Neuseeland – Mein verrücktes Bus-Abenteuer

Stell dir vor: Ich war in Neuseeland unterwegs! Mit einem kleinen Reisebus voller Abenteurer wollte ich den wilden Osten der Nordinsel entdecken. Dort gibt es hohe Klippen, geheimnisvolle Wälder, das East Cape – den östlichsten Punkt des ganzen Landes – und die Heimat der Māori, der ersten Bewohner Neuseelands.

Unser Busfahrer war ein echter Multitalent-Mann: Er fuhr den Bus, erzählte Geschichten und musste die ganze Tour organisieren. Ganz schön viel Arbeit!

Der erste große Stopp war Napier. Eine Stadt mit Häusern, die aussahen, als kämen sie direkt aus einem Comic. Bunt, verspielt, Art-déco nennt man das. Ich konnte es kaum erwarten, durch die Straßen zu laufen und alles zu bestaunen.

Bevor wir losdurften, rief der Busfahrer wann wir wieder da sein mussten. Ich hörte „A quarter past twelve“ (12:15)

Fröhlich schlenderte ich durch die Stadt, bewunderte die Gebäude und stellte mir vor, dass hier Superhelden wohnen könnten. Kurz vor halb eins machte ich mich ganz stolz auf den Rückweg. „Ha!“, dachte ich, „ich bin sogar fünf Minuten zu früh!“

Doch als ich am Parkplatz ankam, war da … nichts. Kein Bus. Keine Mitreisenden. Nur eine leere Straße.
„Waaaaas?“, dachte ich, „hat der Bus mich einfach vergessen?!“

Mein Herz klopfte wie ein Presslufthammer. Schließlich war im Bus mein ganzer Rucksack mit allem, was ich brauchte. Ich war wie festgeklebt vor Schreck.

Zum Glück stand gleich nebenan die Touristeninformation. Ich stolperte hinein und erzählte der Frau am Schalter mein Drama. Sie telefonierte sofort mit der Firma. Aber den Fahrer erreichten sie nicht. Sie wusste nur: Ziel des Busses war heute Gisborne.

Super. Nur wie kam ich dahin?

Da fiel mir ein: Vor Jahren war ich schon einmal mit einem Linienbus dorthin gefahren. Problem: Der fuhr nur einmal am Tag. Doch an diesem Tag passierte ein kleines Wunder – es gab eine Extrafahrt. Und noch ein größeres Wunder: Genau ein Platz war frei. Der letzte! Ich schnappte mir das Ticket, als hätte ich den Hauptpreis gewonnen.

Die Fahrt dauerte fünf Stunden. Ich saß im Bus, starrte raus und stellte mir tausend verrückte Szenarien vor:
„Vielleicht muss ich jetzt in Neuseeland für immer wohnen!“
„Oder ich werde von Schafen adoptiert!“
„Oder ich gründe einen Club der Vergessenen-Bus-Reisenden!“

Als wir endlich in Gisborne ankamen, ging ich direkt zum Campingplatz und mietete mir eine kleine Kabine. Ohne Rucksack hatte ich nichts – keine Zahnbürste, keine Socken, nicht mal Schokolade! Aber die Leute in Gisborne waren unglaublich freundlich. Wo immer ich erzählte, dass mein Bus mich vergessen hatte, staunten sie – und gaben mir etwas. Ein Brot hier, ein Getränk dort. Am Ende hatte ich fast alles, was ich brauchte, geschenkt bekommen.

Die Nacht in meiner Kabine war erstaunlich gemütlich. Am nächsten Morgen, Punktgenau, rollte der Bus auf den Platz. Ich hätte vor Freude Purzelbäume schlagen können.

Natürlich wollte ich sofort wissen, wie das passieren konnte. Da lachte der Fahrer und erklärte: Er hatte „a quarter to twelve“ gesagt – viertel vor zwölf. Ich aber hatte „a quarter past twelve“ verstanden – viertel nach zwölf. Nur ein kleines Wörtchen, und schon war das Chaos perfekt!

Aber am Ende wurde alles gut. Ich konnte die Reise fortsetzen und erlebte viele wunderschöne Abenteuer. Und heute lache ich darüber: Ein winziges Missverständnis machte meine Reise spannender, als ich es je geplant hätte.