Neuseeland – Der piepende Computerladen in Auckland

„Piep! Piep! Piep!“

Plötzlich machte es einen fürchterlichen Krach. Ich stand in einem kleinen Laden und dachte: Oh nein, Feueralarm! Mein Herz klopfte so laut, dass ich fast sicher war, alle müssten es hören.

Aber – Überraschung! – keiner tat irgendwas. Die Leute packten ihre Einkäufe ein, unterhielten sich oder standen an der Kasse. Niemand rannte, niemand schrie, niemand war aufgeregt. Ich fühlte mich wie in einem verrückten Film. Nach ein paar Minuten hörte das Gepiepe wieder auf, und ich war erleichtert.

Doch dieser Alarm weckte eine alte Erinnerung in mir. Eine Erinnerung an eine Nacht in Neuseeland, in der Stadt Auckland – damals, in den 1990ern.

Ich war in ein Internetcafé gegangen. Weißt du, das waren diese Läden mit großen, schweren Computern, die immer ein bisschen summten und brummten. Ich wollte mein Reisetagebuch schreiben und tippte, tippte, tippte. Die Zeit verging, draußen wurde es dunkel, und ehe ich mich versah, war es Mitternacht.

Da passierte es: „Piep! Piep! Piep!“ – wieder ein Feueralarm! Ich schaute hoch, erwartete Panik. Aber nein. Links von mir spielte jemand ein Computerspiel, rechts quatschte ein Student, und der Besitzer kaute gelangweilt an einem Stift. Keiner kümmerte sich um das Gepiepe. Also tippte auch ich weiter, obwohl ich innerlich dachte: Hm, das ist irgendwie unheimlich.

Und dann – Tataa! – hörte ich draußen Sirenen. Lauter und lauter, bis Feuerwehrwagen mit blinkenden Lichtern vor dem Café anhielten. Die Türen klappten auf, und schon rannten Feuerwehrleute hinein, mit glänzenden Helmen und blitzenden Lampen.

„Alle sofort raus hier! Los, los!“ riefen sie streng.

Jetzt erst hörten alle auf zu tippen. Stühle kratzten über den Boden, die Leute standen auf, und wir wurden nach draußen gedrängt. Die Feuerwehrleute schimpften mit uns: „Wie könnt ihr so einen Alarm einfach ignorieren? Das ist gefährlich!“

Draußen standen wir nun – eine bunte Truppe von Nachtschwärmern. Reisende, Studenten, Computerspieler. Manche zitterten, manche kicherten, aber alle sahen ein bisschen schuldbewusst aus. Um uns herum blinkten die Lichter der Feuerwehrwagen. Es sah fast aus wie eine Disco – nur ohne Musik.

Eine ganze Stunde mussten wir warten, bis endlich die Entwarnung kam: „Kein Feuer. Nur ein Fehlalarm.“ Die Feuerwehr packte ihre Sachen und fuhr davon.

Und wir? Wir gingen einfach wieder hinein, als wäre nichts gewesen! Jeder setzte sich an seinen Computer, und schon klapperten die Tasten wieder. Ich schrieb bis zum Morgen weiter – fast trotzig – bis die Sonne über Auckland aufging und meine Augen immer schwerer wurden.

Um sechs Uhr morgens war ich so müde, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Also schloss ich mein Reisetagebuch, verließ das Internetcafé und ging zurück in meine Unterkunft. Und während ich ins Bett fiel, dachte ich: Diesen verrückten piependen Computerladen werde ich in meinem ganzen Leben nie vergessen!