Obwohl ich heute sehr lange schlafen wollte, fiel ich schon um 10:30 Uhr aus dem Bett.
Danach ging ich mir erst einmal eine richtig schöne, lange Duschphase verpassen. Ich genoss sie ausgiebig.
Als meine 5 Minuten unter der Dusche vorbei waren, hieß es, Essen zu besorgen. Ich lief quer durch Stamsund, bis ich schließlich bei einem Lebensmittelgeschäft ankam.
Hier deckte ich mich mit dem Notwendigsten ein.
Zurück in der Jugendherberge, gab es was zu essen.
Eigentlich wollte ich heute, nach der Latscherei von gestern, meinen Beinen eine Erholung gönnen, aber wie es so geht, wurde nichts daraus. Clive, ein Neuseeländer, wollte etwas herumlaufen und einen Berg besteigen. Ich sagte, ich würde ihn begleiten.

Wir machten uns gemeinsam auf den Weg. Er sagte mir, dass wir an einem Friedhof abbiegen müssten. Nur war weit und breit kein Friedhof zu sehen.
Darum schlug ich einfach einen anderen Weg vor. Clive stimmte zu, auch wenn er bezüglich der 15 km, die zu laufen waren, etwas Bedenken hatte. Wir folgten erst einmal der E 19 und bogen dann auf einen Seitenweg in Richtung Steine ab.
Als wir nach 3 Std. in Steine ankamen, stellten wir fest, dass es eine sehr gute Idee gewesen war, hier entlangzugehen. Die Felsformationen und die kleinen Inselchen im Meer sahen sehr beeindruckend aus.
Gegen 16:30 Uhr waren wir erschöpft wieder in der Jugendherberge.
Aus Jux fragte ich, ob jemand angeln gehen wollte. Prompt fand sich auch jemand: ein Mädchen aus Südafrika. Wir ruderten gemeinsam hinaus, gaben aber nach einer Stunde erfolglosen Angelns auf. Es war schon etwas peinlich, ohne einen Fisch zurückzukommen, denn sonst bissen die Fische wie verrückt.
Den Abend verbrachte ich in der Jugendherberge und genoss die Ruhe und die Lässigkeit hier.
An diesem Abend lernte ich Jean-Luc kennen. Er stammt aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens. Wir unterhielten uns sehr nett. Er meinte schließlich, warum wir uns nicht vom Herbergsvater eine Angelleine leihen und raus aufs Meer fahren sollten, um zu angeln.
Ich fragte kurzerhand die Südafrikanerin, was sie von der Idee hielt. Nach anfänglichen Zweifeln, da wir dann um 1 Uhr morgens raus müssten, stimmte sie zu.
Die Zeit bis 1 Uhr verging recht schnell. Wir machten uns auf, um unser Glück zu versuchen und um uns etwas herauszufordern. Es wehte nämlich eine steife Brise.
Trotz des Windes schwangen wir uns ins Boot und ruderten raus. Schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen bekamen wir die Strömung, die Wellenberge und den Wind zu spüren. Trotz allem kamen wir gut aus dem Hafen. Als wir ca. 50 m vor dem Hafen waren, begann die Südafrikanerin zu angeln, während ich ruderte, um die Stellung zu halten.
Leider waren die Angelversuche und meine Ruderei nicht gerade von Erfolg gekrönt. Wir trieben immer mehr ab.
Schließlich meinte die Südafrikanerin, wir sollten zurückrudern. Ich war auch der Ansicht, dass es besser wäre.
Wie sich nun herausstellte, kamen wir trotz gemeinsamen Ruderns nicht von der Stelle, eher schien es so, als trieben wir noch mehr ab.
Nachdem wir rund 10 Minuten vergebens gerudert hatten, sah ich ein Fischerboot und ahnte gleich, dass es der Herbergsvater war, um uns wieder einzufangen.
Bis wir das Seil zum Fischerboot geworfen hatten, waren noch einige Kurskorrekturen meinerseits und des Fischerbootes nötig.
Der erste Versuch scheiterte kläglich, denn wir hatten das Seil zwar losgeworfen, nur war der Wurf viel zu kurz ausgefallen. Nun brachte die Südafrikanerin erst einmal das Seil in Ordnung, während ich unser Boot wieder in Position brachte. Beim zweiten Versuch klappte es zum Glück auf Anhieb. Nun konnten wir ins Schlepptau genommen werden.
Der Herbergsvater gab aber nicht gleich Vollgas, sondern ließ uns beide erst einmal in den Wellen schmoren. Dann brachte er uns jedoch in den sicheren Hafen.
Als wir im Hafen waren, mussten wir zwar wieder rudern, aber hier war es auch kein Problem.
Unser Ausflug hatte letztlich nur den einen Erfolg gehabt, nämlich zur allgemeinen Heiterkeit beizutragen. Das war immerhin schon etwas.
Es war 3 Uhr morgens, als ich mich in meinen Schlafsack zurückzog.