hallo! Ich möchte dir eine besondere Geschichte erzählen. Sie ist wirklich passiert – und ich war mittendrin!

Ich war ein junger Mann und machte eine große Reise mit dem Zug durch Skandinavien – das ist ganz oben in Europa. Ich durfte das machen, weil ich ein spezielles Zugticket hatte, das nur junge Leute bekommen. Es war meine letzte Chance, dieses Ticket zu nutzen. Also wollte ich etwas richtig Großes erleben!

Ich liebe die Natur. Deshalb wollte ich in Norwegen wandern gehen, ganz allein durch das Hochland. Das Gebiet heißt Saltfjellet – dort gibt es hohe Berge, klare Seen und herrliche Natur. Es gibt keine Häuser, keine Geschäfte und eigentlich keine Menschen.

Ich musste mich gut vorbereiten. In Norwegen gibt es kleine Hütten für Wanderer – das ist super! Die Hütten sind immer abgeschlossen und man brauchte den passenden Schlüssel, doch oft passte mein Schlüssel nicht. Das war ganz schön schwierig.

Zum Glück traf ich unterwegs einen Mann aus der Schweiz, der in Norwegen lebte. Er hieß Peter. Er war ein echter Wanderprofi – er konnte 70 Kilometer an einem Tag laufen! Ich staunte. Trotzdem sagte er zu mir:
„Komm, wir wandern zusammen!“
Das fand ich super. Er kannte die Wege und ich konnte einfach hinterherlaufen und die schöne Natur genießen.

Nach drei Tagen Wandern kamen wir zu einer besonderen Hütte. Sie sah sehr Luxus aus. In der Küche fanden wir einen Karton mit sehr leckerem Essen – sogar edlem Saft für Erwachsene. Wir wunderten uns sehr. Wer hatte das hier hingestellt?

Da kam eine kleine Wandergruppe zur Hütte. Ein älterer Herr sagte zu uns:
„Bleibt ruhig – gleich kommt der König und die Königin von Norwegen!“
Ich dachte zuerst: Das ist doch ein Witz! Aber dann, wirklich: Der König und die Königin kamen in die Hütte!

Peter und ich waren ganz still und wollten die beiden nicht stören. Später bat uns ein Mann, das Zimmer zu verlassen, in dem der König schlafen sollte. Kein Problem – wir wollten eh nicht stören.

Doch der König kam selbst zu uns und sagte freundlich:
„Ihr müsst nicht gehen. Das ist eine öffentliche Hütte – hier sind alle gleich.“
Das war sehr nett. Trotzdem zogen wir in einen kleinen Nebenraum.

Am Abend kam der König ein paar Mal zu uns und brachte kleine Snacks. So freundlich war er! Wir waren richtig überrascht.

Am nächsten Morgen klopfte es an unserer Tür. Peter öffnete nur in Unterhose – und vor der Tür stand: der König! Er fragte:
„Habt ihr schon gefrühstückt?“
Wir sagten: „Nein, wir haben nichts mehr.“
Da sagte er:
„Schaut mal – in der Hütte ist etwas für euch!“

Als der König mit seiner Gruppe die Hütte verlassen hatte, gingen wir wieder hinein – und da war ein wunderschön gedeckter Frühstückstisch!
Es gab Brot, Käse, Marmelade, Obst und noch viel mehr. Alles war liebevoll vorbereitet. Wir freuten uns riesig und aßen, als wären wir selbst Könige!

Ein paar Tage später trafen wir die königliche Gruppe noch einmal. Sie freuten sich, uns wiederzusehen. Eine Frau sagte:
„Danke, dass ihr so rücksichtsvoll wart. Das Frühstück war deshalb unser Geschenk an euch!“

Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen. Und jedes Mal, wenn ich daran denke, muss ich lächeln.