Urlaub 2 (1989) – Tag 15 – Korsika – Bonifacio – Wegen Allergietabletten nichts erlebt

Heute sollte es bei mir ein ruhiger Tag werden.

Um 9 Uhr war es im Zelt schon so unerträglich heiß, dass ich es vorzog aufzustehen und hinauszugehen.

Vom Zelt schleppte ich mich im Halbschlaf unter die Dusche.

So gut das Wasser auch tat, wach bekam es mich nicht. Das einzige, was mich für kurze Zeit weckte, war der Ärger, der aufkam, als ich zum Zelt kam und feststellen musste, dass Hans-Jürgen unsere Vorräte geplündert hatte. Der Ärger kam daher, dass er erstens keinen Ton gesagt und zweitens die leeren Verpackungen in die Tüten zurückgelegt hatte. Ich „rächte“ mich, indem ich ihm fast seine ganze Nutella wegaß, was ohnehin nicht viel war.

Ich bat Holger und Karin, sie wollten gerade nach Bonifacio zum Einkaufen fahren, zwei große Weißbrote mitzubringen.

Danach legte ich mich auf meine Isoliermatte in die Sonne.

Gegen 11 Uhr machte sich Hans-Jürgen auf den Weg in die Stadt. Er wollte sich erkundigen, wann Schiffe nach Sardinien führen. Ich zog es vor auf meiner Matte liegen zu bleiben.

Um 12 Uhr entschloss ich mich den Strand zu suchen. Er lag vom Zeltplatz aus schon in Sichtweite.

Ich kämpfte mich etwa 1 Stunde durch dichtes Strauchwerk, sodass meine Beine blutüberströmt waren, um schließlich festzustellen, dass ich nur über die Straße ans Meer käme.

Am Meer angelangt, ging ich am Ufer entlang, bis ich eine schöne Sandbucht fand, bei der ich bleiben wollte.

Als erstes badete ich, um mich anschließend in die Sonne zu legen. Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war es 16 Uhr 30. Wach war ich jetzt aber immer noch nicht. Ich war richtig bematscht im Kopf (Ich vermute, meine Mattheit kam von den Allergietabletten, die ich hier im Süden schluckte).

Ich machte mich auf den Rückweg zum Zelt. Ich war gerade ein paar Meter gegangen, als ich Holger und Karin traf, die gerade auf dem Weg zum Strand waren. Ich schloss mich ihnen an.

Als wir Hunger bekamen, machten wir uns gemeinsam auf den Rückweg zum Zeltplatz. Beim Zelt angelangt, war von Hans-Jürgen noch nichts zu sehen.

An diesem Abend wollten die beiden Nürnberger (Karin und Holger), Hans-Jürgen und ich gemeinsam Nudeln kochen. Obwohl Hans-Jürgen noch nicht da war, fingen wir mit den Vorbereitungen an.

Zu Beginn gab es Weißbrot und Salami. Anschließend Nudeln mit einer Champignon-Tomaten-Sauce. Als es an die Nudeln ging, erschien auch Hans-Jürgen.

Während wir aßen, wurde das Wetter zusehends schlechter. Doch wie durch ein Wunder, wurde es nach einer Stunde wieder so gut, dass die beiden Nürnberger noch zu einer Grotte fahren wollten, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Ich fragte, ob sie etwas dagegen hätten, wenn wir mitkämen. Dies war nicht der Fall und so machten wir uns gemeinsam mit ihrem Auto auf den Weg.

Der Felsen mit der Grotte, zu dem wir kamen, war sehr beeindruckend. Besonders toll fand ich die vom Wasser und Wind geschaffenen Muster und Konturen.

Nachdem die Sonne untergegangen war, ging es zurück zum Zelt. Wir krochen beim Licht einer Kerze in mein Zelt und hielten noch ein kleines Schwätzchen.

Es war ungefähr 22 Uhr, als sich die ganze Gesellschaft auflöste. Obwohl ich den ganzen Tag geschlafen hatte, fiel ich wie ein Stein auf meine Matte und war sofort eingeschlafen.