Wir sollten um 6 Uhr in Bastia ankommen. Aus diesem Grunde hatten wir die Wecker auf 5 Uhr gestellt.
Es fiel mir ganz schön schwer aus dem Schlafsack zu kommen, denn in der Nacht hatte ich unruhig geschlafen.
Nachdem ich mich aus dem Schlafsack gequält hatte, ging ich mich, soweit das möglich war, waschen.
Bastia erreichten wir um 6 Uhr. Bis das Schiff angelegt hatte, war es 6 Uhr 30. Wir verließen das Schiff und standen nun dumm herum, da wir nicht wussten, was wir machen sollten. Während wir so herumstanden, fiel uns ein Schild auf, auf dem wir zu erkennen glaubten, dass von Bastia ein Zug nach Calvi fährt. So recht glauben wollte ich es aber nicht.
Da ich in der nächsten Zeit bestimmt keine Möglichkeit haben würde Geld zu besorgen, nahm ich das im Aufenthaltsraum im Hafengebäude, wo es eine Wechselstube gab, wahr. Nachdem das Geld gewechselt war, verließen wir das Hafengelände und ich entdeckte gleich ein Schild, das uns auf die Touristeninformation aufmerksam machte. Nach einem 30 Meter weiten Fußmarsch waren wir bei der Information. Es war jedoch noch früh am Tag und dazu noch Sonntag, daher war die Information geschlossen. Es war nicht abzusehen wann und ob sie aufmachen würde.
Nun war ich etwas ratlos, was wir machen sollten. Zuerst standen wir bei der Information herum, als es mir jedoch zu blöde wurde, fragte ich jemanden, so weit es bei meinen Französischkenntnissen überhaupt möglich war, wie wir nach Calvi kommen. Der Mann, den ich fragte, schien mich sogar zu verstehen und wies mir eine Richtung, in die ich zu gehen hätte. Wir machten uns sogleich auf den Weg. Nachdem wir etwas gegangen waren, kam etwas Unsicherheit auf und ich fragte erneut jemanden nach dem Weg. Das hätte ich besser gelassen, denn nun begann eine etwa 1stündige Lauferei durch Bastia. Unterwegs kauften wir noch ein Baguette.
Schließlich kamen wir zum Bahnhof von Bastia. Hätte ich am Anfang auf die Anweisung des Mannes gehört, so wären wir direkt hier gelandet. Auch wenn wir quer durch Bastia gelotst wurden, eines muss ich sagen, die Leute die ich befragt hatte, waren alle sehr hilfsbereit.
Unser Zug sollte um 9 Uhr 55 losfahren. Es war jetzt erst 7 Uhr 30, daher hatten wir etwas Zeit, um uns zu entspannen.
Während unseres Aufenthaltes kaufte ich unsere Zugfahrkarten, denn auf den Zugverbindungen Korsikas erhielten wir mit der Interrail-Karte nur eine 50-prozentige Ermäßigung.
Je näher es auf den Zeitpunkt unserer Abfahrt zuging, umso mehr Leute fanden sich auf dem Bahnhof ein. Schließlich war es soweit, wir konnten einsteigen und die Fahrt nach Calvi begann.
Mit uns saß unter anderem ein Pärchen aus Deutschland (Axel und Karin) im Zug. Mit ihnen unterhielt ich mich etwas, dann erschien es mir aber wichtiger auf die Landschaft zu achten. Diese war nämlich sehr interessant.
Bei diesem Zug handelt es sich um einen Triebwagen. Die Strecke war teilweise von Ästen der Bäume überwuchert, sodass diese gegen den Zug hämmerten. Von den Schienen sah ich nicht viel, denn die Schienen waren mit Gras zugewachsen, obwohl hier jeden Tag etliche Züge fuhren.
Das Beste neben der imposanten Aussicht erwartete uns in den Bergen. Wenn wir durch die Tunnels fuhren, musste der Zugführer immer kräftig das Signal des Zuges erklingen lassen, denn in den Tunnels hielten sich Kühe auf. Sie hatten in ihnen Schutz vor der Hitze des Tages gesucht. Man ahnt nicht, wie schnell so eine Kuh werden kann, wenn sie auf diese Weise verjagt wird. Dennoch blieb dem Zugführer manchmal nichts anderes übrig, als anzuhalten und zu warten, bis die Kühe den Tunnel verlassen hatten.
Als wir zum Meer kamen, war ich entzückt, denn das Wasser war wunderschön blau und die Strände waren schneeweiß.
Kurz bevor wir in Calvi ankamen, entschlossen sich Axel und Karin mit uns auf den Campingplatz zu gehen, den Hans-Jürgen und ich uns ausgesucht hatten.
Um 11 Uhr 30 kamen wir in Calvi an. Am Bahnhof fanden wir eine Karte, aus der wir die Lage des Zeltplatzes ersehen konnten. Wir gingen los und kamen nach 30 Minuten beim Zeltplatz an. Er machte einen guten Eindruck. Auch die Preise waren annehmbar (Zelt pro Nacht 15 Francs und Person pro Nacht 8 Francs).
Da die Rezeption noch geschlossen hatte, suchten wir uns ein nettes Plätzchen, an dem wir unsere Zelte aufschlagen konnten. Hans-Jürgen und ich fanden einen netten Platz. Axel und Karin waren zu einer anderen Stelle gegangen. Nachdem Hans-Jürgen seinen Rucksack abgelegt hatte, merkte er, dass er seine Mütze verloren hatte. Er meinte, er hätte sie beim Bahnhof verloren, daher lief er los um sie zu suchen.
Ich für meinen Teil legte mich in die Sonne und las etwas. Nachdem ich es mir richtig gemütlich gemacht hatte, kamen Karin und Axel vorbei und teilten mir mit, dass sie einen schönen Stellplatz gefunden hatten und sie schlugen mir vor, auch dort hin zu kommen.
Ihren Vorschlag unser Zelt bei ihnen aufzubauen nahm ich dankend an. Nachdem ich unsere Sachen zu unserem neuen Standort geschafft hatte, ging ich Hans-Jürgen und mich an der Rezeption anmelden.
Nach der Anmeldung ging ich kurz an unserem alten Stellplatz vorbei, um nachzusehen, ob Hans-Jürgen aus Calvi zurück sei. Hans-Jürgen war noch nicht zurück, daher ließ ich einen Hinweis liegen, damit er sich denken konnte, dass ich den Stellplatz gewechselt hatte.

Jetzt begann ich das Zelt aufzubauen. Es ging erfreulich einfach. Durch die Länge meines Zeltes wurde es mit dem Platz etwas knapp. Es hätte kein Millimeter weniger Platz sein dürfen. Das Zelt passte gerade zwischen die Bäume.
Ich hatte für das Zelt ein schattiges Plätzchen gewählt, damit es nicht zu heiß in ihm werden würde.
Nachdem das Zelt stand, ging ich nachsehen, ob Hans-Jürgen nun aus Calvi zurück sei. Er war zurück und hatte seine Mütze sogar wiedergefunden. Ich lotste ihn zum Zelt. Dort angelangt begannen wir uns auszubreiten.
Als wir mit dem Auspacken der Rucksäcke fertig waren, legte ich mich etwas in die Sonne, während Hans-Jürgen ans Meer ging.
Gegen 15 Uhr verspürte ich das Verlangen auch ans Wasser zu gehen. Zuvor wollte ich aber meine Sachen waschen. Als ich mit dem Waschen fertig war, und auf dem Weg zurück zum Zelt war, traf ich Hans-Jürgen der vom Meer zurückkam. Ich teilte ihm mit, dass ich jetzt hinunter zum Meer gehen wollte. Hans-Jürgen schloss sich mir an.

Wir machten uns gemeinsam auf den Weg zum Wasser. Unser Strand bestand nicht aus Sand, sondern es gab große Felsplatten, auf die wir uns legen konnten. Wir breiteten uns auf den Felsplatten aus. Nachdem ich mein Handtuch ausgebreitet hatte, stürzte ich mich in die Fluten.
Das Wasser hatte genau die richtige Temperatur, um in ihm zu planschen. Ich blieb rund 30 Minuten im kühlen Nass. Danach legte ich mich in die Sonne.
Um 18 Uhr ging es zurück zum Zelt, wo wir einen ruhigen Abend verlebten. Es war 19 Uhr, als uns Karin und Axel zu einem Tee einluden. Wir plauderten nett bis um 21 Uhr 30, dann war es aber so dunkel, dass es besser war sich zurückzuziehen.
Das taten wir auch. Bei mir dauerte es nicht lang, bis ich eingeschlafen war.






